Hassreden werden nicht weniger

Hassreden sind weiterhin ein großes Thema in der öffentlichen Diskussion. Alle sind natürlich dagegen und entsprechend entrüstet. Und alle wollen sie was dagegen unternehmen, durchgreifen, aufräumen, löschen, Konten sperren und so weiter.

Aber im normalen Social Buzz sieht man davon noch herzlich wenig. Der pöbelt weiter munter vor sich hin. In diesen Tagen nimmt das Volumen sogar wieder zu.

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Hassreden nehmen zu nach IS-Terror

Ortstafel Rassismus Nein Danke!Das Thema “Hassreden” ist seit einiger Zeit in der öffentlichen Diskussion. Oft steht dabei Facebook am Pranger. Hauptvorwurf (mit ministerlichem Segen): sie tun zu wenig, um das zu unterbinden.

Doch es geht durchaus nicht nur um Facebook, auch andere Formate der Social-Media-Landschaft (Twitter, Blogs, Foren) zeigen bei Hassreden ihr hässliches Gesicht.

Vor einigen Wochen habe ich einen “Hassreden-Scanner” aufgesetzt. Mich interessierte, von welchem Volumen wir da eigentlich reden, wo besonders viele solcher Reden anzutreffen sind und welche Gruppen besonders angegriffen werden.

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Koppelungsverbot – Facebook nicht mehr kostenlos?

Data and MoneyEin alter Spruch sagt: Geld allein macht nicht glücklich – es gehören auch Aktien und Grundstücke dazu. Heute müsste man besser ergänzen: es gehören auch Stammdaten und persönliche Merkmale vieler Privatpersonen dazu.

Denn schon längst wird der Wert eines New Economy Unternehmens nicht mehr in den klassischen “Assets” gemessen, Mitarbeiter, Maschinen, Grundstücke, Patente, Beteiligungen. Immer wichtiger ist der laufende Zugang zu aktuellen Personendaten geworden, je mehr desto besser. Der Grund ist einfach: diese Daten lassen sich hervorragend weiter nutzen wie auch verkaufen. Das nennt man dann ein Koppelungsgeschäft.

Kostenlose Services können durch solche Koppelungen also durchaus erfolgreich und lukrativ sein – wie das Beispiel Facebook sehr anschaulich zeigt.

In einem lesenswerten FAZ-Artikel beleuchtet Rolf Schwartmann die Bedeutung dieser neuen Währung “Daten” und zeigt einen Weg, wie die digitale Transparenz in rechtlichen Einklang gebracht werden kann mit moderner unternehmerischer Wertschöpfung.

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IT-Sicherheit: Sind die Deutschen Pharisäer?

riskyUnvorsichtige Bürger

Vor wenigen Tagen konnte man erfahren: nur jeder vierte Internetnutzer verwendet systematische Methoden zur Passwortverwaltung wie Passwortmanager oder Passwortsafe (BITKOM vom 22.10.14). Und in der FAZ konnte man fast zeitgleich lesen, dass knapp 30% der Internetnutzer aus Sicherheitsgründen auf Online Banking verzichtet, Quelle wiederum BITKOM.

Schaut man auf die andere Seite der Kuchen, auf die anderen jeweils 70-75%, dann stellt man fest: Wie immer man die halben und Viertel-Torten übereinander legt, übrig bleiben rund 50%, die am Online Banking teilnehmen und ihre Passwörter nicht mit den o.g. Tools verwalten und schützen.

Nun ist Online-Banking ja kein Kinderfasching, hier kann man nicht nur versehentlich ein paar peinliche Fotos aus der Sauna oder Joint-Bekenntnisse aus frühen Schultagen den falschen Leuten zugänglich machen. Beim Online Finanzmanagement kann man richtig was versemmeln!

Alles Pharisäer?

Haben wir hier also einen weiteren Beleg für die schizophren-hysterischen Deutschen, die zwar abstrakt und theoretisch sehr viel Angst vor allen möglichen Bedrohungen der IT-Welt äußern (BITKOM: 81% haben Angst vor Ausspähung im Web), die aber, wenn es um das eigene umsichtige und sicherheitsbewusste Datenmanagement geht, sehr nachlässig weil vermutlich bequem sind? Sind wir Deutschen IT-Pharisäer?

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Öffentlichkeitsarbeit radikaler Islamisten

NahostEs ist in diesen Tagen ja sehr deutlich geworden, dass die effektivsten Waffen der Hamas die Kameras unserer TV-Sender sind. Raketen kann der Iron Dome der Israelis abfangen, aber die Bilder der toten Palästinenser-Kinder in unseren Köpfen nicht.

