Social Media – alles nur Show?

ShowIn den USA boomt Social Media, jeder ist aktiv und engagiert – und hier wird es belächelt und gern als nebensächliche Mode abgetan.

Wie schleppend die sozialen Netzwerke bei uns in die Geschäftswelt einziehen, wie zögerlich und zum Teil sogar widerwillig sie angenommen werden – das hat manch einer wohl schon life erlebt. Diese Seite des Vergleichs stimmt weitgehend.

Doch scheint in Amerika wirklich die Social Media Sonne so viel heller, liegt jenseits des Atlantiks wirklich „paradise2.0“? Oder ist alles nur eine Show interessierter Kreise, die den Hype entfachen um an ihm zu verdienen?

An der Show-These ist natürlich etwas dran (wie könnte sie auch komplett falsch sein?) und umgekehrt sind sicher auch manche Länder Deutschland in der Durchdringung und Akzeptanz von Social Media voraus – nicht zuletzt die USA. Die Gründe hierfür sind vielfältig, Alters-Demographie ist einer davon.

Dass auch bei Uncle Sam nicht die Social Media Bäume beliebig in den Himmel wachsen, belegt jetzt eine Studie von Ragan/NASDAQ OMX Corporate Solutions, die ich bei MediaPost gefunden habe. Sie ist da ehrlich gesagt nicht besonders sexy aufbereitet, aber einige Findings sind ganz spannend.

Hier ist, was die 2.714 online befragten Social Media Verantwortlichen sagen:

  • 65% der Befragten bearbeiten das Thema „Social Media“ schlicht on-top zu ihren sonstigen Aufgaben, alleine, ohne Team

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Nachrichten aus Hollywood?

Noch ist der 11.9.11 nicht rum, in USA ohnehin später, aber ich wage die Prognose, dass all die großen Bedrohungen für diesen Tag um Mitternacht aus der Möglichkeit in die Nichtexistenz gleiten.
Zunehmend werden wir in die existentiellen und apokalyptischen Hypes der Amerikaner reingezogen, auch die Tagesschau wird schon zu großen Teilen in Hollywood produziert.

Mein Eindruck: Wenn der Amerikaner nicht mindestens 2 mal im Jahr am Rand der ganz großen Auslöschung, der ultimativen Bedrohung steht, dann „fühlt er sich nicht“. Einfaches Leben genügt nicht mehr, eine wirkliche Führungsnation führt auch bei den Bedrohungen.

Natürlich sind alle diese Katastrophen für sich schrecklich, die natürlichen, die terroristischen, auch die kriegerischen. Doch von solchen Events ist die Welt voll (okay, 9/11 war besonders). In Ostaufrika geht es jedenfalls grad um sehr viel mehr Menschenleben als in allen USA-Katastrophen der letzten 10 Jahre zusammen…

Weil praktisch alle Katastrophenfilme aus den USA kommen, ist nun auch die mediale Abdeckung realer Katastrophen, das echte „Produkt“ anscheinend fest in der Hand der großen Entertainer. Wie lange wollen sich unsere Nachrichtenredakteure noch von diesen mit allen News-Marketing-Mitteln perfekt gehypten Stories betören lassen? Oder sind wir selbst schon längst treue Konsumenten der Droge „schreckliche Nachricht“ und kaufen halt einfach am liebsten beim Premium-Lieferanten?

All diese Ereignisse kann man natürlich nicht „quantitativ vergleichen“. Und natürlich sind Ängste und Trauer legitim, überall, für jedes Leid und jeden Tod. Aber es geht auch leiser. Es muss nicht immer gleich zur Show ausarten. Und wir sollten nicht mitmachen und uns wohlig-real angruseln lassen. Mir jedenfalls reichts mit amerikanischen bad news von früh bis spät.

Aber im Kalender hab ich mir schon mal notiert: August 2015 großer Katrina-Gedenktag.

Bigger than life!

Neulich in Hollywood am Nachbartisch: „Was war 9-11 doch für ein toller Event! Diese weltweite Mediacoverage, Tage, Wochen, Monate! Herrliche Bilder! Katrina war auch nicht schlecht, aus dem Stadion-Ding hätte man aber noch mehr machen können. Mist das mit Fukushima, wie konnten uns das die Japse wegschnappen? Der St. Andreas-Graben wird uns doch nicht im Stich lassen. Bis dahin müssen wir noch ein bißchen Hurricane Budenzauber etc. machen. Mit diesem Rehstreichler-Präsident kann man sich ja ein ordentliches Shootout (Afrika wär mal cool!) komplett abschminken, da war Bush ein anderes Kaliber…“