Flüchtlings-Kantine in Wilmersdorf

FlchtlingeHeute hatte ich Frühschicht in der Kantine, 7:00 bis 12:00. Ich war wieder beeindruckt, wie ruhig und gesittet es zugeht. Bin unsicher, ob junge Deutsche auch so freundlich und ordentlich wären. Klar, die Flüchtlinge haben Grund, dankbar zu sein. Und doch…

In der Früh kommen erst mal die Schulkinder mit Familie, gleich um 7:00. Wenn die durch sind, plätschert es dann so dahin bis etwa 10:00. In der letzten Stunde kommen dann noch einmal recht viele.

Die Arbeit ist nicht schwer, eher etwas langweilig. Jeder erhält sein Standard-Paket, kleines Frühstück plus Milch, Tee, Früchtetee oder Kaffee. Die wenigsten bitten um mehr, als pro Person kalkuliert ist.

Am spannendsten ist noch, welche Parolen die Schichtleitung so für uns verkündet. Da gibt es wohl eine große Bandbreite (zum Beispiel: Müll muss sofort entsorgt werden vs. Müll wird gesammelt und gestapelt, bis der einzige, der das darf, fürs Entsorgen Zeit hat). Heute morgen durften wir z.B. keinen Kakao ausgeben, weil die Schichtleitung den Flüchtlingen beibringen wollte, das Früchtetee besser ist. Keine Ahnung, ob das stimmt. Lustig wird’s, wenn die Schichtleitung morgen das genau umgekehrt sieht.

Ich frag mich, ob die Flüchtlinge über so was auch grinsen. Manche denken vielleicht: Kafka ist überall. Womöglich sind sie aber auch solche Anomalien von zu Hause gewohnt. Und so lange es nur Kakao ist…

Aber das sind ja auch nur einige drollige Erlebnisse am Rande. Wo Menschen arbeiten, menschelt es eben auch mal.

Im Prinzip geht es durch die Bank friedlich, freundlich und konstruktiv zu. Es ist immer noch viel Idealismus zu spüren.

Und zum Glück auch eine gute Portion Professionalität im Gesamtkonzept: Rathaus Wilmersdorf ist schon sehr gut organisiert. Man hört von anderen Orten (Spandau, Moabit), wo es wohl ein wenig turbulenter zugeht.

Bürokratie und Flüchtlingshilfe

FlchtlingeNun war ich schon einige Male in meinem Rathaus Wilmersdorf um die Ecke, ich habe es wirklich nicht weit, mit dem Fahrrad 4 Minuten. Aber mein Ziel, irgendwie mit Familien und Kindern zusammen zu arbeiten oder besser: diese zu unterstützen, da bin ich noch nicht angekommen.

Doch das liegt an mir. Denn wenn ich mir die möglichen Einsatzbereiche anschaue auf der wirklich guten Seite Volunteer-Planner (Besuch zu empfehlen, viele Standorte aufgeführt. Man muss sich nur einmal kurz registrieren, geht ganz schnell) – also wenn ich mir da anschaue, was aktuell gebraucht wird, dann fällt schon mal ganz viel weg, weil ich nicht Kurdisch oder Farsi oder oder kann.

Und dann geht’s weiter: Für die Kantine brauche ich die weiße Karte des Gesundheitsamts (das ist die normale rote Karte für die Beachtung der Lebensmittelhygiene, nur gebührenbefreit für Ehrenamtliche). Und für die Arbeit mit Kindern muss ich das erweiterte polizeiliche Führungszeugnis vorweisen. “Erweitert”, weil dann nicht nur im Vorstrafen-Register geschaut wird ob was vorliegt, sondern noch in irgendeiner anderen Datei, die kritische Vorfälle mit Kindern enthält. Keine Frage, “erweitert” macht nur Sinn, muss sein.

Und so lange ich beides nicht habe und keine interessante Sprache spreche, bleibt eigentlich nur Spenden-Management.

Aber nun habe ich beide Dokumente, hurra! und der Weg dahin war interessant. Vielleicht geht den ja nochmal jemand, dann kann er sich unter anderem hier orientieren.

Weiße Karte vom Gesundheitsamt

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Flüchtlingshilfe – neue Freuden wie Hürden

FlchtlingeIn dieser kleinen Reihe berichte ich von meinen Erlebnissen bei der Flüchtlingshilfe. An dem Gerede darüber mag ich nicht teilnehmen, ich kann die Argumente alle nicht mehr hören. Was zählt ist konkretes Handeln. Und da bin ich jetzt eben angekommen.

Nach einer kurzen Orientierungsphase mit selbst gemachtem Kaltstart-Problem, bin ich einfach rein gesprungen in die Action: Im Volunteer-Planner registrieren, Einsatzort, -art und -schicht aussuchen, sich anmelden und dann auch wirklich kommen, das ist alles.

