Maulkörbe werden bald knapp!

Corona rüttelt gerade am Stuhl so mancher Regierung. Täglich hört man in den Medien nur Horrormeldungen: Zu viele Infizierte, zu wenig Betten und Beatmungsgeräte, zu viele Tote. Klingt nach schlechter Führung, nach Regierungsversagen. Doch in der modernen Mediendemokratie ist die Lösung dafür ganz einfach: Die Meldungen sind das Problem! Es müssen schleunigst Maulkörbe her!

Vielen Regierenden wird in diesen Tagen klar, wie sehr ihr weiterer Erfolg von etwas abhängt, was sie derzeit nicht kontrollieren können: Der Entwicklung der Epidemie in ihrem Land. Unabhängige Institutionen, wie die WHO oder die Johns Hopkins Universität, berichten ungebremst laufend über eine Fülle epidemiologischer Kennziffern. Sie legen schonungslos die Schwächen nationaler Gesundheitssysteme sowie des jeweiligen nationalen Krisenmanagements bloß. Deutschland steht aktuell ganz gut da, USA, Italien, Spanien und UK gerade nicht so gut – das Bild ist sehr dynamisch.

Solche Vergleiche werfen Fragen auf. Ich dachte, bei uns ist alles super? Wieso können die einen etwas, was wir nicht können? Haben wir in der Vergangenheit etwa Fehler gemacht? Die Bevölkerung ist verunsichert, die Medien bohren nach.

Wie reagieren? Offensiv wirft man erstmal ein paar Nebelgranaten und gibt China und Euopa die Schuld (Trump). Oder der falschen deutschen Zählweise (der italienische Ansatz). Oder man raunt etwas von einer eigenen, intelligenteren Strategie (UK). Spin-Doktoren müssen jedenfalls reichlich Überstungen machen. Es wird auf dem Gebiet auch noch einiges mehr kommen.

Maulkörbe sind die wirkliche Lösung

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Corona zeigt Interessantes auf

18.3.2020

Die Kanzlerin spricht zur Nation. Das macht sie eigentlich nur zu Neujahr, nun also erstmalig zu Corona. Sie beschreibt die Lage (ernst!) und was zu tun geboten ist: Einschneidendes. Und wenn das nicht greift, ist man bereit noch eine Schippe drauf zu legen. Sagt sie so nicht, aber jeder versteht: wenn Ihr Euch nicht zusammenreißt gibt`s Ausgangssperre. Mutti verhängt Stubenarrest, wenn wir nicht brav sind.

Sind wir brav, reißen wir uns zusammen? Es sieht nicht recht so aus. Hier im immer auf Krawall und Widerspruch gebürsteten Berlin geht die Party jedenfalls vielerorts einfach weiter. Mindestabstand? Blödsinn. Händewaschen? Alles Panik-mache!

Man kann es so sehen: In der Bevölkerung gibt es halt immer ein paar, vielleicht 10% oder noch weniger, die machen einfach nicht, was sinnvoll ist und von den Authoritäten gefordert wird. Aber Moment mal, machen diese “Authoritäten” denn selbst alle, was sinnvoll ist? Leider nein, die Verantwortungsträger geben ebenfalls ein eher unscharfes Bild ab. Konnte man gleich im Anschluss besichtigen. Dabei wurde auch noch etwas Anderes deutlich, und das war sehr interessant.

19.3.2020

Einen Tag nach der TV-Rede der Kanzlerin vereinbaren nämlich die Ministerpräsidenten, die Corona-Entwicklung bis zum 21.3., bis Samstag Abend zu beobachten. Am Sonntag, 22.3. wollen sie gemeinsam und bundeseinheitlich mögliche weitere Verschärfungen zu beschließen. Guter Plan, doch Markus Söder will sich als großer Macher profilieren, der frühzeitig, vor den andern bereits durchgreift. Er verhängt einfach bereits am 20.3. eine weitgehende Ausgangssperre – nur für Bayern versteht sich. War mit ihm einen Tag zuvor anders vereinbart, aber mei – so ist Politik halt.

