Social Media Aussichten

Social MediaAn Hand der Einkaufspolitik der großen Player am Social Media Markt, und insbesondere der von Facebook, analysiert Rosie Scott in einem Beitrag bei Jeff Bullas die zurückliegenden Phasen und Strategien von Social Media und versucht einen Blick in die Zukunft.

Dabei erkennt Frau Scott in den letzten 10 Jahren 4 Kauf-Phasen in der Facebook Einkaufsstrategie, die sie mit den Entwicklungsphasen des Unternehmens abgleicht. Das ist ganz interessant zu lesen.

Ihre Zukunfts-Prognose überrascht indessen nicht sonderlich: Es wird alles noch mobiler!

Auch wenn also die Social Media Aussichten in Rosies Beitrag eher knapp gezeichnet werden, haben wir doch einiges Erwähnenswerte darin entdeckt. Lesen Sie hier, was im Einzelnen:

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Wie man im Web 2.0 erfolgreich recherchiert

Um langfristig im journalistischen und kommunikativen Wettbewerb zu bestehen, müssen Journalisten, PR-Fachleute und Kommunikationsschaffende in der Lage sein, Informationen im Web schnell ermitteln, bewerten und validieren zu können. Das Seminar „Recherche 2.0: So funktioniert der Faktencheck im (Social) Web” von André Vatter vermittelt hierfür das notwendige Know-how. Es wird erläutert, warum Google und Wikipedia nicht das Maß aller Dinge sind, welche Tools eine professionelle und effiziente Recherche sowie ein Monitoring im Web 2.0 vereinfachen.

Die Themen im Überblick:

#1. Das Internet und Social Media
#2. Das verhinderte Attentat
#3. Aus Fehlern gelernt (dpa)
#4. Know your Google
#5. Traditionelle Quellenfindung
#6. Der “Ich glaub’ es hackt!”-Eklat
#7. Website-Analyse
#8. “Es ist Recherche, kein Stalking!”
#9. Achtung Wikipedia!
#10. Die liebe Politik
#11. Willkommen im Echtzeitnetz
#13. Das drittgrößte Land der Welt
#14. Exkurs: Bildrecherche
#15. Wie Meldungen entstehen aka
“Blumenkübelgate”



Das Wissen der Welt: Qwiki bietet 3 Millionen interaktive Videopräsentationen

Das Startup Qwiki erfindet eine neue Art, wie Menschen Informationen erfahren: Wer auf der Seite einen Suchbegriff eingibt, erhält dazu eine interaktive Videopräsentation, in die Informationen aus verschiedensten Quellen einfließen. Eine Art multimediale Wikipedia. Mehr als 3 Millionen beeindruckende Video-Clips können schon abgefragt werden. Die Echtzeit-Daten werden automatisch zusammengestellt und stammen unter anderem aus Wikipedia und vielen anderen Medienquellen. Startet man eine Präsentation, werden automatisch ablaufende Bilderreihen gezeigt, eine Stimme liest dazu einen, am unteren Bildrand einge-blendeten, Text vor, und der User kann jedes Bild anklicken um weitere Informationen als Diashow zu erhalten.

Ein extrem praktischer Service, um sich über verschiedenste Themen multimedial und zeitsparend zu informieren. Denn während man Google entweder nach Webseiten oder Bildern oder Maps einzeln suchen muss, ist hier alles miteinander verwoben. Auch den Abstecher zu Flickr, YouTube oder Wikipedia muss der Nutzer nicht mehr machen.

Was man momentan sieht, ist erst der Anfang. Qwicki will seinen Service weiter ausbauen und auch für Social Media Nutzer und kleinere Unternehmen attraktiv machen. So sollen Social Media Nutzer ab 2011 die Videopräsentationen (genannt Qwikis) auch für ihr soziales Netzwerkumfeld abfragen können, und Unternehmen erhalten Infoshows mit aggregierten Produktbewertungen aus verschiedensten Online-Portalen wie z.B. Yelp.

Wer den Service testen möchte, kann sich hier anmelden.

