Toyota-Besitzer erhalten ihr eigenes Soziales Netzwerk

Sofortiger Kundenservice – immer und überall, dank umfassender Vernetzung. Diesem Credo hat sich Toyota mit einem neuen Angebot verschrieben. „Toyota Friend“ heißt das neue exklusive soziale Netzwerk von Toyota, auf dem Autobesitzer mit ihrem Auto selbst vernetzt werden. Zusätzlich können die Kunden damit die Herstellerfirma oder den nächsten Händler bei Problemen direkt ansprechen.

Zusammen mit dem auf CRM und Cloud Computing spezialisierten Unternehmen Salesforce.com entwickelte Toyota für seine Kunden diesen neuen Service. Toyota-Besitzer erhalten von ihrem Auto in der Form einer Kurzmitteilung, eines Tweets, Produkt- und Serviceinformationen, darunter Hinweise zu Wartungsarbeiten. Die Nachrichten können via Smartphones, Tablet-PCs und anderen mobilen Geräten abgerufen werden. Sendet das Auto zum Beispiel ein Alarm-Tweet bei niedrigem Batterie-Ladestand, kann der Kunde sich mit seinem Händler sofort in Verbindung setzen. Der Händler kann demnach auch aus der Ferne eine erste Inspektion vornehmen. Dabei soll es auch möglich sein, einfache „Gespräche“ mit dem Auto zu führen. Als Basis dient die von Salesforce entwickelte Plattform „Chatter„.

„Soziale Netzwerk-Dienste verändern menschliche Beziehungen und die Art der Kommunikation“, teilte Toyota-Chef Akio Toyoda mit. Das Auto müsse sich diesem Trend anpassen, fügte er hinzu. „Mein Auto muss mein Freund sein, wie ein Kontakt in einem sozialen Netzwerk“, ergänzte Salesforce-Chef Marc Beniof.

Toyota Friend soll hauptsächlich ein geschlossenes Netzwerk für Toyota-Besitzer werden, allerdings können die Kunden ihre Erfahrungen auch mit anderen Menschen auf Facebook und Twitter teilen.

Das Projekt startet 2012 zunächst in Japan. Das Netzwerk soll in Elektro- und Hybridautos eingebaut werden. Neben Salesforce.com ist auch Microsoft an dem Projekt beteiligt. Salesforce.com investiert 223 Millionen Yen (umgerechnet rund 1,96 Millionen Euro), Toyota 442 Millionen Yen, Microsoft 335 Millionen Yen.

Wir sind gespannt auf die Gespräche zwischen Mensch und Twitter-Auto. Die Web-Community hat jedenfalls schon ein paar kreative Ideen:

Ein Nutzer schreibt: Das Auto twittert: „Bin grad durch n Schlagloch gefahren“ – Fahrer-Antwort „Habs gemerkt… funktioniert die Bremse noch?“ –  Auto: „Nein, es kann Situationen geben, in denen Bremsen nicht so reagieren wie erwartet“ (originales Zitat von Toyota aus vergangener Zeit)

Ein anderer User prophezeit: Demnächst gibt es wohl einen Toyota nur noch mit einem Handyvertrag und Jamba Sparabo. 200km frei und monatlich bis zu 5 Huptöne.

Nichts ist unmöglich… 🙂

Toyota belohnt Tweets mit 500 Dollar Rabatt-Gutscheinen

Wie viel ist ein Tweet wert? 500 Dollar – laut Toyotas neuester Marketing-Aktion. Der Autohersteller belohnt Kunden, die bis 3. Januar einen Toyota kaufen und darüber twittern mit einem 500 Dollar Rabatt-Gutschein.

Um an der Aktion teilzunehmen, müssen die User die Seite toyotashareathon.com besuchen und einen von Toyota vorgefertigten Tweet mithilfe einer speziellen Applikation bis 15. Dezember weiterleiten. Der Tweet lautet: “If I get my new Toyota during Toyotathon they’ll give me $500 just for this Tweet. http://buyatoyota.com @Toyota #shareathon.” Wer anschließend einen Toyota kauft, kann seinen Gutschein auf der Seite einlösen.

Ziel der Aktion ist es, die Nutzer selbst zu Werbenden zu machen. Und zwar nicht nur entschlossene Käufer, sondern auch diejenigen, die einen Kauf nur leicht in Betracht ziehen. Viele Nutzer werden am Ende keinen Wagen kaufen, twitterten aber trotzdem darüber. Und Toyota erhält Buzz im Social Web, weiß, wer ein potenzieller neuer Kunde ist und kann diesen in nächster Zeit verstärkt beobachten.

Kimberley Gardiner, Managerin für digitales Marketing und Social Media bei Toyota sagte über die Aktion: „Bei einem Angebot mit begrenzter Dauer, verbreiten Tweets und andere sozialen Medien unsere Handlungsaufforderung mit enormer Geschwindigkeit unter den Kunden.“

Toyota begrenzt allerdings die Zahl der Gutscheine auf 250 Stück pro Tag.

Kreativste Autowerbung stammt von Toyota und VW

Die interessantesten Kampagnen im Bereich Automobil stammen – aus dem Kreis der deutschen Hersteller – von VW. Unter den Importeuren nimmt Toyota den ersten Platz ein. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des Frankfurter Link-Institut für Markt- und Sozialforschung, im Auftrag von Horizont.

