Podcasts – ungenutzte Chancen erschließen

smartphoneSie wissen ungefähr, was ein Podcast ist?

Podcasts sind asynchrone“ Radio- und Fernsehsendungen, die man abonnieren kann. „Asynchron“ bedeutet, dass es für einen Podcast keinen Sendetermin gibt. Sie laden es auf Ihr Smartphone und konsumieren es, wann Sie wollen. Wie einen Song.

Rund 2,1 Millionen Deutsche nutzten Podcasts in 2012 (lt. ARD und ZDF Online Studie). Das klingt nach einer mäßig interessanten Zielgruppe, aber die Podcaster sind ein ganz spezielles Völkchen.

Bevor wir auf die Eigenheiten des Mediums und der Nutzergruppe eingehen, zunächst noch ein paar klärende Fakten zum Thema „Podcast“ ganz allgemein.

Gegenüber „normalen“ Radio- und TV-Sendungen ist nämlich dieses Asynchrone nur einer von vielen Unterschieden. Hier sind noch mehr:

  • Podcasts kann praktisch jeder herstellen, der ein Mikrofon hat. Und gerade bei nicht so anspruchsvollen Themen geschieht das auch in großem Umfang. 9,5 Millionen kostenlose Audio- und Video-Dateien stehen z.B. auf www.podcast.de zum Download bereit.

  • Die Verbreitung erfolgt nicht über einen „normalen“ Sender (ARD, ZDF, RTL o.ä.), sondern über das Internet und sehr intensiv dort über iTunes, die apple-Anwendung mit angeschlossenem iStore.
  • Podcasts kosten keine Rundfunkgebühren. Sie sind in der großen Mehrzahl komplett kostenfrei.
  • Sie kommen eigentlich immer als Serie, im Abonnement. Darum gibt es auch kein „Programm“ im klassischen Sinn. Man „googlet“ sein Thema, z.B. „Astronomie“, und bekommt entsprechende Vorschläge. Auf www.podcast.de habe ich am 15.1.13 z.B. zu „Astronomie“ 13 Audio- und 2 Video-Podcasts gefunden, hier ein Ausschnitt aus der Audio-Liste
    Wenn man hier auf eines der Angebote klickt, öffnet sich ein Fenster und man kann sich anschauen, welche Folgen schon erschienen sind. Wählt man davon eine aus (klick), kann man sie auch gleich downloaden, entweder direkt aufs Smartphone, oder via PC und Synchronisation. Auch wenn es beim ersten Mal vielleicht etwas hakt: irgendwann ist das alles gelöst und dann sind die einzigen Limits noch der freie Platz auf dem Smartphone und die eigene Zeit.
  • Podcasts werden nicht unbedingt von Profis gemacht. Je nach Thema und Produzent sind da auch mehr oder weniger begabte Laien unterwegs, an die Qualität von echten Radio-Sendungen kommen die wenigsten Podcasts ran – für viele Podcasts ist das aber wohl auch der falsche Anspruch.
  • Neben den Anleitungen, wie man Podcasts lädt, hört, abonniert etc. gibt es auch mindestens ebenso viele zum Thema: eigenes Podcast erstellen. Das geht nämlich recht einfach (ist aber nicht unser Thema hier) – und erklärt ein wenig den vorangegangenen Punkt.
  • Der Hörer wird in aller Regel geduzt – warum weiß ich nicht. Dies, die gewöhnungsbedürftige Technik, die Beiträge selbst und ihr gelegentlich handgestricktes Auftreten, all dies vermittelt mitunter den Eindruck einer Subkultur.
  • Auf der anderen Seite können Podacsts auch klare Business-Ziele verfolgen. So hat IBM lange Zeit die aktuellen Corporate Botschaften, Erfolge, Innovationen etc. via Podcast an seine Mitarbeiter kommuniziert.

Lassen Sie uns darum nun zu den Besonderheiten des Podcasts kommen, eine ist mir besonders wichtig:

Podcasts stehlen keine Zeit! Denn man kann sie wunderbar konsumieren, wenn man sonst kaum etwas tun will oder kann. Ich denke da an 2 Gelegenheiten:

  1. beim Workout auf dem Fahrrad o.ä.
  2. beim Fahren mit Auto, Bahn und Bus.

Insbesondere Nr. 2 ist ideal für das Podcast. Ich habe mich schon oft dabei ertappt, vor der Haustür im Auto zu sitzen mit abgeschaltetem Motor, nur um die aktuelle Folge zu Ende zu hören.

Was man dabei hört, entscheidet jeder selbst, Entwicklungen im Bereich Social Media, NLP-Auffrischung, Vokabelkurs Französisch, Kochrezepte oder eben Astronomie. Bei 9.5 Millionen Sendungen wird schon was Passendes dabei sein.

Ich habe noch 3 weitere Gründe, warum man sich mit Podcasts näher beschäftigen sollte. Aber diese 3 sind nicht für die Allgemeinheit sondern sie richten sich an den neugierigen Marketing-Mensch.

  • Die Hardware für Podcasts, mobile Endgeräte, verbreiten sich auf der Welt gerade wie eine virale Krankheit. Selbst wenn der Anteil der Podcaster konstant bleibt – die Nutzergemeinde wächst entsprechend schnell mit.
  • Podcaster sind eigen und typisch. Ihre Affinität zu Social Media ist z.B. deutlich höher, als beim durchschnittlichen Internet Nutzer. Aber sie haben noch viele andere sehr spezielle Eigenschaften (z.B. überdurchschnittliches Einkommen), die sie zu einer Art „Indikator-Fisch“ machen. Das kann man zu Research-Zwecken nutzen (weiß man das eine, weiß man implizit auch das andere), zur Eingrenzung von Zielgruppen und für die medienübergreifende, fehlstreuungsarme Kommunikation. (Die Fakten hier stammen zwar aus den USA, aber sie werden von der Tendenz her für Deutschland nicht anders sein.)
    Ich bin zudem ziemlich sicher, dass Podcaster besonders hohe Meinungsbildner-Qualitäten haben. Sie wissen mehr, bilden sich laufend fort, haben die „Nase im Wind“. Sie kommunikativ zu gewinnen, kann kein Fehler sein.
  • Für ausgewählte Zielgruppen zugeschnitten, vielleicht sogar als exklusiver Service (z.B. für das eigene Händlernetz oder spezielle Kundengruppen), werden Podcasts zumindest in Deutschland noch viel zu wenig genutzt. Hier gibt es ein erhebliches „schlafendes“ Potenzial, das nur von den ersten Machern geweckt werden muss.

Neugierig gemacht? Dann holen Sie sich doch mal ein Podcast!

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