Corona in der Diskussion

Corona Virus

15.3.2020, Corona-Diskussion bei Anne Will. Mir ist besonders der unangenehme Auftritt von Alexander Kekulé in Erinnerung geblieben. Es war mit Händen zu greifen, wie neidvoll und missgünstig der Mann den medialen Erfolg des Kollegen Drosten beobachtet. Ein gutes Beispiel gab’s gleich zu Beginn: Drosten sagt: Die Corona-Pandemie ist eine Explosion in Zeitlupe. Dazu Kekulé: Das sei der größte Blödsinn, den er je gehört habe.

Was ist eine Explosion? In Bruchteilen von Sekunden wachsen zerstörerische Kräfte exponentiell so an, dass eine integre Struktur auseinanderfliegt. Was haben wir hier: Die Entwicklung ist exponentiell und zerstörerisch, aber vollzieht sich in Tagen, Wochen, Monaten. Was also ist falsch an „Explosion in Zeitlupe“? Nichts, es ist verständlich, anschaulich, korrekt. Aber Drosten hatte es gesagt, und das passte dem Professor aus Halle nicht.

In dem Stil ging es die ganze Sendung über weiter. Und dabei immer dieses Weinerlich-Selbstgefällige: „Ich habe ja schon damals gesagt…“ und „hätte man damals meinen Rat…“.

Ja klar, es ist ärgerlich, es tut vielleicht sogar richtig weh, mal Berater der Bundesregierung gewesen zu sein und nun ist auf einmal ein Anderer dran und steht im Scheinwerferlicht. Aber muss man seine Bitterkeit darüber so öffentlich und für jedermann sichtbar zu Markte tragen? Peinlich, peinlich. Es stimmt schon: Diese Krise ist auch ein Charaktertest.

Mich erinnerte der Mann an den Gefängnis-Psychologen in Schweigen der Lämmer, Dr. Frederick Chilton. Der konnte auch nicht verwinden, mal Nummer zwei zu sein. Ist ihm dann ja nicht gut bekommen. Vielleicht war ich also etwas voreingenommen.

Und die anderen Gäste? Eher blass. Minister Scholz war übermüdet und die trägen Diskussionen leid, die er schon so oft geführt hatte. Ministerpräsident Laschet legte sich mehr ins Zeug, aber musste sich auch durch altbekannte Frontlinien kämpfen. Die Anästhesistin aus der Charité, Claudia Spies, war erfrischend unaufgeregt und sachlich. Sie machte nicht den Fehler, Kekulé auf seine Defizite hinzuweisen. Die erkannte man auch so.

Lieber Schornsteinfeger,

Weihnachtlicher Gruß

liebe Sparkasse, liebes Reisebüro, liebe Versicherungsagentin, liebe Friseurin, lieber Autoverkäufer, lieber Tischler, und all Ihr anderen lieben Firmen, Klein- wie Großunternehmer, die Ihr uns keine adventliche Grußkarte und keinen Weihnachtsbrief mehr schickt, in einem Wort:

lieber umsichtiger Lieferant!

Wir möchten, dass Ihr über eines Gewissheit habt:

Wir denken nicht, dass

  • Ihr uns vergessen habt,
  • wir keine wichtigen Kunden mehr für Euch sind,
  • Ihr Euch keine Weihnachtsgrüße mehr leisten könnt oder dass
  • Ihr das Weihnachtsfest einfach nicht achtet.

Das denken wir alles nicht! Vielmehr denken wir, dass

  • Ihr klug und umsichtig seid,
  • Ihr nachhaltig wirtschaftet,
  • Ihr Eure Kraft in Themen steckt, die uns wirklich wichtig sind und dass
  • wir froh sind, dass Ihr unser Lieferant seid.

Wir grüßen Sie und hoffen, dass sich viele andere Unternehmen Ihrem Vorbild anschließen.

Wir grüßen ebenso herzlich alle die Firmen, die noch eine Karte oder gar einen Brief geschickt haben. Wir wissen, welche Mühe das machte, von der Auswahl der Karte über die Zusammenstellung der Empfänger bis zur viel hundertfachen Unterschrift und Frankierung.

Danke für all diese Mühe! Wir haben uns darüber gefreut.

Vielleicht schließen Sie sich im nächsten Jahr aber doch der anderen Gruppe an. Wir würden uns darüber noch mehr freuen.

Fröhliche Weihnachten und erfolgreiches Neues Jahr Ihnen allen!

Todesfall. Was ist jetzt mit dem digitalen Erbe?

Hinterbliebene und Nachkommen haben beim Todesfall eines nahen Verwandten oder Freundes alles Mögliche zu bedenken und zu erledigen. Das digitale Erbe steht für Viele in so einem Moment nicht sehr weit oben auf der Liste.

Sollte es aber. Schon in den ersten Stunden und Tagen „danach“ können die Erben entscheidende Weichen klug oder weniger klug stellen.

