Ich liebe Druck!

ZeitungWas auf den ersten Blick wie ein euphorischer Ausruf eines Workaholics nach 18 Stunden Arbeit klingen mag – ist in Wirklichkeit die Kurzfassung einer aktuellen Studie des IfD in Allensbach im Auftrag des VDZ (Verband deutscher Zeitschriftenverleger).

Die Deutschen ziehen Printmedien den elektronischen ganz klar vor.

Besonders überraschend:

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E-Books schieben Büchermarkt – in UK

Lt. einer Studie von Publishers Association ist der Buchmarkt in UK in 2012 um 4% auf £3,3 Mrd (~€3,9 Mrd) gewachsen.

Dieses Wachstum wurde allerdings eindeutig von den E-Book-Titeln getragen (+66%). Der Markt für Druckerzeugnisse schrumpfte um rd. 4%.UK Buchmarkt 2012

Trotzdem ist man auf der Insel nicht unglücklich in Herausgeber-Kreisen, denn das Wachstum im wichtigen Markt der elektronischen „Consumer-Books“ ist gegenüber 2011 von +366% auf +126% gesunken, hat sich also deutlich verlangsamt. Parallel hat sich der Druckmarkt nahezu behauptet.

Getragen wird das weiterhin starke Wachstum der E-Book-Titel insbesondere von Amazons kindle und vom iPad mini.

Die Branche erkennt sowohl additive Entwicklungen als auch substitutive Trends. Als große Horror-Vision hatte man die Schallplatten-Industrie vor Augen und befürchtete ähnliche Entwicklungen. Die zeichnen sich aber zur Erleichterung der Branche aktuell nicht ab.

Auf Grund der Besonderheiten des deutschen Buchmarktes sind die UK-Ergebnisse sicher nicht direkt vergleichbar. Indizien, in welche Richtung sich das Konsum (enten)-Verhalten wandelt, geben sie aber wohl doch.

Möglicherweise bleibt z.B. der Bereich der Belletristik von der umfassenden Elektrifizierung länger verschont, als etwa der des Sachbuchs. Dem gemütlichen Blättern und Schmökern haben kindle & Co ggf. noch zu wenig entgegenzusetzen.

Aber gerade im Bereich der Nachschlagewerke und semi-technischen Anleitungen im Umfeld sich schnell verändernder Informationen (IT Bereich im weitesten Sinne) sind sie schon jetzt eindeutig im Vorteil in 3 wesentlichen Dimensionen: Aktualität, Anschaulichkeit via Multimedia und Preis. Neben einer physisch gedruckten WordPress-Anleitung zum Beispiel muss schon jetzt auch das entsprechende E-Book unbedingt vorhanden sein.

Den Hinweis auf die Studie haben wir hier gefunden.

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Mega-Trends 2011: Das sagen Experten voraus

Welche großen Trends für 2011 sagen Experten voraus? Wird Facebook das Web regieren? Arbeiten wir künftig in der Cloud? Werden wir bald keine Zeitung mehr lesen?

Das News-Magazin t3n befragte verschiedene Experten nach ihren Prognosen für das nächste Jahr. Die spannenden Themen, die sich herauskristallisierten, haben wir hier für euch zusammengefasst.

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1. Mobile und Location-based-Services

Der Mobile-Shift ist klares Trend-Thema. Smartphones erreichen 2011 den Massenmarkt in Deutschland und verdrängen die Handys. Der Hightech-Verband Bitkom prognostiziert, dass 2011 jedes dritte neu verkaufte Handy ein voll internetfähiges Smartphone sein wird. Dadurch wird ortsbezogenem, mobilem Marketing sowie Shopping der Weg geebnet: Bei Facebook Places, bei Foursquare, bei Gowalla und im Email-Posteingang werden wir Rabatt-Schlachten um die Aufmerksamkeit in der unmittelbaren Nachbarschaft erleben. Dank Diensten wie Groupon interessieren sich nun auch Unternehmungen für Online-Marketing, für die das Web bislang weniger interessant war.

Smartphones werden immer günstiger, die Preise fürs mobile Surfen werden fallen und immer höhere Bandbreiten für unterwegs lassen uns mit unserem Smartphone shoppen, fotografieren, filmen, chatten, mailen, lesen, Freunde finden, Games spielen, Routenpläne checken und Musik hören.

Augmented Reality kommt stärker zum Einsatz, die Begeisterung für Apps wird aber einen Dämpfer bekommen. Apps werden durch Programmierer, welche die App-Angebote von der Stange bieten können im Preis stark nach unten gedrückt.

