Psychologie des Social Media Content – 7 Tricks

Was macht guten Social Media Content aus? Ihn ins Netz zu stellen ist heutzutage einfacher denn je. Verschiedenste Tools helfen Fotos, Texte oder Videos mit ein paar Klicks auf Facebook, Twitter oder dem Firmenblog zu veröffentlichen. Doch wie wird daraus guter Social Media Content, der von einer breiten Öffentlichkeit wahrgenommen und weitergeleitet wird?

Hier sind ein paar Tipps, die Erkenntnisse aus Neurowissenschaft, Persönlichkeitspsychologie und Gruppendynamik nutzen, um erfolgreiche Inhalte zu posten.

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1. Das Cocktail-Party Phänomen

Wir nehmen nur das wahr, was für uns wichtig ist und uns interessiert. In einem Raum voller Menschen, die sich unterhalten, nehmen wir zunächst durch das Stimmengewirr nicht viel wahr. Fällt in einem der Gespräche jedoch zufällig unser Name, so hören wir das sofort und drehen uns zu der entsprechenden Person um.

Für diese selektive Wahrnehmung ist das sogenannte retikuläre Aktivierungssystem (RAS) verantwortlich. Eine Gehirnregion, die verantwortlich ist für Orientierung und Aufmerksamkeit und dafür sorgt, dass wir uns Informationen zuwenden, die für uns von Bedeutung sind.

Für den Webcontent bedeutet das: Er muss relevant und nützlich sein. Und am Besten so spezifisch wie möglich. Denn Erkenntnisse aus der Erwachsenenbildung legen nahe, dass Erwachsene eher an Inhalten interessiert sind, die ein spezielles Problem beleuchten, das sie gerade beschäftigt. Dies bedeutet, der Content erregt umso mehr Aufmerksamkeit, je passender er sich an den Bedürfnissen der Leser orientiert. Ist man beispielsweise ein Experte im Zeitmanagement, so erhält man mehr Aufmerksamkeit, wenn man sich an eine spezielle Zielgruppe wendet, wie etwa „Zeitmanagement für berufstätige Mütter“. 

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2. Leichteres Lernen durch mehrere Formate

Das zweite Konzept, das sich an neurowissenschaftlichen Erkenntnissen orientiert, ist Leser den Inhalt auf verschiedene Arten zu präsentieren. Multimodales Lernen erklärt, warum Menschen lieber und besser lernen, wenn dargebotene Inhalte verschiedene Sinne (Sehen, Hören, etc.) und Kanäle gleichzeitig ansprechen. Deshalb sollte man seinen Content vielschichtig präsentieren und neben dem Text an sich auch Grafiken, Podcasts oder einen Vorlesemodus auf der Seite integrieren.

Der „Lernkegel“ von Edgar Dale verdeutlicht das Konzept:

 

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3. Emotionale Geschichten werden besser erinnert

Menschen sprechen stärker auf Geschichten an. Mehr Aufmerksamkeit erhält Content, der logisch aufgebaut ist, in der richtigen Reihenfolge, leicht verständlich und mit emotionalen Elementen angereichert. Case Studies und Beispiele sollten integriert werden, die eine erfolgreicher Umsetzung der Ideen in der Praxis zeigen. So wird der Text persönlicher und dank der Geschichten bleibt er auch besser im Gedächtnis als trockene Fakten.

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4. Kontakt fördert Sympathie

„Kontakt schafft Sympathie“ heißt eine Regel, die der US-Soziologe George C. Homans schon vor 60 Jahren aufgestellt hat. Das bedeutet, je öfter wir Kontakt mit jemandem haben, desto mehr mögen wir ihn. Gibt uns dieser jemand zusätzlich positives Feedback oder Mehrwert, steigt die Sympathie noch stärker an. Für den Content bedeutet das: Er sollte so weit wie möglich verbreitet werden und jede Chance nutzen, von der Zielgruppe gesehen zu werden. Sehen die Menschen die Marke oder den Inhalt überall, fangen sie an, darauf zu achten. Achten sie stärker auf den Inhalt wird er vertrauter und deshalb beliebter.

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5. Menschen wollen Abkürzungen

Das dritte psychologische Konzept, das zur Anwendung kommt, ist, dass Menschen gerne den schnellsten Weg zu guten Entscheidungen wissen wollen. Zwar wollen wir alle viele Wahlmöglichkeiten haben – die sollten im Text auch aufgeführt werden- , doch paradoxerweise können wir uns bei mehr Optionen weniger gut entscheiden. Das bedeutet fürs Marketing: Inhalte filtern und nicht anhäufen. Vorschläge machen und die Menschen mittels Experten zu guten Entscheidungen leiten, die durch Erfahrungen vorgefiltert wurden.

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6. Beratung durch fremde Experten

Das Feld der Gruppendynamik führt uns zu Entscheidungen innerhalb einer sozialen Gemeinschaft. Wir wollen alle zu guten Entscheidungen gelangen, dabei aber so wenig Aufwand wie möglich investieren. Eine Möglichkeit das zu erreichen, ist, unserer sozialen Gruppe Fragen zu stellen. Seiten wie Yelp.com bedienen sich der Weisheit der Masse, um Menschen z.B. bei der Suche nach dem besten Restaurant zu helfen.

Eine Studie von Jupiter Research fand 2008 heraus, dass 50% der Menschen auf Blogs nach Informationen suchen, bevor sie einen Kauf tätigen. Wir legen also unserer Kaufentscheidung das Wissen der Masse zugrunde und können dadurch von Menschen beeinflusst werden, die wir noch nie persönlich getroffen haben. Daraus ergibt sich für Werbetreibende eine wichtige Implikation: Man muss sich als Experte in einem Bereich etablieren. Je größer unsere „Social Credibility“ desto eher werden die Kunden unserem Rat folgen. 

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7. Interagiere

Wie immer gilt auch hier: Feedback des Publikums aufgreifen und die Nutzer miteinbeziehen. So erhält man auf Dauer mehr Fürsprecher, der Status und Einfluss steigen. Ein starker Content veranlasst Menschen dazu, positive Entscheidungen zu treffen, über die sie berichten können und dadurch die Markenbekanntheit weiter steigern.

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Zusammenfassung:

Erstellt man Social Content sollte man also Folgendes beachten:

  • Sei relevant, nützlich und mit speziellem Fokus
  • Sei in mehreren Formaten verfügbar
  • Nutze Geschichten und klare Reihenfolgen um Emotion und Logik anzusprechen
  • Sei ständig präsent
  • Führe die Menschen durch Empfehlungen zu der für sie besten Entscheidung
  • Baue eine Fangemeinde auf
  • Interagiere und aktiviere die Menschen zum Handeln

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