Facebook Neuerungen zum Jahresende

Facebook NeuerungenSteckbrief zur Beitrags-Serie

Thema der Serie:

  • Neuerungen und Updates von und zu Facebook.
  • Nur Informationen, die in Deutschland wichtig oder frisch aktiviert sind.

Zielgruppe: Ganz normale Mitglieder, keine Profi-Anwender.

Serien-Takt: Alle 5-12 Wochen ein neuer Beitrag. Wenn’s was zu berichten gibt.

Bisher erschienen:

  • „Facebook“ 3. Auflage, erschienen bei der Stiftung Warentest; siehe auch rechter Rand (Desktop-Browser) bzw. unten (mobile App) in diesem Blog. Das Buch ist ist nicht wirklich Teil der Serie. Aber der erste Beitrag setzte beim Redaktionsschluss des Buches auf.
  • Beitrag vom 5.12.2017 mit den Themen Marketplace, An diesem Tag, Entdecker Feed, Crisis Response, Änderungen für Gruppen-Admins, Suizid-Prevention, Design und Creator.

Neuerungen in diesem Beitrag

Jede Woche gibt es irgendwas Neues, mal von Facebook, mal über Facebook und mal von Dritten zu Facebook. Zum Jahresende sind wieder ein paar interessante Funktionen, Infos, Meinungen und Fakten zusammengekommen, hier erstmal die Übersicht:

Übersicht

Snooze

Die interessanteste Neuerung kommt von Facebook und ehrlich gesagt: Die hat mir wirklich noch gefehlt, gutes Teil.

Der Stein des Anstosses

Sie kennen das bestimmt auch: Es gibt Facebook Freunde, die plötzlich den „Beitrags-Rappel“ kriegen. Aus irgendeinem Grund schreiben und posten die auf einmal, als wenn es kein Morgen gäbe. Der News Feed ist überschwemmt von Reiseberichten aus der Lüneburger Heide, Filmen mit der neuen Actioncam oder Drohne, auch unzählige Kätzchenbilder vom letzten Wurf können es sein oder was man jetzt mit dem neuen Partner Tolles erlebt.

Alles gut und schön, auch in Teilen interessant, aber in der Menge einfach viel zuviel!

Nun gibt es ja bei Facebook schon eine ganze Batterie von Möglichkeiten, einer Quasselstrippe mal etwas Klebeband quer rüber zu verpassen.

  • Wenn es ein „enger Freund“ ist, kann man ihn auf „Freund“ zurückstufen. Oder noch strenger auf „Bekannter“. Kriegt der Betroffene gar nicht mit.
  • Wer eingestellt hat, von dieser Person die Beiträge zuerst zu lesen, kann das wieder aufheben. Dann ist der Feed-Status einfach „abonniert“. Und selbst das kann man abschalten, ohne diese Person zu entfreunden. Man bleibt befreundet, hört aber kaum noch was von ihr. Das erfährt der Betroffene auch nicht.
  • Natürlich kann man auch die Freundschaft wirklich kündigen oder gar die Person blockieren oder melden – aber diese dicken Geschütze sind in unserem Fall ja völlig fehl am Platz.

Das Problem bei all diesen Maßnahmen ist nur, dass man sie vergisst. Schauen Sie selbst mal auf Ihre Freundesliste und wer da welchen Status hat, auf welcher Liste ist und so weiter. Gut möglich, dass Sie da gleich mal einiges umstellen, weil es eben veraltet ist.

Wen man einmal in die Kommunikationswüste geschickt hat, den holt man da nur selten wieder raus. Der ist dann dauerhaft weg.

Die Lösung

Mit der Funktion „Snooze“ schaltet man eine Person nur befristet stumm, 30 Tage läuft die Frist. Danach ist wieder alles wie vorher.

Sie lösen den Snooze-Modus direkt in Ihrem News Feed aus. Gerade, wenn Sie denken „Oh, nein, nicht schon wieder eine Story vom lustigen Kanarienvogel!“, können Sie sich auch gleich wieder entspannen. Einmal auf die drei Punkte rechts oben in dem Beitrag klicken, „Snooze“ auswählen und fertig.

