Digitale Ignoranz oder digitales Ausbremsen?

Zwei Artikel sind mir diese Woche besonders unangenehm aufgefallen.

Die Ignoranten

Meinen Ärger über die digitale Ignoranz in unserem Land habe ich schon früher Ausdruck verliehen. Nun konnte man hier lesen, dass nicht mal die Hälfte aller DAX-Vorstände irgendein Social-Media-Konto hat.

Ach so, Vorstände großer Gesellschaften haben Anderes zu tun? Das scheint man im Ausland allerdings anders zu sehen, da sind die Damen und Herren anscheinend weiter.

Die Damen sind es übrigens in Deutschland auch, es ist gerade der männliche C-Level, der durch fehlendes digitales Engagement unangenehm auffällt.

Die Ausbremser

In dem anderen Beitrag ging es, so mein erster Eindruck, um etwas Ähnliches: golem berichtete, dass die Kommunen die vom Bund für den Breitband-Ausbau bereitgestellten Millionen praktisch gar nicht abrufen. 690 Mio € lagen 2017 bereit, 2% davon wurden abgerufen.  Aha, dachte ich spontan, ignorante Bürgermeister auch noch! Aber so scheint es nicht zu sein.

Vielmehr sind es zu viele bürokratische Hürden, die einer sinnvollen und umfassenden Verwendung im Wege stehen. Für Bürokratie ist ja bekanntlich niemand direkt verantwortlich. Sie ergibt sich eher “irgendwie” so, schleicht sich ein, über Jahre.

Das mag an vielen Stellen so sein, bei einem so jungen Thema aber vermutlich doch nicht. Es gibt ja auch eine klar und eindeutig zuständige Stelle, das BMVI, das Ministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur. Das “I” ist zwar erste Ende 2013 dazu gekommen, aber das Thema hat das Haus schon länger betreut, es passt ja auch unter den Hut “Verkehr”.

In diesem Ministerium dürfte ein Großteil der Verantwortung für die diversen Malaisen des digitalen Ausbaus in Deutschland zu finden sein. Und wenn man sich das ein wenig auf der Zunge zergehen läßt, dann fallen ein paar weiter Dinge auf.

  • Das Ministerium ist seit 2009 unter CSU-Führung – und wird es für die kommenden 4 Jahre wohl wieder sein.
  • Bayern unter CSU-Führung gilt seit langem als Musterland der digitalen Entwicklung. Ist es nicht komisch, dass die Republik von dieser besonderen Kompetenz so gar nicht profitiert?
  • Im Bereich Verkehr ist es längst bekannt, dass Verkehrs-Prioritäten schon lange sehr speziell gesetzt werden – aus bayerischer Sicht eben. Die seit vielen Jahren überfällige Erneuerung des Nord-Ostsee-Kanals etwa ist ein gutes Beispiel. Könnte es sein, dass auch die digitale Verkarstung der Republik – mit Ausnahme von Bayern! – sozusagen “mit Fleiß” erfolgt?

Ist es wirklich nur digitale Ignoranz, was uns bremst? Wie national ist die CSU wirklich aufgestellt? Betont nicht jeder führende CSU-Kopf, zu allererst Bayer zu sein, und erst danach Deutscher? Und liefert die explizite CSU-Polititk, das, was in die Mikros so getextet wird, nicht laufend Belege dafür, dass das Wohl der Republik bei den CSU-Politikern immer nur an zweiter Stelle steht?

Nicht verfassungskonform

Ich plädiere jedenfalls schon lange dafür, dass eine Partei, deren Vertreter ihre Pläne, ihre Karriere-Chancen, ihren Lebensentwurf, ihre Identität einzig durch die bayerische Brille sehen und sehen müssen, kein nationales Ministerium führen dürfen. Alle Gremien, die diese Politiker fördern, stützen und auffangen, werden doch immer nur eine Frage stellen: was tut er für Bayern? In Bayern werden die Herren Dobrindt und Scheuer gewählt – nirgendwo sonst.

Regionale Interessen sind zudem völlig ausreichend im Bundesrat abgebildet, für alle Bundesländer gleich. In der Exekutive haben sie nichts zu suchen! Nur die Bayern dürfen hier zweigleisig fahren, exekutiv und legislativ.