Das war schon länger so. Doch seit dem BGH-Urteil zu Facebook aus dem Juli 2018 hat das Thema noch an Dringlichkeit gewonnen.

Der Beitrag stellt Maßnahmen zum digitalen Erbe vor, die es bei einem Todesfall zu ergreifen gilt. Fast noch wichtiger sind allerdings die Sachen, die man besser nicht macht.

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Kritisch: E-Mail-Konto einer oder eines Verstorbenen löschen

Natürlich sollen die digitalen Konten einer oder eines Verstorbenen gelöscht werden, nur: nicht sofort!

Gerade das E-Mail-Konto kann für die Erben später noch sehr wichtig sein. Einmal gelöscht, ist es kaum noch zu reaktivieren. Bei manchen anderen digitalen Konten ist es ähnlich.

In dem Beitrag werden die Gründe für diese Empfehlung genannt und einige Sonderfälle rund um das digitale Erbe behandelt.

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Digitaler Nachlass nach dem BGH Urteil – ändert sich was?

Digitaler NachlassDas BGH-Urteil zu Facebook betrifft jeden, der seinen digitalen Nachlass verfassen will.

Insbesondere zwei Fragen haben durch das Urteil neue Bedeutung bekommen:

  • Welche digitalen Konten sollen gelöscht werden?
  • Und welche verbliebenen Konten sollen von wem weiter „gepflegt“ werden?

Der Artikel nennt die wichtigsten Inhalte für den digitalen Nachlass. Er zeigt auch einen einfachen Weg auf, so einen digitalen Nachlass zu erstellen.

Kurzer Hintergrund zum BGH-Urteil

Das BGH-Urteil zu Facebook vom 12.7.2018 besagt (unter anderem), dass ein Facebook-Konto vererbt wird.

Zu diesem Thema gibt es hier insgesamt vier Artikel. Zwei sind schon erschienen:

In diesem dritten Beitrag geht es um eine kleinere Zielgruppe. Er richtet sich an Menschen, die in Sachen digitaler Nachlass aktiv sind oder aktiv werden wollen. Eigentlich sollten wir ja alle so etwas aufsetzen, aber bekanntlich ist nur der Geist bei solchen Sachen willig… Was müssen also diese Exoten, die ihren digitalen Nachlass schreiben, nach dem Facebook-Urteil beachten? Darum geht es hier.

Der vierte Beitrag schließlich wird sich um ein noch spezielleres Thema drehen: um den Todesfall im engen Familien- oder Freundeskreis. Das Thema wird also sein: Auf was müssen Hinterbliebene und Erben nach dem Urteil achten?

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Nach dem BGH-Urteil zu Facebook : Was tun, was lassen?

Das BGH-Urteil zu Facebook verlangt zu allererst eines: über Vertrauliches schweigen!

Hintergrund

Das BGH-Urteil zu Facebook vom 12.7.18 besagt: Facebook-Konten sind vererbbar.

Die Erben sind nämlich gar nicht „andere“ oder „Dritte“, denen das Telekommunikationsgesetz den Zugang verweigern würde. Erben sind fast wie der „Erblasser“ selbst, sie treten an seine Stelle, wie beim Giro-Konto auch.

Und die Kommunikationspartner des oder der Verstorbenen konnten und können nicht sicher davon ausgehen, dass die gemeinsamen Chats & Co wirklich nur die Zielpersonen erreichen. Den Briefkasten im Hausflur kann ja auch ein anderer öffnen. Bei Facebook-Posts, aber auch bei E-Mails, Messages und Chats ist das nicht anders.

Man mag über solche Vergleiche dieses und jenes denken, das Gericht hat es nun mal so gesehen. Die meisten Juristen scheinen auch ganz happy damit zu sein. Diese Denke wird wohl erstmal Bestand haben und sich vermutlich auch noch auf andere Bereiche ausbreiten.

Im letzten Beitrag hierzu habe ich das Urteil mit weiteren Details vorgestellt und beleuchtet.

Das Thema in diesem Beitrag

Was heißt das jetzt für den ganz normalen Web-, Facebook-, Youtube-, E-Mail-, WhatsApp-, DropBox- und iTunes-Nutzer? Was sollte sie oder er tun und was besser lassen?

Der Beitrag richtet sich also praktisch an jeden Internetnutzer. Wenn Sie genau das und keine weiteren Vorbemerkungen lesen wollen, dann klicken Sie hier.

Weitere Themen in folgenden Beiträgen

Nachfolgende Beiträge werden sich an etwas speziellere und damit auch kleinere Zielgruppen wenden:

  • Der nächste Beitrag wird sich an Personen richten, die ihren digitalen Nachlass regeln wollen, im Sinne einer Vorsorge. So, wie man auch irgendwann vielleicht sein Testament schreibt. Nur eben für digitale Sachen und nicht für Briefmarkensammlungen und Siegelringe.
  • Der absehbar letzte Beitrag dieser kleinen Serie richtet sich an Personen, die gerade einen Todesfall im engeren Umfeld (Familie, gute Freunde) erlebt haben. Sie stehen ganz unmittelbar vor der Frage: was mache ich jetzt mit dem ganzen digitalen Kram meines eben verstorbenen Partners, Verwandten, Freundes?

