Nachrichten aus Hollywood?

Noch ist der 11.9.11 nicht rum, in USA ohnehin später, aber ich wage die Prognose, dass all die großen Bedrohungen für diesen Tag um Mitternacht aus der Möglichkeit in die Nichtexistenz gleiten.
Zunehmend werden wir in die existentiellen und apokalyptischen Hypes der Amerikaner reingezogen, auch die Tagesschau wird schon zu großen Teilen in Hollywood produziert.

Mein Eindruck: Wenn der Amerikaner nicht mindestens 2 mal im Jahr am Rand der ganz großen Auslöschung, der ultimativen Bedrohung steht, dann „fühlt er sich nicht“. Einfaches Leben genügt nicht mehr, eine wirkliche Führungsnation führt auch bei den Bedrohungen.

Natürlich sind alle diese Katastrophen für sich schrecklich, die natürlichen, die terroristischen, auch die kriegerischen. Doch von solchen Events ist die Welt voll (okay, 9/11 war besonders). In Ostaufrika geht es jedenfalls grad um sehr viel mehr Menschenleben als in allen USA-Katastrophen der letzten 10 Jahre zusammen…

Weil praktisch alle Katastrophenfilme aus den USA kommen, ist nun auch die mediale Abdeckung realer Katastrophen, das echte „Produkt“ anscheinend fest in der Hand der großen Entertainer. Wie lange wollen sich unsere Nachrichtenredakteure noch von diesen mit allen News-Marketing-Mitteln perfekt gehypten Stories betören lassen? Oder sind wir selbst schon längst treue Konsumenten der Droge „schreckliche Nachricht“ und kaufen halt einfach am liebsten beim Premium-Lieferanten?

All diese Ereignisse kann man natürlich nicht „quantitativ vergleichen“. Und natürlich sind Ängste und Trauer legitim, überall, für jedes Leid und jeden Tod. Aber es geht auch leiser. Es muss nicht immer gleich zur Show ausarten. Und wir sollten nicht mitmachen und uns wohlig-real angruseln lassen. Mir jedenfalls reichts mit amerikanischen bad news von früh bis spät.

Aber im Kalender hab ich mir schon mal notiert: August 2015 großer Katrina-Gedenktag.