Ist nun langsam Schluss mit Hassreden?

Um es gleich ganz klar zu sagen: nein, Hassreden gibt es weiterhin im bekannten Umfang.

Das Lieblingsmedium der Hassredner ist immer noch Twitter. Gute 70% all dieser unerfreulichen Beiträge finden sich im Zeichen des kleinen niedlichen Vogels. Beim großen Standard-Bösewicht Facebook sind es nur gute 10%, der Rest verteilt sich auf Foren und Blogs.

Bei keinem dieser Seitentypen konnte ich einen nennenswerten Rückgang innerhalb der letzten 6 Monate (Mai-Oktober 2017) feststellen. Einen irgendwie stetigen Anstieg allerdings auch nicht.

WeiterlesenIst nun langsam Schluss mit Hassreden?

Digitale Reife

Abstract

Die mangelnde digitale Reife in Deutschland ist Ursache für seine international zweitklassige IT-Position. Aber digitale Reife hat nichts mit modernen Geräten und üppiger Bandbreite zu tun. Die Ursachen des Mangels stecken in unseren Köpfen.

Die folgenden drei Beispiel zeigen einmal mehr: die wichtigste Zukunfstinvestition in Deutschland muss der digitalen Reife gelten.

WeiterlesenDigitale Reife

Trump-Versteher

Trump-Versteher ≠ Trump-Verzeiher

Der neue US-amerikanische Präsident gibt Vielen Rätsel auf. Und sein Naturell ist so sprunghaft und unvorhersehbar, dass das auch noch lange so bleiben wird – vielleicht “for good”, der Mann ist immerhin 70 Jahre alt.

Aber Einiges kann man sich recht gut erklären. Ich liste hier ein paar Punkte auf, die mir nur folgerichtig erscheinen. Macht mich das zum Trump-Versteher? Wenn sie sich bewahrheiten: ja, in Teilen schon. Macht mich das zum Trump-Verzeiher? Keinesfalls!

Nach der Wahl ist vor der Wahl

Was kann jemand, der ein Amt errungen hat, danach noch erreichen? Allgemein: das nächst höhere. Aber für den US-Präsidenten wird es damit eng. Der einzige noch erstrebenswerte Ruhmeskranz ist für ihn / sie die Wiederwahl. Und darum beginnt mit dem erfolgreichen Ausgang der ersten Wahl für alle Präsidenten der Kampf um den erneuten Sieg in 4 Jahren.

Donald Trump hat dieses politische Naturgesetz nicht entdeckt, er hat es nur ausgesprochen schnell umgesetzt. Gleich von Anfang an wollte und will er den Grundstein für anhaltenes Vertrauen bei den Wählern legen. Er und seine Leute haben sich darum gefragt, was besonders an diesem Vertrauen zehrt? Was wirft der gemeine Wahlbürger der verachteten Politikerkaste vor, warum verachtet er sie? Ganz vorne steht da (wie bei uns): Politiker versprechen im Wahlkampf viel und halten davon hinterher wenig. Dieser Effekt scheint fast ein weiteres politisches Naturgesetz zu sein.

Damit will Trump Schluss machen. “From now on” wird alles anderes sein. Die Menschen erleben unmittelbar: Trump steht zu seinem Wort. Seine Gegner haben Unrecht, wenn sie ihm hohle Ankündigungen, leere Versprechen und generell Unaufrichtigkeit vorwerfen.

Nicht alles Neue funktioniert, wie versprochen, aber darum geht es auch gar nicht. Man könnte sogar fast an Zynismus glauben, wenn man etwa das Einwanderungsverbot für Muslime anschaut. Er hat das sofort per Dekret umgesetzt, wie angekündigt. Leider fiel ihm dann ein kleiner Richter in den mächtigen Arm.

Vielleicht war das gar nicht so unwillkommen, wie getan wird. Denn die Botschaft ist ja längst angekommen: Versprechen gehalten! Die faktische oder “objektive” Wirkung des Dekrets (mehr Sicherheit) war immer sehr zweifelhaft und eben zweitrangig.