Und wir erkennen: Das ist kein Zufall sondern Strategie. Nicht die Häuser in Tel Aviv sind das eigentliche Ziel, sie zu zerstören ist wenig nachhaltig. Unsere Bereitschaft, Israel zu unterstützen, soll unterminiert werden.

Der Plan scheint aufzugehen, die Medienarbeit wirkt. Es klingt zynisch angesichts des Leids, aber die Bildermacher und Bilderweitergeber und Inszenesetzer, sie machen hervorragende Arbeit, technisch wie psychologisch. Die Bilder sind hochauthentisch und sie treffen genau da, wo sie sollen: in unsere gutmütigen Herzen.

Ganz kalt kommunikations-technokratisch gesprochen: da beherrschen Leute das Handwerk der Öffentlichkeitsarbeit.

Schauen wir etwas weiter nach Norden, so sehen wir Bilder und hören Berichte vom Handeln der IS im Irak und in Syrien. Man ist im Namen des gleichen Gottes aktiv, doch welch ein Unterschied!

Alle Greueltaten, die sich unsere von skandinavischen Krimis doch schon recht abgestumpfte Phantasie noch ausmalen kann, werden dort real begangen, grausamste, erbarmungsloseste Barbareien an Kindern, Frauen, Zivilsten. Unwiderbringliche Kunstschätze werden zerstört und vormittelalterliche Rechts-Prinzipien ausgerufen. Die IS mag niemand im Westen.

Wie konnte ein solches Kommunikationsdesaster entstehen, wo doch die räumlich wie weltanschaulich gar nicht so fernen Kämpfer in Gaza das PR-Schwert so hervorragend führen?

Hierzu zwei Punkte, über die wir uns intensiver wundern sollten:

  • Über all diese Greuel im Irak und die dahinter stehende menschenverachtende Denkweise erfahren wir sehr viel. Wir sehen viel Leid, das von Islamisten hervorgerufen wurde, hören von schlimmen Exzessen begangen an deren Opfern.
  • Entlastende Gegen-PR erreicht uns indessen von dort nicht. Auch das dümmlichste und durchsichtigste “ab 5:45 Uhr wird zurückgeschossen” findet nicht statt. Keine Bilder brandschatzender Christen oder Jesiden, keine von verletzten IS-Kriegern oder deren Kindern. Es hält auch niemand eine Rede, die all diese Aktionen irgendwie rechtfertigt, kein IS-Pressesprecher beschwichtigt, verrechnet Aktuelles mit altem Unrecht oder oder.

Dabei wären doch Viele hier vermutlich dankbar für irgendeinen Gesichtspunkt, irgendein Argument, mit dem man etwa das Eingreifen der Amerikaner verurteilen könnte, mit dem man eine relativierende “ja, aber andererseits Haltung” einnehmen könnte. Doch selbst die Bundestagsparteien sind sich alle erstaunlich einig, dass es so nicht weiter gehen darf, dass die IS gestoppt werden muss. Selbst die Linke lobt die Amerikaner.

Was ist also schief gegangen bei der Öffentlichkeitsarbeit der IS?

Mein Eindruck: Nichts. Im Gegenteil: wir sollen sogar begruselt und schockiert werden, das ist alles Absicht. Hier will niemand irgendwie noch einen halbwegs guten Eindruck machen oder gar Grundlagen für einen späteren Friedensplan legen.

Das, was wir an Schrecklichem hören und sehen, soll uns genauso erreichen. Ja, es scheint fast, ein zynischer islamistischer Think Tank hätte genau und klug überlegt, mit welchen Maßnahmen und Parolen man den Westen am schnellsten provoziert.

Good job – dieser Plan geht 1a auf! In der Folge wird nun die Bereitschaft im Westen zu militärischen Aktionen steigen. Die letzte Drohne ist sicher noch nicht geflogen.

Und warum das? Viel Feind-viel Ehr, groß Feind – groß Ehr: das wertet die IS mächtig auf! Nun strömen neue Kämpfer hinzu (Al Qaida), nun fließen die unterstützenden Petrodollars schneller, nun richtet sich das Auge der Weltöffentlichkeit auf irgendwelche Kalifen – und genau darum ging es. Das ist die IS-Strategie – und Boko Haram verfolgt eine sehr ähnliche.

