Drei Verhaltenstypen bei der Online-Suche und wie Marken darauf reagieren sollten

Es gibt bei Menschen 3 verschiedene Suchverhalten, die bestimmen wie wir Informationen im Web suchen, was wir suchen und wie die gefundene Information aufbereitet sein sollte. Eine neue Studie von About.com in Zusammenarbeit mit Latitude erklärt die 3 Typen und gibt Tipps für Marken, den jeweils passenden Content zu liefern.

 

3 Typen der Online-Suche:

 

  • Answer Me (46% aller Suchen): Nutzer mit diesem Suchverhalten wollen genau das, was sie suchen und nicht mehr. Sie wollen sofortigen Zugang dazu und es so direkt wie möglich erhalten/ erwerben können. Die Produkte, die meist in diese Suche fallen sind aus den Kategorien Unterhaltung, Mode und Kosmetik.
  • Educate Me (26% aller Suchen): Nutzer dieser Such-Kategorie wollen ein umfassendes Verständnis und eine vielseitige Sichtweise auf wichtige Aspekte ihrer Suche. Sie suchen, bis sie dieses Ziel erreicht haben – was sich auch schon mal über einen längeren Zeitraum erstrecken kann und auch andere benachbarte Themenfelder miteinbezieht. Die Produkte, die meist in diese Suche fallen sind aus den Kategorien Gesundheit und Finanzen.
  • Inspire Me (28% aller Suchen): Der lustige Suchtypus, der Spaß am Browsen hat. Er sucht nach Überraschungen, ist offen gegenüber Neuem und möchte bei der Suche an die Hand genommen und geführt werden. Top-Kategorien sind Reisen, Haus und Garten.

Die Bedürfnisse und -Vorlieben der Menschen in der Offline-Welt bestimmen auch ihr Online-Verhalten. Wer das als Marketer versteht, kann leichter eine Verbindung zum Konsumenten aufbauen, so Laura Salant, leitende Research Managerin bei About.com. Folgende Tipps helfen dabei, die 3 Suchtypen passend zu bedienen:

 

Welcher Content passt zu welchem Suchverhalten?

 

  • Bei einer „Answer Me“ Suche muss der zentrale Produktnutzen dargestellt werden, der Content muss schnelle und einfach auffindbare Antworten geben.
  • Bei einer „Educate Me“ Suche ist es wichtig, informative Botschaften mit weitergehenden Informationen zu mischen, die eine vielseitige Sichtweise auf das Thema beinhalten und von denen der Nutzer etwas lernen kann. Die Inhalte müssen ausführlicher sein und zusätzliche Infoquellen enthalten.
  • Bei der „Inspire Me“ Suche sollten Marketing-Experten Content zur Verfügung stellen, der die Kreativität der Konsumenten anspricht und unzählige Wahl- und Kombinationsmöglichkeiten zulässt. Ein Zuviel an Ideen gibt es hier nicht. Inspirierender Content kann zum selben Thema in unterschiedlichsten Formaten dargeboten werden.

 

Je nach Suchtypus, Suchkategorie und Suchintensität, wollen die Nutzer unterschiedliche Experten, die ihnen bei der Suche helfen und sie überzeugen können. Zur Frage, was ein Experte ist, sagen

  • 96% der Befragten, dass dazu auch Autodidakten gehören, die durch eigene Erfahrungen ein tiefes Verständnis des Themas oder Produkts erlangt haben.
  • 87% zählen dazu traditionelle Experten, also Menschen, die eine Ausbildung im entsprechenden Thema erfahren haben.
  • 89% sehen auch die Weisheit der Masse (Wisdom of the Crowds) oder andere erfahrene Social Network Nutzer als Experten an.

 

Auch Werbung der Marken hilft den Nutzern bei der Entscheidungsfindung:

  • 64% der Befragten sagen, dass ihnen Werbung geholfen hat, interessante Möglichkeiten, tolle Deals oder Rabatte zu finden.
  • 77% sagen, dass Werbung nützlich sein kann, wenn sie zu ihrer Suche passt.
  • 88% sagen, die beste Werbung sei die, die mit Informationsquellen arbeitet um den Nutzern genau die Werbung zu zeigen, die die Nutzer brauchen um zu bekommen, was sie wollen.
  • 86% nehmen es wahr und begrüßen es, wenn Marken aufhören zu verkaufen und anfangen den Kunden Informationen zu geben, bei denen die Nutzer etwas lernen können.