Dass die Vertreter des CSU entsprechend denken und handeln, ist normal, Menschen sind so, überall. Es wäre bei jeder anderen Partei genauso. Es ist auch kein bayerisches Thema, Hamburger oder Sachsen wären ebenfalls genauso. Aber sie sind nun mal nicht in der Situation.

Das Problem ist, dass wir die CSU ihren Bärendienst leisten lassen, dass sie es dürfen. Das Problem ist, dass wir Vertretern eines einzigen Bundeslandes die Zukunfts-Chancen der ganzen Republik in den Schoss legen. Aus meiner Sicht ist das verfassungswidrig. Vielleicht nicht den Worten nach, aber auf jeden Fall dem Geiste nach.

Was müßte man darum tun? Ganz generell einer Partei, die nicht national antritt, den Zugang zu Minsterämtern verbieten. Nur Vertreter bundesweit aufgestellter Parteien sollten in die Bundesregierung dürfen.

Diese Regel gesetzlich zu etablieren erfordert eine Verfassungsänderung – und bedeutete für die betroffenen Parteien, CDU und CSU, erhebliche Kosten. Wäre sie also mehrheitsfähig? Wohl kaum. Sehr bedauerlich.

Software-Schwachstellen gehen zurück, yippie!?

Gute Nachricht?

Anfang des Jahres erreichte uns diese tolle Nachricht: Gegenüber 2015 ist die Anzahl der registrierten Software-Schwachstellen weltweit von 6.400 auf 5.600 zurückgegangen, über 10% minus! Die Quelle ist das Hasso-Plattner-Insititut in Potsdam.

Die Nachricht ist aus dem Januar 2017, jetzt, einen Monat später sind wohl doch noch ein paar Bugs nachgemeldet worden, jetzt sieht es doch wieder nach Anstieg aus. (gelb = geringer Schweregrad, rot = hoher Schweregrad). Schade, zu früh gefreut.

Software-Schwachstellen laut Hasso-Plattner-Institut am 18.2.17

Ein Armutszeugnis

Doch es ist eigentlich gar nicht so wichtig, ob die Werte nun noch ein wenig gestiegen oder womöglich wirklich ein kleines bisschen gesunken sind. Viel wichtiger ist mir ihre absolute Höhe. 6.500 Schwachstellen sind einfach zu viele. Diese Zahlen sind darum für mich ein Armutszeugnis für eine ganze Branche.

Es gab alleine knapp 2.500 schwere Software-Schwachstellen – so groß ist der rote Balken. Wenn das Autos wären, dann würden in all den betroffenen Modellen die Bremsen oder die Lenkung nicht funktionieren. Kühlschränke würden über Nacht abtauen. Atomkraftwerke würden unerlaubte Mengen Strahlung abgeben.

Seit 30 Jahren haben wir uns aber daran gewöhnt, dass das gute alte Prinzip der 0-Fehler-Auslieferung für Software einfach nicht gilt. Hier herrscht statt dessen das Multi-Fehler-Prinzip, ganz hemmungslos. Die spätere Fehlerbehebung ist ja bereits Teil des initialen Roll-Out-Plans, sie ist Teil der Marketing Strategie.

Zugegeben: es klappt auch bei den Autos, Kühlschränken und Atommeilern nicht immer. Wir kennen aufwendige Rückrufaktionen und wir kennen auch Tschernobyl. Aber in diesen Branchen wird es zumindest angestrebt. Im IT-Bereich ist grüne Banane das Geschäftsprinzip.

Ebenfalls zugegeben: Eine Ursache der Malaise ist der massive Preisdruck – und dafür sind am Ende ja wir selbst verantwortlich. Aber andererseits: bei Autos und Kühlschränken sind wir doch nicht wirklich großzügiger.

Dabei misst dieser Index (es ist der CVSS-Index) nur die Sicherheits-Schwachstellen, die Angreifbarkeit. Die reine Funktionalität (tut es, was es verspricht?) steht dabei noch gar nicht zur Debatte. Vermutlich könnte man alle Werte verdoppeln oder verdreifachen, wenn die Qualität in diesem Sinne ganzheitlich bewertet würde.

Die wirkliche Ursache

Aus meiner Sicht ist die wirkliche Ursache, dass Software keinen ernst zu nehmenden Zulassungsbedingungen unterliegt. Jeder, der sich für einen Entwickler hält, kann entwickeln und dann vermarkten. Angesichts der IT-Abhängigkeit von immer mehr Lebensbereichen ist diese Situation wirklich absurd fahrlässig. Doch welche (semi-)staatliche Stelle traut sich an eine solche Aufgabe heran?

