Der gemeine Mensch als solcher

MenschIch habe Mist gebaut!” So beginnt ein Artikel von Kaila Colbin in MediaPost, Rubrik OnlineSPIN.

Das ist schon mal ein guter Anfang, da möchte man weiterlesen. Und es geht auch gut weiter, denn es geht um gute Anfänge.

Wie fange ich Aufmerksamkeit in einer Welt voller fauler oder sehr beschäftigter Menschen?

Kailas Dreisatz geht so:

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Mathematische Frauentheorie

Pünktlich zum Faschingdienstag läuft mir dieser hervorragende Beitrag über die  mathematische Frauentheorie über den Weg!

Ich unterstelle mal, dass die Mehrzahl der Leser ein leicht traumatisiertes Verhältnis zur Mathematik hat – dieses Trauma wird durch den Beitrag in Teilen abgebaut.

Und für die verbleibende Minderheit ist es ohnehin Freude pur.

Der Link zu dem youtube-Video ist: http://www.youtube.com/watch?v=3Fe-a2gUccs

Helau!

Komische Kurve

Vor kurzem bin ich über eine Kurve “gestolpert” (in einem Buch über Chaos-Theorie), für die ich zwar keine Erklärung habe, die aber sagen wir: unterhaltend ist, auch für den Nicht-Mathematiker.

Eigentlich ist es eine Folge, sie hat die Formel

xi+1 = a xi(1-xi).

Sieht gefährlicher aus, als es ist, schauen wir es uns genauer an:

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Ausland fühlt sich komisch an

Nun bin ich zum x-ten Male in Frankreich und dieses Land ist mir auf viele Weisen gut vertraut. Zudem ist es uns Deutschen nah, rein räumlich wie auch kulturell, wirtschaftlich, historisch. USA, England oder die Türkei sind uns ferner, fremder.
Und doch: wie wundere ich mich ein ums andere Mal über die Sonderbarkeiten hier – und wähne mich auch durchaus arrogant darüber stehend. Der Hurra-Patriotismus des Fernsehens, der Chauvinismus in Sachen eigene Lebensart und auch Sprache, die Rücksichtslosigkeit auf der Straße und Vieles mehr – Manches würde ich hier gerne ändern.

Meine Sorge: Das geht sehr Vielen so, Ausland fühlt sich für jeden komisch bis fremd an. Aber wenn es so ist – welche Chancen haben wir dann, Europa noch enger werden zu lassen?

Mir scheint, viele dieser “Merkwürdigkeiten” im Ausland sind eher Soft-Facts, Ussancen, Stilfragen, mitunter sogar Missverständnis-basiert. Kommt es zu normalen “Geschäftsprozessen der Gesellschaft” (Einkauf, Arztbesuch, Studium, Immobilienkauf, Erbschaft etc.), dann ist das weitgehend vertraut und nur nuanciell verschieden.

Trotzdem “reibe ich mich” an Mancherlei. Sind es nicht gerade die Stilfragen, die darüber entscheiden, ob und wieweit man sich vertraut? Kann also noch mehr Integration in Europa gut gehen, die doch auf noch mehr Vetrauen fußen muss?

Eine sehr einfache Frage hilft, dass alles zu relativieren: Könnte ich in diesem Land alt werden? Dauerhaft hinziehen, dorthin, wo es warm ist und als Rentner Tomaten züchten?

Antwort: Nach Stuttgart oder München würde ich nicht wollen, nach Aix-en-Provence oder Montpellier schon. Diese Erkenntnis hat mich selbst verblüfft. So schlimm kann es mit der fremden Kultur wohl doch nicht sein.

Vielleicht ist diese Frage ein ganz guter individueller Lackmus-Test auf gefühlte Fremdheit eines Landes. Ob wir so auch das Maß unserer bevorstehenden Integrationslast abschätzen können, steht auf einem anderen Blatt.

Verschwörung der Zahnbürstenlobby?