 

Wie Fans mit Marken auf Facebook interagieren: Ein weltweiter Vergleich

Die weltweit häufigsten Gründe, warum Facebook-Nutzer keine Fans von Marken mehr sind, lauten: „Die Marke interessiert die Nutzer nicht mehr“ und „die dort verfügbaren Informationen sind nicht interessant gewesen“.

Eine neue Studie von DDB untersuchte weltweit das Fan-Verhalten auf Facebook: Was motiviert Nutzer dazu Fan zu werden, wie interagieren sie als Fan mit der Marke, und warum „entfolgen“ sie Marken wieder? Dafür wurden 6 Länder untersucht: USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Türkei und Malaysia.

Die Ergebnisse:

  • Fans in Großbritannien und Frankreich folgen weniger Marken, drücken weniger häufig den “Gefällt mir”-Button, posten seltener auf die Pinnwand der Marken oder empfehlen sie Freunden.
  • Im Vergleich zu Deutschland, der Türkei und Malaysia nehmen sie auch seltener an Spielen auf den Markenseiten, Events und Wettbewerben teil.
  •  Besonders in Frankreich fühlen sich die Nutzer von zu viel Posts bedrängt.
  •  Die höchste Begeisterung für Marken zeigen die Türkei und Malaysia. Sie klicken am häufigsten auf den „Like“-Button, leiten Informationen an Freunde weiter oder empfehlen Marken auf Facebook.
  • 73% der Konsumenten haben Datenschutzbedenken bei Facebook.

 

 

 

 

Marken-Müdigkeit verbreitet sich

„Das Engagement auf Facebook hat um 22 Prozent abgenommen“, so Michael Scissons, CEO der Social Media Software Firma Syncapse. Was aber weniger damit zu habe, dass die Unternehmen einen schlechten Job machen oder langweilige Inhalte zeigen, sondern mit einer allgemeinen „Marken-Müdigkeit“. Um ihre Fananzahl um jeden Preis zu steigern, motivierten Unternehmen die Nutzer mit kostenlosen Angeboten – was die Fans nun weiterhin erwarten.

Die Marken-Müdigkeit zeigt sich, wenn man die Fans danach fragt, ob sie mit der Häufigkeit zufrieden sind, mit der sie Informationen der Marken erhalten. Die meisten Nutzer sind damit zufrieden (61%), jedoch berichten mehr Fans, dass sie zu häufig Informationen erhalten (21%) als zu selten (18%). Das gilt besonders für Frankreich, Großbritannien und Deutschland. Anders in der Türkei: Hier wollen 45% der Befragten mehr Informationen.

 

 

Dies stellt die Marken vor ein Problem. Einerseits müssen sie den Fans Content bieten, andererseits schreckt zu viel Information und Präsenz die Fans ab, welche die Posts von ihrem Newsfeed verbannen.

 

Warum Nutzer keine Fans mehr sind

Weltweit haben 40 Prozent der Befragten ihr „Fan-Dasein“ bei mindestens einer Marke beendet. Je nach Land variieren die Zahlen der Marken-Entfolger. In der Türkei sind es fast zwei Drittel, in Malaysia nur ein Viertel, in Frankreich die Hälfte.

Der häufigste Grund für die Aufkündigung des Fan-Verhältnisses überrascht nicht wirklich: Die Marke ist für die Konsumenten nicht länger interessant.

 

Die Empfehlung von DDB für Marketing-Experten lautet: Unternehmen müssen die Konsumenten respektvoll behandeln. Die Konsumenten – nicht die Vermarkter –  bestimmen über die Marke. Die Marken ließen sich von den technologischen Möglichkeiten blenden und haben die Grundzüge von menschlichen Beziehungen vergessen: Regelmäßige, respektvolle und transparente Kontakte sind wichtig.

63 Prozent der Deutschen haben Datenschutzbedenken bei Facebook

Wie wichtig der vertrauensvolle Umgang mit Nutzerdaten ist, erkennt man, wenn man sich die Datenschutzbedenken der Verbraucher genauer ansieht. Denn besonders bei Facebook haben viele Nutzer Bedenken, was die Sicherheit betrifft.

Psychologische Studie: Warum wir Inhalte im Netz teilen

Warum teilen wir Inhalte im Netz? Was motiviert uns dazu? Oder: Was hält uns davon ab? Eine neue Studie der New York Times in Zusammenarbeit mit Latitude Research befragte 2.500 Nutzer, um der Psychologie des Teilens auf den Grund zu gehen. SocialMediaExaminer berichtet ausführlich in einem Post über die Ergebnisse.