Die schwierigen Deutschen gelten nicht gerade als Digitalisierungs-Fans. Sie sind eben Qualitäts-Fans, schon immer gewesen. Ein Grund für ihre Zurückhaltung ist darum sicher in dieser Multi-Fehler-Kultur zu suchen.

Trump-Versteher

Trump-Versteher ≠ Trump-Verzeiher

Der neue US-amerikanische Präsident gibt Vielen Rätsel auf. Und sein Naturell ist so sprunghaft und unvorhersehbar, dass das auch noch lange so bleiben wird – vielleicht “for good”, der Mann ist immerhin 70 Jahre alt.

Aber Einiges kann man sich recht gut erklären. Ich liste hier ein paar Punkte auf, die mir nur folgerichtig erscheinen. Macht mich das zum Trump-Versteher? Wenn sie sich bewahrheiten: ja, in Teilen schon. Macht mich das zum Trump-Verzeiher? Keinesfalls!

Nach der Wahl ist vor der Wahl

Was kann jemand, der ein Amt errungen hat, danach noch erreichen? Allgemein: das nächst höhere. Aber für den US-Präsidenten wird es damit eng. Der einzige noch erstrebenswerte Ruhmeskranz ist für ihn / sie die Wiederwahl. Und darum beginnt mit dem erfolgreichen Ausgang der ersten Wahl für alle Präsidenten der Kampf um den erneuten Sieg in 4 Jahren.

Donald Trump hat dieses politische Naturgesetz nicht entdeckt, er hat es nur ausgesprochen schnell umgesetzt. Gleich von Anfang an wollte und will er den Grundstein für anhaltenes Vertrauen bei den Wählern legen. Er und seine Leute haben sich darum gefragt, was besonders an diesem Vertrauen zehrt? Was wirft der gemeine Wahlbürger der verachteten Politikerkaste vor, warum verachtet er sie? Ganz vorne steht da (wie bei uns): Politiker versprechen im Wahlkampf viel und halten davon hinterher wenig. Dieser Effekt scheint fast ein weiteres politisches Naturgesetz zu sein.

Damit will Trump Schluss machen. “From now on” wird alles anderes sein. Die Menschen erleben unmittelbar: Trump steht zu seinem Wort. Seine Gegner haben Unrecht, wenn sie ihm hohle Ankündigungen, leere Versprechen und generell Unaufrichtigkeit vorwerfen.

Nicht alles Neue funktioniert, wie versprochen, aber darum geht es auch gar nicht. Man könnte sogar fast an Zynismus glauben, wenn man etwa das Einwanderungsverbot für Muslime anschaut. Er hat das sofort per Dekret umgesetzt, wie angekündigt. Leider fiel ihm dann ein kleiner Richter in den mächtigen Arm.

Vielleicht war das gar nicht so unwillkommen, wie getan wird. Denn die Botschaft ist ja längst angekommen: Versprechen gehalten! Die faktische oder “objektive” Wirkung des Dekrets (mehr Sicherheit) war immer sehr zweifelhaft und eben zweitrangig.

Perception is Reality

In einer Demokratie entscheiden Mehrheiten. Mehrheiten haben in aller Regel je größer sie sind, einen umso niedrigeren Durchschnitts-IQ. Klingt arrogant, ist aber so. Schon Friedrich Schiller erkannte: Verstand ist immer nur bei Wenigen gewesen.

Wenn also die Mehrheit glaubt, dass aus Mexiko in erster Linie Diebe, Drogenschmuggler und Vergewaltiger über die Grenze in die USA kommen und dass die Deutschen den amerikanischen Wohlstand mit ihren BMWs widerrechtlich abgreifen – dann ist das in Amerika so. Der Aufschrei: “Stimmt doch gar nicht!” geht da ins Leere.

So merkwürdig es vielleicht in diesem Kontext klingt: es ist ja erstmal kein schlechter Demokratie-Stil, solche Sichtweisen ernst- und also auch aufzunehmen. Genau das tut Donald Trump. Allerdings: Trump überspitzt sie auch demagogenhaft und formuliert pointiert Ansichten, die die meisten so noch gar nicht recht hatten.

