Wie CEOs in Zukunft Social Media nutzen

Der heutige Geschäftsführer ist nicht social. So zumindest sagt es Forresters Marktforschungs-Chef George Colony. Nur wenige Firmenchefs hätten ein aktives Profil bei den angesagten Social Media Seiten. Dies werde sich allerdings ändern. Die Geschäftsführer der Zukunft sprechen die Sprache der sozialen Netzwerke, sei es im Bereich Personalbeschaffung, Öffentlichkeitsarbeit oder Social CRM.

Doch noch ist es nicht soweit. Laut Colonys Untersuchungen, hat kein einziger CEO der „Top 100 Liste“ des Fortune Magazine (weltweit umsatzstärkste Unternehmen) ein Profil in einem sozialen Netzwerk. Eric Schmidt, CEO bei Google, twittert nur gelegentlich und bloggt nicht. Steve Ballmer, CEO bei Microsoft, besitzt weder einen Twitter-Account noch einen Blog. Michael Dell ist zwar bei Twitter, doch kein Blogger. Steve Jobs von Apple und Larry Ellison von Oracle sind weder bei Twitter, noch bei Facebook, noch bei LinkedIn oder schreiben einen Blog.

Die Social Media-Abstinenz der CEOs steht im krassen Gegensatz zur sonstigen Netzwerk-Nutzung der Bevölkerung: Der Durchschnitts-User verbringt 22,7 Prozent seiner Zeit auf Facebook und Co. – doppelt so viel Zeit, wie jede andere Online-Aktivität. Dort erfährt er vom Weltgeschehen und nicht durch traditionellen Nachrichten-Seiten wie New York Times oder Spiegel Online.

Jedes Unternehmen, egal wie groß, wird in Zukunft von Social Media beeinflusst, intern und extern, so Greg Goldman, frührer Chef bei ABC. Oftmals ist es die jüngere Generation der CEOs, für welche die Einbindung von Social Media Tools selbstverständlich ist: Ihre Firmen monitoren, reagieren und binden die Kunden aktiv ein. Führen diese Firmen ein neues Produkt ein, wissen sie dank Twitter sofort, wie es die Kunden angenommen haben, fragen direkt nach, um noch mehr Infos darüber zu erhalten. Social Media kombiniert somit große Maßstäbe (eine enorme Anzahl an Kundengesprächen) mit extremer Feinkörnigkeit (die Möglichkeit bei jeder einzelnen Antwort nachzufragen).

Die weitverbreitete Furcht, dass Social Media zu riskant bei CEOs sei, wird der Überzeugung weichen, dass es eine große Chance ist. Wer heutzutage mit den sozialen Netzwerken aufwächst, wird von seinen Kollegen später ebenfalls erwarten, dass sie damit umgehen können und sie nutzen.

Colony gibt eine 4-Schritte Methode an, die CEOs auf dem Weg zur erfolgreichen Social Media-Nutzung beherzigen sollten: die richtige Zielgruppe ausfindig machen, einen klaren Grund für die Präsenz im Sozialen Netzwerk definieren, die Erwartungen an das Medium formulieren und die richtige(n) Plattform(en) wählen.

Auch Steve Rubel, Geschäftsführer bei Edelman Digital sieht große Chancen in der Nutzung von Social Media bei CEOs. Eine Möglichkeit besteht im Bereich Public Relations, das im neuen Social Media-Zeitalter zu Public Engagement wird. Die übliche Bezahl-Strategie der PR wird neuen und sozialen Auftritten weichen. CEOs werden die internen Barrieren im Unternehmen verringern, sodass die Kunden auf jeder Ebene direkt eingebunden werden können.

Auch im Bereich Personalbeschaffung gibt Social Media CEOs die Chance, neue Mitarbeiter zu finden. Wird ein Executive Blog geführt, können zum Beispiel interessante Kommentare auf einen fähigen neuen Mitarbeiter hindeuten. Aber auch im B2B-Bereich machen Executive Blogs vielleicht neue Kooperationspartner aufmerksam und festigen bestehende Beziehungen.

„Jeder CEO besitzt ein CRM dashboard. In Zukunft wird jeder CEO ein Social Media dashboard besitzen“, so Somrat Niyogi, CEO bei Miso. Jede Geschäftseinheit werde Social Media nutzen: Die Kundenbetreuung wird damit Fragen beantworten können, der Vertrieb weiß in Echt-Zeit wie ihre Kunden das Produkt annehmen, und die Marketing-Abteilung wird Social Media als neuen Channel hinzufügen um mit neuen oder bestehenden Kunden in Verbindung zu treten.

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