Bürokratie und Flüchtlingshilfe

FlchtlingeNun war ich schon einige Male in meinem Rathaus Wilmersdorf um die Ecke, ich habe es wirklich nicht weit, mit dem Fahrrad 4 Minuten. Aber mein Ziel, irgendwie mit Familien und Kindern zusammen zu arbeiten oder besser: diese zu unterstützen, da bin ich noch nicht angekommen.

Doch das liegt an mir. Denn wenn ich mir die möglichen Einsatzbereiche anschaue auf der wirklich guten Seite Volunteer-Planner (Besuch zu empfehlen, viele Standorte aufgeführt. Man muss sich nur einmal kurz registrieren, geht ganz schnell) – also wenn ich mir da anschaue, was aktuell gebraucht wird, dann fällt schon mal ganz viel weg, weil ich nicht Kurdisch oder Farsi oder oder kann.

Und dann geht’s weiter: Für die Kantine brauche ich die weiße Karte des Gesundheitsamts (das ist die normale rote Karte für die Beachtung der Lebensmittelhygiene, nur gebührenbefreit für Ehrenamtliche). Und für die Arbeit mit Kindern muss ich das erweiterte polizeiliche Führungszeugnis vorweisen. “Erweitert”, weil dann nicht nur im Vorstrafen-Register geschaut wird ob was vorliegt, sondern noch in irgendeiner anderen Datei, die kritische Vorfälle mit Kindern enthält. Keine Frage, “erweitert” macht nur Sinn, muss sein.

Und so lange ich beides nicht habe und keine interessante Sprache spreche, bleibt eigentlich nur Spenden-Management.

Aber nun habe ich beide Dokumente, hurra! und der Weg dahin war interessant. Vielleicht geht den ja nochmal jemand, dann kann er sich unter anderem hier orientieren.

Weiße Karte vom Gesundheitsamt

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Reinstoff – ein Erlebnis

Das Restaurant Reinstoff liegt in Berlin Mitte und hat bereits 2 Michelin Sterne – mit dem Koch Daniel Achilles erworben. Wir waren Mitte Mai da und haben ein Sechs-Gänge Menü aus dem Angebot “weiterdraußen” ausgewählt.

Das ist schon mal ungewöhnlich: Es gibt nur zwei große Menüs, eben “weiterdraußen” und “ganznah” mit 9 bzw. 7 Gängen, und aus einem von beiden pickt man sich seine 5 oder 6 Lieblinge zusammen – oder bestellt eben alles von A bis Z. Hinzukommt: Die Auswahl eines der beiden Menü-Angebote muss man mit frau abstimmen – das geht nämlich nur tischweise.

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ZERO – keine Nullnummer

Bis zum 8.6.2015 kann man die Ausstellung ZERO im Martin-Gropius-Bau in Berlin noch besuchen. Das ist nur zu empfehlen, diese Stunden sind gut angelegt.

Der Untertitel “Die internationale Kunstbewegung der 50er und 60er Jahre” erscheint spontan etwas hoch und sogar daneben gegriffen – doch das ist er nicht. Spätestens beim Lesen im umfangreichen Katalog wird klar, wie einflussreich ZERO, diese Initiative dreier deutscher Künstler in den späten 50ern, der sich nach kurzer Zeit viele andere aus der ganzen Welt anschlossen, war. Von Mark Rothko wird berichtet, er habe sich nachträglich selbst für eine Art ZERO-Künstler gehalten – ohne zu dieser Gruppe gehört zu haben

Allererste Eindrücke zu den Exponaten erhält man hier, hier und hier, doch das sind wirklich nur Krumen: Die Ausstellung überschüttet den Besucher mit ihrer Objektmenge, fast verschüttet sie ihn.

Interessant und erhellend sind einige Ausschnitte aus einer hr-Produktion zu ZERO von Gerd Winkler aus dem Jahr 1962 mit dem etwas süffisanten Titel “0 x 0 = Kunst”.

In dem Film werden u.a. die drei Gründer von ZERO vorgestellt. Sie sind gerade beim Kunstschaffen, das der Off-Sprecher wohlwollend-ironisierend kommentiert und dabei auch einige Merkmale und Gestaltungs-Prinzipien der ZERO-Kunst vorstellt – gesehen mit den Augen der 60er Jahre.