Das Problem der ganz anders gearteten, deutschen Merkel-Politik ist, dass sie vielleicht faktisch “Recht” hat und alternativenlos ist. Aber (post-)faktisch entfernt sie sich mehr und mehr von der “Volkswahrheit”. Zu Zeiten der Griechenlandkrise war das gut zu spüren. Es gab keinen ernst zu nehmenden parlamentarischen Widerstand. In dieser Zeit wurde die AfD geboren. Und in Zeiten der Flüchtlingsangst kriegte sie weiteres Oberwasser.

Wir haben lange der romantischen Sicht angehangen, zu den Erkenntnisprinzipien der Aufklärung (Rationalität, Objektivität, Wissenschaftlichkeit) gehört irgendwie automatisch das Verfassungsprinzip der Demokratie. Aber das ist Quatsch, spätestens seit Beginn des post-faktischen Zeitalters mit seinen alternativen Wahrheiten ist klar: Eine Demokratie kann genauso wilkürliche Grausamkeiten und Ungerechtigkeiten gebären, wie eine Diktatur oder ein Feudalsystem.

Übrigens: Zu “post-faktisch” passt gut auch “post-ethisch”. Spätestens mit Donald Trump begann eben auch das post-ethische Zeitalter.

America First

Um die Freund-Feind-Welt von Donald Trump zu beleuchten, schauen wir uns die Welt aus amerikanischer Sicht einmal an. Die USA sind weiterhin die No.1, ein wirtschaftlicher wie militärischer Riese. Aber kann man langfristig noch von “unangefochten” sprechen?

Andere, kleinere Staaten machen unserem Riesen immer mehr den Platz streitig und schlimmer: mit immer mehr Erfolg. Trump will den Führungsplatz dauerhaft sichern, America first! Die konkreten Ansatzpunkte dafür sind recht übersichtlich und fast aus dem Lehrbuch.

Stärkung der Kernkompetenzen

Aus Trumps Sicht, sind das die Bereiche Militär, Bauwirtschaft, Finanzwirtschaft, Automobil und Energiewirtschaft. Er wird hier investieren, Steuern senken und Hürden abbauen. All dies geschieht bereits und wird noch deutlich zunehmen.

Direkte Handelshemmnisse, Zölle und Ähnliches, werden vermutlich eher verhalten eingesetzt, denn die Gefahr ist groß, dass die andere Seite reagiert, und das Ding nach hinten losgeht.

Abbau von vermeintlichem Ballast

Obamacare, generell Sozialsysteme, aber auch diverse Engagements im Bereich Entwicklungshilfe sind aktuell massiv gefährdet. Das Gleiche gilt für den Umweltschutz. Auch das US-Engagement in der UNO und angegliederten Organisiationen wird eher zurückgehen.

Die konkrete Politik wird diese Linie einhalten, aber es wird Alibi-Veranstaltungen geben, die einige Desaster auf PR-Ebene verhindern oder schwächen sollen. Vielleicht kommen zum Beispiel einige spektakuläre Deals mit afrikanischen Staaten zu Stande.

Aggressive Wettbewerbspolitik

Aus Trumps Sicht sind China und die EU die größten und langfristig gefährlichsten Feinde der USA. Beide gilt es zu schwächen oder zumindest ein weiteres Erstarken zu verhindern.

China

China ist wegen seiner schieren Größe gefährlich, der wachsenden militärischen wie wirtschaftlichen Stärke, des aggressiven Auftretens (besonders im Pazifik) und wegen seiner an Bodenschätzen orientierten “Kolonialpolitik”, insbesondere in Afrika. Will Trump nicht Einfluss in Asien verlieren, muss er die chinesische Expansion stoppen und womöglich auch zurückdrängen.

Europa

Die EU ist gegenüber den USA der deutlich größere Wirtschaftsraum. Bei fortschreitender Einigung und Integration erwächst hier ein Widersacher, mit dem man nicht mehr so leicht umspringen kann. Verhandlungen á la TTIP zum Beispiel würden doch mit Deutschland, Frankreich oder Italien jeweils alleine sehr viel einfacher verlaufen.

Trump fährt am besten, wenn er alle Auflösungsbewegungen unterstützt und die EU nachhaltig schwächt. Wirklich zerbrechen soll sie nicht, aber uneins soll sie bleiben. Hier zieht Trump an einem ähnlichen Strang wie Putin. Beide werden EU-feindliche Kräfte unterstützen.

