Bester Handytarif für Flüchtlinge?

Die Stiftung Warentest hat eine Übersicht erstellt, welche Mobilfunk-Anbieter die günstigsten Tarife für welches Land anbieten. Für 14 Herkunftsländer von Flüchtlingen gibt es in dem Bericht Übersichten wie diese hier.

MobilfunkSo finden Flüchtlinge oder die, die ihnen bei der Suche helfen, schnell die Kosten für die Anrufe in die alte Heimat und das Telefonieren in Deutschland. Hier sollte der jeweils günstigste Handytarif dabei sein.

Öffentlichkeitsarbeit radikaler Islamisten

NahostEs ist in diesen Tagen ja sehr deutlich geworden, dass die effektivsten Waffen der Hamas die Kameras unserer TV-Sender sind. Raketen kann der Iron Dome der Israelis abfangen, aber die Bilder der toten Palästinenser-Kinder in unseren Köpfen nicht.

Und wir erkennen: Das ist kein Zufall sondern Strategie. Nicht die Häuser in Tel Aviv sind das eigentliche Ziel, sie zu zerstören ist wenig nachhaltig. Unsere Bereitschaft, Israel zu unterstützen, soll unterminiert werden.

Der Plan scheint aufzugehen, die Medienarbeit wirkt. Es klingt zynisch angesichts des Leids, aber die Bildermacher und Bilderweitergeber und Inszenesetzer, sie machen hervorragende Arbeit, technisch wie psychologisch. Die Bilder sind hochauthentisch und sie treffen genau da, wo sie sollen: in unsere gutmütigen Herzen.

Ganz kalt kommunikations-technokratisch gesprochen: da beherrschen Leute das Handwerk der Öffentlichkeitsarbeit.

Schauen wir etwas weiter nach Norden, so sehen wir Bilder und hören Berichte vom Handeln der IS im Irak und in Syrien. Man ist im Namen des gleichen Gottes aktiv, doch welch ein Unterschied!

Alle Greueltaten, die sich unsere von skandinavischen Krimis doch schon recht abgestumpfte Phantasie noch ausmalen kann, werden dort real begangen, grausamste, erbarmungsloseste Barbareien an Kindern, Frauen, Zivilsten. Unwiderbringliche Kunstschätze werden zerstört und vormittelalterliche Rechts-Prinzipien ausgerufen. Die IS mag niemand im Westen.

Wie konnte ein solches Kommunikationsdesaster entstehen, wo doch die räumlich wie weltanschaulich gar nicht so fernen Kämpfer in Gaza das PR-Schwert so hervorragend führen?

Hierzu zwei Punkte, über die wir uns intensiver wundern sollten:

  • Über all diese Greuel im Irak und die dahinter stehende menschenverachtende Denkweise erfahren wir sehr viel. Wir sehen viel Leid, das von Islamisten hervorgerufen wurde, hören von schlimmen Exzessen begangen an deren Opfern.
  • Entlastende Gegen-PR erreicht uns indessen von dort nicht. Auch das dümmlichste und durchsichtigste “ab 5:45 Uhr wird zurückgeschossen” findet nicht statt. Keine Bilder brandschatzender Christen oder Jesiden, keine von verletzten IS-Kriegern oder deren Kindern. Es hält auch niemand eine Rede, die all diese Aktionen irgendwie rechtfertigt, kein IS-Pressesprecher beschwichtigt, verrechnet Aktuelles mit altem Unrecht oder oder.

Dabei wären doch Viele hier vermutlich dankbar für irgendeinen Gesichtspunkt, irgendein Argument, mit dem man etwa das Eingreifen der Amerikaner verurteilen könnte, mit dem man eine relativierende “ja, aber andererseits Haltung” einnehmen könnte. Doch selbst die Bundestagsparteien sind sich alle erstaunlich einig, dass es so nicht weiter gehen darf, dass die IS gestoppt werden muss. Selbst die Linke lobt die Amerikaner.

Was ist also schief gegangen bei der Öffentlichkeitsarbeit der IS?

Mein Eindruck: Nichts. Im Gegenteil: wir sollen sogar begruselt und schockiert werden, das ist alles Absicht. Hier will niemand irgendwie noch einen halbwegs guten Eindruck machen oder gar Grundlagen für einen späteren Friedensplan legen.

Das, was wir an Schrecklichem hören und sehen, soll uns genauso erreichen. Ja, es scheint fast, ein zynischer islamistischer Think Tank hätte genau und klug überlegt, mit welchen Maßnahmen und Parolen man den Westen am schnellsten provoziert.

Good job – dieser Plan geht 1a auf! In der Folge wird nun die Bereitschaft im Westen zu militärischen Aktionen steigen. Die letzte Drohne ist sicher noch nicht geflogen.

Und warum das? Viel Feind-viel Ehr, groß Feind – groß Ehr: das wertet die IS mächtig auf! Nun strömen neue Kämpfer hinzu (Al Qaida), nun fließen die unterstützenden Petrodollars schneller, nun richtet sich das Auge der Weltöffentlichkeit auf irgendwelche Kalifen – und genau darum ging es. Das ist die IS-Strategie – und Boko Haram verfolgt eine sehr ähnliche.

Wir müssen erkennen, dass wir hier von Islamisten (mal so und mal so) massivst manipuliert werden. Das ist die Gefahr hinter der Gefahr. Unsere Entrüstungsbereitschaft und unser Alarmismus dürfen uns nicht den Schaum vor den Mund treiben und uns in Aktivismus und alte Kreuzritter-Muster fallen lassen. Einfach jeden, der irgendwie militärisch dagegen hält aufzurüsten, darf nicht unsere vorschnelle Antwort sein.

Trotzdem muss natürlich zügig und auch beherzt gehandelt werden. Ob die Bundesregierung hier schon das richtige Niveau erreicht hat, bezweifle ich.