Mein Recht im Netz – was steht in dem Buch?

Den Inhalt meines Buches habe ich recht ausführlich in diesem Artikel vorgestellt.

Eine wirklich stark eingedampfte Kurzversion ist:

In „Mein Recht im Netz“ geht es um Online Konten oder digitale Identitäten, das ist ungefähr das gleiche. Wann immer wir uns irgendwo einloggen und so Zugang zu einem für uns speziell reservierten Bereich erhalten, nutzen wir ein Online Konto – oder nutzen eine unserer digitalen Identitäten.

Und von diesen „Dingern“, diesen Identitäten, haben die meisten von uns schon eine ordentliche Menge angesammelt: bei E-Mail-Providern, Banken, sozialen Netzen, Lieferanten, Spielen und so weiter.

Ich habe gerade mal für mich selbst gezählt: Wow! – über 150 solche Konten. Das klingt überzogen, aber wenn Sie alle Router, Handies und PCs, alle Autos, Schließfächer, PINs und Cloud Zugänge mal durchzählen, private wie geschäftliche – weit weg von 100 werden Sie wahrscheinlich auch nicht landen.

Um das Management, um die Organisation, Verwaltung und Dokumentation dieser Online Konten oder digitalen Identitäten, geht es in dem Buch.

Da die digitalen Identitäten intimst zu uns gehören, muss jede Dokumentation natürlich zu aller erst absolut wasserdicht sicher sein. Also ist Sicherheit ein großes Thema, Passwörter, Passwort-Safes, Verschlüsselung, Cloud-Services.

Aber auch der digitale Nachlass ist ein wichtiger Aspekt: wie übergeben wir diese Identitäten an Nachkommen? Nicht alles muss überhaupt erhalten bleiben, aber was konkret soll bleiben? Bei wem? Das ist gar nicht so einfach.

Wenn Sie das jetzt noch nicht neugierig gemacht hat, dann erfahren Sie mehr hier.

Und wenn doch – tja, dann könnten Sie sich das Buch ja eigentlich kaufen. Es ist bei der Stiftung Warentest erschienen, ISBN 978-3-86851-374-5.

Ich danke und freue mich über Kommentare.

Flüchtlings-Kantine in Wilmersdorf

FlchtlingeHeute hatte ich Frühschicht in der Kantine, 7:00 bis 12:00. Ich war wieder beeindruckt, wie ruhig und gesittet es zugeht. Bin unsicher, ob junge Deutsche auch so freundlich und ordentlich wären. Klar, die Flüchtlinge haben Grund, dankbar zu sein. Und doch…

In der Früh kommen erst mal die Schulkinder mit Familie, gleich um 7:00. Wenn die durch sind, plätschert es dann so dahin bis etwa 10:00. In der letzten Stunde kommen dann noch einmal recht viele.

Die Arbeit ist nicht schwer, eher etwas langweilig. Jeder erhält sein Standard-Paket, kleines Frühstück plus Milch, Tee, Früchtetee oder Kaffee. Die wenigsten bitten um mehr, als pro Person kalkuliert ist.

Am spannendsten ist noch, welche Parolen die Schichtleitung so für uns verkündet. Da gibt es wohl eine große Bandbreite (zum Beispiel: Müll muss sofort entsorgt werden vs. Müll wird gesammelt und gestapelt, bis der einzige, der das darf, fürs Entsorgen Zeit hat). Heute morgen durften wir z.B. keinen Kakao ausgeben, weil die Schichtleitung den Flüchtlingen beibringen wollte, das Früchtetee besser ist. Keine Ahnung, ob das stimmt. Lustig wird’s, wenn die Schichtleitung morgen das genau umgekehrt sieht.

Ich frag mich, ob die Flüchtlinge über so was auch grinsen. Manche denken vielleicht: Kafka ist überall. Womöglich sind sie aber auch solche Anomalien von zu Hause gewohnt. Und so lange es nur Kakao ist…

Aber das sind ja auch nur einige drollige Erlebnisse am Rande. Wo Menschen arbeiten, menschelt es eben auch mal.

Im Prinzip geht es durch die Bank friedlich, freundlich und konstruktiv zu. Es ist immer noch viel Idealismus zu spüren.

Und zum Glück auch eine gute Portion Professionalität im Gesamtkonzept: Rathaus Wilmersdorf ist schon sehr gut organisiert. Man hört von anderen Orten (Spandau, Moabit), wo es wohl ein wenig turbulenter zugeht.