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2. Das Leben in der Cloud

Immer mehr Dienste verschwinden in der Cloud, d.h. ehemals lokal gespeicherte Daten werden durch Outsourcing ins Web geholt von unseren lokalen Rechnern genommen. Keine Programme, Spiele oder ähnliche Software müssen mehr installiert werden. Haben wir anfangs nur E-Mails, Bücher und Texte im Netz auf Dutzende Rechenzentren verstreut gespeichert, so wird es für uns immer mehr zur Normalität, dass die Textverarbeitung in der Cloud läuft und wir das Backup des heimischen PCs nicht mehr lokal, sondern irgendwo bei Amazon’s S3 oder Google’s Cloudpicker sichern.

Immer weitere und komplexere Aufgaben werden in Zukunft also direkt im Internet erledigt. Der Bedarf an Desktop-Software wird in weiten Bereichen damit sinken, entsprechend müssen sich die Firmen, die ihr Geld derzeit damit verdienen, mittelfristig nach neuen Einnahmequellen umsehen.

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3. WebTV

Auch WebTV wird Trend. Die Verschmelzung von klassischen TV-Angeboten mit Bewegtbildern aus dem Netz findet statt. Es wird für den Fernseher im Wohnzimmer Set-Top-Boxen geben, die Sat-/Kabel und Web-Zugang kombinieren. Hbbtv, Google- und Apple-TV sind die Vorreiter in diesem Bereich. Nach wie vor werden zwar die klassischen TV-Angebote dominieren, allerdings wird sich Youtube seinen Platz auf der TV-Fernbedienung erobern.

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4. Print stirbt langsam aus

Durch Tablets und E-Book-Reader, die sich rasant verbreiten, immer bessere Smartphones und mit dem Internet verbundene Fernsehgeräte kommt es 2011 zum Showdown der Medienkonvergenz und des Medienwandels. Print-Zeitungen, Print-Bücher, lineares Fernsehen sowie selbst klassisches Radio werden durch digitale Angebote verdrängt.

Gelingt es den Tageszeitungen nicht rasch ihren Kioskkäufern und Abonnenten einen Mehrwert zu verkaufen – d.h. exklusive und gut recherchierte Inhalte, die nicht schon am Vortrag kostenfrei überall im Internet zu lesen waren – dann werden wir noch vor Ablauf des Jahres das Sterben der ersten deutschen Printtitel erleben.

2011 werden deshalb viele Inhalteanbieter wie die Verlage die Nagelprobe machen, ob sie ihre Inhalte im Internet verkaufen können. Stichwort Paid Content. Viele Hoffnungen werden enttäuscht und nur die Anbieter mit einem langen Atem werden in diesem Geschäft Erfolg haben.

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5. Corporate Social Media

Für die „Experten“ eigentlich schon fast ein alter Hut, ist Social Media in den meisten Unternehmen bisher noch nicht wirklich angekommen. Wie sich Facebook, Twitter & Co. nicht nur für PR und Kommunikation, sondern auch für andere Unternehmensbereiche wie Forschung & Entwicklung, Organisation oder Wissensmanagement sinnvoll einsetzen lassen, wird 2011 in vielen Unternehmen diskutiert werden.

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6. Ein ernstzunehmender Facebook-Konkurrent entsteht

Facebook wird weiter wachsen, sehr stark auch in Deutschland, wo das Erreichen von 20 Millionen aktiven Nutzern pro Monat realistisch ist. Gleichzeitig sorgen Facebooks Dominanz und die damit verbundenen Herausforderungen dafür, dass eine vergleichsweise kleine, aber wachsende Gruppe von Usern ernsthaft nach einer Alternative sucht und diese findet. Während die Motive unterschiedlich sind, wird das gemeinsame Ziel sie vereinen und so die Grundlage für eine kritische Masse sowie langsames, aber nachhaltiges Wachstum bilden. Der angesprochene Dienst könnte diaspora heißen, von Google kommen, aus einem anderen Sektor heraus entstehen (z.B. Fotosharing-App) oder uns heute noch gar nicht bekannt sein. Ende 2011 gibt es einen offiziellen „Facebook-Konkurrenten“.

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7. Stammkunden: Repeat Customers

Neukunden gewinnen kann heute jeder, daraus treue Stammkunden zu machen, nur die wenigsten. Da SEM/SEO zunehmend die Marketingbudgets der Online-Händler sprengt, werden wir kreative, neue Ansätze sehen, die helfen, den Share-of-Wallet zu vergrößern.

