Deutschland, Land der Social-Media-Muffel

Im europäischen Vergleich sind die deutschen Nutzer keine großen Social Network Fans. Dies belegt die Studie Global Web Index des amerikanischen Marktforschers Lightspeed. Allerdings gehören wir zu den aktivsten Web-Autoren, die hochmotiviert Selbstgeschriebenes ins Netz stellen.

Nur 33% der deutschen User pflegten in den letzten Monaten ihr Profil in einem Social Network. Russland führt mit 48% die Liste an, und auch die Briten waren mit 47% sehr aktiv bei Facebook und Co. Frankreich belegt mit 29% den letzten Platz.

Begeistert twittern Italien und Russland mit jeweils 12%. Die deutschen liegen mit 6% auf Rang vier was die Nutzung von Microblogging-Diensten betrifft.

Absoluter Spitzenreiter im Content-Sharing ist Russland: 58% der User luden in den vergangenen Wochen Fotos (bzw. Videos mit 38%) hoch.

Bei der Frage, wer in den vergangenen Monaten einen eigenen Text geschrieben und veröffentlicht hat, glänzen jedoch die Deutschen als Nation der Schreiber: Mit 21% führen die einheimischen Nutzer zusammen mit Russland die Liste der Web-Autoren an. Die geringste Begeisterung fürs Publizieren können die Niederlande (6%) und die Briten (7%) aufbringen.

Weltkompakt mit Twitter-Experiment

Moderne Unternehmen twittern. Sie haben einen Gemeinschaftsaccount mit einem offiziellen Twitter-Stream. Dies war SpringersWeltkompakt“ Zeitung jedoch zu rückständig, weshalb nun fast die komplette Redaktion twittert. Jeder Redakteur erhielt ein eigenes Weltkompakt-Kürzel und kann nun selbstständig Micro-Blog-News hinterlassen. Bislang sind es 29 Nutzer, die über den Entstehungsprozess der Ausgaben aus verschiedenen Perspektiven berichten. Dieses Experiment wurde als Teil einer größeren Werbeoffensive gestartet um neue Leser zu gewinnen. Ob der Leser allerdings interessante Dinge über die Entstehung einer Ausgabe erfährt ist fraglich: Zunächst hätte klar dargestellt werden sollen, welcher Redakteur welches Ressort inne hat. Darüberhinaus werden auch sehr private und wenig spannende Details veröffentlicht. Dies kann als Nebeneffekt durchaus so gewollt worden sein, jedoch wird bei dieser Twitter-Offensive ein weiterer Trend extrem deutlich: Je stärker sich die neuen Kommunikationsmedien ausbreiten, desto mehr verschwinden die Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben…

Flierales Marketing bannt Frankfurter Buchmesse

Vielleicht nicht ganz im Sinne des Tierschutzbundes, dafür umso mehr im Blickfeld der Messebesucher: Die innovative Marketingidee des Eichborn Verlags faszinierte auf der Frankfurter Buchmesse. Die Macher des „kleinsten Werbegags der Welt“ setzten auf tierische Unterstützung und brachten kleine Werbebanner an echten Fliegen an. Durch einen Faden wurden die Fliegen mit dem roten Eichbornbanner verbunden und zogen ihre Bahnen und Banner auf dem Messegelände. Diese fliegende Werbung konnte kein Besucher übersehen. Auf Youtube verbreitet sich das Video wie im Flug und definiert eine neue Art des Marketing: das flierale Marketing.

Wir hoffen allerdings, dass Fliegenbanner nicht zum Trend werden, auch wenn Eichborn versicherte, dass keine Fliege zu Schaden kam: Der Banner wurde mit Wachs an den Tieren befestigt und löste sich nach 2 Stunden von selbst ab.

Kundengewinnung dank Cafe Coins

Eine schlaue Geschäftsidee hatten die Besitzer des LCafe in Japan: In diesem Cafe werden den Gästen nicht nur Cafe und Snacks serviert, sondern bei jeder Bestellung zusätzlich sogenannte „L Coins“ geschenkt. Diese Coins können die Gäste direkt vor Ort gegen verschiedene Produktproben eintauschen. Die Auswahl dabei reicht von Kosmetikprodukten über Foods und Drinks bis hin zu Handytaschen. Auch die Bewertung der neuen Produkte lohnt sich: Wenn man im Anschluss einen elektronischen Fragebogen ausfüllt, bekommt man weitere Coins um neue Produkte zu testen.

Die Ursprungsidee, das sogenannte Sample Lab, ist in Japan sehr verbreitet. Hierbei zahlt man in einem Shop eine Jahresmitgliedsgebühr, kann dort aber nicht einkaufen, sondern neue Produkte testen und anschließend bewerten. Den positiven Nebeneffekt des Viralmarketing bekommt der Shopbesitzer zusätzlich, sind seine Kunden doch Trendsetter, kennen die neuesten Produkte und berichten davon. In Deutschland existiert noch kein einziges Sample Lab, was sich vielleicht bald ändern könnte, wenn man den Siegeszug dieses Konzepts in Japan beobachtet.