Die drei Künstler mit Vimeo-Clip sind:

Das hat mir besonders an der Ausstellung gefallen:

  • Die völlige Bezuglosigkeit der Objekte zu irgendetwas Fremdem außer ihnen. Keine Landschaft, kein Körper, kein Akt und ebenso weder Erregung noch Problemlage oder Stimmung des Künstlers werden hier “wiedergegeben”.
  • Die Objekte sind für sich und den Betrachter. Sie laden ein zum drumherum gehen, zum Abstand suchen, nahe Herantreten, Warten. Zur Frage: wie wurde das geschaffen, in welcher zeitlichen Abfolge der Materialbehandlungen?
  • Die scheinbar unbefangene Zukunftsbejahung, der Glaube an die Weiterentwicklung durch Technik. Auch wenn ZERO viele Künstler in irgendeiner Form beeinflusst hat – es ist doch ganz eine Form der frühen 60er Jahre.
  • Die begleitende Literatur im inneren Lichthof und im Katalog. Sie macht bekannt mit neuen Sichtweisen und Begriffen, wie etwa Tachismus (ZERO ist gegen Tachismus).
  • Die Ausstellung hilft, Gegenwartskunst besser zu verstehen.

Umgezogen!

Seit 2 Wochen leben wir nun in Berlin und zwar “for good”, wie die Amerikaner sagen, auf Dauer. Eben noch habe ich in Bad Homburg Rasen gemäht und Rosen geschnitten. Und seit 4.6. ist das alles vorbei. Wehmut? Nicht die Bohne. Ich bin erstaunt, wie wenig mir das alles fehlt.
Das große Haus, die vielen kleinen Aufgaben darin, die bekannten Wege darum, alles abgehakt und abgeschlossen.
Seedamm Bad, Siggis Brötchen, Karstadt Einkauf, Golfplatz, Saalburg, mit der U-Bahn ins Kino, vorher im Brighella essen, merkwürdig merkwürdig, dass das nun überhaupt nicht mehr präsent ist.
Wir haben es eingetauscht gegen eine uns immer besser gefallende Wohnung. Sie wird zum einen stetig wohnlicher, weil wir Karton um Karton auspacken, Möbelstück für Möbelstück, Teppich für Teppich neu platzieren. Aber wir entdecken auch täglich Neuland im Umland. Der Standort Wilmersdorf am Ende des KuDamms und an der Grenze zu Charlottenburg ist wirklich genial. Eben waren wir mit dem Fahrrad in 5 Minuten im Kino am KuDamm, Karten fürs Theater um die Ecke haben wir auch schon, alle Geschäfte, alle Ärzte, alle Kneipen und Restaurants – es ist gleich um die Ecke!
Wir sind total begeistert.
Berlin, Du bist cool!

So sieht übrigens ein Blick von unserer Dachterrasse aus:

140622 Bra46 Dachterrasse

Start-Ups sind sexy – aber…

start-upVor ca. 3 Jahren hat Vodafone das Vodafone Enterprise Plenum (VEP) ins Leben gerufen. Das ist ein Netzwerk von Geschäftskunden, das sich mit neuen Themen beschäftigt, Themen, die Vodafone für interessant hält. Als Mitglied wird man eingeladen zu diversen Events im Workshop-Stil, auf denen Experten zu einem der o.g. Stichworte ihre Sicht und Business-Entwicklung vorstellen. Diese Präsentationen werden dann im Kreis der teilnehmenden VEP-Mitglieder (meist so 20 bis 30 Personen) diskutiert.

Für die Referenten ist das interessant aus Marketing- und Akquise-Gründen, außerdem erhalten sie so unmittelbar Feedback zu ihren Plänen und Produkt-Ideen. Für die Teilnehmer ist es ein Blick über den Tellerrand des eigenen Unternehmens. Oft werden Themen behandelt, die eher „in der Luft“ als im Kern der eigenen Regelaktivitäten liegen. 2012 war zum Beispiel „Social Media“ die Überschrift einer gute besuchten Workshop-Reihe, in 2013 etwa das Thema „Big Data“. Die Workshops öffnen den Horizont, geben neue Anregungen und schaffen neue Kontakte.

Natürlich versäumt Vodafone nicht, die eigenen Angebote und Pläne zum jeweiligen Thema ebenfalls vorzustellen, aber das ist nicht aufdringlich und steht keinesfalls im Vordergrund. Diese Beiträge sind zudem meist ans Ende der Veranstaltung gelegt – man kann also vorher gehen.

Am 31.1. war nun der Start-Up-Day-2014, in Berlin im Otto-Bock-Haus, nahe Reichstag und Brandenburger Tor.

Insgesamt stellten sich 8 Unternehmen vor, nicht nur echte Start-Ups, sondern z.B. auch Venture-Capital-Börsen für Neugründer. Zwischen den Präsentationen ergab sich viel Raum für gegenseitigen Austausch und Vertiefungen.

Einige Eindrücke aus diesen Gesprächen wie auch aus den Präsentationen zur generellen Start-Up Situation in D stelle ich hier vor. Es sind Aspekte oder Aussagen, die mir auffielen, mich zum Teil überraschten. Ob alles genau so stimmt? Es klang nicht unplausibel, doch Sie können das gerne kommentieren!

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