Hilfebereich Spenden-Verwaltung

So gelangte ich zur Spendenannahme und zur Aufräumtruppe für die Kantine. Gestern habe ich mir nun wieder die Spendenannahme gegeben, diesmal die Frühschicht.

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Flüchtlingshilfe ist machbar

FlchtlingeVon meiner kurzen Orientierungsphase in Sachen Flüchtlingshilfe habe ich im vorigen Beitrag berichtet.

Hier geht es jetzt ganz konkret zur Sache, denn gestern hatte ich meinen ersten Einsatztag. Die erste Aufgabe: Spendenannahme und Spendenvorsortierung im Rathaus Wilmersdorf.

Um 12:45 beginnt meine Schicht. Am Eingang Brienner Straße steht Security, man kommt nur rein mit Perso. Aber alles ist locker und freundlich. Beim Helfer Check-in ist es dann genauso, Umhängekärtchen mit Vornamen, weiter zur Koordinatorin Spenden-Management. Wir sind vier, ich bin der einzige Rookie.

Der Job besteht aus zwei Teilen:

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Flüchtlingshilfe – gar nicht so leicht am Anfang

FlchtlingeVor ein paar Tagen wurde mir plötzlich klar, dass ich bei der Flüchtlingshilfe irgendwie mitmachen muss. Was genau der Auslöser war, weiß ich nicht mehr, aber ich konnte diese Bilder und Berichte im Fernsehen nicht mehr anschauen ohne zu denken: was diese Leute aus Syrien, Eritrea oder Mali erlebt haben, muss so gruselig gewesen sein, da will ich wenigstens dazu beitragen, dass es hier nicht immer so weiter geht.

Also ging ich auf die Suche nach Orten und Institutionen, an denen Hilfe möglich ist.

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Amerikaner sind drollig

Vor ein paar Tagen hatten wir Besuch aus Amerika.

Um einen ersten Eindruck von Berlin zu geben bzw. zu bekommen, sind wir ein wenig U- und S-Bahn gefahren, in der City zu Fuß gegangen und auf dem Wannsee Bötchen gefahren. Wir waren im Theater, in den Hackeschen Höfen und in einigen Restaurants. Da parallel die WM gerade läuft, war natürlich viel Public Viewing im Aufbau, zum Beispiel am Brandenburger Tor.

Das meiste nahm man recht brav und interessiert, aber eher still zur Kenntnis. Das Holocaust Denkmal machte allerdings nachhaltig Eindruck, auch der Wannsee gefiel.

Meine Lieblings-Kommentare sind:

  • Gut, dass das Brandenburger Tor noch steht!
  • Man sieht ja nicht mehr viele Spuren vom Krieg.
  • Public Viewing, klar, nur wenig Leute haben hier Television.
  • Ach, hier wurden also viele Spionage-Filme gedreht (Glienicker Brücke).

Wir haben halt alle unsere fertigen Bilder im Kopf.

Umgezogen!

Seit 2 Wochen leben wir nun in Berlin und zwar “for good”, wie die Amerikaner sagen, auf Dauer. Eben noch habe ich in Bad Homburg Rasen gemäht und Rosen geschnitten. Und seit 4.6. ist das alles vorbei. Wehmut? Nicht die Bohne. Ich bin erstaunt, wie wenig mir das alles fehlt.
Das große Haus, die vielen kleinen Aufgaben darin, die bekannten Wege darum, alles abgehakt und abgeschlossen.
Seedamm Bad, Siggis Brötchen, Karstadt Einkauf, Golfplatz, Saalburg, mit der U-Bahn ins Kino, vorher im Brighella essen, merkwürdig merkwürdig, dass das nun überhaupt nicht mehr präsent ist.
Wir haben es eingetauscht gegen eine uns immer besser gefallende Wohnung. Sie wird zum einen stetig wohnlicher, weil wir Karton um Karton auspacken, Möbelstück für Möbelstück, Teppich für Teppich neu platzieren. Aber wir entdecken auch täglich Neuland im Umland. Der Standort Wilmersdorf am Ende des KuDamms und an der Grenze zu Charlottenburg ist wirklich genial. Eben waren wir mit dem Fahrrad in 5 Minuten im Kino am KuDamm, Karten fürs Theater um die Ecke haben wir auch schon, alle Geschäfte, alle Ärzte, alle Kneipen und Restaurants – es ist gleich um die Ecke!
Wir sind total begeistert.
Berlin, Du bist cool!

So sieht übrigens ein Blick von unserer Dachterrasse aus:

140622 Bra46 Dachterrasse