In dem Bild links sehen Sie auch: Das geht mit Menschen wie mit Fanseiten.

Mit Snooze hat man nun dreißig Tage Zeit zu testen, wie sich der News Feed ohne diesen Vielschreiber anfühlt. Sozusagen ein negatives Probe-Abo.

Wenn Sie schon nach 10 Tagen merken, dass Sie auf diese Beiträge doch nicht verzichten können, schalten Sie Snooze einfach wieder ab. Rufen Sie die Person über die Freunde-Übersicht auf Ihrer Profilseite auf. Der aktive Snooze-Modus springt direkt ins Auge. Sie können ihn hier gleich beenden.

Nicht alle Neuerungen von Facebook erscheinen mir sinnvoll, diese schon.

Zusatz-Anmerkung

All die anderen Maßnahmen, mit denen man Freunde dichter an sich heranholt oder eher auf Distanz hält, steuern Sie im Browser am besten von Ihrer Profilseite aus. Klicken Sie auf Ihr Profilbild und wählen Sie dann „Freunde“. Nun wählen Sie den so besonders mitteilungsfreudigen Freund aus und können jetzt in den Klapp-Menüs schalten und walten.

In der App kommen Sie auf Ihre Profilseite über den Plattenstapel in der Ecke (unten rechts iOS, oben rechts Android). Aufs Profilbild drücken und „Freunde“ auswählen. Da geht es dann mit drei Punkten weiter.

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Engagement Baiting

„Baiting“ heißt wörtlich „ködern“. „Klick Baiting“ etwa geht so: „So einen Elfmeter hat selbst der Schiedsrichter noch nicht gesehen!“ Wow, das muss ja total verückt sein! Man klickt, bekommt erstmal Werbung gezeigt und dann eine recht belangslose Fußball-Szene. Blöd. Der Klick wurde eben geködert.

Beim Engagement Baiting ist es ähnlich, hier werden Ihr Mitgefühl, Ihr Engagement, Ihre Entrüstung, Ihre Strenggläubigkeit oder Ihr Patriotismus geködert. Und dann sollen Sie irgendwas tun, klicken, teilen, liken, beantworten etc.

Wenn Freunde das machen, dann ist das so. Ich versetze solche Leute in Zukunft vermutlich erstmal in den Snooze-Modus, ich mag das nämlich nicht. Meine Engagements suche ich mir lieber selber.

Wenn Fanseiten das machen, geht Facebook nun aktiv dagegen vor. Warum? Weil sich die Fanseiten durch das geköderte Engagement Ihrer Fans künstlich wertvoll machen. Und andere Fanseiten, die auf solche Spielchen verzichten, sehen dagegen dann wertloser aus – obwohl sie eigentlich viel attraktiver sind.

Sie wollen das Thema vertiefen?

Diese drei Artikel befassen sich näher damit:

Die allgemeine Meinung der Fachleute ist positiv. Facebooks Vorgehen gegen Engagement Baiting findet man gut.

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Fake News

Facebook hat schon Einiges unternommen, um das Thema in den Griff zu bekommen – mit gemischtem Erfolg. Es ist ja auch oft sehr schwer, den wirklichen Fake absolut wasserdicht und sicher zu erkennen. Ich sage mir immer: wenn das Erkennen der Wahrheit einfach wäre, gäbe es keine Anwälte.

Facebook hat jedenfalls in diesem Kampf vor einigen Monaten begonnen, Beiträge, die ziemlich sicher Fake News waren, mit einem roten Aufkleber „Umstritten“ zu versehen. Und weil das kaum etwas gebracht hat, hat man es im Dezember wieder beendet. Statt dessen will man andere Artikel, die eher das Gegenteil nahelegen, neben dem Fake Artikel zeigen. So soll gezeigt werden, dass an dem ersten Beitrag etwas nicht stimmt.