Die Wissenschaft des Teilens

Jeden Monat werden auf Facebook 30 Milliarden Inhalte geteilt, inklusive Blogposts, Links, Nachrichten und Fotoalben. Damit diese Inhalte geteilt werden, müsen laut Social Media Experte Dan Zarrella 3 Bedingungen erfüllt sein:

  • Nutzer müssen dem Content ausgesetzt sein und ihn sehen können. Also z.B. Fans auf Facebook oder Follower auf Twitter sein.
  • Nutzer müssen den Content bewusst wahrnehmen.
  • Nutzer müssen durch den Content motiviert werden, ihn zu teilen

In diesem Artikel geht es um die Motivationen der Nutzer, Inhalte zu teilen. Die Studie fand 9 Gründe, warum Nutzer (nicht) gewillt sind, Inhalte weiterzuleiten.

 

1. Die Kunden vertrauen dir nicht

 

Nutzer teilen Inhalte nicht, wenn sie ihnen nicht vertrauen. Laut Edelman Trust Barometer vertauen weltweit nur 56 Prozent der Menschen darauf, dass sich Unternehmen richtig verhalten. Erfreulich für deutsche Unternehmen: Innerhalb eines Jahres nahm das Konsumentenvertrauen um 12 Prozent zu und stieg zwischen 2010 und 2011 von 40 Prozent auf 52 Prozent. Damit liegt Deutschland allerdings immer noch im Mittelfeld. Das meiste Vertrauen haben brasilianische Konsumenten mit einer Quote von 81 Prozent! In den USA sank dagegen das Konsumentenvertrauen auf 45 Prozent, weshalb die Amerikaner zu den „Distrusters“ gezählt werden.

 

Empfehlung: Wie man Vertrauen gewinnt: Unternehmen müssen vertrauensvoll sein und ehrliche und öffentliche Dialoge führen, bei denen sie keine Angst vor negativen Kommentaren von Seiten der Konsumenten haben. 

 

2. Dem Kunden ist deine Marke egal

 

Wer dem Kunden nicht regelmäßig Mehrwert bietet, gerät schnell in Vergessenheit. Konsumenten wollen wichtige Informationen, besondere Angebote und die Möglichkeit andere Nutzer mit ähnlichen Interessen zu treffen. Bietet man das nicht, sehen sich die Fans bei anderen Marken um. 

Empfehlung: Finde heraus, was dein Publikum an dir schätzt und biete das an. Übertreffe die Erwartungen.

 

3. Deine Posts sind langweilig

 

Menschen teilen am liebsten verblüffende und lustige Inhalte. Der Star Wars Werbespot The Force von Volkswagen wurde z.B. über 40 Millionen mal angesehen! Erfolgreiche traditionelle Werbespots hingegen rangieren bei etwa 1 Million Klicks bei YouTube. 

 

Empfehlung: Nutze Humor und Spaß in deinen Posts. 

 

4. Den Menschen ist der gute Zweck wichtiger als eine Marke

 

Laut New York Times teilen Nutzer lieber Inhalte über Dinge, für die sie sich begeistern und engagieren können. Seien es Armut und Hunger zu bekämpfen, Greenpeace zu unterstützen oder für eine lokale Einrichtung zu spenden – viele Konsumenten zeigen gerne ihr Engagement für einen guten Zweck und fühlen sich dabei als Teil von etwas Größerem als nur der Marke oder des Produkts.

Das B2B-Unternehmen Cree beispielsweise verkauft energiesparende und umweltfreundliche Industrie-LED-Lampen. Wird man Kunde bei Cree, erhält man für seine eigene Seite ein Button, der sagt: „Ich bin Teil der LED Lichtrevolution.“

 

5. Menschen teilen um mit anderen Menschen Beziehungen aufzubauen

 

Menschen schätzen Beziehungen zu anderen Menschen, nicht zwangsläufig zu Marken. Sie suchen eine Gemeinschaft. Eine Marke könnte solch eine Gemeinschaft auf einer Plattform zusammenbringen. Hier 2 interessante Ergebnisse der Studie dazu:

  • 78% der Befragten nutzen Links um mit Menschen in Kontakt zu bleiben, zu denen sie andernfalls den Kontakt verlieren könnten.
  • 73% der Befragten gibt an, dass ihnen das Inhalte-Teilen dabei hilft, Menschen mit ähnlichen Interessen zu finden.

 Red Bull hat sich darauf spezialisiert, Content zu veröffentlichen, den die Fans gerne mit ihren Freunden teilen.

Empfehlung: Bewerte deine Posts und frage die Leser, warum sie gerade diesen Inhalt mit ihren Freunden geteilt haben.

