Porsche verewigt Namen seiner Facebook-Fans auf Sonder-Modell

Porsche hat auf Facebook eine große Fangemeinde. Der Luxuswagen-Hersteller wollte mit einer besonderen Aktion seine Community noch weiter vergrößern und bot den Fans ein interessantes Incentive: Wenn Porsches Facebook-Seite die Hürde von 1 Million Fans überschreitet (was vor etwa einer Woche geschehen ist), werden die Namen der Fans, die sich über das Soziale Netzwerk angemeldet haben, in ein besonderes Porsche-Modell eingeritzt werden. Dieses personalisierte Modell kann dann im Porsche-Museum in Stuttgart ab Februar 2011 bewundert werden. Die Anmeldung (exklusiv auf Facebook) ist noch bis zum 31. Dezember dieses Jahres möglich. Aktuell haben sich 3.800 Fans einen Platz auf dem Wagen gesichert.

Dieses „Social-Media-Modell“ wird wohl nicht das schönste werden, doch sicherlich eines, das viele Kunden an die Marke bindet.

Interessant ist ebenfalls, dass Porsche anscheinend auf Facebook sehr viel Wert legt, aber gerade mal 3.411 Follower auf seinem Twitter-Kanal gesammelt hat.

Social Gaming: Punkte durch Fahrgemeinschaften

Services in Spiele verwandeln. Diesen Trend erkennen immer mehr Unternehmen und bauen Social Gaming Elemente in ihre Angebote mit ein. Denn Spaß und Motivation durch Belohnungen aktivieren die Kunden stärker als Anweisungen und versprechen damit mehr Erfolg für das Unternehmen.

Die Seite Ridekicks in Großbritannien nutzt Social Gaming um die Fahrgewohnheiten der Menschen zu ändern. Wer Fahrgemeinschaften bildet, erhält Punkte. User, die eine Fahrt planen, veröffentlichen dieses Angebot auf der Plattform – ähnlich wie das in Deutschland etwa bei Mitfahrgelegenheit.de möglich ist. Zusätzlich können sie es in sozialen Netzwerken promoten. Auch die Mitfahrer setzen ihr Gesuch online – auf der Seite oder auf Social Networks. Die Abrechnung erfolgt dann über die Seite, wobei Ridekicks 5% des Fahrpreises einbehält. Fahrer und Mitfahrer erhalten für jede gefahrene Meile einen Punkt. Ebenso wenn sie sich gegenseitig bewerten. Wer schlecht bewertet wurde, bekommt dagegen Punktabzug. In Anlehnung an Foursquare, werden verschiedene Titel vergeben. Ziel der User ist es, „König der Straße“ zu werden.

Noch hat sich Ridekicks nicht entschieden, wie es die gesammelten Punkte weiter belohnt, ist aber offen für Vorschläge.

Eine gute Idee von Ridekicks, über spielerische Anreize etwas für die Umwelt zu tun und nebenbei natürlich Geld zu verdienen.

VW erntet heftige Kritik auf Facebook

Diese Facebook-Aktion von VW ging wohl daneben. Dabei wollte VW alles richtig machen: Es wurde ein Gewinnspiel auf Facebook organisiert, User durften dafür in bester „Mitmach-Web-Manier“ eigene Videos hochladen, und das beste Video erhielt als Preis einen Polo GTI. Thema der selbstgedrehten kreativen Videos sollte sein: „Wie und wo habt ihr mehr Spaß im Leben, wenn ihr es ein bisschen beschleunigt?“ Doch statt Lob erntet der Autobauer nun viel Kritik von seinen Fans. Was lief falsch?

Zunächst war der Voting-Prozess problematisch: Die User selbst durften nur eine begrenzte Zeit am Anfang des Contests abstimmen und ihre Bewertungen zu den Videos abgeben. Dabei verhinderten technische Probleme manchmal, dass eine Stimme gezählt wurde. Die User mussten hier selbst kontrollieren, ob es funktionierte, ohne Hilfe des Supports bei der Fehlerbehebung zu erhalten.

