Deutsche Konsumenten informieren sich per Smartphone, kaufen jedoch nicht zwangsläufig mobil

74,1 Prozent der deutschen Smartphone- und Tabletbesitzer haben sich schon einmal auf ihrem mobilen Gerät über ein Produkt informiert. Mobil informieren bedeutet jedoch nicht mobil kaufen: Der Einkauf per PC oder im Laden ist immer noch beliebter als der mobile Einkauf. Dies ergab die Studie „Smart Shopping“ von Verbraucher Initiative und Ebay.

Am liebsten rufen die Smartphone- und Tabletbesitzer Informationen über Computer, Unterhaltungselektronik und elekronische Medien wie CDs oder DVDs ab. Etwas mehr als die Hälfte (54,4 %) nutzt das Gerät auch vor dem Fahrzeugkauf oder vor dem Kauf von Fahrzeugzubehör.

Vor allem jüngere Verbraucher informieren sich mobil: 81,7 Prozent der 14- bis 29-Jährigen haben schon einmal mobil nach Produktinformationen gesucht. Bei den 30- bis 49-Jährigen sind dies 75,6 Prozent und bei Verbrauchern im Alter ab 50 Jahren immerhin noch 62,8 Prozent – vorausgesetzt sie besitzen ein mobiles Endgerät.

Durchschnittlich betrug der Gesamtwert der Waren, welche die Besitzer eines Smartphones oder Tablet-PCs in den vergangenen vier Wochen mobil recherchiert haben, 670 Euro.

 

Welche Informationen werden abgefragt?

  • Informationen zum Preis wurden als Vorabinformation von 82,2 % der Befragten, die das Mobilgerät zur Recherche nutzen, “sehr oft” abgefragt.
  • 69,4 % gaben an, “sehr oft” funktionelle Produkteigenschaften mobil recherchiert zu haben.
  • 62 % haben sich mobil “sehr oft” über die Bewertung des Produktes oder der Dienstleistung durch andere Verbraucher informiert, was zeigt, wie sehr die Meinung anderer Verbraucher bei einer Kaufentscheidung interessiert.

 

Verbraucher, die sich mobil informieren, kaufen nicht gezwungenermaßen auch mobil:

  • 65,1 % der Besitzer eines Smartphones oder Tablet-PCs geben an, dass sie sich mobil informieren und anschießend online kaufen.
  • 59,9 % der Befragten sagen, dass sie sich mobil informieren und anschließend im Ladengeschäft kaufen.
  • Erst an dritter Stelle (51,1 %) geben die Befragten an, dass sie sich mobil informieren und anschließend auch mobil kaufen.
  • Diesen Effekt gibt es allerdings auch umgekehrt: 45,2 % der Mobilgerätebesitzer informieren sich offline und kaufen anschließend mobil ein.

In welchen Situationen suchen Konsumenten mobil nach Informationen?

Zu Hause:  
–  Im Wohnzimmer / auf dem Sofa – 67,3%

–  Im Arbeitszimmer / am Schreibtisch – 56,1%
–  Im Schlafzimmer – 24,3%
–  In der Küche – 18,5%
–  Im Bad – 10,2%
–  Woanders zu Hause – 14,0%

Außer Haus:   
–  Dort, wo das Produkt verkauft wird (Laden, Geschäft, Supermarkt o.ä.) – 47,1%
–  Im Café – 39,4%
–  Im Büro – 36,9%
–  Am Flughafen, Bahnhof o.ä. – 32,0%
–  Auf der Straße – 26,7%
–  Woanders außer Haus – 24,1%

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Soziale Medien bedeutsam für das Kaufverhalten

Derzeit wird der Einfluss sozialer Medien auf den Kaufprozess häufig und mitunter kontrovers diskutiert. Eine neue Studie zeigt, dass der gesamte Kaufprozess von der Information über den Erwerb bis zur Bewertung maßgeblich von sozialen Medien  beeinflusst wird. Im Selbstverständnis der Käufer ist die Bedeutung von Social Media für Kaufentscheidungen bereits fest verankert.

