Umgezogen!

Seit 2 Wochen leben wir nun in Berlin und zwar “for good”, wie die Amerikaner sagen, auf Dauer. Eben noch habe ich in Bad Homburg Rasen gemäht und Rosen geschnitten. Und seit 4.6. ist das alles vorbei. Wehmut? Nicht die Bohne. Ich bin erstaunt, wie wenig mir das alles fehlt.
Das große Haus, die vielen kleinen Aufgaben darin, die bekannten Wege darum, alles abgehakt und abgeschlossen.
Seedamm Bad, Siggis Brötchen, Karstadt Einkauf, Golfplatz, Saalburg, mit der U-Bahn ins Kino, vorher im Brighella essen, merkwürdig merkwürdig, dass das nun überhaupt nicht mehr präsent ist.
Wir haben es eingetauscht gegen eine uns immer besser gefallende Wohnung. Sie wird zum einen stetig wohnlicher, weil wir Karton um Karton auspacken, Möbelstück für Möbelstück, Teppich für Teppich neu platzieren. Aber wir entdecken auch täglich Neuland im Umland. Der Standort Wilmersdorf am Ende des KuDamms und an der Grenze zu Charlottenburg ist wirklich genial. Eben waren wir mit dem Fahrrad in 5 Minuten im Kino am KuDamm, Karten fürs Theater um die Ecke haben wir auch schon, alle Geschäfte, alle Ärzte, alle Kneipen und Restaurants – es ist gleich um die Ecke!
Wir sind total begeistert.
Berlin, Du bist cool!

So sieht übrigens ein Blick von unserer Dachterrasse aus:

140622 Bra46 Dachterrasse

Der gemeine Mensch als solcher

MenschIch habe Mist gebaut!” So beginnt ein Artikel von Kaila Colbin in MediaPost, Rubrik OnlineSPIN.

Das ist schon mal ein guter Anfang, da möchte man weiterlesen. Und es geht auch gut weiter, denn es geht um gute Anfänge.

Wie fange ich Aufmerksamkeit in einer Welt voller fauler oder sehr beschäftigter Menschen?

Kailas Dreisatz geht so:

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Mathematische Frauentheorie

Pünktlich zum Faschingdienstag läuft mir dieser hervorragende Beitrag über die  mathematische Frauentheorie über den Weg!

Ich unterstelle mal, dass die Mehrzahl der Leser ein leicht traumatisiertes Verhältnis zur Mathematik hat – dieses Trauma wird durch den Beitrag in Teilen abgebaut.

Und für die verbleibende Minderheit ist es ohnehin Freude pur.

Der Link zu dem youtube-Video ist: http://www.youtube.com/watch?v=3Fe-a2gUccs

Helau!

Komische Kurve

Vor kurzem bin ich über eine Kurve “gestolpert” (in einem Buch über Chaos-Theorie), für die ich zwar keine Erklärung habe, die aber sagen wir: unterhaltend ist, auch für den Nicht-Mathematiker.

Eigentlich ist es eine Folge, sie hat die Formel

xi+1 = a xi(1-xi).

Sieht gefährlicher aus, als es ist, schauen wir es uns genauer an:

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Wachtmeister iCloud

iPhone verloren – gar nicht gut!

Zunächst dauert es eine Weile, bis man es voll realisiert á la “kann sein, ich hab es auf dem Klo liegen lassen”. Wenns dann eindeutig ist: Voll-Horror. Nicht nur der Wertverlust, auch all die Infos, die nun futsch sind, gerade Termine der nächsten Stunden und Tage, sehr schlimm. Und die Geschenke Liste, Ideen, die übers Jahr so gesammelt wurden, um den großen Präsent-Ideen-Blackout kurz vorm Heiligabend zu überbrücken – einfach weg.

Aber: wir haben das Teil doch bei iCloud regsitriert! Ob das funktioniert? Nach meiner aktuellen Erfahrung kann ich nur sagen: Wie geschmiert! www.icloud.com, Account Daten eingeben, und man hats! 1 Minute.