Perception is Reality

In einer Demokratie entscheiden Mehrheiten. Mehrheiten haben in aller Regel je größer sie sind, einen umso niedrigeren Durchschnitts-IQ. Klingt arrogant, ist aber so. Schon Friedrich Schiller erkannte: Verstand ist immer nur bei Wenigen gewesen.

Wenn also die Mehrheit glaubt, dass aus Mexiko in erster Linie Diebe, Drogenschmuggler und Vergewaltiger über die Grenze in die USA kommen und dass die Deutschen den amerikanischen Wohlstand mit ihren BMWs widerrechtlich abgreifen – dann ist das in Amerika so. Der Aufschrei: “Stimmt doch gar nicht!” geht da ins Leere.

So merkwürdig es vielleicht in diesem Kontext klingt: es ist ja erstmal kein schlechter Demokratie-Stil, solche Sichtweisen ernst- und also auch aufzunehmen. Genau das tut Donald Trump. Allerdings: Trump überspitzt sie auch demagogenhaft und formuliert pointiert Ansichten, die die meisten so noch gar nicht recht hatten.

Das Problem der ganz anders gearteten, deutschen Merkel-Politik ist, dass sie vielleicht faktisch “Recht” hat und alternativenlos ist. Aber (post-)faktisch entfernt sie sich mehr und mehr von der “Volkswahrheit”. Zu Zeiten der Griechenlandkrise war das gut zu spüren. Es gab keinen ernst zu nehmenden parlamentarischen Widerstand. In dieser Zeit wurde die AfD geboren. Und in Zeiten der Flüchtlingsangst kriegte sie weiteres Oberwasser.

Wir haben lange der romantischen Sicht angehangen, zu den Erkenntnisprinzipien der Aufklärung (Rationalität, Objektivität, Wissenschaftlichkeit) gehört irgendwie automatisch das Verfassungsprinzip der Demokratie. Aber das ist Quatsch, spätestens seit Beginn des post-faktischen Zeitalters mit seinen alternativen Wahrheiten ist klar: Eine Demokratie kann genauso wilkürliche Grausamkeiten und Ungerechtigkeiten gebären, wie eine Diktatur oder ein Feudalsystem.

Übrigens: Zu “post-faktisch” passt gut auch “post-ethisch”. Spätestens mit Donald Trump begann eben auch das post-ethische Zeitalter.

America First

Um die Freund-Feind-Welt von Donald Trump zu beleuchten, schauen wir uns die Welt aus amerikanischer Sicht einmal an. Die USA sind weiterhin die No.1, ein wirtschaftlicher wie militärischer Riese. Aber kann man langfristig noch von “unangefochten” sprechen?

Andere, kleinere Staaten machen unserem Riesen immer mehr den Platz streitig und schlimmer: mit immer mehr Erfolg. Trump will den Führungsplatz dauerhaft sichern, America first! Die konkreten Ansatzpunkte dafür sind recht übersichtlich und fast aus dem Lehrbuch.

Stärkung der Kernkompetenzen

Aus Trumps Sicht, sind das die Bereiche Militär, Bauwirtschaft, Finanzwirtschaft, Automobil und Energiewirtschaft. Er wird hier investieren, Steuern senken und Hürden abbauen. All dies geschieht bereits und wird noch deutlich zunehmen.

Direkte Handelshemmnisse, Zölle und Ähnliches, werden vermutlich eher verhalten eingesetzt, denn die Gefahr ist groß, dass die andere Seite reagiert, und das Ding nach hinten losgeht.

Abbau von vermeintlichem Ballast

Obamacare, generell Sozialsysteme, aber auch diverse Engagements im Bereich Entwicklungshilfe sind aktuell massiv gefährdet. Das Gleiche gilt für den Umweltschutz. Auch das US-Engagement in der UNO und angegliederten Organisiationen wird eher zurückgehen.

