Infographics sind nicht alles!

121219 InfographicVor gut 2 Wochen haben wir hier eine kleine Umfrage durchgeführt: Infographics vs. Infoliste.

Dazu hatten wir eine Original Infographic in englischer Sprache einer deutsch übersetzten, aber optisch-grafisch nicht weiter aufgebrezelten Info-Liste  gegenübergestellt.

Die Frage war: was gefällt besser?

8 Personen haben teilgenommen, danke an alle Teilnehmer! Wir hatten ehrlich gesagt auf mehr gehofft, aber vermutlich war das kein so spannendes Thema (oder wir hätten es incentivieren müssen, werden wir auch mal ausprobieren).

Schon beim Setup war klar: wissenschaftlich belastbar wird diese „Poll“ nicht. Original Englisch vs. Deutsch-übersetzt + wir haben selbst auch an der Umfrage teilgenommen – da kann man höchstens Indikatoren ablesen. Und nun noch N = 8, kann man da drin dann überhaupt etwas erkennen?

Hier zunächst die Ergebnisse:

[poll id=“3″]

Und das ist, was wir mit positivistischem Schwung daraus ableiten:

  • Infographics sind nicht sooo überwältigend besser, wie man angesichts ihrer Dominanz in der aktuellen Research-Reporting-Welle annehmen müßte.
  • Einfache Faktenlisten, unsexy und ungrafisch, kommen durchaus an. Man kann sie also da, wo es passt, weiterhin einsetzen.

Mehr wird man aus den Ergebnissen aber dann wohl kaum rausholen können.

Einige weitere Beobachtungen zum Thema sollen diesen Beitrag abschließen:

  • Infolisten zu erstellen ist sehr einfach, Infographics zu erstellen mühsam und aufwendig. Der nötige Mehraufwand muss durch die höhere Akzeptanz, Aktivierungskraft, Viralität etc. gerechtfertigt sein.
  • Viele aktuelle Infographics transportieren de facto ihre Nachrichten schlechter als einfache Statements. Es werden oft simple News in komplexe Grafiken eingebettet. Dem Leser wird so eher Zeit gestohlen und nicht geschenkt.
  • Das Format (vertikal, sehr schmal) ist nur für wenige Einsatzarten geeignet und selten überlegen. Es unterstützt nicht das Nachschlagen (keine Seitenzahl), nicht den Druck. Auch die Präsentation wäre horizontal auf vielen Medien ansprechender und einfacher (nach rechts und links wischen, wie bei Fotos). Horizontal wäre auch eine Endlospräsentation besser möglich.

Fazit: wir verstehen den Erfolg von Infographics nicht recht. Eine nach Seiten gegliederte Präsentation mit (an)sprechenden Diagrammen ist nicht aufwendiger zu erstellen und transportiert im Zweifel seine Nachrichten besser.

Aber wir werden dem neuen Layout-Format natürlich auch huldigen und hier demnächst sogar 3 Tools für die Infographic-Erstellung vorstellen.

Mich würde Ihre Erfahrung zu und mit dem Thema interessieren. Ein kurzer Kommentar ist schnell gepostet!

0 Gedanken zu „Infographics sind nicht alles!“

  1. … aber ohne Infographics ist alles nichts … könnte man etwas platt auf die Headline antworten, was natürlich ein wenig zu einseitig wäre. Bedenken sollte man aber, dass Menschen visuelle Wesen sind. Was wir sehen, können wir begreifen, wenn wir etwas lesen, müssen wir uns zunächst ein Bild davon machen, um es zu begreifen – rein analytisch arbeitende Gehirne vielleicht ausgenommen, aber die sind wohl eher selten. Nicht umsonst investiert die Werbeindustrie jährlich Milliarden, um uns mit schönen Bildern von Produkten zu überzeugen und nicht umsonst spielt sich beim Schmökern in einem Roman ein Film vor den Augen des Lesers ab.
    Ich denke deshalb, dass derjenige, der seine Inhalte schnell, verständlich und nachhaltig an eine große Anzahl von Betrachtern vermitteln möchte, nach wie vor mit einer Infografik gut beraten ist. Geht es darum, die Daten für eine Weiterverarbeitung nutzbar zu machen, ist sicherlich eine reine Listendarstellung von Vorteil.

    Mein Fazit also: Beide Formate haben – je nach Einsatzgebiet – ihre Berechtigung.

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