Rechts ein Auszug der Pinnwand von VW:

Nach diesem Abstimmungsprozess kamen nur die besten 30 Videos zu einer Jury. Diese wählte dann – nach nicht öffentlich bekannt gegebenen Kriterien – den Gewinner aus. Die Community wurde nicht beteiligt, was ein Fehler war.

Als Konsequenz kam auch das von der Jury beschlossene Gewinner-Video bei den Fans leider nicht gut an, die sich bei einer demokratischen Abstimmung wohl anders entschieden hätten. Zudem wurden Termine nicht gut kommuniziert: Ende des Hochladens der Videos und Bekanntgabe der Entscheidung standen lediglich im Kleingedruckten der Teilnahmebedingungen und hätten bei einer Gewinnspieldauer von über 2,5 Monaten öfters als Reminder der Community mitgeteilt werden sollen.

Der zweite Preis wurde schließlich von den Fans als beleidigend angesehen: Ein Einkaufswagen. Zwar hat dieser ein angebautes Skateboard, doch ist der Preis nach Meinung der Community viel zu wenig.

Was kann man daraus lernen? Wichtig bei Aktionen im Social Web ist, der Community volle Transparenz zu zeigen. So auch die Kriterien, nach denen die Gewinner ausgewählt werden. Ebenso sollte die Community ernst genommen werden, d.h. Fans sollten mit adäquaten Preisen belohnt werden. Zudem sollten Unternehmen keine Angst davor haben, die Kontrolle abzugeben und die User abstimmen zu lassen. Jurys stehen dem eher im Wege.

Wir hoffen, dass VW die Kritik der Fans ernst nimmt und die nächsten Aktionen besser umsetzen kann.

Dass VW auch anders kann, beweisen allerdings die kreativen Werbespots, die sich zu beliebten Virals entwickelt haben: Die Fastlane Spots auf Facebook oder „The Fun Theory“ auf YouTube.

Audi bringt Augmented Reality Kalender heraus

Audi brachte kürzlich einen Kalender heraus – ganz ohne Autos, nur mit Landschaftsbildern. Das dürfte die Geschäftspartner, die den Kalender erhalten hatten, zunächst ziemlich erstaunt haben. Die Lösung: Augmented Reality. Die Autos werden dank einer Smartphone-App nachträglich virtuell in die Landschaftsbilder eingefügt. Dafür muss der Betrachter die Kamera des Handys einfach auf das Bild halten, worauf ein animiertes Modell einprojiziert wird.

Innovative Idee der Ingolstädter, die das Trendthema der erweiterten Realität gut umgesetzt haben.

Hier das Video dazu:

Studie: Nachhaltigkeit ist Treiber für Unternehmenserfolg

Unternehmen, die nicht nachhaltig wirtschaften, haben langfristig keinen Erfolg. Das ist die Kernaussage der weltweit größten Umfrage unter Firmenchefs. Im Auftrag des UN Gobal Compact hat die Unternehmensberatung Accenture 766 CEOs befragt. 93 Prozent der befragten Manager erwarten, dass Nachhaltigkeit ihr Kerngeschäft in den kommenden Jahren wesentlich prägen und damit letztendlich Einfluss auf Produkte, Kommunikation und Werbung haben wird. 

Angesichts des globalen Wettbeberbs stellt nachhaltiges Wirtschaften eine große Herausforderung für Unternehmen dar. Doch die Mehrheit der Topmanager sieht sich dem gewachsen: 81 Prozent geben an, dass Nachhaltigkeit bereits Teil der Firmenstrategie ist. 2007 lag der Anteil noch bei 50 Prozent. Vor allem in Asien, Südamerika und Afrika ist das Thema weiter auf dem Vormarsch. Hier stufen 98 Prozent der Befragten Nachhaltigkeit als wichtig oder sehr wichtig ein, in Europa sind es 93 Prozent, im Nahen Osten allerdings nur 79 Prozent.
 
Bei den Branchen nehmen die Autobauer eine Vorreiterrolle ein. Kein Hersteller kann sich dem Thema Nachhaltigkeit entziehen, was nicht zuletzt der Think-Blue-Ansatz von Volkswagen oder die Blue-Efficiency-Kampagne von Mercedes-Benz zeigen. In der Konsumgüterindustrie halten 98 Prozent der Befragten eine ökologische, soziale und mitarbeiterorientierte Strategie für wichtig, im Energiesektor sind es 94 Prozent.
 