Flüchtlingshilfe – gar nicht so leicht am Anfang

FlchtlingeVor ein paar Tagen wurde mir plötzlich klar, dass ich bei der Flüchtlingshilfe irgendwie mitmachen muss. Was genau der Auslöser war, weiß ich nicht mehr, aber ich konnte diese Bilder und Berichte im Fernsehen nicht mehr anschauen ohne zu denken: was diese Leute aus Syrien, Eritrea oder Mali erlebt haben, muss so gruselig gewesen sein, da will ich wenigstens dazu beitragen, dass es hier nicht immer so weiter geht.

Also ging ich auf die Suche nach Orten und Institutionen, an denen Hilfe möglich ist.

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Reinstoff – ein Erlebnis

Das Restaurant Reinstoff liegt in Berlin Mitte und hat bereits 2 Michelin Sterne – mit dem Koch Daniel Achilles erworben. Wir waren Mitte Mai da und haben ein Sechs-Gänge Menü aus dem Angebot „weiterdraußen“ ausgewählt.

Das ist schon mal ungewöhnlich: Es gibt nur zwei große Menüs, eben „weiterdraußen“ und „ganznah“ mit 9 bzw. 7 Gängen, und aus einem von beiden pickt man sich seine 5 oder 6 Lieblinge zusammen – oder bestellt eben alles von A bis Z. Hinzukommt: Die Auswahl eines der beiden Menü-Angebote muss man mit frau abstimmen – das geht nämlich nur tischweise.

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ZERO – keine Nullnummer

Bis zum 8.6.2015 kann man die Ausstellung ZERO im Martin-Gropius-Bau in Berlin noch besuchen. Das ist nur zu empfehlen, diese Stunden sind gut angelegt.

Der Untertitel „Die internationale Kunstbewegung der 50er und 60er Jahre“ erscheint spontan etwas hoch und sogar daneben gegriffen – doch das ist er nicht. Spätestens beim Lesen im umfangreichen Katalog wird klar, wie einflussreich ZERO, diese Initiative dreier deutscher Künstler in den späten 50ern, der sich nach kurzer Zeit viele andere aus der ganzen Welt anschlossen, war. Von Mark Rothko wird berichtet, er habe sich nachträglich selbst für eine Art ZERO-Künstler gehalten – ohne zu dieser Gruppe gehört zu haben

Allererste Eindrücke zu den Exponaten erhält man hier, hier und hier, doch das sind wirklich nur Krumen: Die Ausstellung überschüttet den Besucher mit ihrer Objektmenge, fast verschüttet sie ihn.

Interessant und erhellend sind einige Ausschnitte aus einer hr-Produktion zu ZERO von Gerd Winkler aus dem Jahr 1962 mit dem etwas süffisanten Titel „0 x 0 = Kunst“.

In dem Film werden u.a. die drei Gründer von ZERO vorgestellt. Sie sind gerade beim Kunstschaffen, das der Off-Sprecher wohlwollend-ironisierend kommentiert und dabei auch einige Merkmale und Gestaltungs-Prinzipien der ZERO-Kunst vorstellt – gesehen mit den Augen der 60er Jahre.

Die drei Künstler mit Vimeo-Clip sind:

Das hat mir besonders an der Ausstellung gefallen:

  • Die völlige Bezuglosigkeit der Objekte zu irgendetwas Fremdem außer ihnen. Keine Landschaft, kein Körper, kein Akt und ebenso weder Erregung noch Problemlage oder Stimmung des Künstlers werden hier „wiedergegeben“.
  • Die Objekte sind für sich und den Betrachter. Sie laden ein zum drumherum gehen, zum Abstand suchen, nahe Herantreten, Warten. Zur Frage: wie wurde das geschaffen, in welcher zeitlichen Abfolge der Materialbehandlungen?
  • Die scheinbar unbefangene Zukunftsbejahung, der Glaube an die Weiterentwicklung durch Technik. Auch wenn ZERO viele Künstler in irgendeiner Form beeinflusst hat – es ist doch ganz eine Form der frühen 60er Jahre.
  • Die begleitende Literatur im inneren Lichthof und im Katalog. Sie macht bekannt mit neuen Sichtweisen und Begriffen, wie etwa Tachismus (ZERO ist gegen Tachismus).
  • Die Ausstellung hilft, Gegenwartskunst besser zu verstehen.

