Gute Zeiten für Social Media Posts – und schlechtere

WeckerGute Zeiten – schlechte Zeiten gibt es auch für soziale Netzwerke – und nicht immer werden sie angemessen berücksichtigt. Das besagt jedenfalls ein Beitrag von Paul Gillin in BtoB Research: Why you should post on Saturdays and other fun facts. So viele Spaß-Fakten sind da gar nicht drin, es ist vielmehr fachlich recht interessant und also durchaus ernsthaft.

Allerdings – es sind USA-Findings, ob diese zu 100% alle auf uns Mitteleuropäer übertragbar sind, ist nicht  gewiss.

Die generelle Richtung passt indessen sicher und sein Fazit ist auf jeden Fall übertragbar.

Hier sind die Fakten zum Timing von Social Media Posts, die Paul zusammengestellt hat:

  • Um via Facebook maximale Interaktion zu erzielen, sind Samstag und Sonntag die besten Tage – jedenfalls wenn es um Werbung, Autos, Finanzen oder Telekommunikation geht. (Quelle: Studie von LinchpinSEO.) Posts zu / von Handel, Sport und technischer Industrie sollten stattdessen besser an Montagen und Dienstagen erscheinen.
  • Facebook-Beiträge, die abends und nachts eingestellt werden (zwischen 20 Uhr und 7 Uhr morgens), haben 14% höhere Interaktion / Response als „Tageslicht-Posts“. Trotzdem posten die meisten Marken ihre Beiträge zu den normalen Tageszeiten.
  • Mittwoch ist der beste Wochentag, um auf einen einzelnen Facebook Beitrag Response zu bekommen, sagt Mike Lewis, Autor von „Stand Out Social Marketing“. Für diese Erkenntnis wurden Millionen von Posts von Awareness Inc. analysiert. Trotzdem werden die meisten Geschäftsposts am Freitag veröffentlicht, dem Tag mit der schlechtesten Response-Rate.
  • Mike hat auch herausgefunden, dass fast alle Facebook und Twitter Antworten innerhalb der ersten 10 Tage nach der Veröffentlichung kommen. Bei Blogs ist das ganz anders: nur 7% des Response sammelt man in den ersten 10 Tagen. Bei Youtube Videos sind es immerhin 34% in dieser Zeit.
  • Socialbakers hat analysiert, dass ein Facebook Post ein Drittel seiner Reichweite in den ersten 10 Minuten und 60% in der ersten Stunde schafft. Aber nur 24% aller Emails werden in den ersten 60 Minuten geöffnet.
  • HubSpot wertete im Oktober 2012 gut 9.000 Facebook Beiträge aus und erkannte dabei, dass die mit Fotos 53% mehr „gefällt mir“ Klicks bekamen und 104% mehr Kommentare als die ohne. Allerdings hatten nur 60% der Posts mit Foto auch einen Link dabei – viele verpasste Chancen.
  • E-singles“ (das sind die elektronischen Kurzbücher für kindle&Co, die für wenige Euro verkauft werden) sind aktuell eines der am schnellsten wachsenden Segmente in der ansonsten eher siechen Buchbranche – hat, paidContent analysiert.

Es gibt auch eine Infographic zu einigen dieser Fakten, die ich bei Online Marketing.de gefunden habe.

Pauls Fazit fällt im Original etwas mit der Tür ins Haus und auch die o.g. Fakten wirken ja ein wenig „rhapsodisch“. Doch es ist durchaus ein roter Faden enthalten. Seine Botschaft habe ich so verstanden:

Die Zeit komplizierter, längerer, anspruchsvoller Inhalte ist nicht keineswegs vorbei. Kommunikation verkümmert nicht einfach immer mehr und mehr auf schlichtes Tweet-Niveau.

Aber wir müssen unsere Nachrichten an die genutzten Medien und ihre Konsumregeln anpassen. Das ist ein neuer Challenge, weil die Medien immer vielfältiger werden. Kommunikation wird komplizierter. Langer, komplexer Inhalt muss z.B. auf jeden Fall dort platziert werden, wo ihn Suchmaschinen auch indexieren können. Demgegenüber sind Factoids, Infographics, tweetbare Zitate und zusammenfassende Videos Dinge, über die man gerne spricht. Die werden sofort und schnell konsumiert.

Wichtiger Inhalt muss darum modular aufbereitet und veröffentlicht werden. Seine Kommunikation wird immer mehr zu einer Abfolge von Anstößen, Events, deren Lebenszyklus von wenigen Minuten bis zu mehreren Monaten reicht.

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