Die konkrete Politik wird diese Linie einhalten, aber es wird Alibi-Veranstaltungen geben, die einige Desaster auf PR-Ebene verhindern oder schwächen sollen. Vielleicht kommen zum Beispiel einige spektakuläre Deals mit afrikanischen Staaten zu Stande.

Aggressive Wettbewerbspolitik

Aus Trumps Sicht sind China und die EU die größten und langfristig gefährlichsten Feinde der USA. Beide gilt es zu schwächen oder zumindest ein weiteres Erstarken zu verhindern.

China

China ist wegen seiner schieren Größe gefährlich, der wachsenden militärischen wie wirtschaftlichen Stärke, des aggressiven Auftretens (besonders im Pazifik) und wegen seiner an Bodenschätzen orientierten “Kolonialpolitik”, insbesondere in Afrika. Will Trump nicht Einfluss in Asien verlieren, muss er die chinesische Expansion stoppen und womöglich auch zurückdrängen.

Europa

Die EU ist gegenüber den USA der deutlich größere Wirtschaftsraum. Bei fortschreitender Einigung und Integration erwächst hier ein Widersacher, mit dem man nicht mehr so leicht umspringen kann. Verhandlungen á la TTIP zum Beispiel würden doch mit Deutschland, Frankreich oder Italien jeweils alleine sehr viel einfacher verlaufen.

Trump fährt am besten, wenn er alle Auflösungsbewegungen unterstützt und die EU nachhaltig schwächt. Wirklich zerbrechen soll sie nicht, aber uneins soll sie bleiben. Hier zieht Trump an einem ähnlichen Strang wie Putin. Beide werden EU-feindliche Kräfte unterstützen.

Für die anstehenden Wahlen in Europa darf man eine aggressive Einmischung erwarten. Denn die Manipulation via digitale Medien beherrschen beide Seiten sehr gut. Obwohl Deutschland eine Schlüsselstellung einnimmt und wirtschaftlich wie politisch der gefährlichste Feind innerhalb der EU ist, wird man eher in Frankreich und Italien ansetzen. Wenn hier anti-europäische Kräfte ans Ruder kommen, ist Deutschland ausreichend isoliert. In Deutschland genügt es, Martin Schulz zum Kanzler zu machen.

Die NATO wird Trump weiter nutzen, einmal, um die Russen in Schach zu halten und außerdem, um finanziellen Druck auf die anderen Mitglieder auszuüben (gebt mehr für Rüstung aus!). Schwächen wird er die NATO nicht wirklich, das könnte sonst im Baltikum oder Balkan für ihn teuer werden.

Russland

Den großen Gegenspieler aus den Zeiten des kalten Krieges fürchtet Trump allerdings kaum noch. Die Russen wurden schon von Ronald Reagan in die Knie gezwungen. Die Wirtschaft ist marode, das Militär nur sehr bedingt einsatzbereit und das Führungssystem viel zu zentralistisch für dieses Riesenreich.

Man muss sie im Auge behalten und darf keine Schwäche zeigen, aber punktuell kann man mit ihnen auch kooperieren, etwa gegen IS und Taliban.

Lernkurve

Es ist gut möglich, dass manche der hier skizzierten Sichten mit der Zeit neu eingefärbt und sogar gedreht werden. Aber das wird ein paar Monate dauern. Bis dahin sollten wir uns auf wenig freundliche Signale aus Washington einstellen. Machen wir uns nichts vor: Deutschland steht ganz oben auf der Liste der Länder, deren Einflussbereich eingeschränkt werden soll (schon weil Obama Angela Merkel so lobte).

Demokratie ohne Kompetenz

Angesichts der vielen fragwürdigen Entscheidungen, die durch Volksentscheide und Bürgerbefragungen in der jüngeren Vergangenheit zu Stande gekommen sind, bezweifle ich ernsthaft, dass „das Volk“ hierfür wirklich qualifiziert ist. Wird unsere Demokratie noch getragen von kompetenten Bürgern?

