WhatsApp auf dem Vormarsch

Zu WhatsApp kann man ja durchaus kritische Aspekte zusammentragen. Das Unternehmen ist kaum transparent (fast unauffindbar hinter einem Sushi-Restaurant irgendwo im Valley?), die führenden Mitarbeiter sind praktisch unbekannt (ein recht kryptisches Interview mit Jan Koum gab es ausnahmsweise beim letzten DLD), es hat ein schwer nachvollziehbares Tarifmodell (irgendwas zwischen lebenslang kostenlos und jährlicher Nutzungs-Gebühr) und in Sachen Datenschutz hat die Stiftung Warentest schon im Mai 2012 höchste Bedenken angemeldet: das gesamte Telefonbuch des Nutzers wird unverschlüsselt an amerikanische Server übertragen. WhatsApp rüstete daraufhin nach und verschlüsselt nun, doch die eingesetzte Technik sei, so wird kritisiert, kaum ein echter Schutz.

Die Nutzer scheint das alles nicht zu stören, denn WhatsApp hat in D nun schon rund 30 Millionen (mehr als Facebook hier Mitglieder hat!) und der Zuwachs geht weiter. Er findet statt auf dem Rücken des mobilen Internets, denn etwas vereinfacht gesagt ist WhatsApp so etwas wie MoIP, „Message over IP“. Darum gibt es bei WhatsApp die beliebten kostenfreie Tarife, darum können hier auch Bilder und z.B. GPS-Daten übermittelt werden.

In ihrem monatlichen Kurzbericht stellt das Institut für Demoskopie, Allensbach (IfD), in Ausgabe 1-14 nun einige Eckdaten zu Nutzern und Nutzung von WhatsApp vor. Wir haben das hier in einer Grafik zusammengefasst:

WhatsApp Grafik
*)Mit dem Asterix bei „Sonstiges“ soll darauf hingewiesen werden, dass in dieser Gruppe die Antwort „Ganz unterschiedlich“ den höchsten Anteil hat. Von den 24%-Punkten bei „gesamt“ entfallen hierauf 20%-Punkte. D.h. die Nutzer gehen differenziert, Themen- oder Empfänger-bezogen vor. Viele werden sich auch an der jeweiligen Verbindungsqualität orientieren. WhatsApp ist erst im WLAN richtig schnell und dann natürlich garantiert gratis.

Die relativ hohe Akzeptanz von WhatsApp bei jüngeren Nutzern korreliert mit der höheren Smartphone-Dichte in dieser Gruppe. Man braucht nicht viel Phantasie, um sich vorzustellen, wie sich das Wachstum hier weiter fortsetzt. Alle Einfluss-Faktoren zeigen weiter nach oben.

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