Vitré – hübsches Städtchen

DSC_5418Etwa 30 km östlich von Rennes, der Hauptstadt der Bretagne liegt Vitré. Der Ort hat keine 20.000 Einwohner und ist auf der Karte unscheinbar. Doch er ist durchaus eine Besichtigung wert. Vor vielen Jahren nannte er sich sogar das Tor zur Bretagne.

Besonders beeindruckend sind hier die große Burg aus dem 11. Jahrhundert, die noch intensiv das Stadtbild bestimmt, die gut erhaltene Altstadt sowie generell der Umstand, dass diese Kleinstadt zu prosperieren scheint. Dabei ist es eher nicht der Tourismus (sooo viele Reisebusse halten hier nicht) und auch keine erkennbare Groß-Industrie.

Und doch sind die Geschäfte gepflegt und recht hochwertig sortiert, die Straßen sauber, die öffentlichen Anlagen und Gebäude 1a in Schuss. Die vielfältige Gastronomie (Schwerpunkt allerdings Creperien) rundet das gute Bild ab. Lt. Wikipedia hat Vitré mit knapp 5% die niedrigste Arbeitslosigkeit in der Bretagne, viele kleine und mittlere Betriebe gibt es hier, Rechtsanwälte und Notare dazu, aber auch landwirtschaftliche Zentralen.

Schließlich ist Vitré vermutlich auch ein wenig Schlafstadt für wohlhabende Mennschen aus Rennes.

Hier kommen jetzt einige Bilder, weiter unten dann noch ein kulinarischer Hinweis.

Die Burg aus dem 11. Jahrhundert

DSC_5411 DSC_5412 DSC_5415 DSC_5417 DSC_5419 DSC_6590 DSC_5438 DSC_5432

Häuser und Gassen der Altstadt

DSC_5400 DSC_5430 DSC_5429 DSC_5428 DSC_5425 DSC_5423 DSC_5410 DSC_5409 DSC_5408 DSC_5407 DSC_5406 DSC_5404 DSC_5402

DSC_5401

Anreise

Da die Auto-Anreise in die Bretagne aus Deutschland für Viele gut via Rennes erfolgen kann, bietet sich ein Abstecher an: Vitré liegt direkt an der Strecke zwischen Le Mans und Rennes. Ein Zwischenstopp mit kurzer Stadtbesichtigung und Creperie-Besuch ist jedenfalls eine angenehme Reiseunterbrechung.

Kulinarischer Tipp

Wer es wagt, sollte hier, im Herzen der Bretagne, auf jeden Falle ein oder zwei Galette essen. Es gibt diese salzig abgeschmeckten Pfannkuchen überall in der Bretagne, sogar in ganz Frankreich. Doch hier im Zentrum rund um Rennes sind sie am besten, saftiger und irgendwie besonders gut abgeschmeckt

Galette werden aus Buchweizenmehl, ble noir, schwarzem Weizen gebacken. Man kann sie pur “au beurre” genießen (früher ein arme-Leute-Gericht) oder mit Füllungen, die von Standard (Schinken, Wurst oder Käse) bis kreativ (Sardinen, Muscheln, Artischockenherzen) reichen.

Zu trockenen Keksen, meist in salziger Butter gebacken, sagt man hier übrigens auch “Galette”, aber in einer Creperie besteht keine Verwechselungsgefahr.

Galette bestellt und ißt man “en suite”, nacheinander. Da die Teile keine 5 Minuten für die Fertigstellung brauchen, kann das ganze Essen trotzdem sehr fix gehen. Unsere Galette Menü-Abfolge ist seit Jahren so: Zunächst ein Galette au beurre, zu dem wir Buttermilch bestellen, lait ribot. Die kommt in einer separaten Schüssel. Den heißen Galette wickeln wir dann etwas auf und tunken ihn in die Buttermilch. Megagenial! (Es geht auch mit Messer und Gabel, schmeckt aber nicht so gut.)

Und danach etweder das Gleiche nochmal (wenn es zu gut war) oder die Variante “jambon-fromage”, das ist dann recht mächtig und sättigt. Dazu wird kalter, trockener Cidre getrunken, aus Keramiktassen. Eigentlich sind wir dann satt, aber an Sonntagen schließen wir gelegentlich mit einem mit Lambig flambierten Crepe ab. Lambig ist der Calvados der Bretagne.