Knapp 1.300 Personen wurden für die Studie „Social Media Einfluss auf das Kaufverhalten im Internet“ nach ihren Kaufgewohnheiten sowie ihren Entscheidungsfindungsprozessen befragt. Aus Sicht von rund zwei Dritteln der Befragten ist der Kauf untrennbar mit einem Kommunikationsprozess verbunden, der vor allem über Social Media Plattformen wie Foren, Blogs und Netzwerke stattfindet.

Für die Konsumenten ist Online-Shopping mittlerweile selbstverständlich: 98 Prozent der Befragten kaufen zumindest gelegentlich online ein.

Produktbewertungen nehmen bei der Nutzung von Social Media generell eine herausragende Stellung ein – nur noch übertroffen von der Kontaktpflege. Insgesamt haben 70 Prozent der Befragten angegeben, im Laufe des Kaufprozesses Social Media zu nutzen.

Die Produktgruppen, über die sich die Nutzer am häufigsten online informieren sind elektronische Geräte, Reisen & Hotels gefolgt von Autos.

Gute Bewertungen von anderen Nutzern beeinflussen die eigene Kaufentscheidung etwa ebenso stark wie schlechte Bewertungen.

Kunden legen beim Online-Kauf besonderen Wert auf die Verfügbarkeit von Preis-, Qualitäts- und Sicherheit-Informationen. Händler sollten diese Informationen entsprechend bereitstellen.

Nahezu die Hälfte der Befragten bewertet ein gekauftes Produkt anschließend online – und das zu wiederum zwei Dritteln sogar mit einer Rezension oder einem Testbericht. Der Einfluss von Social Media auf Kaufentscheidungen wird also nicht nur hingenommen, sondern wird sogar mehrheitlich von Käufern gewollt und aktiv mitgestaltet.

Obwohl bei Online-Shops der Fokus auf dem Verkaufen liegt, muss auch hier das Internet als ganzheitliche Kommunikationsplattform verstanden werden. Aus Sicht der Händler ist die Kommunikation mit dem Käufer ein wichtiger Baustein im Verkaufsprozess – was im realen Leben als normal angesehen wird, ist dank Social Media und Interaktionsmöglichkeiten nun auch online selbstverständlich.

Eine transparente Online-Kommunikation ist förderlich, werblich zu kommunizieren ist mitunter riskant, aber manipulativ zu arbeiten ist extrem gefährlich. „Manipulative Einträge und Bewertungen müssen für Verkäufer tabu sein! Sie sind nicht nur schädlich, sondern können den Tod einer Marke bedeuten“, sagt Studienleiter Prof. Dr. Ralf Schengber. Zu den vorrangigsten Empfehlungen an Hersteller und Handel zählt, den Kunden bei seinem gesamten Kaufprozess online zu begleiten. „Nach dem Kauf ist vor dem Kauf”, betont Marketingprofessor Schengber. Ungenutztes Entwicklungspotenzial sieht er vor allem im Bereich Location Based Services – speziell, wenn Online- und Filial-Einkauf durch die weitere Ausbreitung des mobilen Internets immer näher zusammenrücken.

Die Studie steht hier kostenfrei zum Download zur Verfügung.

Wie man im Web 2.0 erfolgreich recherchiert

Um langfristig im journalistischen und kommunikativen Wettbewerb zu bestehen, müssen Journalisten, PR-Fachleute und Kommunikationsschaffende in der Lage sein, Informationen im Web schnell ermitteln, bewerten und validieren zu können. Das Seminar „Recherche 2.0: So funktioniert der Faktencheck im (Social) Web” von André Vatter vermittelt hierfür das notwendige Know-how. Es wird erläutert, warum Google und Wikipedia nicht das Maß aller Dinge sind, welche Tools eine professionelle und effiziente Recherche sowie ein Monitoring im Web 2.0 vereinfachen.

Die Themen im Überblick:

#1. Das Internet und Social Media
#2. Das verhinderte Attentat
#3. Aus Fehlern gelernt (dpa)
#4. Know your Google
#5. Traditionelle Quellenfindung
#6. Der “Ich glaub’ es hackt!”-Eklat
#7. Website-Analyse
#8. “Es ist Recherche, kein Stalking!”
#9. Achtung Wikipedia!
#10. Die liebe Politik
#11. Willkommen im Echtzeitnetz
#13. Das drittgrößte Land der Welt
#14. Exkurs: Bildrecherche
#15. Wie Meldungen entstehen aka
“Blumenkübelgate”