Wie Unternehmen auf Informationsseiten punkten können

Soziale Netzwerke sind als Informationsquelle extrem beliebt. Diese Tatsache können findige Unternehmen gezielt für sich nutzen. Denn Soziale Netzwerke bieten mehr als nur Beziehungen zu Nutzern, die einen ähnlichen Geschmack in Bezug auf Musik, Reisen oder Literatur haben. Als Informationsquelle bietet das Social Net mit seinen nutzergenerierten Antworten oder von Nutzern erstellten Enzyklopädien dem Suchenden wertvolle Informationen. Und wer hierbei die besten Beiträge liefert wird belohnt. Engagierte Teilnehmer erhalten Lob und Anerkennung. Genau hier können Unternehmen ansetzen und sich ebenfalls durch qualifizierte Beiträge Respekt verschaffen. Eine Auswahl an populären Websites, bei der man mit Fachwissen auf sich aufmerksam machen kann:

Wikipedia Diskussion: Wer im Netz nach etwas sucht, wird mit großer Wahrscheinlichkeit zuerst auf Wikipedia landen. Hier gibt es bei den Artikeln einen Diskussionslink, der auf die entsprechende Diskussionsseite verweist. Für Unternehmen ist sie besonders wichtig, da sie dort sachliche Unstimmigkeiten selbst bereinigen können, ohne einen Ausschluss vom Wikipedia-Dienst befürchten zu müssen. Hier wird auch diskutiert, wie Artikel verbessert werden können, mit kleinen oder ausführlichen Notizen von verschiedenen Nutzern.

Mahalo: Mahalo ist eine von Nutzern gepflegte Suchmaschine und Plattform für den Wissensaustausch. Nutzer werden aufgefordert, Mitglied zu werden und ihr Wissen im Austausch für Mahalo-Dollar einzubringen. Diese Mahalo-Dollar können als echte Dollar ausgezahlt werden. Das Prinzip: Trinkgeld gegen Internetrecherche der User.

Yahoo! Clever: Eine der populärsten Frage-und-Antwort-Seiten im Netz. Mehrere Hundert Millionen regelmäßige Nutzer und wohl Milliarden von Antworten. Funktionsweise: Teilnehmer stellen Fragen an die Community, wobei gute Antworten Punkte erhalten. Diese Punkte bringen dem Nutzer einen guten Ruf auf der Site. Doch Vorsicht: Den Nutzern, die Fragen stellen, zieht Yahoo! Punkte ab. Hier kann man sich ruhig offen als Geschäftsinhaber zu erkennen geben und Eigenwerbung betreiben.

Wer-weiss-was: Deutschsprachiges Frage-Antwort-Portal, in dem fast 500.000 User registriert sind, u.a. Rechtsanwälte, Ärzte oder Lehrer. Sie beantworten sich jede erdenkliche Frage.

WikiAnswers: Mit etwa 19 Prozent Gesamtanteil ist WikiAnswers die zweitbeliebteste F&A-Seite. Hier wird immer nur eine einzige Antwort gegeben, die aber jederzeit von den registrierten Nutzern verbessert und präzisiert werden kann.

Ask Metafilter: Sehr engagierte Community mit guten Antworten. Doch Vorsicht: Die Registrierung kostet 5 Dollar, und Eigenwerbung der Unternehmen kann einen Ausschluss zur Folge haben. Deswegen sollte man hier allzu eigennützige Beiträge besser vermeiden.

Answerbag: Hier können Antworten kommentiert werden. 

Askville: Das zu Amazon gehörende Portal hat oft sehr gut recherchierte Antworten. 

Twitter Answers: Fragen können per Twitter beantwortet werden. Der Fragensteller erhält dann bis zu vier Antworten auf seiner Website oder auf seinem Handy. Zu Marketing Zwecken ist dieses Tool eher ungeeignet, da die antworten immer nur an eine einzige Person gehen.