Wir müssen erkennen, dass wir hier von Islamisten (mal so und mal so) massivst manipuliert werden. Das ist die Gefahr hinter der Gefahr. Unsere Entrüstungsbereitschaft und unser Alarmismus dürfen uns nicht den Schaum vor den Mund treiben und uns in Aktivismus und alte Kreuzritter-Muster fallen lassen. Einfach jeden, der irgendwie militärisch dagegen hält aufzurüsten, darf nicht unsere vorschnelle Antwort sein.

Trotzdem muss natürlich zügig und auch beherzt gehandelt werden. Ob die Bundesregierung hier schon das richtige Niveau erreicht hat, bezweifle ich.

 

Social Media Aussichten

Social MediaAn Hand der Einkaufspolitik der großen Player am Social Media Markt, und insbesondere der von Facebook, analysiert Rosie Scott in einem Beitrag bei Jeff Bullas die zurückliegenden Phasen und Strategien von Social Media und versucht einen Blick in die Zukunft.

Dabei erkennt Frau Scott in den letzten 10 Jahren 4 Kauf-Phasen in der Facebook Einkaufsstrategie, die sie mit den Entwicklungsphasen des Unternehmens abgleicht. Das ist ganz interessant zu lesen.

Ihre Zukunfts-Prognose überrascht indessen nicht sonderlich: Es wird alles noch mobiler!

Auch wenn also die Social Media Aussichten in Rosies Beitrag eher knapp gezeichnet werden, haben wir doch einiges Erwähnenswerte darin entdeckt. Lesen Sie hier, was im Einzelnen:

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Atommüll-Endlager: kein Thema für die große Koalition?

KVDer Koalitionsvertrag hat über 180 Seiten. Auf Seite 60 wird auf etwa einer Drittel Seite  das Thema Atommüll-Endlager behandelt.

Explizit werden dort namentlich 4 Standorte genannt:

  • Asse II (Niedersachsen), vereinbarte Aktion: Rückholung Atommüll
  • Konrad (Niedersachsen); vereinbarte Aktion: Ausbau
  • Gorleben (Niedersachsen); vereinbarte Aktion: einvernehmliche Regelung (?)
  • Morsleben (Sachsen-Anhalt); vereinbarte Aktion: Schließung

Ein weiterer, großer Standort soll bundesweit gesucht und gefunden werden.

Das klingt alles sehr unaufgeregt, hier hat es anscheinend wenig Diskussion zwischen den 3 Parteien gegeben. Doch diese 3 Parteien unterscheiden sich nicht nur, wie es üblich ist, in ihrem Politik- und Gesellschaftsentwurf, Sozialisten hier, Wertkonservative da, Wirtschaftsliberale dort. Diese 3 werden auch von Bundeslandgrenzen getrennt.

Nun sind viele Themen des Koalitionsvertrages nur eingeschränkt bis gar nicht kontrovers zwischen den Bundesländern. Doch zum Beispiel beim Atommüll-Endlager hört naturgemäß die föderale Solidarität auf.

Denn jeder Ministerpräsident weiß, was da für Kosten, Stress und zivile Unruhe auf ihn zukommen, wenn das Endlager gerade bei ihm aufgeschlagen werden sollte. Wie kann man das verhindern ohne verantwortungslos zu wirken? Schwierig, schwierig.

Der bayerische CSU-MP hat für solche Fälle eine Zauberwaffe, die unsere Verfassung so sicher nicht vorgesehen hat: er kann nicht nur, wie seine Kollegen im Rahmen der Legislative im Bundesrat so etwas zu verhindern suchen, er kann auch bereits im Gekungel des Koalitionsvertrages, in den Vereinbarungen der Exekutive also, Nägel einschlagen, die von späteren Gremien schwer wieder raus zu ziehen sein werden – weil er als CSU-Vorsitzender Koalitionspartner ist.

Und die CSU-Minister können als Vertreter einer regionalen Partei (sie legen ja innerlich nie Lederhose und Dirndl ab) auch während der Legislaturperiode laufend auf den Prozess entsprechenden exekutiven Einfluss nehmen.

Die Bayern scheinen durch ihre CSU-Sonderrolle einen Einfluss auf die deutschen Staatsgeschäfte nehmen zu können (exekutiv und legislativ), den so kein anderes Bundesland hat. Und am Beispiel “Atommüll” kann man gut sehen, wie man solch einen Vorteil geschickt nutzen kann.

Die Standort-Verhinderung wäre in der Tat im wirklichen Interesse Bayerns – anders als etwa das eher nationale Thema “Maut”. Diese fast verbissen geführte Diskussion zur Maut für Ausländer mutet jedenfalls fast wie ein Paravan an, hinter dem andere, ernsthaftere bayerische Anliegen weniger sichtbar verhandelt werden sollten, zum Beispiel eben Atommüll-Endlager-Tabuzonen.