 

6. Kunden suchen nach Bestätigung

 

Ein natürliches Bedürfnis des Menschen ist es, Bestätigung und Anerkennung bei seinen Freunden zu erhalten und als Experte in bestimmten Bereichen zu gelten. Dies tun wir online durch das Teilen von Inhalten.

  • 68 % der Studienteilnehmer gaben an, sie teilen Inhalte, um Werbung für sich selbst zu machen. Sie wollen durch diese Eigenwerbung anderen Nutzern ein besseres Verständnis und klareres Bild von sich selbst vermitteln.

Empfehlung: Veröffentliche interessante, lustige, spannende Inhalte und Links, mit denen die Fans die Möglichkeit haben, gut vor ihren Freunden dazustehen. Frage die Fans, zu welchem Themengebiet sie gerne mehr wissen möchten. Auch Schnelligkeit ist im Web 2.0 eine wichtige Währung. Wissen deine Fans immer vor allen anderen die neuesten Geschehnisse, bring ihnen das ebenfalls Anerkennung.

 

7. Menschen teilen Inhalte um Informationen zu verarbeiten

 

Ähnlich einem lauten Nachdenken, helfen mache Handlungen um neue Informationen besser zu verarbeiten.

  • So geben 73% der Studienteilnehmer an, dass sie Informationen besser und gründlicher verarbeiten können, wenn sie sie teilen.
  • 85% der Befragten sagen, das Lesen von Antworten anderer Nutzer hilft ihnen beim Verstehen und Verarbeiten von Informationen und Events.

Um viele Kommentare zu erhalten, helfen bestimmte Schlagwörter, wie Dan Zarrella in einer Untersuchung herausfand:

Empfehlung: Menschen, die deine Inhalte im Web teilen, tun das eventuell um Ordnung in ihre Gedanken und Meinungen zu bringen. Deshalb sollten auf jeden Fall auch Kommentare erlaubt und erwünscht sein. Die Inhalte können durchaus auch etwas provozieren.

 

8. Du hast dein Publikum nicht verstanden

 

Wer weiß, wer seine Kunden sind, kann sie gezielter und erfolgreicher ansprechen. Im Marketing gibt es das Konzept der Marketing Persona. Die Persona stellt einen Prototyp für eine Gruppe von Nutzern dar, mit konkret ausgeprägten Eigenschaften und einem konkreten Nutzungsverhalten. Für die Gruppe von Online-Fans, die Inhalte teilen, fand die Studie 6 Typen heraus:

  1. Altruists: Altruisten teilen Inhalte um anderen Nutzern zu helfen und um als verlässliche Informationsquelle angesehen zu werden. Beliebteste Tools: Facebook und E-Mail.
  2. Careerists: Sie sind gebildet und suchen nach Anerkennung, indem sie Mehrwert für ihr Netzwerk generieren. Sie bevorzugen ernstere und professionell gehaltene Inhalte. Beliebteste Tools: LinkedIn, Xing und E-Mail.
  3. Hipsters: Hipster sind junge Teiler, die im Informationszeitalter aufgewachsen sind. Sie nutzen Twitter und Facebook um innovative und kreative Inhalte zu teilen. Sie teilen Inhalte um damit ihre Online-Identität aufzubauen. Beliebteste Tools: Facebook und Twitter.
  4. Boomerangs: Sie suchen Bestätigung und ziehen Nutzen aus der Reaktion, die ihre Inhalte bei anderen Nutzern auslösen – auch wenn die Reaktionen negativ sind. Beliebteste Tools: Facebook, E-Mail, Twitter und Blogs, also wo immer sie mit Reaktionen rechnen können.
  5. Connectors: Connectors teilen Content um mit anderen in Verbindung zu bleiben und um gemeinsam zu planen. Sie sehen das Teilen etwas entspannter. Beliebteste Tools: Facebook und E-Mail.
  6. Selectives: Sie sind vorsichtiger und wägen genauer ab, was und mit wem sie etwas teilen. Sie teilen eher im persönlichen Kreis Inhalte und erwarten Antworten darauf. Beliebtestes Tool: E-Mail.

Interessant ist, dass sehr viele dieser Nutzertypen E-Mail bevorzugen. Auch die genutzte Plattform sagt sehr gut die dem Teilen zugrundeliegende Motivation voraus.

 

9. E-Mail ist das persönlichste Teil-Medium

 

Die Studie belegte, dass die Menschen E-Mail nicht aufgegeben haben. Im Gegenteil: Die Befragten teilten am häufigsten via E-Mail Inhalte und empfinden diesen Kanal als privater. Deshalb haben sie auch die höchsten Erwartungen an die Antworten, die sie via E-Mail erhalten.