Qype: In Deutschland sehr beliebtes Empfehlungsportal. Alle wichtigen Anlaufpunkte werden aufgelistet und von Usern bewertet. Von Autowerkstatt bis Zoologischer Garten. Man kann gezielt nach Unternehmen, Anbietern oder Ärzen im jeweiligen Ort suchen und erhält Adresse, Telefonnummer sowie Bewertungen anderer Menschen. Gerade Unternehmen mit lokalem Publikum sollten diesen Account pflegen.

Das Prinzip ist also: Der Community etwas geben und durch gut recherchierte und qualifizierte Antworten Glaubwürdigkeit und Vertrauen erlangen. Nutzer verweisen vielleicht auf den sachkundigen Artikel des Unternehmens und verlinken ihn. So wird Traffic generiert und man kann sich als Meinungsführer in einer Branche etablieren.

Wikipedia verliert massiv Autoren

Schon seit längerer Zeit vernimmt man, dass es Konflikte hinter den Kulissen von Wikipedia gibt. Das Wall Street Journal hat nun erstmals Daten veröffentlicht, die den Autorenschwund der Wissensplattform belegen: In den ersten 3 Monaten dieses Jahren haben 49.000 freiwillige Autoren die amerikanische Wissensplattform verlassen. 2008 waren es im gleichen Zeitraum nur 4.900. Im Gegensatz dazu wächst jedoch die Beliebtheit der Online-Enzyklopädie: So ließ sich ein Anstieg der Besucherzahlen verzeichnen. Laut comScore wuchs die Zahl der Wissbegierigen innerhalb eines Jahres um 20 Prozent. Die Gründe der Autorenflucht liegen in mehreren Bereichen: 8 Jahre nach der Gründung von Wikipedia durch Jimmy Wales ist eine solide Informationsbasis erreicht und kein großer Aufholbedarf an Artikeln vorhanden. Problematischer ist jedoch, dass Neuautoren von einem mehrere hundert Seiten langem Regelsystem abgeschreckt werden. Zudem zensieren Administratoren strikt und es herrschen endlose Debatten um relevante Beiträge, die „mächtigere“ Admins für sich entscheiden. Wikipedia leidet an dem „Viele Köche verderben den Brei“-Syndrom. Doch gerade diese Crowdsourcing-Komponente war der Kerngedanke der Plattform. Eine kollektive Intelligenz machte Wikipedia erst möglich. Allerdings scheint wohl eine gewisse Grenze überschritten worden zu sein und der Gedanke in der Realität nicht praktikabel. So wird Wikipedia wahrscheinlich weiter an Autoren verlieren und sich mehr und mehr zu einer redaktionell betreuten Enzyklopädie entwickeln.

Twitter + Wikipedia = Twick.it

„Fasse Dich kurz!“ lautet die Devise von Twick.it. Das neue Web2.0 Projekt kreiert eine Art Mini-Wikipedia im Twitter-Format. In der Enzyklopädie Twick.it darf man nur Beiträge schreiben, die nicht länger als ein Tweet sind, d.h. maximal 140 Zeichen enthalten. Diese sogenannten Twicks können, im Gegensatz zu Wikipedia-Einträgen, nicht editiert werden. Allerdings darf jeder User seine eigene Erklärung verfassen, die dann von anderen Nutzern bewertet werden kann. Je besser die Bewertung, desto weiter oben im Ranking erscheint der Beitrag. Eine semantische Analyse-Funktion erkennt zudem thematisch verwandte Einträge und stellt diese als Tag-Cloud oder Wissensbaum übersichtlich dar. Zwar ist Twick.it noch im Beta-Stadium, allerdings können sich User seit letzter Woche registrieren und ihre Twicks posten und mit Links füllen. Ende des Jahres soll die in Siegen entwickelte Erklär-Maschine betriebsbereit sein. Eine spannende Idee, die unserer heutigen nach schnellen Informationen strebenden Gesellschaft Rechnung trägt und dem Informations-Overkill entgegentritt. Vielleicht etwas zu drastisch, denn ob man in 140 Zeichen erklären kann, was der Autarkiefall ist, oder wie man das beste Chili zubereitet, bleibt abzuwarten…