Radio-Umfrage

Gestern bekam mein Zweifel wieder neue Nahrung. Im Sender „Funkhaus Europa“ lief ein Beitrag zur Umstellung von Sommer- auf Winterzeit, es war der 29.10., die Umstellung hat dann in der folgenden Nacht stattgefunden.

Zu diesem Thema wurden die Hörer aufgefordert, anzurufen und zu sagen, ob und warum sie dafür oder dagegen seien.  Ich glaube, es wurden 6 oder 7 Anrufe gesendet. Natürlich ist das Bild, das sich aus diesen Statements ergab, nicht repräsentativ,  aus vielen, vielen Gründen, aber nachdenklich haben mich die Wortmeldungen doch gemacht.

Alle Anrufer sprachen ein klares, leidlich „qualifiziertes“ Deutsch, es war niemand dabei, bei dem ich schon nach dem ersten Satz den Sender wechseln wollte. Es schienen mir alles „normale“, also leidlich vernünftige Bürger zu sein, in einer Demokratie ernst zu nehmende Personen. Das hatten sie recht gut vorgefiltert.

Alle Anrufer waren aber auch klar gegen die Umstellung, keine(r) war dafür. Das überraschte sogar die Radio-Sprecherin ein wenig, die allerdings zuvor aus ihrer eher skeptischen Haltung zur Umstellung kaum einen Hehl gemacht hatte. Ich war deshalb auch über dieses ein wenig einseitige weil leicht „anmanipulierte“ Ergebnis nicht so sehr verwundert.

Überrascht war ich über die Argumente, die dann kamen. Im Kern waren es diese vier.

  • Die Umstellung macht unruhig, nervös, bringt durcheinander, verwirrt.
    Okay, kann man spontan vielleicht irgendwie verstehen. Wirklich nachvollziehen kann ich es aber nicht, denn wir fliegen doch alle regelmäßig durch die Weltgeschichte und müssen dabei immer unsere Uhren umstellen, vor wie zurück, meist deutlich stärker, als nur um eine Stunde. Das geschieht laufend aus freien Stücken, nur zum Spaßvergnügen und stört keine Sau. Aber wenn‘s verordnet wird, dann tut es weh und bringt ganz gehörig den Biorhythmus, ja sogar das ganze Leben aus dem Tritt? Eine Stunde? Wurde behauptet.
  • Die angebliche Ersparnis ist gar nicht vorhanden, das wurde uns einfach von oben verordnet.
    Sehr verschwörungstheoretisch. Warum sollte eine Regierung das tun, welche Interessen würde man damit bedienen? Und alle, die das beschlossen haben, waren gekauft. Überaus wahrscheinlich.
  • Jetzt wird mir eine Stunde geklaut, das finde ich sehr blöd.
    Grob falsch, guter Mann, jetzt wird dir eine Stunde geschenkt.
  • Morgens im Dunkeln aufstehen finde ich furchtbar. Die kleinen Kinder, die im Dunkeln zur Schule gehen müssen in der Winterzeit, die weinen manchmal, ich sehe das immer vor unserem Haus. Da sollte die Schule eine Stunde später anfangen.
    Ist das jetzt nur dumm oder frech gelogen oder was? Es ist ja gerade umgekehrt. Für die Kinder, die um acht in die Schule müssen, ist der Schulweg nach der Umstellung auf die Winterzeit heller. Sie haben gerade weniger Grund zu weinen, eben dank der Umstellung. Die geforderte Verlegung des Schulbeginns hat sich durch die Winterzeit bereits erledigt.

Die bittere Erkenntnis

Und diese normalen Leute wollen entscheiden über Ausstieg aus der EU, Todesstrafe, Bebauung Tempelhofer Feld, Olympia-Teilnahme von Hamburg oder TTIP? Und schon bei so einfachen Sachverhalten wie Sommer- und Winterzeit geraten ihnen alle Prinzipien der korrekten Information und des klaren Denkens durcheinander? Für was wollen die denn irgendeine Kompetenz haben?