Die Gründe, warum Unternehmenschefs auf Nachhaltigkeit setzen, überraschen indessen kaum. 72 Prozent glauben, so die Markenpflege zu stärken, das Vertrauen zu erhöhen und das Ansehen zu steigern. 44 Prozent sehen zudem darin Potenzial für mehr Umsatz und Kostensenkungen. Bei 39 Prozent sind es die Erwartungen bei Kunden. Lediglich bei 12 Prozent geben die Aktionäre den Anstoß.

Google arbeitet an Roboter-Autos

Die Autobranche bekommt einen neuen Rivalen: Google. Der Suchmaschinen-Gigant arbeitet, wie auch die großen Autokonzerne, an Fahrzeugen, die sich selbst steuern. Eine erste Testflotte ist bereits auf Kaliforniens Straßen im Einsatz.

Ob Mobilfunk, Medien oder Buchbranche – Google ist bereits in vielen Geschäftsfeldern aktiv. Nun ist die Autoindustrie an der Reihe. Erstaunlich ist, wie lange Google das Projekt geheim halten konnte. Denn mehr als 1600 Kilometer fuhren die sieben Google-Autos bereits ganz ohne menschliches Eingreifen, insgesamt also mehr als 225.000 Kilometer. Gelegentlich waren die Roboterwagen seit mindestens einem Jahr den Fahrern in Kalifornien aufgefallen – sie hielten sie jedoch für modernisierte Street-View-Autos. Die Polizei wusste über die Testfahrten Bescheid, wie Chefentwickler Sebastian Thrun in einem Blogeintrag betonte. Die Fahrten waren auch nur möglich, weil am Steuer Menschen saßen, die jederzeit in das Geschehen hätten eingreifen können. Bis zur Marktreife wird es nach Einschätzung der Google-Ingenieure allerdings noch mindestens acht Jahre dauern.

Neben Google arbeiten auch andere Autohersteller an intelligenten Autos. Der VW-Passat namens „Leonie“ zum Beispiel braucht keinen Fahrer mehr. Das Auto erkennt zum Beispiel schon die Schilder am Straßenrand sowie Menschen oder Tiere, die sich auf die Fahrbahn zubewegen. Oder es strafft schon die Sicherheitsgurte an, wenn ein Aufprall droht.

Googles Chefentwickler Thrun, der schon seit Jahren an Roboterautos arbeitet, glaubt, dass die Technologie die Branche grundlegend verändern kann. So fahren Computer spritsparender als Menschen. Und da die Gefahr von Unfällen sinkt, könnten die Fahrzeuge auch leichter gebaut werden. Für die Zukunft könne man sich auch Autos vorstellen, die man wie ein Taxi an seinen aktuellen Aufenthaltsort ruft – nur ohne Fahrer am Steuer.

Googles großes Zukunftsprojekt zeichnet sich immer mehr ab: künstliche Intelligenz. Vor wenigen Wochen skizzierte Konzernchef Eric Schmidt in Berlin eine Zukunfts-Vision, in der die Computer mit den Menschen mitdenken werden. „In der Zukunft vergessen Sie nichts – weil der Computer sich alles merkt.“ Jeder könne jederzeit alles erfahren – auch wenn er vielleicht noch gar nicht weiß, dass es ihn interessiert. Und man werde sich auch nie wieder verirren. „Der Computer wird in allem gut sein, was wir nicht so gut können.“ Der Preis dafür sei allerdings, dass die Software möglichst alles über einen Menschen wissen müsse, räumte Schmidt ein.

Die New York Times zeigt ein Video der Roboter-Autos.

Smart startet serienmäßiges Car-Sharing

Die zweijährige Erprobungsphase ist beendet: Unter dem Namen „car2go“ bringt die Daimler-Marke Smart ab dem kommenden Jahr Mietautos in die Städte – mit einem sehr einfachen Bedienungskonzept. Wann immer ein Auto benötigt wird, kann es rund um die Uhr spontan auf der Straße angemietet oder mit dem Mobiltelefon, einem Smartphone oder über das Internet von zu Hause gebucht werden. Das Fahrzeug kann dann beliebig lange genutzt und auf jedem freien öffentlichen Parkplatz innerhalb des car2go Geschäftsgebietes zurückgegeben werden.

