Verrat in der Schuldenkrise

Ist das eigentlich normal für eine Demokratie, dass nahezu allen großen Parteien zu einem Thema, konkret: in der aktuellen europäischen Schuldenkrise, grosso modo die gleiche Meinung (“Durchhalten”, “Retten”, “Finanzieren” etc.) haben und dieses Thema andererseits in der Öffentlichkeit sehr kontrovers mit tendenziell gegenläufiger Ausrichtung diskutiert wird? Das kennt man doch sonst nur aus Diktaturen.

Oder umgekehrt gefragt:
Ist es nicht eigentlich Verrat am Wähler, dass keine ernsthaft wählbare Partei seine Sorgen aufnimmt und abbildet? Wenn diesen August Bundestagswahl wäre, wählt dann die Mehrheit Piraten oder die Linke um den aktuellen Kurs zu beenden? Toll.

Und wer hat uns verraten? Na, die Antwort kennt man ja schon.

2 Ihr Kommentar zu „Verrat in der Schuldenkrise“

  1. Inzwischen, allerdings, es gäbe so viele Gründe, wenn man es denn wollte.
    – Echte Einsicht, z.B. weil nach langen, auch wissenschaftlichen Beratungen neue Erkenntnisse gewonnen wurden
    – Demokratiepflege im Sinne des Beitrags hier: um in einer so wichtigen Frage eine wählbare Opposition zu bieten
    – Opportunismus, nicht edel, aber politisch auch nicht anrüchig, ist Usus.
    Mich wundert wirklich, warum man dazu von keinem Gabriel, Steini oder Trichin was Entsprechendes hört. Sarah und den Piraten wird das Feld überlassen. Die soll man dann also wählen.

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  2. Inzwischen könnte eine Partei sicher bei einem großen Teil der Wähler mit einer “gegenläufigen Ausrichtung” punkten. Man bleibt aber der Linie treu und würde damit auch Fehler eingestehen…

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