Okay, es ist eben so in einer Demokratie und eine echte Alternative zum demokratischen Prinzip habe ich auch nicht. Immerhin: Was spricht eigentlich dagegen, vor jeder Volksbefragung zunächst mit ein paar Qualifikationsfragen die Eignung zur Abstimmung abzugreifen? Die Grenze: „jeder über 18“ ist ja wohl reiner Pragmatismus. Es ginge vermutlich durchaus differenzierter. Man könnte auch je nach Thema anders prüfen. Bei der fiktiven Winterzeit-Abstimmung zum Beispiel mit „Wird es morgen nach der Umstellung heller oder dunkler um 7:00 Uhr morgens sein?“

Doch ob das wirklich geht, und wenn‘s geht, ob es dann auch käme, ist ausgesprochen ungewiss. Bis dahin sollten wir uns jeden Volksentscheid sehr gut überlegen. Die Chancen stehen gut, dass völliger Blödsinn dabei rauskommt. Clinton vs. Trump ist das nächste Anschauungsbeispiel, hoffen wir alle, dass Hillary mehr Verwirrte hinter sich schart, als Donald.

Hassreden werden nicht weniger

Hassreden sind weiterhin ein großes Thema in der öffentlichen Diskussion. Alle sind natürlich dagegen und entsprechend entrüstet. Und alle wollen sie was dagegen unternehmen, durchgreifen, aufräumen, löschen, Konten sperren und so weiter.

Aber im normalen Social Buzz sieht man davon noch herzlich wenig. Der pöbelt weiter munter vor sich hin. In diesen Tagen nimmt das Volumen sogar wieder zu.

WeiterlesenHassreden werden nicht weniger

Hassreden nehmen zu nach IS-Terror

Ortstafel Rassismus Nein Danke!Das Thema “Hassreden” ist seit einiger Zeit in der öffentlichen Diskussion. Oft steht dabei Facebook am Pranger. Hauptvorwurf (mit ministerlichem Segen): sie tun zu wenig, um das zu unterbinden.

Doch es geht durchaus nicht nur um Facebook, auch andere Formate der Social-Media-Landschaft (Twitter, Blogs, Foren) zeigen bei Hassreden ihr hässliches Gesicht.

Vor einigen Wochen habe ich einen “Hassreden-Scanner” aufgesetzt. Mich interessierte, von welchem Volumen wir da eigentlich reden, wo besonders viele solcher Reden anzutreffen sind und welche Gruppen besonders angegriffen werden.

WeiterlesenHassreden nehmen zu nach IS-Terror

Koppelungsverbot – Facebook nicht mehr kostenlos?

Data and MoneyEin alter Spruch sagt: Geld allein macht nicht glücklich – es gehören auch Aktien und Grundstücke dazu. Heute müsste man besser ergänzen: es gehören auch Stammdaten und persönliche Merkmale vieler Privatpersonen dazu.

Denn schon längst wird der Wert eines New Economy Unternehmens nicht mehr in den klassischen “Assets” gemessen, Mitarbeiter, Maschinen, Grundstücke, Patente, Beteiligungen. Immer wichtiger ist der laufende Zugang zu aktuellen Personendaten geworden, je mehr desto besser. Der Grund ist einfach: diese Daten lassen sich hervorragend weiter nutzen wie auch verkaufen. Das nennt man dann ein Koppelungsgeschäft.

Kostenlose Services können durch solche Koppelungen also durchaus erfolgreich und lukrativ sein – wie das Beispiel Facebook sehr anschaulich zeigt.

In einem lesenswerten FAZ-Artikel beleuchtet Rolf Schwartmann die Bedeutung dieser neuen Währung “Daten” und zeigt einen Weg, wie die digitale Transparenz in rechtlichen Einklang gebracht werden kann mit moderner unternehmerischer Wertschöpfung.

WeiterlesenKoppelungsverbot – Facebook nicht mehr kostenlos?

