Studie: Wie viel Eigenwerbung sollten Unternehmen im Social Web betreiben?

Wie viel Eigenwerbung im Social Web ist erlaubt? Oft sehen sich Unternehmen vor der Wahl: Sollen sie in Tweets und Posts auf eigenen Content der Homepage verlinken oder die Nutzer auf gute Inhalte fremder Websites aufmerksam machen? Fremde Sites liefern für die Nutzer vielleicht mehr Mehrwert als meine Homepage – und den Nutzern relevante und spannende Inhalte zu bieten ist wichtig – doch will ich natürlich auch mein Produkt an den Mann bringen. Und das kann ich am besten auf meiner Homepage. Eine Studie untersuchte nun das optimale Verhältnis zwischen Eigenwerbung und Fremdwerbung im Social Web.

Dafür analysierte Argyle Social über 150.000 Tweets und Statusupdates von über 1.000 Twitter-, Facebook-, und LinkedIn-Accounts über einen Zeitraum von 9 Monaten.

Das Ergebnis:

  • 30 Prozent der Unternehmen stellen ihren Nutzern hauptsächlich fremde Inhalte zur Verfügung („Curation“): Mehr als 75 Prozent ihrer Post-Links führen auf fremde Websites.
  • 13 Prozent der Unternehmen sind eher selbstbezogen („Creation“): Die meisten Posts verlinken auf ihre eigene Website.
  • Insgesamt tendieren die Unternehmen jedoch dazu, weniger Eigenwerbung zu machen: Zwei Drittel der untersuchten Unternehmen setzen mehr Links auf andere Websites als auf ihre eigenen.

 

Was funktioniert nun am besten? Selbstloses oder Selbstbezogenes Linkposting? Was ist die optimale Content-Strategie? Um das herauszufinden wurden die Klick- und Conversion-Rates untersucht.

Was die Click-Rates betrifft, so ist altruistisches Posten erfolgreicher: Links auf fremde Sites erhalten 33 Prozent mehr Klicks als Links auf eigene Websites. Dies ist nicht weiter verwunderlich, denn herausragende Inhalte im Web finden sich eher selten auf der eigenen Homepage.

Was die Conversion-Rates betrifft, so ist egoistisches Posten die optimale Strategie: Bei Posts, die auf die eigene Website führen, ist die Click-to-Conversion-Rate um 54 Prozent höher als bei Posts, die auf fremde Websites führen. Auch das verwundert nicht, da eine Conversion üblicherweise auf der eigenen Website stattfindet, wenn die Nutzer dort guten Content vorfinden.

Die Frage ist jedoch nicht so sehr, ob man entweder auf Curation oder Creation setzt – man sollte beide Strategien einbauen – sondern, was der optimale Mix ist, um die bestmöglichen Conversion- und Click-Rates zu erzielen.

 

Hier die genauen Klick- und Conversion-Erfolge der unterschiedlichen Content-Strategien:

Selbstlose Curators: Unternehmen, die zu 75% und häufiger auf fremde Sites verlinken und wenig Eigenwerbung machen.

 

Ausgeglichene Posts: Links auf fremde Websites werden in 50 bis 75% der Fälle gesetzt.

Selbstbezogene Creators: In über 50% der Posts wird auf eigene Inhalte verwiesen

Unternehmen der ausgeglichenen Kategorie erzielen die besten Ergebnisse. Zwar erhalten sie 20 Prozent weniger Klicks pro Post, doch ihre Conversion-Rate ist 10 mal höher, als die von „selbstlosen“ Posts.

Die erfolgreichsten 5 Unternehmen mit den meisten Klicks hatten folgende Balance: Sie verlinken auf ihre eigene Webpage in 37,9 Prozent der Posts.

Die erfolgreichsten 5 Unternehmen mit der höchsten Conversion-Rate hatten folgende Balance: Sie verlinken auf ihre eigene Webpage in 41,6 Prozent der Posts.

Dies sind jedoch Richtwerte und jedes Unternehmen sollte sein eigenes Optimum herausfinden.

0 Gedanken zu „Studie: Wie viel Eigenwerbung sollten Unternehmen im Social Web betreiben?“

  1. Mich würde in dem Zusammenhang viel mehr interessieren, ob man schon absehen kann, welche Branchen erkannt haben, dass es im Zusammenhang mit Eigenwerbung nicht nur um Produkte oder Dienstleistungen des Unternehmens geht sondern mit neuem Schwerpunkt auch um die Arbeitgebermarke. Würde tippen die Personalleiter von Technik-Unternehmen sind aufgrund des Fachkräftemangels weit kreativer unterwegs als der Rest.
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