Für die anstehenden Wahlen in Europa darf man eine aggressive Einmischung erwarten. Denn die Manipulation via digitale Medien beherrschen beide Seiten sehr gut. Obwohl Deutschland eine Schlüsselstellung einnimmt und wirtschaftlich wie politisch der gefährlichste Feind innerhalb der EU ist, wird man eher in Frankreich und Italien ansetzen. Wenn hier anti-europäische Kräfte ans Ruder kommen, ist Deutschland ausreichend isoliert. In Deutschland genügt es, Martin Schulz zum Kanzler zu machen.

Die NATO wird Trump weiter nutzen, einmal, um die Russen in Schach zu halten und außerdem, um finanziellen Druck auf die anderen Mitglieder auszuüben (gebt mehr für Rüstung aus!). Schwächen wird er die NATO nicht wirklich, das könnte sonst im Baltikum oder Balkan für ihn teuer werden.

Russland

Den großen Gegenspieler aus den Zeiten des kalten Krieges fürchtet Trump allerdings kaum noch. Die Russen wurden schon von Ronald Reagan in die Knie gezwungen. Die Wirtschaft ist marode, das Militär nur sehr bedingt einsatzbereit und das Führungssystem viel zu zentralistisch für dieses Riesenreich.

Man muss sie im Auge behalten und darf keine Schwäche zeigen, aber punktuell kann man mit ihnen auch kooperieren, etwa gegen IS und Taliban.

Lernkurve

Es ist gut möglich, dass manche der hier skizzierten Sichten mit der Zeit neu eingefärbt und sogar gedreht werden. Aber das wird ein paar Monate dauern. Bis dahin sollten wir uns auf wenig freundliche Signale aus Washington einstellen. Machen wir uns nichts vor: Deutschland steht ganz oben auf der Liste der Länder, deren Einflussbereich eingeschränkt werden soll (schon weil Obama Angela Merkel so lobte).

Twitter verstärkt TV – oder umgekehrt?

Twitter + TVNach einer Studie von von Brandwatch, einer Social Media Monitoring Firma, kann man mit einem einfachen Trick den “Social Buzz”, die Unterhaltung in den sozialen Netzen, konkret in Twitter, zu einer Fernsehsendung,  um zwei Drittel steigern: Man zeigt zu Beginn den offiziellen Hashtag zur Sendung.

Nach dieser Studie, durchgeführt in den USA und UK, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass über die TV-Sendung im Social Web gesprochen wird um 63%, wenn man den Hashtag zu Beginn zeigt.

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Business Einsatz von Social Media – ein Studienvergleich

Zu einem der letzten Beiträge hier gab es einen Kommentar von BroFist, der die USA-Zahlen im Artikel gerne mit Deutschland-Zahlen verglichen hätte. Konkret:

91% der Unternehmen in den USA setzen Facebook ein – und wieviele hier in Deutschland?

Eine sehr berechtigte Frage!
Die Antwort ist aber nicht so einfach, denn Länder-übergreifend einheitliche Studien-Designs gibt es nicht. Außerdem sind die Zeitpunkte solcher Surveys nicht gleich – bei so dynamischen Themen wie Social Media kann das das Bild stark verzerren.
Wir haben recht lange nach leidlich vergleichbaren Surveys gesucht und sind mehr schlecht als recht fündig geworden. Für Deutschland gibt es da Einiges, zum Teil allerdings auf eher dünner Stichprobe (N=140 z.B.).

Und dann der absolute Researcher-Horror: Die Werte haben wir gemittelt.

Zwei Entschuldigungen wollen wir zu unserer Entlastung anführen:

  • Noch mehr Zahlen liest sowieso keiner.
  • Es ist ohnehin nur ein Schnappschuss (mit langer Belichtungszeit), irgendwo zwischen den Studienwerten muss der wahre Wert ja liegen. Beispiel: Youtube wird je nach Studie in D von 28%, 41%, 43% und 49% der Unternehmen genutzt. Der Mittelwert 40% ist für 2012 nicht unplausibel.

Vorbemerkungs-Fazit: Das ist hier keine Diplomarbeit bzw. Masters-These, sondern soll eine grobe Business-Orientierung geben.

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Verrat an der Demokratie

Thilo Bode hat einen guten Kommentar in der FAZ veröffentlicht. Titel: Eurorettung – Wir sollten die Wahl haben dürfen.

Wie wahr. Darauf haben wir hier schon vor einiger Zeit hingewiesen.

