Ohne Passwörter: Software erkennt unser Tippverhalten

Unsere Welt ist voller Passwörter: der Zugang zum Firmennetzwerk, zum Bankkonto, der E-Mail Abruf oder unser Social Media Profil. Für jede dieser Funktionen haben wir hoffentlich verschiedene Passwörter. Dass man sich davon nicht alle merken kann, ist nur verständlich. Und leider verliert man auch oft die Zettel, auf die der Login notiert wurde. Forscher der Universität Regensburg haben die Lösung gefunden: Unser Tippverhalten ist unser Passwort-Ersatz. Denn dieser Rhythmus ist unverwechselbar und kann nicht kopiert werden. Die Psylock Software erkennt uns daran und verhindert Unbefugten den Zugriff. Millisekunden genau wird geprüft, in welchem Tempo die Buchstaben getroffen werden, wie lange gehalten, oder ob die linke oder rechte Großstelltaste genutzt wird. Auf der Webseite kann es jeder ausprobieren: Man schreibt zunächst neun Mal einen Satz, dann hat das System unseren Rhythmus erkannt. Auch vor Trojanern ist man sicher, denn eine hundertprozentig übereinstimmende Eingabe wird von System erkannt und der Zugang verweigert.

Anwendung findet das System beispielsweise beim Download von Musik und Videos oder bei kostenpflichtigen E-Learnings, wodurch sichergestellt wird, dass nur zahlende Mitglieder den Service nutzen. Psylock lernt sogar mit: Es erkennt unsere Tippveränderungen im Laufe der Jahre. Wer sich allerdings den Finger gebrochen hat oder nach ein paar Bier den Login-Versuch startet, wird leider abgelehnt.

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