Il Trovatore im Kino

(cc) David Woo

Oper im Kino?

Seit einiger Zeit kann man Inszenierungen des Royal Opera House in London, Covent Garden, als Life-Stream in einem Kino “um die Ecke” sehen.

Solche Aufführungen werden dann zeitgleich in knapp 1.000 Kinos rund um die Welt gezeigt. (Das Bolschoi Ballett hat ein ähnliches Angebot).

Aktuell gesehen

Gestern, am 31.1.2017, war wieder so ein Tag. Gezeigt wurde Il Trovatore von Verdi.

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La La Land – nicht mein Film

Ich hatte mir wirklich fest vorgenommen, La La Land nicht schon aus Prinzip doof zu finden. Es ist so billig, Hoch-Gelobtes zu dissen! Aber sorry – es muss einfach.

Eigentlich geht’s ja schon beim Titel los. Mag sein, dass das auf Amerikanisch gut klingt, auf Deutsch kling es bescheiden, jetzt mal ehrlich. La-li-lu klang da ja sogar besser.

Dann die Story: wirklich die schlichteste Liebesgeschichte, die man sich denken kann. Nun muss ein Musikfilm natürlich auch nicht einen Anna-Karenina-Plot haben, schlicht und einfach darf es sein, muss es vielleicht sogar. Doch dann sollte man sich der Schlichtheit bewusst sein und nicht die trivialsten Probleme ausdehnen, bis die 120 Minuten gut voll sind. Oder anders gesagt: Das Teil hat massiv Längen.

Die Schauspieler sind auch nur 50% perfekt gewählt. Emma Stone passt gut, Ryan Gosling ist nicht ideal. Okay, er kann tanzen (sie auch!), insbesondere in der langen Szene weit am Anfang. Die ist wirklich klasse, mit viel Schwung und Herz getanzt. Hätte ich nicht gedacht, dass er es dermaßen drauf hat. Seine echten Schauspieler-Qualitäten darf er allerdings nur in der einen großen Streitszene zum Ende hin ausleben. Die übrige Zeit liegen seine Talente eher brach.

Das schlimmste ist: La La Land ist einfach langweilig. Die Musik begeistert nicht, beide können nicht singen und ihre seichten Dialoge sind eben – seicht. Es wird ein wenig über Hollywoods Kunst gefachsimpelt (auch über Jazz) und das Ganze spiegelt sich im Cine-Glamour von Los Angeles. Jeden Schauspieler oder irgend sonstwie am Filmemachen Beteiligten dürften Story wie lokale Atmosphäre im Herzen berühren. Man philosophiert über die eigene Zunft und leidet an den eigenen Daseinsbedingungen. Das kann vielleicht erklären, warum der Film so viele Golden Globes erhielt. La La Land hat die Jury nach allen Regeln der Kunst eingewickelt.

Aus einem Musikfilm muss man summend rausgehend, aus einem Tanzfilm tänzerisch. Nach La La Land summt und tanzt niemand. Wenn der Film irgendwann vielleicht im TV kommt, schau ich ihn mir jedenfalls bestimmt kein zweites Mal an.

 

Im fernen Osten: ein Lied vom Russisch-Japanischen Krieg

Als ich ein kleiner Junge war, sang mir meine Mutter gelegentlich Lieder vor. Meist waren es einfache Kinderlieder, aber ich erinnere auch ein schaurig-schönes, das ich besonders gern hatte. Es handelt von einem russisch-japanischen Liebespaar, das der Krieg zusammenführte und auch wieder trennte.

Ich habe dieses Lied nicht im Internet gefunden, nur Auszüge auf der Seite einer fränkischen Forschungsstelle für Volksmusik.

Hier stelle ich jetzt den mir bekannten vollständigeren Text vor und auch die Melodie, zu der meine Mutter das Lied gesungen hat.

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Schöne alte Fledermaus

Operette von Johann Strauss, gestern in der Frankfurter Oper, wird generell gern in der Faschingszeit gegeben. Das Haus war voll.

Die Musik so oft gehört weil 1000 mal ausgekoppelt, dass man mitsingen kann, die Stimmen weit über Operetten Niveau, auch Chor und Orchester erste Sahne.

Gibts ein Aber? Allerdings, denn die Story selbst ist auch bei hohen Gaben von Klassiker-Toleranz-Pulver schlicht gaga, so voller unplausibler Camouflagen und Verwechselungen, die Gags sind sehr spärlich verstreut. Längere Passagen wird nur Unfug gesprochen, hier würde man sich einen beherzten Cutter wünsche. Auch Bühne und Kostüme sind vermutlich werktreu, auch hier hätte man vielleicht aktuelle Gefälligkeit vor Authentizität stellen sollen. Nee, altogether nicht meins.

Aber die Mukke ist gut, wenn man denn Walzer etc. mag.