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Facebook-Konto vererben – das geht doch!

Hintergrund

Justitia regelt Vererbbarkeit vom Facebook-KontoErben erhalten Zugang zum Facebook-Konto des Verstorbenen, so urteilte das BGH im Juli 2018. Dieses Urteil ist juristisch wegweisend und schließt manche Regelungslücke zwischen Erbrecht, Datenschutz und Telekommunikationsgesetz. Seine Konsequenzen reichen weit über Facebook und soziale Medien hinaus.

Große Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit erhielt das BGH-Urteil jedoch zunächst nicht wegen seiner juristischen Bedeutung. Es waren die spektakulären Umstände des konkreten Falls, die das Verfahren auf die ersten Seiten der Zeitungen und Newsletter schoben:

Ein minderjähriges Mädchen stürzt vor die U-Bahn, die Eltern wollen die Hintergründe verstehen und sich zudem vor Forderungen schützen. Sie wollen dafür die Kommunikation ihrer toten Tochter einsehen. Das böse Facebook rückt diese Infos aber nicht raus, Konto im Gedenkzustand. Ein Kampf wie David gegen Goliath.

Die Boulevard-Aspekte des Falls treten nun wieder in den Hintergrund und es wird Zeit, sich die eigentliche Bedeutung des Urteils für den normalen Internet-Nutzer anzuschauen. Interessant sind dabei zwei Punkte:

  • Das Urtei selbst: was steht eigentlich drin?
  • Konsequenzen für den einfachen Anwender (E-Mailer, Surfer, WhatsApper und so weiter): was tun, was lassen?

Diesen beiden Themen werde ich in den kommenden Beiträgen nachgehen. Wie das so ist beim Bloggen, weiß man nicht immer ganz sicher, wo man am Ende ankommt. Aktuell rechne ich mit insgesamt 4 Beiträgen, diesen bereits mitgezählt.

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Das Facebook-Dilemma und wie man es angehen kann

Die Facebook-Karawane führt nicht aus dem Facebook-DilemmaWir haben ein Problem

Das Facebook-Dilemma besteht vereinfacht gesagt darin, dass ein System in unsere Gesellschaft, unsere Kommunikation, unsere Köpfe und unser Miteinander eingezogen ist, das diese beschädigen kann, sie beschädigen wird und vielleicht schon beschädigt hat.

Warum Dilemma? Weil es sich bereits „ingenistet“ hat. So mal eben entfernen können wir es nicht mehr. Um ein Bild zu benutzen: Wir haben die Pilze schon gegessen, die nicht nur lustig sondern auch krank machen.

Die Frage ist allerdings, ob radikales „Entfernen“ der richtige Weg ist, selbst wenn er gangbar wäre.

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Die Facebook-Karawane zieht weiter…

Facebook-KarawaneFacebook-Gate

Mit „Facebook-Karawane“ bezeichne ich das Heer der vielen, vielen kleinen und großen Unternehmen, die irgendwie an Facebook hängen, durch Facebook Geld verdienen oder mit Facebook groß geworden sind. Der Begriff ist nicht abfällig gemeint, ich bin sozusagen selbst eins dieser Karawanentiere.

Wir alle haben derzeit Angst, dass das „Facebook-Gate“, der Skandal um Cambridge Analytica und die 50 Millionen gemopsten Daten, das eigene Geschäftsmodell beschädigen, gefährden oder gar vernichten könnte. Es sieht derzeit ja wirklich bedrohlich aus.

Ich frage mich allerdings: Ist diese Sorge das einzige, was uns in diesem Zusammenhang bewegen sollte?

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Facebook Bad News

Facebook Bad News
Bad News sind der Hauptinhalt einer Zeitung.

Gestern ist hier der Beitrag „Facebook News – Sonnenseite“ erschienen. Ich berichte darin von den wichtigsten Veränderungen bei Facebook aus dem Januar und Februar 2018 – soweit sie den normalen Nutzer betreffen.

Auf der Business-Ebene, das heißt für Fanseiten-Betreiber und Marken-Bewerber ist Facebook natürlich ebenfalls sehr aktiv – aber das ist nicht mein Thema.

Bad News, das Gegenstück zur Sonnenseite, ist allerdings mein Thema. Und hier gabe es in den letzten zwei Monaten eine ganze Reihe von Ereignissen, Urteilen und Entwicklungen, die alle nicht erfreulich für Facebook waren.

Starker Gegenwind

Die Liste der öffentlich diskutierten, aktuellen Bad News rund um Facebook beginnt mit relativ harmlosen Problemen.

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