Sie wollen das Thema vertiefen?

In diesen drei Artikeln wird es näher beleuchtet:

Auch diese Umstellung wurde bisher eher positiv aufgenommen.

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Gesichtserkennung

Facebook läßt seine Gesichtserkennungs-Software (sie arbeitet ja erstaunlich gut) ohne weitere Vorwarnung seit zwei Wochen über alle hochgeladenen Bilder laufen. Aber: nicht in Europa, wegen Datenschutzbedenken. Darum gab es hier auch noch keinen Aufschrei.

Weitere Details dazu lesen Sie in diesem Beitrag von Netzpolitik.org.

Was macht Facebook mit den erkannten Gesichtern? Es informiert die Betroffenen. Als Bewohner der USA zum Beispiel bekämen wir nun laufend Benachrichtigungen über Bilder, auf denen wir irgenwo im Hintergund zu sehen sind. Wer nicht gerade Schauspieler oder Profi-Sportler ist, kann das Zeigen solcher Bilder untersagen (Recht am eigenen Bild).

Das heißt, es werden jetzt in den USA und sonstwo Tausende von Lösch- oder Anonymisierungs-Anforderungen gestellt. Ein gepostetes Foto aus der vollen Bar in netter Runde oder vom Stadion-Besuch kann da schnell ein Ärgernis werden.

Merkwürdigerweise schützen uns Europäer Datenschutzbedenken vor diesem Schutz der Privatsphäre.

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Böses Facebook

Zwei unterschiedliche Berichte weisen beide in eine ähnliche Richtung. Sie besagen, dass die Nutzer von Facebook psychische Schäden erleiden bzw. abhängig gemacht werden.

Beide Artikel erschienen mir bedenkenswert. Ich habe jedenfalls noch mal über mein Posting-Verhalten nachgedacht. Müssen alle tollen Events & Co. wirklich gezeigt werden? Sollte man nicht öfter auch mal was Kritisches bringen, eine ziemlich misslungene Torte oder einen totalen Konzertreinfall zum Beispiel? Schließlich möchte man ja seine Freunde nicht verlieren, auch die bei Facebook nicht.

Beim Ex-Facebook-Manager bin ich nicht sicher, ob man einem so extrem schwankenden Mann überhaupt trauen soll. Das war und ist doch einer der besten Massenmanipulatoren der Welt, der hört doch nicht über Nacht auf damit. Interessant sind seine Aussagen natürlich.

Mir gefiel außerdem die kleine Abstimmung, die in den Artikel integriert war.

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Marktbeherrschung

Das Bundeskartellamt wirft Facebook vor, zu viele Daten von den Mitgliedern zu sammeln. Jeder Andere würde antworten: wenn es den Mitgliedern nicht passt, können sie doch jederzeit auststeigen, die Mitgliedschaft beenden. Doch Facebook, so das Bundeskartellamt, ist marktbeherrschend und eben nicht jeder Andere. Man kommt um eine Mitgliedschaft nicht herum, will man gesellschaftlich dazu gehören (wozu auch immer).

Vor diesem Hintergrund ist zu verstehen, dass Facebook, sonst immer sehr groß und gewichtig in Sachen Nutzerzahlen etc., hier ganz kleinmäusig auftritt und für einen Mittelfeld-Player unter vielen anderen gehalten werden will.

Diese Artikel bei Golem beleuchten die Szene:

Die Rechnung mit den 7 Social Media Apps des durchschnittlichen Deutschen würde ich gerne mal sehen. Wurde da Division mit Multiplikation vewechselt? Soll ja vorkommen…

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Schlussbemerkung

Kaum einen Monat nach dem letzten Beitrag ist schon wieder viel an Neuem rund um Facebook zusammengekommen.

Trotzdem kann die Themenauswahl an Ihren Interessen in Teilen vorüber gehen. Schreiben Sie mir, wenn Ihnen hier Bereiche fehlen, entweder direkt (info@peter-apel.de) oder als Kommentar zu diesem Beitrag.

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