Ich nehme jedenfalls Wetten an, dass am Ende des Such- und Findungsprozesses kein bayerischer Standort ausgewählt wird. Nicht, so lange die CSU in Bayern regiert und gleichzeitig Koalitionspartner in Berlin ist.

Wir sind Geiseln von Rassisten!

Die USA gehen pleite? Wie kann das sein? Was steckt dahinter und wo wird das enden?

CapitolIm amerikanischen Parlament haben die Republikaner die Mehrheit. Die Republikaner werden dominiert von der sogenannten “Tea-Party-Bewegung”. Und diese hat sich diesen netten, nach Befreiung klingenden Namen gegeben, um darüber hinweg zu täuschen, dass sie de facto eine Bande übler Rassisten ist, manche nennen sie den Ku Klux Klan in neuem Gewand.

Man darf es nicht sagen im so korrekt-falschen Washington, aber es geht hier nur scheinbar um “Obamacare” oder andere konkrete Polit-Vorhaben des Präsidenten. Im Kern geht es darum, dass der Präsident schwarz ist!

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Das Ohr an der Glasfaser

Wenn-dann-Sätze haben ihre eigenen, ganz speziellen Regeln. Ein Beispiel:

Wenn jemand sehr klug ist, dann wird er meist Politiker oder Journalist“. Mag sein.

Der Umkehrschluß ist aber eben nicht zulässig. Der wäre ja: “Wenn jemand nicht so klug ist, dann ergreift er meist einen anderen Job.” Man möchte fast sagen: Schön wärs!

Aktuell erliegen aber, so scheint es, gerade Politiker und Journalisten diesem Denkfehler. Der Ausgangssatz lautet aktuell ungefähr: “Wenn ein Insider die geheimdienstliche Abhörung von Telefon- und Datenkommunikation aufdeckt, dann ist da auch meist was dran.” So siehts aus.

Und das wäre dann der Umkehrschluß: “Wenn nichts aufgedeckt wird, dann ist da auch einfach nichts.” Ach wirklich? Nur weil es keinen deutschen, hebräischen, frazösischen, russischen, koreanischen oder polnischen Snowden gibt, sind die jeweiligen Dienste alle lammfromm?

Ist es nicht erstaunlich, wie bedeckt sich alle in den oberen Rängen halten? Wie zart die tosende Wut vorgetragen wird? Der ranghöchste echte Entrüstungsträger im Lande war doch der Bundesdatenschutzbeauftragte. Peter Schaaf muss sich wirklich vom Parlament vera… vorkommen. Der Innenminister kommt über philosophische Gemeinplätze im Bundestag nicht hinaus, weil er nicht zugeben kann und mag, dass er das alles längst wußte, dass seine Dienste davon profitieren – und sicher irgendwie auch mitmachen.

Und Chefin Angela hat das auch alles längst mit Freund David und Barack abgefrühstückt. Bloß rausrücken will man damit vor der Wahl halt nicht. Ob das gut geht…

Ich bin jedenfalls überzeugt: Alle haben längst das Ohr an der Glasfaser – und mit Recht! Wenn die Alternative lautet: schmutzige Atombomben über Frankfurt (und genauso lautet sie!), ist meine bittere Erkenntnis: macht sorgfältig weiter, Jungs!

So lange die Daten nicht in die Hände der Privatwirtschaft kommen, ist es mir sorum lieber. Das ist halt der Preis. Ich bin bereit ihn zu zahlen.

Warum stellt kein Journalist Fragen in diese Richtung? Wurden alle in Sachen Staatsräson verdonnert? Geht sowas überhaupt?

Eine merkwürdige Friedhofsruhe ist das….

Googles Loon – Ballon oder Seifenblase?

BallonGoogle hat letzte Woche in Neuseeland sein Projekt “Loon” vorgestellt. Es ist allerdings ziemlich “looney”, auf deutsch verrückt. Welche Realisierungschancen hat es?

Doch zunächst in aller Kürze: Was ist Googles Loon eigentlich?

“Loon” ist der englische Name für eine Vogelart, für den Taucher, zum Beispiel den Prachttaucher oder den Eistaucher (arctic loon, common loon). Mit “loon” werden  außerdem Spinner, Verrückte bezeichnet.

Schließlich: es ist die zweite Silbe von “balloon” – und das ist wohl die entscheidende Herleitung in diesem Fall.

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