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8. Alles wird zum Spiel: Gamification

Unternehmen bauen mehr Spielfreude in ihre Angebote und Services ein. Spielerische Elemente beleben dabei (nicht nur) das Shoppingerlebnis. Die Herausforderung wird sein, das Rad nicht zu überdrehen und genau das richtige Maß zu finden, um die Nutzer dauerhaft bei Laune zu halten.

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9. Werbung wird zu Content

Werbung als Unterbrechung, als Lärm, als universelle Message-Gieskanne ist vorbei. Mobile und sozial vernetzte „Konsumenten“ (besser: User oder Follower) werden diese Art von Werbung immer mehr ignorieren und zu vermeiden lernen. Werbung wird deshalb individualisiert und auf die Bedürfnisse eines jeden Nutzers genau angepasst (sprich: location, behavioral, social), sodass sie nicht mehr als Werbung wahrgenommen wird, sondern zum gewollten Inhalt, zur Experience wird.

Beispiele sind Audi’s iPhone apps, Swiss Air’s SingFrancisco Video Contest, Ralph Lauren’s 4D Licht-Inszenierungen in Paris oder auch T-Mobile’s „Life is for Sharing“ Flashmobs.

Experten prognostizieren sogar, dass bis zu 30 Prozent des gesamten Werbebudgets in den nächsten 2-3 Jahren Richtung Mobile, Social, Video und Interaktiv (also „Digital“) ziehen wird. Global sind das ca. 200-300 Milliarden US-Dollar, die dann auch für werbungs-subventionierten Premium Content (Musik, Magazine, Filme etc.) zur Verfügung stehen werden.

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10. Freemium wird zum Standard

Freemium (also zuerst einmal „Free“ und dann Premium) wird sich als wichtiges Geschäftsmodell weiterhin etablieren, allerdings muss für eine erfolgreiche Umsetzung auch folgendes gegeben sein:

  • Ein möglichst tiefer Kostenpunkt für das „Free“ Angebot (siehe z.B. Xing oder LinkedIn, Skype)
  • Sehr viele verschiedene und zugkräftige Möglichkeiten des Upselling die eine Conversion von 10-50 Prozent erreichen (siehe Social Gaming, Zynga etc.)
  • Eine sehr große Anzahl von Usern (siehe Facebook, Youtube, Twitter).

Dies bedeutet, dass cloud-based Content Plattformen wie z.B. Simfy, Spotify oder MOG sich wahrscheinlich nur bewähren können, wenn sie im Bundle mit anderen Services zunächst einmal „feels like free“ angeboten werden können. Denn genauso wie bei iTunes werden sich sonst nur zwischen 2-5 Prozent der User zu einer direkt bezahlten Variante überreden lassen. Dies wird auch bei E-Books und Magazinen so sein.

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11. Wer sich spezialisiert und flexibel ist, gewinnt

Der Long Tail schlägt durch: Große Firmen mit geringen Innovationsgrad bekommen 2011 in Sachen Entwicklungsgeschwindigkeit große Probleme und können oft mit kleineren und flexibleren Konkurrenten nicht mehr mithalten.

Im Bereich Medien z.B. entstehen durch verbesserte und zum Teil kostenfreie Open-Source-Publishing-Software immer mehr Pubslisher. Neue und verbesserte Micropayment-Systeme sowie Werbeerlös-Modelle, wie z.B. Google AdSense, unterstützen diese Entwicklung.

Im Bereich Handel, bzw. Shopping und E-Commerce werden sich neben großen Shops mit breitem Sortiment, „longtailige“ bzw. spezielle Shops mit Hilfe von stabilen Open-Source-Shop-Systemen etablieren. Treiber der Kleinteiligkeit und Spezialisierung sind neben frei zugänglichen Wissen und Betriebsmitteln (Open-Source-Software & Cloud Service) u.a. neue Vertriebs-, Kommunikations- und Marketing-Wege wie Social Media, SEM, SEO und Viral Marketing.

Die Anzahl der Startups sowie die Anzahl von kleinen Webagenturen und Freelancern, die diesen Neugründungen zuarbeiten und teilweise selbst betreiben, wird 2011 weiter steigen. Parallel steigt die Nutzung von webbasierter Software zur Abwicklung der Unternehmensprozesse (Cloud Services & Enterprise 2.0 Software) sowie neue Arbeitsmodelle wie Coworking-Spaces.

2011 – Wir freuen uns auf ein spannendes Jahr!