Das Preissystem ist extrem simpel: Abgerechnet wird pro Minute – Steuern, Versicherung, zurückgelegte Kilometer und sogar die Kosten für den Kraftstoff sind enthalten. Für stundenweise Mieten gibt es günstige Pauschalen. Einzige Nutzungsvoraussetzung ist eine einmalige Registrierung als Kunde und ein gültiger Führerschein, auf den ein kleines, elektronisches Siegel aufgeklebt wird – wodurch der Führerschein zur Eintrittskarte für jedes freie car2go Fahrzeug wird: Durch Vorhalten des Führerscheines an ein Lesegerät im Bereich der Windschutzscheibe öffnet sich die Zentralverriegelung und die Miete beginnt. Nach Eingabe einer persönlichen PIN und einer kurzen Bewertung der Sauberkeit und Schadensfreiheit des Fahrzeugs, beides über einen Bildschirm im Fahrzeuginneren, kann der Kunde losfahren.

Vom klassischen Carsharing unterscheidet sich car2go durch den spontanen und flexiblen vollautomatischen Mietprozess, die Möglichkeit Einweg- und open-end-Mieten vornehmen zu können und die klare und einfache Kostenstruktur. Kernstück ist die neue Bedieneinheit mit einem großem, berührungsempfindlichen Bildschirm. In ihr findet auch der vormals im Handschuhfach untergebrachte Fahrzeugschlüssel seinen sicheren Platz. Bis zu vier Chipkarten (z.B. zum Betanken und zur Einfahrt in Parkhäuser) können ebenfalls dort in eigenen Steckplätzen komfortabel untergebracht werden. Die Telematik-Einheit ist direkt mit der Fahrzeug-Elektronik vernetzt und kann dadurch die Wegfahrsperre steuern: Wenn ein Kunde mithilfe seiner Zugangsberechtigung sowie durch Eingabe einer persönlichen Geheimzahl einen Mietvorgang beginnt, wird die Wegfahrsperre freigeschaltet, und nach Abschluss des Mietvorganges wird sie sofort wieder aktiviert. Die Benutzer-Oberfläche wurde ebenfalls komplett überarbeitet: Sowohl das Bedienmenü als auch das bereits integrierte Radio- und Navigationssystem wurden deutlich aufgewertet, lassen sich noch komfortabler bedienen und entsprechen grafisch dem car2go Design.

Eine weitere Neuheit ist das serienmäßige Solardach. Mit einer Leistung von 100 Watt ist es das leistungsstärkste serienmäßig verbaute PKW-Solardach und ist komplett in die Bordelektrik integriert. Die dadurch gewonnene Solarenergie versorgt die Telematik mit Strom und lädt zudem kontinuierlich die Fahrzeugbatterie, so dass während der Fahrt die Lichtmaschine entkoppelt und so der Treibstoffverbrauch je nach Einsatz um bis zu 10 Prozent gesenkt werden kann. Ist das Fahrzeug in der Sonne geparkt, wird mit dem Solarstrom außerdem die Lüftung betrieben und dadurch die Temperatur im Innenraum um bis zu 18 Grad Celsius abgesenkt. Was der einsteigende Kunde im Sommer oder in südlichen Breiten als willkommenes Komfortplus wahrnimmt, bringt für die Umwelt eine Entlastung, da die Klimaanlage entsprechend weniger Leistung erbringen muss und dadurch der Kraftstoffverbrauch sinkt.

