Nokia macht Street View Konkurrenz

Der finnische Mobiltelefon-Hersteller Nokia will, ähnlich wie Google für seinen Dienst „Street View“, in Europa und Nordamerika Straßenzüge und Häuser fotografieren. Laut einem Bericht der Wirtschaftswoche hat das Unternehmen zwei Jahre an dem Projekt gearbeitet, bei dem das Lasersystem LIDAR eingesetzt werden soll. Dadurch könne mit den Fahrzeugen, die mit hochauflösenden 360-Grad-Videokameras ausgestattet seien, auch ein 3D-Bild der Umgebung erstellt werden. Auch Googles „Street-View“-Autos sind mit Laser-Entfernungsmessern ausgerüstet. Die von Nokia geplanten Aufnahmen sollen jedoch viel detaillierter sein als die von Google verwendeten. Dies wird bei deutschen Datenschützern sicher auf vehemente Kritik stoßen.

Erste Tests in San Francisco habe Nokia abgeschlossen. „Noch vor Jahresende wollen wir mit der Erfassung in Frankreich und Großbritannien beginnen“, sagte laut dem Bericht Frank Pauli, der für Kartenmaterial zuständige Manager der Nokia-Tochter Navteq. In Deutschland tobt indessen noch die Debatte über Googles Street View. Doch sobald hier eine Lösung gefunden sei, sollen die Navteq-Autos auch in Deutschland losfahren, so Pauli.

Google übertrifft mit Rekordgewinn alle Erwartungen

Google hat mit seinen am Donnerstag vorgelegten Quartalszahlen alle Erwartungen übertroffen. Der Suchgigant machte im ersten Quartal 2010 fast 2 Milliarden Dollar Gewinn und damit 38 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz stieg um 23 Prozent auf 6,8 Milliarden Dollar.

Und das trotz Problemen mit Datenschützern, der Konkurrenz und auf dem chinesischen Markt: Datenschützer in Deutschland attackieren das Projekt „Street View“, mit dem Google ganze Städte abfotografiert. In China liegt der Konzern im Streit mit der chinesischen Regierung wegen der verlangten Zensur von Suchergebnissen. Zudem wird der Internet-Konzern auch noch von Rivalen wie Facebook mit seiner wachsenden Fangemeinde oder Microsoft mit seiner Suchmaschine Bing bedrängt. Dies lässt Google jedoch kalt, dessen Geldmaschine rund läuft.

Google verdient sein Geld hauptsächlich mit Werbung im Umfeld von Suchergebnissen. Im vergangenen Quartal waren es 4,4 Milliarden US-Dollar auf den eigenen Webseiten und gut 2 Milliarden auf Partner-Webseiten. In der schlechten Wirtschaftslage sparten sich viele Firmen zwar die teuren Anzeigen, jedoch blieben Google massive Einbrüche erspart.