Tagesgruß vom Murmeltier

Kinoeinstellungen und -plots, grad amerikanische, haben ein paar rules, die schon drollig sind. Zum Beispiel genügt das Erwähnen einer Bombe oder von ein paar Stangen Dynamit, dass man schon mal das Oropax rausholt, das Zeug explodiert auf jeden Fall. Dennis Hopper hat das am Ende von Speed im U-Bahn Schacht auch sehr schön ausgeführt.

Eine junge Frau, die rum macht oder ihren Pflichten aus Vergnügungslust nicht nachkommt, muss sterben, im Horrorfilm sowieso, aber auch sonst.

Und ein Plan, den sich jemand zur Überwindung großer Hindernisse ausdenkt, ein Trick gar, klappt immer, er kann noch so blöd sein.

Mehr als 1 Polizeiwagen im Bild? Die knallen dann gleich alle aufs Dämlichste zusammen!

Strenge, wasserdichte, hautenge Schutzüberwachung der Kronzeugin angesagt: “Der Mistkerl kommt keine 100 Meter an Sie dran, Miss, ohne dass wir ihn nicht schnappen, machen Sie sich keine Sorgen!” Natürlich fällt das Licht aus, die Funkübertragung verrauscht und die kleine Tochter des Kommissars ruft genau in dem Moment an, in dem der böse Mann zuschlägt.

Das haben sicher schon Viele bemerkt, so, wie jeder auch weiß, daß man im deutschen Krimi meist schon von der Berühmtheit des Schauspielers auf seine Rolle als Mörder schließen kann. Aber vermutlich nicht so Vielen ist schon aufgefallen, dass die allermeisten amerikanischen Filme ihre erste Einstellung auf der Straße haben, meist mit Rädern im Bild. Das ist eine Art Zunftgruß an Griffith, der hier früh optische Parallelen zog, drehendes Rad, drehende Filmrolle. Kino wollte schon früh raus, wollte den Muff des Theaters ablegen und Autos und Postkutschen zeigen, wie sie rasen und sausen und in voller Fahrt umkippen. Wenn Sie den nächsten Film sehen achten Sie mal drauf, wo fängt er an? Ich wette: 4 von 5 auf der Straße.