Das Projekt car2go läuft seit 2008 in Ulm und seit 2010 in der texanischen Hauptstadt Austin. In Ulm nutzen mittlerweile 20.000 Kunden die 200 smart fortwo cdi, die im vierten Quartal des Jahres 2010 gegen 300 smart fortwo mhd der neuen car2go edition ausgetauscht werden sollen. Seit Start des öffentlichen Betriebes Ende März 2009 wurden fast 350.000 Fahrten absolviert und mehr als vier Millionen Kilometer zurückgelegt. Der wesentliche Vorteil des Systems, spontane innerstädtische Einwegfahrten zu ermöglichen, steht bei den Kunden hoch im Kurs: Neun von zehn Mieten enden an einem anderen Ort als dem Ausgangspunkt. Die Kunden sind in Bezug auf Fahrtantritt, Fahrtdauer und Fahrtziel völlig flexibel. Auch in Austin wurde car2go hervorragend angenommen. Dort sind nach nur vier Monaten des öffentlichen Betriebs mittlerweile über 10.000 Nutzer registriert und bislang wurden mehr als 80.000 Mieten durchgeführt.

5 außergewöhnliche Social Media Kampagnen

Werbebanner auf einer Website schalten – das war einmal. Heutzutage gelingt es immer mehr Unternehmen außergewöhnliche Social Media Kampagnen durchzuführen und dabei die einzigartigen Möglichkeiten, die das Internet bietet, erfolgreich zu nutzen. Hier sollen ein paar dieser Kampagnen aufgezeigt werden, von denen Unternehmen lernen können, was im Social Web möglich ist.

1. Gap

Die Kampagne:  

Der Bekleidungshändler schloss sich mit der beliebten Seite Groupon zusammen. Groupon bietet seinen Nutzern jeden Tag ein besonderes und günstiges „Angebot des Tages“ an. Finden sich genügend Interessenten, wird es an alle verkauft. Bleibt die Anzahl der Interessenten jedoch unter der kritischen Marke, wird es an niemanden verkauft. Gap bot seinen amerikanischen Kunden auf Groupon einen Deal an, bei dem Kleider im Wert von 50 Dollar für 25 Dollar verkauft wurden. Am Ende des Tages wurden 441.000 Gutscheine verkauft, die dem Unternehmen etwas mehr als 11 Millionen Dollar einbrachten.  

Positives:  

Für Groupon war es der erste US-weite Deal mit einer großen Marke. Für Gap war es ein großer finanzieller Erfolg, der auch viele neue Kunden brachte. Zusätzlich konzentriert sich Gap auf das Aufbauen von Communitys, und hält für Foursquare-Nutzer Angebote bereit. 70 Prozent der Menschen, die in einem Gap-Geschäft einkaufen, informierten sich davor online über die Angebote.  

Negatives:  

Manche Kritiker bemängeln, dass der Groupon-Deal eher ein Verlustgeschäft für Gap war, denn Gap bekam zwar viel Mundpropaganda, brauchte diese aber nicht.  

2. Toy Story

Die Kampagne:  

Um den Film Toy Story 3 zu promoten, veröffentlichten Pixar und Disney eine Vielzahl an Videos, Trailer und Werbefilmen. Neben traditionellen Banneranzeigen und Plakaten produzierte Disney Viralvideos und gefälschte altmodische Werbespots um die neuen Charaktere des Films vorzustellen. Eine iAd für das iPhone 4, welche Informationen zum Film beinhaltet, Trailer und dazu passende Spiele wurde ebenfalls bereitgestellt sowie eine Facebook Fanseite mit der Möglichkeit, Tickets direkt auf Facebook zu bestellen.  

Positives:  

Die altmodischen Spots trafen den Nerv der nostalgischen Eltern. Kauften die Fans auf Facebook Tickets konnten sie dies veröffentlichen und damit einen viralen Effekt auslösen.   

Negatives:

Gerade bei Kooperationen mit großen Marken (wie mit Apples iAd) wirkt das Produkt schnell glatt und das Unternehmen profitsüchtig.  

3.  AOL

Die Kampagne:AOL suchte einen Werbebotschafter für seine Lifestream-Seite (hier werden auf dem Handy alle Social Media-Aktivitäten des Nutzern gebündelt angezeigt). Der Job wurde als Traumjob gepriesen und beinhaltete etliche Boni wie ein stylisches Appartment oder VIP-Zugang bei Konzerten und Events im ganzen Land. Das Bewerbungsverfahren bestand aus traditionellen Vorstellungsgesprächen sowie ein groß angelegter Social Media Voting-Prozess. Der zukünftige Botschafter sollte regelmäßige Updates im Netz veröffentlichen und über den Job berichten. 