Und siehe da, es fährt am andern Ende der Stadt spazieren. Google Earth zeigt es kurz drauf ruhend neben einem Mülleimer. Nicht gut. Aber gut andererseits: es ist angeschaltet.

Man kann das Gerät dann vom PC aus als verloren melden und eine Nachricht für den Finder aufs Display schicken, eine Nummer etwa, wo der sich bitte melden soll.  Dann kann das Gerät genau noch das, alles andere ist gesperrt. Nein, es kann auch noch piepen, und das tut es nun in unregelmäßigen Abständen, recht nerviger Ton, will man nicht ewig hören.

Die Polizie findet das alles interessant, lehnt es aber ab, Gräben, Hecken und Mülleimer nach meinem iPhone abzusuchen. War mir zwar nicht recht – aber doch nachvollziehbar. Man rät, doch mal hinzufahren und selbst zu schauen. Und wenn dann irgendwie Leute zu sehen sind, die das Teil haben könnten, dann nochmal anrufen. Nichts selbst machen.

Also Schüffel-Time am Ort der Ortung. Aber die Mülleimer sind frisch geleert und typische Verdächtige (Triaden, Mafia, Skins) stehen gerade nicht in der braven Wohngegend rum.

Wir fahren zur Polizei und zeigen da noch mal im Web den Standort (unverändert seit 2 Stunden). Die Herren rücken aus (in Zivil) und haben simsalabim das Teil in 70 Minuten gefunden. Nur auf Basis der iCloud Verortung.

Ich bin schwer beeindruckt und sage Danke an Apple und die Polizei von Bad Homburg! Das wirkte da alles sehr kompetent.

Ausland fühlt sich komisch an

Nun bin ich zum x-ten Male in Frankreich und dieses Land ist mir auf viele Weisen gut vertraut. Zudem ist es uns Deutschen nah, rein räumlich wie auch kulturell, wirtschaftlich, historisch. USA, England oder die Türkei sind uns ferner, fremder.
Und doch: wie wundere ich mich ein ums andere Mal über die Sonderbarkeiten hier – und wähne mich auch durchaus arrogant darüber stehend. Der Hurra-Patriotismus des Fernsehens, der Chauvinismus in Sachen eigene Lebensart und auch Sprache, die Rücksichtslosigkeit auf der Straße und Vieles mehr – Manches würde ich hier gerne ändern.

Meine Sorge: Das geht sehr Vielen so, Ausland fühlt sich für jeden komisch bis fremd an. Aber wenn es so ist – welche Chancen haben wir dann, Europa noch enger werden zu lassen?

Mir scheint, viele dieser “Merkwürdigkeiten” im Ausland sind eher Soft-Facts, Ussancen, Stilfragen, mitunter sogar Missverständnis-basiert. Kommt es zu normalen “Geschäftsprozessen der Gesellschaft” (Einkauf, Arztbesuch, Studium, Immobilienkauf, Erbschaft etc.), dann ist das weitgehend vertraut und nur nuanciell verschieden.

Trotzdem “reibe ich mich” an Mancherlei. Sind es nicht gerade die Stilfragen, die darüber entscheiden, ob und wieweit man sich vertraut? Kann also noch mehr Integration in Europa gut gehen, die doch auf noch mehr Vetrauen fußen muss?

Eine sehr einfache Frage hilft, dass alles zu relativieren: Könnte ich in diesem Land alt werden? Dauerhaft hinziehen, dorthin, wo es warm ist und als Rentner Tomaten züchten?

Antwort: Nach Stuttgart oder München würde ich nicht wollen, nach Aix-en-Provence oder Montpellier schon. Diese Erkenntnis hat mich selbst verblüfft. So schlimm kann es mit der fremden Kultur wohl doch nicht sein.

Vielleicht ist diese Frage ein ganz guter individueller Lackmus-Test auf gefühlte Fremdheit eines Landes. Ob wir so auch das Maß unserer bevorstehenden Integrationslast abschätzen können, steht auf einem anderen Blatt.