Besonders jüngere Menschen im Alter zwischen 14 und 29 Jahre (38,6 Prozent) und Männer (34,8 Prozent) sind von den Commercials der Wolfsburger begeistert. Das liegt sicherlich auch an den spaßigen Spots der „Fast Lane“-Kampagne von VW.

Den Frauen gefallen dagegen eher die Kampagnen von Mercedes-Benz: Für 24,5 Prozent der Frauen sind die Stuttgarter der Werbe-Sieger. Damit belegt Mercedes-Benz unter den deutschen Marken Platz 2 der Kreativ-Rangliste (22,5 Prozent), gefolgt von Audi mit 21 Prozent.

Bei den Importeuren nimmt Toyota trotz Rückruf-Desaster mit 21,7 Prozent die Spitzenposition ein. Renault landet auf Platz 2 (17,8 Prozent) und Peugeot auf Platz 3 (13,7 Prozent). Allerdings gab es auch einen Denkzettel für die Kreativabteilungen der Importeure: Immerhin gaben 26,3 Prozent der Befragten an, dass ihnen keine der genannten Kampagnen gefallen hätte.

Insgesamt wurden 1000 Personen nach den interessantesten Automobil-Kampagnen befragt. Hier das Ranking der deutschen Autohersteller:

Hier ein VW-Spot aus der „Fast Lane“-Reihe, der auf Facebook veröffentlicht wurde:

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Audi und Toyota setzen auf Augmented Reality

Die Automobilindustrie ist in Sachen Augmented Reality Marketing sehr aktiv und baut die neue Technologie gezielt in verschiedene Marketing-Kampagnen ein.

Audi UK hat beispielsweise auf seiner Homepage eine permanente AR-Anwendung platziert, mit der sich der A1 aus allen Winkeln in 3D betrachten lässt. Durch das Positionieren eines Symbols vor der eigenen Webcam, erscheint auf dem Bildschirm der A1 in der gefilmten Umgebung. Über die Pfeiltasten kann der User den A1 anschließend durch den Raum steuern und aus verschiedenen Blickwinkeln sehen. Klare Vorteile der Technik gegenüber herkömmlichen Web-Anwendungen: AR ist extrem interaktiv und vermittelt den Nutzern einen viel direkteren Kontakt mit dem Produkt.

AR-Anwendungen werden laut Analysten ein massives Wachstum vorausgesagt. Wurden 2009 eine Million Anwendungen heruntergeladen, so sollen es 2014 schon 400 Millionen sein. Dieser Trend ist natürlich auf die wachsende Verbreitung von Smartphones zurückzuführen, denn um AR nutzen zu können, werden ein digitaler Kompass, Kamera und GPS benötigt. Für 2010 wird bei AR-Anwendungen mit einem Umsatz von zwei Millionen Dollar gerechnet, 2014 sollen es bereits 732 Millionen Dollar sein.

Auch Toyota entwickelte für den neuen Hybrid Auris eine AR-Anwendung, mit der Kunden noch vor Produktlaunch (September) von zu Hause aus das Auto am Bildschirm Probe fahren können und sich komplette Parcours selbst zusammen stellen können. Da Toyota die Start-Marker ebenfalls auf Plakate in den Städten druckt, kann der Nutzer sogar unterwegs auf dem Handy die Anwendung starten – und das ganz umweltfreundlich. Laut Toyota gab es noch nie so viele Probefahrt-Voranmeldungen wie bei dieser Aktion.

Hier das Video dazu:

Toyota setzt auf Twitter um Image zu reparieren

Toyota hatte in letzter Zeit mit negativer Publicity zu kämpfen. Auf Grund der Rückrufaktionen (derzeit 8,5 Millionen Autos!) sowie schlechter Verkaufszahlen, sah sich der japanische Autohersteller gezwungen, sein angeschlagenes Image zu verbessern. Welche Maßnahme ergreift das Unternehmen zur Image-Reparatur? Es setzt auf Twitter, natürlich! Ein Branded Channel „Toyota Conversations“ auf dem Twitter-Aggregator TweetMeme bringt hauptsächlich Toyota-freundliche Tweets, wie „5 Gründe einen Toyota zu kaufen“. TweetMeme sammelt die aktuellsten Links und beliebtesten Tweets aus verschiedenen Quellen. So werden unternehmensbezogene Topstories aus Nachrichten und Pressemitteilungen für Toyota zusammengestellt und veröffentlicht. Aber auch Toyota-Videos und -Bilder, die auf Twitter beliebt sind, werden herangezogen. Sieht man sich die Tweets an, die auf der Seite erscheinen, so erkennt man hauptsächlich positive Nachrichten. Dies spiegelt die öffentliche Meinung über Toyota keinesfalls wider, da diese auf Grund der serienbedingten Fahrzeugmängel und Unfälle deutlich negativ gefärbt ist. Der Trick: Bei TweetMeme kann man sich die Newsquellen selbst aussuchen. Es scheint, Toyota hat sich Quellen gesucht, die dem Unternehmen freundlich gesinnt sind.

Interessant, dass ein Unternehmen wie Toyota auf Twitter setzt um sein Image durch direkten Kundendialog wiederherzustellen. Twitter dient eben nicht nur der Beobachtung von Kundenmeinungen sondern auch dazu, direkt an Gesprächen teilzuhaben und diese zu steuern. Ob das Toyota aus der Imagekrise hilft, bleibt abzuwarten.