An einem Punkt hätte ich mir von Herrn Bode aber mehr Schärfe und Klarheit gewünscht. Es stimmt schon: der Widerstand gegen die diversen Maßnahmen zur Eurorettung findet keinen institutionalisierten Rahmen, keine Plattform, denn alle geeigneten Kandidaten haben ihre Individual-Interessen: Die Regierung, die Opposition, die Banken, die Wirtschaft. Opportunismus wohin man schaut.

Doch manchen dieser Parteien wird man das nachsehen müssen. Zu allererst der Regierung und der sie tragenden Parteien. Aber auch Banken und generell die Wirtschaft müssen halt ihr Schäfchen ins Trockene bringen. Einen gesellschaftlichen Auftrag haben sie nicht.

Einzig die Opposition und hier allen voran die SPD. Sie müßte und muss den anderen Entwurf zeigen. Sie müßte Alternativen entwicklen, nicht Varianten oder Sozialverlängerungen á la Habermas-Papier. Sie müßte die Regierung mit bohrenden Fragen quälen zu aufgegebenen Prinzipien, unverantwortlichen Schuldenlasten, mangelnder Perspektive, erodiertem Einfluss.

Sie tut es nicht – aus Opportunismus. Man muss es darum klar sagen: die SPD begeht Verrat an Deutschland und an der Demokratie!

Wissenschaftlich interessant ist dabei, dass auch in einer recht gefestigt wirkenden Demokratie wie unserer diese Aushöhlung der elementarsten demokratischen Prinzipien stattfinden kann – zu einem Thema, dass essentieller und staatstragender kaum sein könnte.

Durch die SPD lernen wir, dass Demokratie, wenn es ernst wird, nicht funktioniert.

Grass-Mücke

Und was ist nun so speziell an dem Gedicht?
Es ist nicht besonders gut.
Es ist eine Meinungsäußerung zur aktuellen Politik.
Sie ist einseitig.
Der, der sie äußert ist Nobelpreisträger.
Er ist Deutscher.
Seine Umtriebe und Sorgen richten sich auf und gegen die Politik der israelischen Regierung.
Diese Sorgen teilen Viele, ich auch.
SO WHAT?

Wie Fans mit Marken auf Facebook interagieren: Ein weltweiter Vergleich

Die weltweit häufigsten Gründe, warum Facebook-Nutzer keine Fans von Marken mehr sind, lauten: „Die Marke interessiert die Nutzer nicht mehr“ und „die dort verfügbaren Informationen sind nicht interessant gewesen“.

Eine neue Studie von DDB untersuchte weltweit das Fan-Verhalten auf Facebook: Was motiviert Nutzer dazu Fan zu werden, wie interagieren sie als Fan mit der Marke, und warum „entfolgen“ sie Marken wieder? Dafür wurden 6 Länder untersucht: USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Türkei und Malaysia.

Die Ergebnisse:

  • Fans in Großbritannien und Frankreich folgen weniger Marken, drücken weniger häufig den “Gefällt mir”-Button, posten seltener auf die Pinnwand der Marken oder empfehlen sie Freunden.
  • Im Vergleich zu Deutschland, der Türkei und Malaysia nehmen sie auch seltener an Spielen auf den Markenseiten, Events und Wettbewerben teil.
  •  Besonders in Frankreich fühlen sich die Nutzer von zu viel Posts bedrängt.
  •  Die höchste Begeisterung für Marken zeigen die Türkei und Malaysia. Sie klicken am häufigsten auf den „Like“-Button, leiten Informationen an Freunde weiter oder empfehlen Marken auf Facebook.
  • 73% der Konsumenten haben Datenschutzbedenken bei Facebook.

 

 

 

 

Marken-Müdigkeit verbreitet sich

„Das Engagement auf Facebook hat um 22 Prozent abgenommen“, so Michael Scissons, CEO der Social Media Software Firma Syncapse. Was aber weniger damit zu habe, dass die Unternehmen einen schlechten Job machen oder langweilige Inhalte zeigen, sondern mit einer allgemeinen „Marken-Müdigkeit“. Um ihre Fananzahl um jeden Preis zu steigern, motivierten Unternehmen die Nutzer mit kostenlosen Angeboten – was die Fans nun weiterhin erwarten.

