Abwechslungsreiches Quiberon

Land am Meer (armor) und Land im Wald (argoat) – so haben die Kelten die Bretagne sprachlich geordnet und das macht immer noch Sinn.

Vielleicht sollte man die Küsten weiter unterscheiden, die romantische rote Küste im Norden: Armoricaine, die wilde Küste im Westen: Finisterre und die wärmere, mildere Küste im Süden: Morbihan.

Wir sind meist in Morbihan, genauer in Quiberon. Das ist eine kleine Halbinsel, die nur über eine sehr schmale Straße und Bahnlinie mit dem Festland verbunden ist. Eine erste Orientierung gibt die Karte. Quiberon ist der Ausschnitt unten links.

Südbretagne
Unten Mitte sieht man Quiberon auch – im Verbund mit den Inselchen Huoat und Hoedic und der etwas vorgelagerten großen Insel Belle Ile.

Ganz rechts unten ist die Region hervorgehoben, die dem ganzen Department seinen Namen gibt: Der Golf von Morbihan, eigentlich eine Doppelung, denn “Morbihan” bedeutet “kleines Meer”. Das ist eine ganz spezielle Region mit einem ganz eigenen Zauber, über die ich hier sicher auch einmal berichten werde.

Kleine Orte, übersichtliche Größe

Doch zurück zu Quiberon selbst- Die ganze Halbinsel heißt so und der Hauptort im Süden ebenfalls.  Es gibt noch einige weitere Dörfchen auf diesem etwa 9 km langen und 1 km breiten Landstreifen. Die Namen beginnen meist mit “Ker”, Kerhostin, Kerne, Kerneval und so weiter. Weitere größere Orte ind noch Portivy und St. Pierre de Quiberon. Doch mehr als Dörfchen sind es alle nicht. Auf der ganzen Halbinsel leben Off-Season gerade mal 5.000 Menschen. Im Sommer sind es indessen weit über 50.000.

Eine Fahrrad-Rundtour um ganz Quiberon herum dauert ohne Stop ungefähr 90 Minuten. Aber natürlich hält man immer wieder an, um zu schauen, zu besichtigen und zu fotografieren. Denn es gibt viel zu sehen auf diesem kleinen Fleckchen Erde.

Wilde Küste und milde Küste

Da ist im Westen die malerische Steilküste, im Süden der große Strand bei Quiberon Centre Ville, ein Ort, der auch zum Shoppen wie zum Essen gehen einlädt. Aber auch der verzauberte Südzipfel Point du Conguel, die Marina in Port Haliguen, die Hinkelsteine aka Menhire in Saint Pierre, das Wattenmeer am Isthmus, das Fischerdörfchen Portivy – alles ist es wert, nicht einfach im Vorbeifahren wahrgenommen zu werden.

Ähnlich wie Sylt hat Quiberon zwei Seiten: die wildere West-Seite zum offenen Atlantik und die geschütztere Ostseite mit ihren kleinen stillen Stränden und dem Wattenmeer.

Zusammen mit den Inselchen Huoat und Hoedic begrenzt Quiberon im Westen und Südwesten die sogenannte Baye von Quiberon. Sie sind im mittleren unteren Bildauschnitt gut zu erkennen. Dieses natürliche Becken ist recht flach, wärmer als der Atlantik, fischreich und ein herrliches Seglerparadies.

Maritimes Paradies

Beim jährlichen Ansegeln rund um Ostern kann man den Eindruck haben, trockenen Fußes über die Baye zu kommen, so viele Boote sind im Wasser. Boote gibt es hier wirklich genug: Auf der anderen Seite der Bay liegen u.a. Le Crouesty und La Trinité sur Mer mit ihren großen Marinas. Und der Golf von Morbihan ist ebenfalls voll mit kleinen und großen Segel- und Motorbooten.

Quiberon ist also auf jeden Fall ein Paradies für die, die ein Boot führen. Doch auch die Surfer, die Schwimmer, die Wanderer, die Fallschirmspringer, die Naturliebhaber, die Taucher, die Angler – sie können sich hier alle austoben.

Meist kann man auch ausgiebig das Strandleben auf schönem weißen Sand genießen. Doch eine Wettergarantie gibt es in der Bretagne nicht. Eine Regenjacke sowie Alternativpläne für Schlechtwettertage gehören also ins Reisegepäck.

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