Auch im Winter ist die Bretagne schön

Morgens ist es nahe Null Grad, aber die Sonne wärmt alles schnell bis zu 10 und man kann mittags in warmen Jacken draußen sitzen.
Das Meer ist silbergrau und sieht kalt aus.

La Teignuse

Meer und Wind und Felsen spielen ihr Spiel im Winter wie im Sommer.

Einige Nordmeer-Vögel überwintern hier. Auf dem Bild ist die graue Ringelgans zu sehen, etwa entengroß und recht scheu, man kommt nicht wirklich dicht ran. Sie lebt sommers am Polarkeis.

Graue Ringelgänse

Der weiße Seidenreiher, Egretta Garcetta, ist das ganze Jahr hier.

Seidenreiher

Und die eher zutraulichen schwarzen Kormorane auch. Einige haben einen weißen Bauch, was laut Wikipedia eigentlich eher auf der Südhalbkugel vorkommt und deshalb hier anscheinend eine Rarität ist

Kormorane

Alle Fotos habe ich auf der Halbinsel Quiberon im Süden der Bretagne gemacht. Wer sich hiervon etwas downloaden will: nur zu! Es gibt keinerlei Einschränkungen, CC0.

Die Ebbstrandsandbilder eignen sich z.B. recht gut als Wallpaper.

Verschwörung der Zahnbürstenlobby?

90% der Menschen sind Rechtshänder? So die Richtung.
Nun ist es offensichtlich so, dass ein Rechtshänder die inneren Seiten seiner rechten Backenzähne sehr viel schlechter erreicht als die der linken Seite. Und rhythmische Bewegungen zum Reinigen fallen da schwerer.
Und außerdem sind die meisten bequem und machen lieber, was leichter fällt.
Am leichtesten sind die Frontzähne.
Darum wage ich die These, dass nur 5% der zahnputzenden Kraft der Bevölkerung den rechten Backenzähnen zu Gute kommt (aber ca. 25% den linken und die verbleibenden 70% den vorderen Schneidezähnen).
Dies nun wieder müßte dem Mantra der Zahnbürstenlobby nach zur Folge haben, dass die rechten Backenzähne viel häufiger Karies & Co. kriegen.
Aber fragt man seinen Zahnarzt, dann ist das nicht der Fall. Da gibt es keinen Unterschied.
Also wenn das kein Skandal ist!

Souveränität

Ich stelle mir vor, ich lerne jemand wirklich Bedeutsames, Einflussreiches und Mächtiges kennen. Mann oder Frau, egal, ich sag mal “er”.
Irgendwie begegnen wir uns und lernen einander kennen. Und je länger ich ihn kenne wird mir klar: ich muss ihn permanent loben und bewundern, schon bei der Anrede, aber auch sonst laufend. Sonst wird unsere “Beziehung” leiden, er wird mir vielleicht sogar schaden. Wie ist nicht ganz klar, aber da ist irgendwie Gefahrenpotenzial. Wenn ich hingegen seine Macht und Größe preise und von seinen tollen Leistungen anderen berichte, wenn ich mich ganz ihm zuwende und ihn und seine Überlegenheit immer betone, dann ist das gut für unsere Beziehung, dann will er mir wohl. Einfach gesagt, ich muss ihn total anschleimen, reinkriechen, dann ist gut.
Was werd ich wohl von ihm denken? Arme Sau vermutlich. Krankhaftes Geltungsbedürfnis, sehr schwaches Ego, völlig unsouverän, so die Richtung.
Heute habe ich gedacht: warum sehen wir unser Verhältnis zu Gott nicht mal durch diese Brille? Dieses höhere Wesen, das uns erschaffen hat und uns mit einem Fingerschnips vernichten könnte, das alles kann und alles weiß und alles sieht, hat es nötig oder findet es schön, von uns aufs aller Devoteste permanent angeschleimt zu werden? Wie kann man das glauben? Wie peinlich, sowas zu denken. Wie unsouverän sehen viele von uns ihren höchsten Souverän!