Eurokrise und Sarrazin Artikel

Am 17.Juli 12 veröffentlichte Die FAZ einen Artikel von Thilo Sarrazin: “Geburtsfehler Maastricht” zum Dauerbrennerthema Eurokrise. Mir gefiel die Sichtweise und Argumentation und ich leitete ihn an meinen Freund Jan Moolenaar weiter in der Annahme, er würde ggf. hier weitergehende Aspekte ergänzen, da er sich mit dem Thema “Eurokrise” schon länger und profunder auseinandersetzt.

Er antwortete in der Tat, seinen  Beitrag per Mail bringe ich hier ungekürzt. Jan Moolenaar schreibt mir am 22.7.2012:
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Souveränität

Ich stelle mir vor, ich lerne jemand wirklich Bedeutsames, Einflussreiches und Mächtiges kennen. Mann oder Frau, egal, ich sag mal “er”.
Irgendwie begegnen wir uns und lernen einander kennen. Und je länger ich ihn kenne wird mir klar: ich muss ihn permanent loben und bewundern, schon bei der Anrede, aber auch sonst laufend. Sonst wird unsere “Beziehung” leiden, er wird mir vielleicht sogar schaden. Wie ist nicht ganz klar, aber da ist irgendwie Gefahrenpotenzial. Wenn ich hingegen seine Macht und Größe preise und von seinen tollen Leistungen anderen berichte, wenn ich mich ganz ihm zuwende und ihn und seine Überlegenheit immer betone, dann ist das gut für unsere Beziehung, dann will er mir wohl. Einfach gesagt, ich muss ihn total anschleimen, reinkriechen, dann ist gut.
Was werd ich wohl von ihm denken? Arme Sau vermutlich. Krankhaftes Geltungsbedürfnis, sehr schwaches Ego, völlig unsouverän, so die Richtung.
Heute habe ich gedacht: warum sehen wir unser Verhältnis zu Gott nicht mal durch diese Brille? Dieses höhere Wesen, das uns erschaffen hat und uns mit einem Fingerschnips vernichten könnte, das alles kann und alles weiß und alles sieht, hat es nötig oder findet es schön, von uns aufs aller Devoteste permanent angeschleimt zu werden? Wie kann man das glauben? Wie peinlich, sowas zu denken. Wie unsouverän sehen viele von uns ihren höchsten Souverän!