Vitré – hübsches Städtchen

DSC_5418Etwa 30 km östlich von Rennes, der Hauptstadt der Bretagne liegt Vitré. Der Ort hat keine 20.000 Einwohner und ist auf der Karte unscheinbar. Doch er ist durchaus eine Besichtigung wert. Vor vielen Jahren nannte er sich sogar das Tor zur Bretagne.

Besonders beeindruckend sind hier die große Burg aus dem 11. Jahrhundert, die noch intensiv das Stadtbild bestimmt, die gut erhaltene Altstadt sowie generell der Umstand, dass diese Kleinstadt zu prosperieren scheint. Dabei ist es eher nicht der Tourismus (sooo viele Reisebusse halten hier nicht) und auch keine erkennbare Groß-Industrie.

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Saint Pierre Quiberon – einen Besuch wert

Port Haliguen heißt der kleine Ort mit dem großen Yachthafen an der ruhigen, den Atlantik-Winden abgewandten Südost-Seite von Quiberon. Nur wenige Kilometer nördlich von hier und noch ruhiger mit noch mehr Wattstrand liegt Saint Pierre Quiberon.

Dabei ist die Nachbarschaft rein räumlich zwar korrekt aber kommunal-organisatorisch ein Afront: Port Haliguen ist einfach ein Dorf in der Gemeinde Quiberon, Saint Pierre aber ist selbst Gemeinde, die „andere“ Gemeinde eben auf der Halbinsel.

Saint Pierre leidet darunter, nur für einen kleinen Vorort und Abklatsch des richtigen und großen Quiberon im Süden gehalten zu werden. Man hat durchaus Pfunde, mit denen man wuchern möchte: Die Nationale Segelschule, die angesehenere Kirche (hier ging sogar schon Jacque Chirac zur Ostermesse), der schönere Wochenmarkt, die (angeblich) wertvolleren Künstler, das ruhigere Bade-Meer, die wildere Cote Sauvage, all dies findet man in der Gemeinde Saint Pierre.

Wilde Küste
Wilde Küste

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Öffentlichkeitsarbeit radikaler Islamisten

NahostEs ist in diesen Tagen ja sehr deutlich geworden, dass die effektivsten Waffen der Hamas die Kameras unserer TV-Sender sind. Raketen kann der Iron Dome der Israelis abfangen, aber die Bilder der toten Palästinenser-Kinder in unseren Köpfen nicht.

Und wir erkennen: Das ist kein Zufall sondern Strategie. Nicht die Häuser in Tel Aviv sind das eigentliche Ziel, sie zu zerstören ist wenig nachhaltig. Unsere Bereitschaft, Israel zu unterstützen, soll unterminiert werden.

Der Plan scheint aufzugehen, die Medienarbeit wirkt. Es klingt zynisch angesichts des Leids, aber die Bildermacher und Bilderweitergeber und Inszenesetzer, sie machen hervorragende Arbeit, technisch wie psychologisch. Die Bilder sind hochauthentisch und sie treffen genau da, wo sie sollen: in unsere gutmütigen Herzen.

Ganz kalt kommunikations-technokratisch gesprochen: da beherrschen Leute das Handwerk der Öffentlichkeitsarbeit.

Schauen wir etwas weiter nach Norden, so sehen wir Bilder und hören Berichte vom Handeln der IS im Irak und in Syrien. Man ist im Namen des gleichen Gottes aktiv, doch welch ein Unterschied!

Alle Greueltaten, die sich unsere von skandinavischen Krimis doch schon recht abgestumpfte Phantasie noch ausmalen kann, werden dort real begangen, grausamste, erbarmungsloseste Barbareien an Kindern, Frauen, Zivilsten. Unwiderbringliche Kunstschätze werden zerstört und vormittelalterliche Rechts-Prinzipien ausgerufen. Die IS mag niemand im Westen.

Wie konnte ein solches Kommunikationsdesaster entstehen, wo doch die räumlich wie weltanschaulich gar nicht so fernen Kämpfer in Gaza das PR-Schwert so hervorragend führen?

Hierzu zwei Punkte, über die wir uns intensiver wundern sollten:

  • Über all diese Greuel im Irak und die dahinter stehende menschenverachtende Denkweise erfahren wir sehr viel. Wir sehen viel Leid, das von Islamisten hervorgerufen wurde, hören von schlimmen Exzessen begangen an deren Opfern.
  • Entlastende Gegen-PR erreicht uns indessen von dort nicht. Auch das dümmlichste und durchsichtigste „ab 5:45 Uhr wird zurückgeschossen“ findet nicht statt. Keine Bilder brandschatzender Christen oder Jesiden, keine von verletzten IS-Kriegern oder deren Kindern. Es hält auch niemand eine Rede, die all diese Aktionen irgendwie rechtfertigt, kein IS-Pressesprecher beschwichtigt, verrechnet Aktuelles mit altem Unrecht oder oder.