Warum dies, warum konnte er das Wasser nicht halten bis Samstag? Bayern ist immer etwas schneller als der Bund, das will er zeigen. Die anderen MPs und Bürgermeister und insbesondere Armin Laschet sollen als zögerliche Zauderer desavouiert werden. Seine Profilierung ist ihm wichtiger als bundesdeutsche Einheitlichkeit. Das überrascht nicht. Fast alle CSU-Politiker sind bereit, deutsche Interessen für bayerische zu opfern, egal, ob sie regionale oder nationale Ämter bekleiden.

Die letzten drei CSU-Minister haben das Bundesverkehrsministerium praktisch zu einem bayerischen Strukturförderprogramm umfunktioniert. Mit ihren Maut-Tricksereien haben sie zudem das deutsche Ansehen beschädigt und Millionen Euro verbrannt – für bayerische Ziele.

Im Verkehrsministerium war auch lange Zeit das Thema “Digitalisierung” angesiedelt – und wo steht Deutschland jetzt damit? Abgesehen von Bayern auf einem hinteren Platz. In der aktuellen Regierung liegt die Verantwortung für Digitalisierung bei Horst Seehofer. Voran geht natürlich wieder nichts für Deutschland.

Ganz nebenbei merke ich noch an, dass es aus meiner Sicht verfassungsrechtlich nicht okay ist, dass eine Regionalpartei Regierungskoalitionär im Bund wird. Eigentlich dürfte die CSU gar nicht an Bundestagswahlen teilnehmen. Meine Gründe dafür habe ich hier dargestellt.

Die eigentliche Botschaft vom Freitag ist: Söder denkt über Corona hinaus, er schielt offensichtlich nach Berlin, will wohl heimlich doch Kanzler werden. Und das bedeutet: Um Kariere zu machen, schadet er dem Land. Nicht ungewöhnlich, aber trotzdem widerlich.

Todesfall. Was ist jetzt mit dem digitalen Erbe?

Hinterbliebene und Nachkommen haben beim Todesfall eines nahen Verwandten oder Freundes alles Mögliche zu bedenken und zu erledigen. Das digitale Erbe steht für Viele in so einem Moment nicht sehr weit oben auf der Liste.

Sollte es aber. Schon in den ersten Stunden und Tagen “danach” können die Erben entscheidende Weichen klug oder weniger klug stellen.

Das war schon länger so. Doch seit dem BGH-Urteil zu Facebook aus dem Juli 2018 hat das Thema noch an Dringlichkeit gewonnen.

Der Beitrag stellt Maßnahmen zum digitalen Erbe vor, die es bei einem Todesfall zu ergreifen gilt. Fast noch wichtiger sind allerdings die Sachen, die man besser nicht macht.

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Kritisch: E-Mail-Konto einer oder eines Verstorbenen löschen

Natürlich sollen die digitalen Konten einer oder eines Verstorbenen gelöscht werden, nur: nicht sofort!

Gerade das E-Mail-Konto kann für die Erben später noch sehr wichtig sein. Einmal gelöscht, ist es kaum noch zu reaktivieren. Bei manchen anderen digitalen Konten ist es ähnlich.

In dem Beitrag werden die Gründe für diese Empfehlung genannt und einige Sonderfälle rund um das digitale Erbe behandelt.

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Digitaler Nachlass nach dem BGH Urteil – ändert sich was?

Digitaler NachlassDas BGH-Urteil zu Facebook betrifft jeden, der seinen digitalen Nachlass verfassen will.

Insbesondere zwei Fragen haben durch das Urteil neue Bedeutung bekommen:

  • Welche digitalen Konten sollen gelöscht werden?
  • Und welche verbliebenen Konten sollen von wem weiter “gepflegt” werden?

Der Artikel nennt die wichtigsten Inhalte für den digitalen Nachlass. Er zeigt auch einen einfachen Weg auf, so einen digitalen Nachlass zu erstellen.

Kurzer Hintergrund zum BGH-Urteil

Das BGH-Urteil zu Facebook vom 12.7.2018 besagt (unter anderem), dass ein Facebook-Konto vererbt wird.

