King Content ist tot – welcher neue soll hochleben?

KönigKing Content ist tot? Wieso das denn?

Wir hatten doch noch vor kurzem Lieder auf ihn angestimmt!  Und nun plötzlich alles vorbei? Warum?

Weil er sich zu gemein gemacht hat, zu bodenständig, zu inflationär, zu demokratisch. Könige sind exklusiv und rar. Dieser war immer und überall.

Natürlich war es toll für uns Konsumenten, ein König zum Anfassen, überall bekam man jede Info, in beliebiger Tiefe und Präzision, Content  “at your fingertips”, wie es mal so schön hieß.

Aber wie soll man da regieren? Wie durchdringen zum verwöhnten Volk mit wirklich wichtigen Botschaften bei dem Krach! Für Könige ein Alptraum! King Content ist sozusagen an sich selbst erstickt.

Die Regentschaft liegt jetzt in pfiffigeren Händen. Nicht mehr das mit vollen Händen ausgeschüttete Fachwissen für jedermann bringts. Führend ist die gezielt adressierte und mundgerecht zugeschnittene Kompetenz. Business Intelligence, Social Media Intelligence.

Entscheidend heute ist nicht das Mehr an Wissen und Fakten. Wer kann das denn überhaupt noch alles verabreiten, wer hat noch seine Twitter-Timeline wirklich in Griff und Blick? Was aktuell abgeht, ist nicht Content Marketing, das ist Content-Diarrhoe!

Dabei geht es doch eigentlich gar nicht um den Content an sich. In Wirklichkeit geht es und ging es immer um Menschen. Um ihre Ohren und Augen, manchmal um Herzen und manchmal um graue Zellen. Man muss sie verstehen, ihnen geben, was sie gerade jetzt brauchen in genau dem Format, das sie jetzt konsumieren mögen und können. Einfach Vieles bringen und auf genügend Treffer hoffen – das gefiel vielleicht vor 200 Jahren Goethe. Heute stößt es ab.

Oder um es mit Kaila Colbin zu sagen:

“The way to compete, the only way to compete, is through greater understanding.”

Lesen Sie den ganzen Artikel von Kaila hier, ist gut geschrieben.

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Ist Obama wirklich ein Segen für Europa?

95% der Deutschen wollten Obama und sind nun glücklich. Zu recht?

Barack Obama ist uns verständlicher, verfolgt vertrautere Ideale, wirkt frischer, scheint Welt-strategisch besser aufgestellt als Mitt Romney und seine Republikaner. (Gerade die Tea Party mit der naiv-oberflächlichen Frau Palin war uns allen ja ein Graus).

Doch was können wir wirklich von Obama in den nächsten 4 Jahren erwarten? Es gibt 3 große Einflußbereiche für den US-Präsidenten, die für die Europäer wichtig sind:

  1. Umweltpolitik
  2. Sicherheitspolitik
  3. Weltwirtschaft

Von diesen wird Nummer 3 die anderen beiden Themen so überschatten, dass von den schönen Idealen vermutlich wenig überbleiben wird. Denn die USA haben “spanische” Einschnitte nötig, so desolat ist ihre Haushalts- und Wirtschaftslage.

D.h. für industrieunfreundliche CO2-Beschlüsse o.ä. wird wenig Raum bleiben. Hier sind keine entscheidenden Durchbrüche demnächst zu erwarten.

Und den Weltpolizisten wird man verstärkt auf dem Rücken von Drohnen spielen wollen. In Sachen lokale, kostenintensive Präsenz werden die USA auf mehr Eigenverantwortlichkeit der großen regionalen Kräfte setzen, d.h. mehr europäische und deutsche Soldaten in Mali, Libanon oder Syrien.

Die Wirtschaftspolitik wird die nächsten 4 Jahre die dominante Musik spielen, und hier ist Obama eher Zentralist mit leicht linken Ansätzen. Er wird absehbar weniger die Märkte, das freie Unternehmertum, die Konzerne stützen sondern mehr auf die Nachfrage-Seite setzen – mehr jedenfalls als Romney. Er wird eher als Romney den amerikanischen Markt vor externem Wettbewerb schützen, z.B. durch ausufernde Prozesse gegen ausländische Konzerne. Vielleicht wird er protektionistisch sogar weitergehen. Er ist gelernter Anwalt, kein Betriebs- oder Volkswirt.

Die Prozessführung liegt eigentlich natürlich in der Hand der Gerichte, aber man kann mehr oder weniger Mittel für die Erkenntnis solcher “Vergehen” bereitstellen. Obama wird hier mehr ausgeben, ebenso ganz generell im Bereich Business Intelligence, Industrie-Spionage. Denn er glaubt an solche “smart solutions”, verdeckte, pfiffige Methoden, die das Ziel unsichtbar aber effizient erreichen.

Generell stimme ich also Kevin Roberts von Saatchi&Saatchi heute in der WAMS zu:
4 Jahre Schmerz für die Europäer.

Doch es gibt auch Licht im Tunnel. Die Wirtschaftswoche (noch kein Link verfügbar) hat in der aktuelle Ausgabe #46 untersucht, welche großen deutschen Unternehmen von Obama profitieren werden und welche eher Nachteile gewärtigen müssen. Ergebnis: Deutscher Bank und Deutscher Telekom wird rauherer Wind entgegenblasen, Airbus, Automobil, Solarbranche, Siemens und Fresenius können sich zurücklehnen. Die Botschaft vernehm ich wohl, allein…

Aus meiner Sicht wichtiger: Es gibt keine dritte Legislaturperiode, 2016 ist Schluß für Obama! D.h. er kann brutaler sein, mehr Versprechen brechen, mehr Prinzipien verraten. Und die Republikaner werden die Lust an dem aufreibenden Fundamental-Kampf gegen ihn jetzt sehr schnell verlieren. Das bringt nichts mehr. Sie werden lieber das Feld vorbereiten, auf dem ihr nächster Präsident ab 2017 dann wird ernten können.

Wenn also unser Geist oder auch das Herz am Wahlabend erleichtert waren – unser Portemonnaie hat sich absehbar verkrampft…