Mord und Totschlag am Wegesrand

Eigentlich prüfe ich gerade, was das Social Media Monitoring Tool talkwalker so kann – und bin recht angetan. Nächste Woche werde ich dazu genauer berichten. Heute zum Wochenausklang ist das Thema etwas lockerer.

Als Test-Szenario nehme ich gern deutsche Krimiserien, vorzugsweise Tatort – an irgendwas muss man ja die Funktionalitäten ausprobieren. Und Kunden-Themen sind ungeeignet, wenn man darüber auch noch schreiben will.

Also diesmal „Tatort“ und „Polizeiruf 110“: Was hat die deutschsprechende Community denn im Oktober 2012 dazu so alles gesagt?

Gut 30.000 Posts & Co  findet die Anwendung Ende des Monats, Manches aus den ersten Oktober Tagen wird schon nicht mehr dabei sein, Twitter z.B. ist einfach zu „voll“.

talkwalker wertet bei allen Beiträgen optional das sog. „Sentiment“ aus: wird gut, neutral oder negativ in dem Beitrag gesprochen? Die Zuordnung ist fachlich zwar nicht 100% korrekt („… ein schrecklicher Mord…“ wird z.B. als negativ erkannt), aber das geht auch gar nicht, fast getroffen ist hier auch schon was.

Mich interessierte nun, ob die eher privaten Quellen wie Blogs, facebook, twitter etc., der „C2C-Bereich“ sozusagen, die eigentlichen sozialen Netze diese TV-Serien anders bewerten als eher professionelle Quellen / Autoren wie Nachrichten, Magazine, Pressemitteilungen, Sender.

Das Ergebnis hat mich überrascht: Die Profis gehen generell kritischer, strenger mit Tatort und Polzeiruf ins Gericht als der gemeine TV-Konsument.

Erwartet hatte ich umgekehrte Verhältnisse, sachlich-neutral-wohlwollende Beiträge von den Profis, hysterisch hassend-liebende von den Privaten.

Machen die schreibenden Profis die TV Krimi-Serien schlechter, als das private Publikum sie wahrnimmt? Eigenartig.

Ich habe dann noch weiter gefiltert nach speziellen Themen und so Untertöpfe gebildet, in denen stets von den Schauspielern oder von Drehbuch und Regie oder von der Programmgestaltung (häufiger privater Vorwurf: Wiederholung!) oder von den beteiligten Sendern die Rede ist.

Es sieht hiernach so aus, als wenn die „Profis“ nur mit den Sendern wohlmeinender als das private Publikum umgehen. Sonst sind sie durchweg negativer. Besonders schlecht kommen hiernach bei den „beruflichen Netzwerkern“ die künstlerischen Dimensionen „Schauspieler“ und „Buch und Regie“ weg.

Für seriöse Thesenbildung  zu den Gründen und Ursachen sind diese Findings sicher zu dünn. Aber vielleicht sind sie ein Trost für Til Schweiger, Nina Kunzendorf & Co: Das Publikum sieht Euch in aller Regel besser, als es in der Zeitung steht.

0 Gedanken zu “Mord und Totschlag am Wegesrand

  1. Hallo Herr Apel,
    eben startet unser Crowdwriting-Krimi auf der Crowdsourcing-Plattform unserAller.de.
    Auch ein neuer Social Media Trend, bei dem alle Mitentwickler entscheiden können, ob es „Mord und Totschlag“ war und ob er tatsächlich „am Wegesrand“ stattfand. In der ersten Phase sind Vorschläge für die Ermittler gefragt.
    Ein aktueller Vorschlag „Junger Mann, 31 Jahre, galante Erscheinung, tolle Ausstrahlung, dem weiblichen Geschlecht sehr zugetan, wird unterstützt von 25 Jahre junger wunderschöner Frau, welche gerade von ihrem Freund verlassen wurde und somit schlecht auf Männer zu sprechen ist, die ihr Avancen machen, wie ihr Kollege. Die Fetzen fliegen nicht nur bei den Ermittlungen, doch langsam kommt man sich näher, bis sie sein dunkles Geheimnis erfährt..“
    Wie geht es weiter? Wer mag, ist sofort dabei:
    https://unseraller.de/DeinedunkleSeiteKrimi/DeinedunkleSeite

  2. Hallo Herr Apel,

    vielen Dank für diesen ersten, kurzen Einblick in die Möglichkeiten unseres Social Media Monitoring Tools, talkwalker.

    Bzgl. der automatischen Tonalitätsanalyse gebe ich Ihnen vollkommen recht. Fachlich ist eine solche, auf lexikalischer Basis beruhende, Auto-Erkennung natürlich weit weg von 100%. Hinsichtlich unserer Software-Architektur möchte ich jedoch anmerken, dass jede Art von Technologie einfach „angeplugged“ werden kann.

    Beste Grüße und bis nächste Woche,
    Tolga Güneysel

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