Zu diesem Thema gibt es hier insgesamt vier Artikel. Zwei sind schon erschienen:

In diesem dritten Beitrag geht es um eine kleinere Zielgruppe. Er richtet sich an Menschen, die in Sachen digitaler Nachlass aktiv sind oder aktiv werden wollen. Eigentlich sollten wir ja alle so etwas aufsetzen, aber bekanntlich ist nur der Geist bei solchen Sachen willig… Was müssen also diese Exoten, die ihren digitalen Nachlass schreiben, nach dem Facebook-Urteil beachten? Darum geht es hier.

Der vierte Beitrag schließlich wird sich um ein noch spezielleres Thema drehen: um den Todesfall im engen Familien- oder Freundeskreis. Das Thema wird also sein: Auf was müssen Hinterbliebene und Erben nach dem Urteil achten?

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Nach dem BGH-Urteil zu Facebook : Was tun, was lassen?

Das BGH-Urteil zu Facebook verlangt zu allererst eines: über Vertrauliches schweigen!

Hintergrund

Das BGH-Urteil zu Facebook vom 12.7.18 besagt: Facebook-Konten sind vererbbar.

Die Erben sind nämlich gar nicht “andere” oder “Dritte”, denen das Telekommunikationsgesetz den Zugang verweigern würde. Erben sind fast wie der “Erblasser” selbst, sie treten an seine Stelle, wie beim Giro-Konto auch.

Und die Kommunikationspartner des oder der Verstorbenen konnten und können nicht sicher davon ausgehen, dass die gemeinsamen Chats & Co wirklich nur die Zielpersonen erreichen. Den Briefkasten im Hausflur kann ja auch ein anderer öffnen. Bei Facebook-Posts, aber auch bei E-Mails, Messages und Chats ist das nicht anders.

Man mag über solche Vergleiche dieses und jenes denken, das Gericht hat es nun mal so gesehen. Die meisten Juristen scheinen auch ganz happy damit zu sein. Diese Denke wird wohl erstmal Bestand haben und sich vermutlich auch noch auf andere Bereiche ausbreiten.

Im letzten Beitrag hierzu habe ich das Urteil mit weiteren Details vorgestellt und beleuchtet.

Das Thema in diesem Beitrag

Was heißt das jetzt für den ganz normalen Web-, Facebook-, Youtube-, E-Mail-, WhatsApp-, DropBox- und iTunes-Nutzer? Was sollte sie oder er tun und was besser lassen?

Der Beitrag richtet sich also praktisch an jeden Internetnutzer. Wenn Sie genau das und keine weiteren Vorbemerkungen lesen wollen, dann klicken Sie hier.

Weitere Themen in folgenden Beiträgen

Nachfolgende Beiträge werden sich an etwas speziellere und damit auch kleinere Zielgruppen wenden:

  • Der nächste Beitrag wird sich an Personen richten, die ihren digitalen Nachlass regeln wollen, im Sinne einer Vorsorge. So, wie man auch irgendwann vielleicht sein Testament schreibt. Nur eben für digitale Sachen und nicht für Briefmarkensammlungen und Siegelringe.
  • Der absehbar letzte Beitrag dieser kleinen Serie richtet sich an Personen, die gerade einen Todesfall im engeren Umfeld (Familie, gute Freunde) erlebt haben. Sie stehen ganz unmittelbar vor der Frage: was mache ich jetzt mit dem ganzen digitalen Kram meines eben verstorbenen Partners, Verwandten, Freundes?

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Facebook-Konto vererben – das geht doch!

Hintergrund

Justitia regelt Vererbbarkeit vom Facebook-KontoErben erhalten Zugang zum Facebook-Konto des Verstorbenen, so urteilte das BGH im Juli 2018. Dieses Urteil ist juristisch wegweisend und schließt manche Regelungslücke zwischen Erbrecht, Datenschutz und Telekommunikationsgesetz. Seine Konsequenzen reichen weit über Facebook und soziale Medien hinaus.