Positives: 

AOL versuchte sich als „coole“ Marke zu positionieren. Anstatt teure Werbespots mit Prominenten zu drehen, entschloss sich das Unternehmen, seiner gewünschten Zielgruppe das zu geben, was sie wollte: einen spannenden Job. Durch das Voting wurde ein viraler Faktor eingebaut und eine unterstützende Community aufgebaut, die sich für das Produkt interessiert.Nachteile:Da die Kampagne gerade erst endete, kann über die Langzeit-Effekte noch nichts gesagt werden. Sicher ist jedoch, dass der Hype um AOL und das Gesprächsvolumen sehr schnell endeten, nachdem die Position besetzt war. Kein Bericht des Botschafters könnte wohl so viel Aufmerksamkeit erlangen wie die Kampagne davor.  

4. Starbucks

Die Kampagne:

Starbucks leistet in vielerlei Hinsicht Pionierarbeit im Bereich Social Media Marketing. Der Kaffeegigant bietet seinen Kunden besondere Angebote auf Foursquare und Kaffee-Gutscheine via Twitter. Außerdem werden Werbetweets gesendet sowie auf Twitter und Facebook Aktionen bekannt gegeben, wie der „Free Pastry Day“ (jeder Kunde, der vor 10:30 Uhr einen Kaffe bestellt, bekommt ein Gebäckstück gratis dazu) und der Tax Day (kostenlosen Kaffee für jeden, der seine eigene Tasse mitbringt). 

Positives:

Bietet man seinen Kunden Preisnachlässe und Gutscheine an, sollte man darauf achten, dass man damit die Produkte pusht, die man auch selbst gewählt hat. Starbucks lässt die Kunden nicht frei entscheiden, sondern fördert den Verkauf bestimmter Produkte. Der „Free Pastry Day“ gab Gebäck aus, große Deals fördern oft neue, noch unbekannte Produkte, der „Tax Day“ unterstützte das grüne Image durch Recycling. Die Werbetweets brachten viel öffentliche Aufmerksamkeit in der Social Media Welt – eine Bevölkerungsschicht, die sich Premium-Kaffee leisten kann. 

5. Mountain Dew

Die Kampagne:

Als Mountain Dew einen neuen Geschmack entwickeln wollte, machen sie dies im „Social Media-Stil“. Das Langzeitprojekt DEWmocracy zielte darauf ab, neue Geschmacksrichtungen durch Fan-Abstimmungen zu erhalten. Zunächst standen ein paar Geschmacksrichtungen zur Auswahl, die Fans entwickelt hatten. Ein Mountain Dew Team tourte durch die USA und besuchte die Fans zu Hause. Anschließend wurde jeder Bundesstaat zu einer „Flavornation“ ernannt und bekam ein Team zu Seite gestellt (bestehen aus Fans, Experten und professionellen Werbeagenturen). Jedes Team war verantwortlich für Verpackungsdesign und Social Media Marketing Aktionen wie Viral-Videos, Werbung auf Twitter und Fernsehspots. Der Gewinner wurde ebenfalls durch ein Voting bestimmt.

Positives:

Wie AOL mobilisierte Mountain Dew extrem viele Fans, die bei der Bekanntmachung der Marke halfen. Die Offline-Events an der „Bevölkerungs-Basis“ sorgten im ganzen Land für Gesprächsstoff. Trotz großer Freiheiten der Fans bei der Kreation, wurde durch ein Experten-Team immer die Qualität der Produkte und des Marketing gewährleistet.  

Negatives:  

Zwei Geschmacksrichtungen wurden nicht umgesetzt, da sie im Voting verloren hatte. Dies bedeutet, dass viele Fans an einem Projekt arbeiteten, das später nicht zum Erfolg führte und sie enttäuscht hatte.  

.

Auch die Automobil-Industrie setzt zunehmend auf interessante Social Media Konzepte. So veröffentlichte Ford seinen neuen Explorer exklusiv auf Facebook und erst anschließend auf traditionellen Ausstellungen. Honda warb für seine neues Modell CR-Z in seinem Facebook-Spiel Car Town durch Auswahlmöglichkeit des Modells und eingebaute Werbeanzeigen.