Die Marken-Müdigkeit zeigt sich, wenn man die Fans danach fragt, ob sie mit der Häufigkeit zufrieden sind, mit der sie Informationen der Marken erhalten. Die meisten Nutzer sind damit zufrieden (61%), jedoch berichten mehr Fans, dass sie zu häufig Informationen erhalten (21%) als zu selten (18%). Das gilt besonders für Frankreich, Großbritannien und Deutschland. Anders in der Türkei: Hier wollen 45% der Befragten mehr Informationen.

 

 

Dies stellt die Marken vor ein Problem. Einerseits müssen sie den Fans Content bieten, andererseits schreckt zu viel Information und Präsenz die Fans ab, welche die Posts von ihrem Newsfeed verbannen.

 

Warum Nutzer keine Fans mehr sind

Weltweit haben 40 Prozent der Befragten ihr „Fan-Dasein“ bei mindestens einer Marke beendet. Je nach Land variieren die Zahlen der Marken-Entfolger. In der Türkei sind es fast zwei Drittel, in Malaysia nur ein Viertel, in Frankreich die Hälfte.

Der häufigste Grund für die Aufkündigung des Fan-Verhältnisses überrascht nicht wirklich: Die Marke ist für die Konsumenten nicht länger interessant.

 

Die Empfehlung von DDB für Marketing-Experten lautet: Unternehmen müssen die Konsumenten respektvoll behandeln. Die Konsumenten – nicht die Vermarkter –  bestimmen über die Marke. Die Marken ließen sich von den technologischen Möglichkeiten blenden und haben die Grundzüge von menschlichen Beziehungen vergessen: Regelmäßige, respektvolle und transparente Kontakte sind wichtig.

63 Prozent der Deutschen haben Datenschutzbedenken bei Facebook

Wie wichtig der vertrauensvolle Umgang mit Nutzerdaten ist, erkennt man, wenn man sich die Datenschutzbedenken der Verbraucher genauer ansieht. Denn besonders bei Facebook haben viele Nutzer Bedenken, was die Sicherheit betrifft.

26 Prozent der deutschen Handybesitzer nutzen das mobile Internet

Die mobile Internetnutzung gewinnt auch in Deutschland weiter an Fahrt. 26 Prozent der 14- bis 64-Jährigen privaten Mobilfunknutzer gehen mittlerweile mit ihrem Handy online – sei es um E-Mails abzurufen oder um im Netz zu surfen. Dies ist das Ergebnis des aktuellem TNS CONVERGENCE MONITOR, für den 1.502 Personen im Alter von 14 bis 64 Jahren in Deutschland befragt wurden. Die zunehmende Verbreitung internetfähiger Handys und die sinkenden Kosten für die Datenübertragung treiben diese Entwicklung voran.

Weitere Ergebnisse der Studie:

  • 19 Prozent der Handynutzer besitzen privat ein Smartphone. Also ein Mobiltelefon, mit dem man im Internet surfen sowie E-Mails empfangen und versenden kann.
  • 14 Prozent verfügen überdies über eine Flatrate für das mobile Surfen.
  • 26 Prozent der Mobilfunknutzer nutzen das mobile Internet. Ein Zuwachs von fünf Prozentpunkten gegenüber dem vergangenen Jahr.
  • Besonders bei der jüngeren Generation hat die Nutzung stark zugenommen:  40 Prozent der 14- bis 29-Jährigen gehen mehr oder weniger häufig mit ihrem Handy ins Internet oder checken ihre E-Mails (2009 waren es erst 23 Prozent). Der Grund: sinkende Preise für Datentarife und Smartphones.

 

 

  • 23 Prozent der 30- bis 49-Jährigen surfen mit ihrem Mobiltelefon im Netz, bei den 50- bis 64-Jährigen erst 16 Prozent.
  • 19 Prozent nutzen die E-Mail-Funktion ihres Handys.
  • Social Networking per Mobiltelefon hat stark zugenommen: 31 Prozent derer, die mobil im Internet surfen, halten sich so zumindest hin und wieder unterwegs über ihre Freunde und Bekannten auf dem Laufenden.
  • SMS ist – nach dem Telefonieren – immer noch die mit Abstand am häufigsten genutzte Funktion: 88 Prozent der Handybesitzer tippen zumindest gelegentlich Kurznachrichten.
  • Nur 2 Prozent der 14- bis 64-Jährigen nutzen aktuell mit einem Tablet-PC das Internet.
  • E-Mails mit dem Handy zu versenden ist den Nutzern wichtiger als das Surfen im Web.