Große Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit erhielt das BGH-Urteil jedoch zunächst nicht wegen seiner juristischen Bedeutung. Es waren die spektakulären Umstände des konkreten Falls, die das Verfahren auf die ersten Seiten der Zeitungen und Newsletter schoben:

Ein minderjähriges Mädchen stürzt vor die U-Bahn, die Eltern wollen die Hintergründe verstehen und sich zudem vor Forderungen schützen. Sie wollen dafür die Kommunikation ihrer toten Tochter einsehen. Das böse Facebook rückt diese Infos aber nicht raus, Konto im Gedenkzustand. Ein Kampf wie David gegen Goliath.

Die Boulevard-Aspekte des Falls treten nun wieder in den Hintergrund und es wird Zeit, sich die eigentliche Bedeutung des Urteils für den normalen Internet-Nutzer anzuschauen. Interessant sind dabei zwei Punkte:

  • Das Urtei selbst: was steht eigentlich drin?
  • Konsequenzen für den einfachen Anwender (E-Mailer, Surfer, WhatsApper und so weiter): was tun, was lassen?

Diesen beiden Themen werde ich in den kommenden Beiträgen nachgehen. Wie das so ist beim Bloggen, weiß man nicht immer ganz sicher, wo man am Ende ankommt. Aktuell rechne ich mit insgesamt 4 Beiträgen, diesen bereits mitgezählt.

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Das Facebook-Dilemma und wie man es angehen kann

Die Facebook-Karawane führt nicht aus dem Facebook-DilemmaWir haben ein Problem

Das Facebook-Dilemma besteht vereinfacht gesagt darin, dass ein System in unsere Gesellschaft, unsere Kommunikation, unsere Köpfe und unser Miteinander eingezogen ist, das diese beschädigen kann, sie beschädigen wird und vielleicht schon beschädigt hat.

Warum Dilemma? Weil es sich bereits “ingenistet” hat. So mal eben entfernen können wir es nicht mehr. Um ein Bild zu benutzen: Wir haben die Pilze schon gegessen, die nicht nur lustig sondern auch krank machen.

Die Frage ist allerdings, ob radikales “Entfernen” der richtige Weg ist, selbst wenn er gangbar wäre.

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Die Facebook-Karawane zieht weiter…

Facebook-KarawaneFacebook-Gate

Mit “Facebook-Karawane” bezeichne ich das Heer der vielen, vielen kleinen und großen Unternehmen, die irgendwie an Facebook hängen, durch Facebook Geld verdienen oder mit Facebook groß geworden sind. Der Begriff ist nicht abfällig gemeint, ich bin sozusagen selbst eins dieser Karawanentiere.

Wir alle haben derzeit Angst, dass das “Facebook-Gate”, der Skandal um Cambridge Analytica und die 50 Millionen gemopsten Daten, das eigene Geschäftsmodell beschädigen, gefährden oder gar vernichten könnte. Es sieht derzeit ja wirklich bedrohlich aus.

Ich frage mich allerdings: Ist diese Sorge das einzige, was uns in diesem Zusammenhang bewegen sollte?

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Facebook Bad News

Facebook Bad News
Bad News sind der Hauptinhalt einer Zeitung.

Gestern ist hier der Beitrag “Facebook News – Sonnenseite” erschienen. Ich berichte darin von den wichtigsten Veränderungen bei Facebook aus dem Januar und Februar 2018 – soweit sie den normalen Nutzer betreffen.

Auf der Business-Ebene, das heißt für Fanseiten-Betreiber und Marken-Bewerber ist Facebook natürlich ebenfalls sehr aktiv – aber das ist nicht mein Thema.

Bad News, das Gegenstück zur Sonnenseite, ist allerdings mein Thema. Und hier gabe es in den letzten zwei Monaten eine ganze Reihe von Ereignissen, Urteilen und Entwicklungen, die alle nicht erfreulich für Facebook waren.

Starker Gegenwind

Die Liste der öffentlich diskutierten, aktuellen Bad News rund um Facebook beginnt mit relativ harmlosen Problemen.

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