Twitter und Social Networks kosten täglich 40 Minuten

Die neueste Studie des britischen IT-Beraters Morse wird für Arbeitgeber weniger erfreulich sein: Pro Jahr kosten Facebook und Co. eine Woche Arbeitszeit, was auf einen Tag umgerechnet 40 Minuten ergibt. 1460 Personen wurden hierzu befragt und gaben Auskunft über ihre privaten Web-Aktivitäten. Ein teures Vergnügen für die Unternehmen, da sich die Kosten für die britische Wirtschaft auf 1,5 Milliarden Euro jährlich belaufen. Nicht berücksichtigt wurde dabei allerdings, dass sich der Austausch mit anderen durchaus positiv auf Produktivität und Ideenfindung auswirken kann…

Google bringt kostenloses Navigationssystem aufs Handy

Google kündigte am Mittwoch seine neue Software „Google Maps Navigation“ an, welche den führenden Navigationsgeräte-Herstellern wie Garmin und TomTom starke Konkurrenz machen dürfte. Das Programm soll gratis verfügbar sein und durch GPS –Einbindung Staus, Behinderungen und aktuelle Ampelphasen im Minutentakt aktualisiert anzeigen können. Alle Karten und Daten werden live aus dem Netz geladen. Ebenso ist die Software mit Sprachausgabe und Sprachsteuerung ausgestattet und findet nicht nur Adressen, sondern auch Orte wie Kaufhäuser oder Museen. Zusätzlich kann man sich durch eine thematische Suche beispielsweise zu aktuellen Ausstellungen lotsen lassen. Die Software wird vorerst nur für das kommende Android 2.0 und in den USA verfügbar sein. Motorola kündigte an, dass sein neues Droid das erste Handy sein wird, auf dem die Google-Software laufen wird. Die Aktien der Navigationsgeräte-Hersteller TomTom und Garmin stürzten nach der Ankündigung kurzerhand ab: Die angeschlagene TomTom verlor insgesamt rund 20%, Garmin brach an der Nasdaq um 13% ein.

Trotz Krise: Online-Werbung wächst

Die derzeitige Werbekrise ist im Internet nicht zu spüren. Im Gegenteil: Das virtuelle Medium wird in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen. Laut aktuellem Trendmonitor des Fachforums der Online-Mediaagenturen (FOMA), wird Online-Werbung ab 2010 um durchschnittlich 10 Prozent zulegen. Weitere Kernergebnisse sind: Der Gesundheits- und FMCG-Bereich werden die wachstumsstärksten Branchen sein, die bedeutendste Werbeform im Web wird Videowerbung sein und damit die klassische Bannerwerbung verdrängen. Online-Werbung kristallisiert sich als das Basismedium für junge Zielgruppen und Performance-Kampagnen heraus. Ebenso soll Werbung für mobile Endgeräte sich zu einem zentralen Thema für Agenturen entwickeln. Die Trennung von klassischen und Online-Agenturen wird einer Verschmelzung beider Bereiche weichen. Von den Mediaplanern werden neue Lösungen gefordert werden um die Kunden zu erreichen, da deren Mediennutzung immer fragmentierter und selektiver wird. Targeting und Frequency Capping rücken hierbei stärker ins Licht. Die Themen “Social Media“ und “mobiles Internet“ sind die vielversprechendsten Trends für die FOMA-Mitglieder in diesem Jahr.

Online-Werbung setzt die anderen Mediengattungen, die zuletzt deutlich verloren haben, somit klar unter Druck. Allerdings blieb auch der Wachstums-Höhenflug des neuen Mediums nicht ungebremst: 2007 lag es bei noch 25%, 2008 bei 17%.

Willst du ReTweets halte dich an diese Regeln!

Der auf virales Marketing spezialisierte Wissenschaftler Dan Zarrella erforscht mit seinem neuartigen linguistischem Analyse-Tool TweetPsych das psychologische Profil der Tweeter. Auf dessen TweetPsych-Page kann man sich seine Tweet-Persönlichkeit auswerten lassen, auf Grundlage der letzten 1000 Tweets. Über einen Zeitraum von 9 Monaten analysierte Dan Zarrella 5 Mio. Tweets und 40 Mio. ReTweets und fand heraus, wann ein Beitrag durch die Follower weitergeleitet wird und wann nicht. Seine Ergebnisse lassen folgende Zwitscher-Maximen erkennen: Benutze Kurz-URLs und mehrsilbige Wörter, formuliere im Schlagzeilen-Stil, benutze Doppelpunkte und tweete freitags und montags. Ebenso sollte man negative Emotionen vermeiden sowie Flüche und Selbstreferenz. Positiv hingegen wirken Themen wie Arbeit, Religion, Geld und Prominente. Zarrella erstellte ebenfalls eine Liste der 20 Wörter mit höchster ReTweet- Wahrscheinlichkeit sowie die 20 Wörter mit niedrigster ReTweet-Wahrscheinlichkeit.

weiterlesenWillst du ReTweets halte dich an diese Regeln!

Riskante Partnerschaft von MySpace mit Facebook

Möglicherweise kann man bald Musik und Videos, die auf MySpace veröffentlicht wurden, durch Facebook Connect mit seinen Freunden auf Facebook teilen. Einerseits könnte dies ein schlauer Schritt sein, MySpace als eine auf Musik und Videos spezialisierte Plattform zu re-etablieren, andererseits könnte der Mitgliederschwund von MySpace zunehmen, Facebook stärken (laut einer neuen Studie von Drake Direct sind schon 25% aller Seitenaufrufe in den USA Facebook-Seitenaufrufe) und damit das Aus bedeuten.Wie weit die Connect-Einbindung tatsächlich gehen wird  ist noch unklar, ebenso der zukünftige Weg von MySpace.

Mehr zum Thema auf Mashable.

Facebook und Twitter bald wichtiger als Google?

Das glaubt Sean Parker, ein Social Network Guru aus Kalifornien. Der Grund ist einfach: weil es in Zukunft weniger darauf ankommt, Daten- und Informations-Management anzubieten als Network-Management. Und hier sind gerade Facebook und Twitter gut aufgestellt.

Entscheidend für den Erfolg ist dabei weniger die technische Qualität der Services sondern viel mehr die Qualität der Community selbst.

Weitere Informationen zu diesem Thema gibt es hier.