Dabei wären doch Viele hier vermutlich dankbar für irgendeinen Gesichtspunkt, irgendein Argument, mit dem man etwa das Eingreifen der Amerikaner verurteilen könnte, mit dem man eine relativierende „ja, aber andererseits Haltung“ einnehmen könnte. Doch selbst die Bundestagsparteien sind sich alle erstaunlich einig, dass es so nicht weiter gehen darf, dass die IS gestoppt werden muss. Selbst die Linke lobt die Amerikaner.

Was ist also schief gegangen bei der Öffentlichkeitsarbeit der IS?

Mein Eindruck: Nichts. Im Gegenteil: wir sollen sogar begruselt und schockiert werden, das ist alles Absicht. Hier will niemand irgendwie noch einen halbwegs guten Eindruck machen oder gar Grundlagen für einen späteren Friedensplan legen.

Das, was wir an Schrecklichem hören und sehen, soll uns genauso erreichen. Ja, es scheint fast, ein zynischer islamistischer Think Tank hätte genau und klug überlegt, mit welchen Maßnahmen und Parolen man den Westen am schnellsten provoziert.

Good job – dieser Plan geht 1a auf! In der Folge wird nun die Bereitschaft im Westen zu militärischen Aktionen steigen. Die letzte Drohne ist sicher noch nicht geflogen.

Und warum das? Viel Feind-viel Ehr, groß Feind – groß Ehr: das wertet die IS mächtig auf! Nun strömen neue Kämpfer hinzu (Al Qaida), nun fließen die unterstützenden Petrodollars schneller, nun richtet sich das Auge der Weltöffentlichkeit auf irgendwelche Kalifen – und genau darum ging es. Das ist die IS-Strategie – und Boko Haram verfolgt eine sehr ähnliche.

Wir müssen erkennen, dass wir hier von Islamisten (mal so und mal so) massivst manipuliert werden. Das ist die Gefahr hinter der Gefahr. Unsere Entrüstungsbereitschaft und unser Alarmismus dürfen uns nicht den Schaum vor den Mund treiben und uns in Aktivismus und alte Kreuzritter-Muster fallen lassen. Einfach jeden, der irgendwie militärisch dagegen hält aufzurüsten, darf nicht unsere vorschnelle Antwort sein.

Trotzdem muss natürlich zügig und auch beherzt gehandelt werden. Ob die Bundesregierung hier schon das richtige Niveau erreicht hat, bezweifle ich.

 

Quiberon Küste: eine Foto-Tour

Die kleine Foto-Tour entlang der Küste von Quiberon beginnne ich in Port Haliguen mit Blick auf die Marina.

Port Haliguen

Gut 1.100 Boote haben hier Platz – und jeder Platz ist belegt, die Warteliste ist lang.

Marina Port Haliguen
Marina Port Haliguen

Der Hafen liegt an der dem Wetter abgewandten Ost-Seite der Halbinsel und war bis ins frühe 20. Jahrhundert auch Handelshafen. Heute liegen hier nur noch einige kleine Fischerboote.
Die Schutzmauern des Hafens begrenzen auf der anderen Seite den Badestrand Le Porigo, an dessen Südende auch die Segelschule von Quiberon liegt. Hier wird auf Jollen (Laser, 470er), kleinen Katamaranen und Optimisten unterrichtet.

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Abwechslungsreiches Quiberon

Land am Meer (armor) und Land im Wald (argoat) – so haben die Kelten die Bretagne sprachlich geordnet und das macht immer noch Sinn.

Vielleicht sollte man die Küsten weiter unterscheiden, die romantische rote Küste im Norden: Armoricaine, die wilde Küste im Westen: Finisterre und die wärmere, mildere Küste im Süden: Morbihan.

Wir sind meist in Morbihan, genauer in Quiberon. Das ist eine kleine Halbinsel, die nur über eine sehr schmale Straße und Bahnlinie mit dem Festland verbunden ist. Eine erste Orientierung gibt die Karte. Quiberon ist der Ausschnitt unten links.

Südbretagne
Unten Mitte sieht man Quiberon auch – im Verbund mit den Inselchen Huoat und Hoedic und der etwas vorgelagerten großen Insel Belle Ile.

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