IT-Sicherheit: Sind die Deutschen Pharisäer?

riskyUnvorsichtige Bürger

Vor wenigen Tagen konnte man erfahren: nur jeder vierte Internetnutzer verwendet systematische Methoden zur Passwortverwaltung wie Passwortmanager oder Passwortsafe (BITKOM vom 22.10.14). Und in der FAZ konnte man fast zeitgleich lesen, dass knapp 30% der Internetnutzer aus Sicherheitsgründen auf Online Banking verzichtet, Quelle wiederum BITKOM.

Schaut man auf die andere Seite der Kuchen, auf die anderen jeweils 70-75%, dann stellt man fest: Wie immer man die halben und Viertel-Torten übereinander legt, übrig bleiben rund 50%, die am Online Banking teilnehmen und ihre Passwörter nicht mit den o.g. Tools verwalten und schützen.

Nun ist Online-Banking ja kein Kinderfasching, hier kann man nicht nur versehentlich ein paar peinliche Fotos aus der Sauna oder Joint-Bekenntnisse aus frühen Schultagen den falschen Leuten zugänglich machen. Beim Online Finanzmanagement kann man richtig was versemmeln!

Alles Pharisäer?

Haben wir hier also einen weiteren Beleg für die schizophren-hysterischen Deutschen, die zwar abstrakt und theoretisch sehr viel Angst vor allen möglichen Bedrohungen der IT-Welt äußern (BITKOM: 81% haben Angst vor Ausspähung im Web), die aber, wenn es um das eigene umsichtige und sicherheitsbewusste Datenmanagement geht, sehr nachlässig weil vermutlich bequem sind? Sind wir Deutschen IT-Pharisäer?

WeiterlesenIT-Sicherheit: Sind die Deutschen Pharisäer?

Öffentlichkeitsarbeit radikaler Islamisten

NahostEs ist in diesen Tagen ja sehr deutlich geworden, dass die effektivsten Waffen der Hamas die Kameras unserer TV-Sender sind. Raketen kann der Iron Dome der Israelis abfangen, aber die Bilder der toten Palästinenser-Kinder in unseren Köpfen nicht.

Und wir erkennen: Das ist kein Zufall sondern Strategie. Nicht die Häuser in Tel Aviv sind das eigentliche Ziel, sie zu zerstören ist wenig nachhaltig. Unsere Bereitschaft, Israel zu unterstützen, soll unterminiert werden.

Der Plan scheint aufzugehen, die Medienarbeit wirkt. Es klingt zynisch angesichts des Leids, aber die Bildermacher und Bilderweitergeber und Inszenesetzer, sie machen hervorragende Arbeit, technisch wie psychologisch. Die Bilder sind hochauthentisch und sie treffen genau da, wo sie sollen: in unsere gutmütigen Herzen.

Ganz kalt kommunikations-technokratisch gesprochen: da beherrschen Leute das Handwerk der Öffentlichkeitsarbeit.

Schauen wir etwas weiter nach Norden, so sehen wir Bilder und hören Berichte vom Handeln der IS im Irak und in Syrien. Man ist im Namen des gleichen Gottes aktiv, doch welch ein Unterschied!

Alle Greueltaten, die sich unsere von skandinavischen Krimis doch schon recht abgestumpfte Phantasie noch ausmalen kann, werden dort real begangen, grausamste, erbarmungsloseste Barbareien an Kindern, Frauen, Zivilsten. Unwiderbringliche Kunstschätze werden zerstört und vormittelalterliche Rechts-Prinzipien ausgerufen. Die IS mag niemand im Westen.

Wie konnte ein solches Kommunikationsdesaster entstehen, wo doch die räumlich wie weltanschaulich gar nicht so fernen Kämpfer in Gaza das PR-Schwert so hervorragend führen?