Kreativste Autowerbung stammt von Toyota und VW

Die interessantesten Kampagnen im Bereich Automobil stammen – aus dem Kreis der deutschen Hersteller – von VW. Unter den Importeuren nimmt Toyota den ersten Platz ein. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des Frankfurter Link-Institut für Markt- und Sozialforschung, im Auftrag von Horizont.

Besonders jüngere Menschen im Alter zwischen 14 und 29 Jahre (38,6 Prozent) und Männer (34,8 Prozent) sind von den Commercials der Wolfsburger begeistert. Das liegt sicherlich auch an den spaßigen Spots der „Fast Lane“-Kampagne von VW.

Den Frauen gefallen dagegen eher die Kampagnen von Mercedes-Benz: Für 24,5 Prozent der Frauen sind die Stuttgarter der Werbe-Sieger. Damit belegt Mercedes-Benz unter den deutschen Marken Platz 2 der Kreativ-Rangliste (22,5 Prozent), gefolgt von Audi mit 21 Prozent.

Bei den Importeuren nimmt Toyota trotz Rückruf-Desaster mit 21,7 Prozent die Spitzenposition ein. Renault landet auf Platz 2 (17,8 Prozent) und Peugeot auf Platz 3 (13,7 Prozent). Allerdings gab es auch einen Denkzettel für die Kreativabteilungen der Importeure: Immerhin gaben 26,3 Prozent der Befragten an, dass ihnen keine der genannten Kampagnen gefallen hätte.

Insgesamt wurden 1000 Personen nach den interessantesten Automobil-Kampagnen befragt. Hier das Ranking der deutschen Autohersteller:

Hier ein VW-Spot aus der „Fast Lane“-Reihe, der auf Facebook veröffentlicht wurde:

.

Geniale Viral-Kampagne von Comparethemarket

Wie macht man aus einem eher wenig emotionalen Produkt wie Autoversicherungen eine gelungene Social Media Kampagne? Comarethemarket.com hat es dank eines Erdmännchens geschafft. Comparethemarket.com ist eigentlich eine Suchmaschine für Autoversicherungen in Großbritannien. Nun wurde eine Kampagne gestartet, in der ein russisches Erdmännchen namens „Aleksandr Orlov“ zum Hauptakteur wurde. Zunächst trat die Kunstfigur vor allem im TV in Erscheinung und beschwerte sich in mehreren Spots darüber, dass zunehmend mehr Leute auf der Suche nach comparethemarket.com (Vergleiche den Markt) fälschlicherweise auf „seiner“ Seite comparethemeerkat.com (Vergleiche das Erdmännchen) landen und dort nach billigen Kfz-Versicherungen zu suchen. Um diesem Treiben ein Ende zu setzen, hat es sich deshalb nun entschlossen, diesen Irrtum aufzuklären: Wer Erdmännchen sucht, gehe bitte zu comparethemeerkat.com, und wer eine günstige Versicherung braucht, der solle bitte zu comparethemarket.com gehen!

Ein genialer Schachzug: Das Tier mit dem lustigen russischen Akzent sicherte sich sofort alle Sympathien, bekam einen eigenen Wikipedia-Eintrag mit adligem Familienstammbaum und prägte sogar den Neologismus „Simples“, der Einzug in den britischen Alltag hielt. Die Schwesternseite Comparethemeerkat.com wurde eingerichtet, auch eine eigene Facebook-Seite und Twitter-Account ins Leben gerufen. Mittlerweile hat er 750.000 Fans und 36.000 Follower gesammelt. Viele Fans waren so begeistert, dass sie selbst anfingen, Bilder mit Aleksandr zu verbreiten und Fotomontagen aus aktuellen Nachrichtenbildern zu kreieren. Das ist wahres Viral-Marketing!

Sicher war die Kampagne nicht billig, doch der Erfolg spricht für sich: Nach 3 Tagen hatte die Versicherung das Monatsziel für Kundenanfragen erreicht. Darüber hinaus konnte man ein Gesamtwachstum eingegangener Anfragen von 45% verbuchen, 90% mehr als in der Vergleichsperiode im Vorjahr.

Hier ein TV-Spot:

.