90% der Menschen sind Rechtshänder? So die Richtung.
Nun ist es offensichtlich so, dass ein Rechtshänder die inneren Seiten seiner rechten Backenzähne sehr viel schlechter erreicht als die der linken Seite. Und rhythmische Bewegungen zum Reinigen fallen da schwerer.
Und außerdem sind die meisten bequem und machen lieber, was leichter fällt.
Am leichtesten sind die Frontzähne.
Darum wage ich die These, dass nur 5% der zahnputzenden Kraft der Bevölkerung den rechten Backenzähnen zu Gute kommt (aber ca. 25% den linken und die verbleibenden 70% den vorderen Schneidezähnen).
Dies nun wieder müßte dem Mantra der Zahnbürstenlobby nach zur Folge haben, dass die rechten Backenzähne viel häufiger Karies & Co. kriegen.
Aber fragt man seinen Zahnarzt, dann ist das nicht der Fall. Da gibt es keinen Unterschied.
Also wenn das kein Skandal ist!

Souveränität

Ich stelle mir vor, ich lerne jemand wirklich Bedeutsames, Einflussreiches und Mächtiges kennen. Mann oder Frau, egal, ich sag mal “er”.
Irgendwie begegnen wir uns und lernen einander kennen. Und je länger ich ihn kenne wird mir klar: ich muss ihn permanent loben und bewundern, schon bei der Anrede, aber auch sonst laufend. Sonst wird unsere “Beziehung” leiden, er wird mir vielleicht sogar schaden. Wie ist nicht ganz klar, aber da ist irgendwie Gefahrenpotenzial. Wenn ich hingegen seine Macht und Größe preise und von seinen tollen Leistungen anderen berichte, wenn ich mich ganz ihm zuwende und ihn und seine Überlegenheit immer betone, dann ist das gut für unsere Beziehung, dann will er mir wohl. Einfach gesagt, ich muss ihn total anschleimen, reinkriechen, dann ist gut.
Was werd ich wohl von ihm denken? Arme Sau vermutlich. Krankhaftes Geltungsbedürfnis, sehr schwaches Ego, völlig unsouverän, so die Richtung.
Heute habe ich gedacht: warum sehen wir unser Verhältnis zu Gott nicht mal durch diese Brille? Dieses höhere Wesen, das uns erschaffen hat und uns mit einem Fingerschnips vernichten könnte, das alles kann und alles weiß und alles sieht, hat es nötig oder findet es schön, von uns aufs aller Devoteste permanent angeschleimt zu werden? Wie kann man das glauben? Wie peinlich, sowas zu denken. Wie unsouverän sehen viele von uns ihren höchsten Souverän!

Weihnachtlicher Wunsch

Rote Ohren, kalte Füße,
Winterreifen, Weihnachtsgrüße,
randvolle Terminkalender,
Jingelbells auf jedem Sender,
Jahresendpräsentationen,
Glühwein, Kokosnuss-Makronen,
Kirchenlieder, Gänsebraten,
Season’s Greetings aus den Staaten,
Netzbestrumpfte Tannenbäume,
Spielzeugwelten, Kinderträume,
Lichterketten-Gartenpracht,
hell erstrahlt in dunkler Nacht.
Dass bei all dem Sinnenbrausen
Auch ein Fenster bleibt für Pausen,
Ausscheren auf stillre Nebengleise,
verhalten und einfach und fröhlich und leise,
ein paar kleine Momente nur in Harmonie,
ich hoffe, wir alle finden sie.

Asymmetrisches

Unsere Welt ist de facto asymmetrisch – aber wir hoffen überall Symmetrie zu entdecken. Ein gutes Beispiel ist der Dialog, mit These und Antithese. Das klingt sehr symmetrisch, einerseits und andererseits. Aber ist es nicht. These: “Wir werden zu den wirklichen Vorgängen in Fukushima noch immer angelogen.” Beweis: eine Lüge. Die Antithese, dass wir nicht belogen werden ist praktisch unbeweisbar. Das ist zwar grundsätzlich nicht neu, trotzdem hält sich in unserer Vorstellung das Bild von den zwei gleichberechtigten und gleichstarken Dialog-Partner. Anderes Beispiel: “Es gibt UFOs! Hier ist ein Bild von einem UFO.” Sollte sich das Bild als Fälschung oder Irrtum herausstellen, dann wird der UFO-Verfechter das nicht zum Anlass nehmen, seinen UFO Glauben fallen zu lassen. Sollte sich das Bild aber als absolut wahr und mit nichts außer einem UFO erklärbar erweisen, wird der UFO-Bestreiter schon ins Grübeln kommen und ggf. seine Position revidieren.
Wer mit dieser Asymmetrie gut spielt erlangt schnell rhetorische Vorteile. Das Verwenden von Beispielen ist so ein Trick, kostet nichts, kann aber die andere Seite massiv schwächen.