Hierzu zwei Punkte, über die wir uns intensiver wundern sollten:

  • Über all diese Greuel im Irak und die dahinter stehende menschenverachtende Denkweise erfahren wir sehr viel. Wir sehen viel Leid, das von Islamisten hervorgerufen wurde, hören von schlimmen Exzessen begangen an deren Opfern.
  • Entlastende Gegen-PR erreicht uns indessen von dort nicht. Auch das dümmlichste und durchsichtigste “ab 5:45 Uhr wird zurückgeschossen” findet nicht statt. Keine Bilder brandschatzender Christen oder Jesiden, keine von verletzten IS-Kriegern oder deren Kindern. Es hält auch niemand eine Rede, die all diese Aktionen irgendwie rechtfertigt, kein IS-Pressesprecher beschwichtigt, verrechnet Aktuelles mit altem Unrecht oder oder.

Dabei wären doch Viele hier vermutlich dankbar für irgendeinen Gesichtspunkt, irgendein Argument, mit dem man etwa das Eingreifen der Amerikaner verurteilen könnte, mit dem man eine relativierende “ja, aber andererseits Haltung” einnehmen könnte. Doch selbst die Bundestagsparteien sind sich alle erstaunlich einig, dass es so nicht weiter gehen darf, dass die IS gestoppt werden muss. Selbst die Linke lobt die Amerikaner.

Was ist also schief gegangen bei der Öffentlichkeitsarbeit der IS?

Mein Eindruck: Nichts. Im Gegenteil: wir sollen sogar begruselt und schockiert werden, das ist alles Absicht. Hier will niemand irgendwie noch einen halbwegs guten Eindruck machen oder gar Grundlagen für einen späteren Friedensplan legen.

Das, was wir an Schrecklichem hören und sehen, soll uns genauso erreichen. Ja, es scheint fast, ein zynischer islamistischer Think Tank hätte genau und klug überlegt, mit welchen Maßnahmen und Parolen man den Westen am schnellsten provoziert.

Good job – dieser Plan geht 1a auf! In der Folge wird nun die Bereitschaft im Westen zu militärischen Aktionen steigen. Die letzte Drohne ist sicher noch nicht geflogen.

Und warum das? Viel Feind-viel Ehr, groß Feind – groß Ehr: das wertet die IS mächtig auf! Nun strömen neue Kämpfer hinzu (Al Qaida), nun fließen die unterstützenden Petrodollars schneller, nun richtet sich das Auge der Weltöffentlichkeit auf irgendwelche Kalifen – und genau darum ging es. Das ist die IS-Strategie – und Boko Haram verfolgt eine sehr ähnliche.

Wir müssen erkennen, dass wir hier von Islamisten (mal so und mal so) massivst manipuliert werden. Das ist die Gefahr hinter der Gefahr. Unsere Entrüstungsbereitschaft und unser Alarmismus dürfen uns nicht den Schaum vor den Mund treiben und uns in Aktivismus und alte Kreuzritter-Muster fallen lassen. Einfach jeden, der irgendwie militärisch dagegen hält aufzurüsten, darf nicht unsere vorschnelle Antwort sein.

Trotzdem muss natürlich zügig und auch beherzt gehandelt werden. Ob die Bundesregierung hier schon das richtige Niveau erreicht hat, bezweifle ich.

 

Social Media Aussichten

Social MediaAn Hand der Einkaufspolitik der großen Player am Social Media Markt, und insbesondere der von Facebook, analysiert Rosie Scott in einem Beitrag bei Jeff Bullas die zurückliegenden Phasen und Strategien von Social Media und versucht einen Blick in die Zukunft.

Dabei erkennt Frau Scott in den letzten 10 Jahren 4 Kauf-Phasen in der Facebook Einkaufsstrategie, die sie mit den Entwicklungsphasen des Unternehmens abgleicht. Das ist ganz interessant zu lesen.

Ihre Zukunfts-Prognose überrascht indessen nicht sonderlich: Es wird alles noch mobiler!

Auch wenn also die Social Media Aussichten in Rosies Beitrag eher knapp gezeichnet werden, haben wir doch einiges Erwähnenswerte darin entdeckt. Lesen Sie hier, was im Einzelnen:

WeiterlesenSocial Media Aussichten