Empfehlung: Die E-Mail Strategie mit Social Media ergänzen um mehr Teilmöglichkeiten zu schaffen. Wie das funktioniert, erklärt Jay Baer in seinem Blog-Artikel.

Noch ein kleiner Tipp zum Schluss: Je kürzer der Post, desto eher wird er geteilt: Bei Posts die eine Länge von 80 Zeichen nicht überschreiten, steigt die Teil-Wahrscheinlichkeit auf Facebook um 27 Prozent.

 

QR-Codes: Nutzer scannen am liebsten Zeitschriften und von zu Hause aus

QR-Codes findet man mittlerweile überall: Auf Produktverpackungen, in Bussen und Bahnen oder in Zeitschriften. Nach dem Scannen erhält man auf seinem Smartphone zusätzliche Informationen, wie etwa Inhaltsstoffe, Fahrpläne oder Werbetrailer.

Eine neue ComScore-Studie ermittelte das Scan-Verhalten der Smartphone-Besitzer. In Europa scannten 4,6 Prozent aller Mobiltelefonbesitzer (9,8 Prozent der Smartphonebesitzer) im Juni 2011 einen Barcode. In den USA ist die Nutzung etwas stärker verbreitet: Dort scannten 6,2 Prozent der Mobiltelefonbesitzer im Juni einen QR-Code, was 14 Millionen Anwendern entspricht.

Von denjenigen, die QR-Codes scannen, sind laut Comscore 60 Prozent männlich. 53 Prozent der Anwender sind zwischen 18 bis 34 Jahren alt und 36 Prozent führen einen Haushalt mit einem Jahreseinkommen von mehr als 100.000 US-Dollar.
 

Nutzung erfolgt meist von zu Hause

 
Was den Ort betrifft, so scannen die Europäer die Bar-Codes am liebsten in einer ruhigen Umgebung: Über die Hälfte der Nutzer befinden sich zu Hause, wenn sie die Codes ablesen. 22,6 Prozent scannen auf der Arbeit, 20 Prozent von unterwegs oder in öffentlichen Verkehrsmitteln und 18 Prozent in einem Geschäft. Hier gibt es deutliche Unterschiede zu den USA: In Amerika scannen 39 Prozent der QR-Code-Nutzer die Bilder in einem Geschäft.
 

 

Printmedien werden am häufigsten gescannt

 
Die beliebteste Quelle für QR-Code-Scanning sind Zeitschriften oder Zeitungen. Die Hälfte der scanneden Nutzer las dort die gedruckten Bilder ab. Produktverpackungen belegen Platz zwei mit 35 Prozent, gefolgt von Websites (27%) und Postern/Flyern (23,5%).

Infografik: Wie die Ladezeit einer Seite sich auf die Nutzer auswirkt

Wer loyale Besucher seiner Website gewinnen möchte, der sollte sich nicht nur um guten Content kümmern. Auch die Ladezeit spielt eine wichtige Rolle: 40% der Nutzer verlassen eine Seite sofort wieder, wenn sie länger als 3 Sekunden lädt. Mobile User warten 6 bis 10 Sekunden bevor sie aufgeben. Pro Sekunde Ladezeit verringert sich die Zufriedenheit der Nutzer um 16%, und die Conversion-Rate sinkt um 7%. Dies sagt zumindest eine Infografik von Kissmetrics aus, nach Untersuchungen von gomez.com und akamai.com. Die Verluste einer E-Commerce-Seite können extrem hoch werden: Bei 100.000 Dollar Umsatz pro Tag, kann eine 1-Sekunden-Verzögerung 2,5 Millionen Dollar weniger Umsatz im Jahr bedeuten.

Mobile Internetnutzung: Zahlen und Fakten zu Deutschland

Mehr als 5 Milliarden Handy-Anschlüsse gibt es weltweit. In Deutschland besitzen rund 90 Prozent der Menschen ein Mobiltelefon und je nach Umfrage haben 20 bis 40 Prozent der Deutschen ein Smartphone. Allein letztes Jahr wurden in Deutschland über 8 Millionen Smartphones verkauft.

Smartphones erlauben durch ihre technische Ausstattung vielfältigen Marketing-Möglichkeiten. Für Werbetreibende wird es enorm wichtig, herauszufinden, wie die Konsumenten die verschiedenen Medien (Smartphones und Tablets) nutzen, um sie im passenden Moment zu erreichen und ihre Bedürfnisse optimal zu befriedigen.

Tomorrow Focus Media befragte im Januar 2011 über 5.500 Personen zur mobilen Internetnutzung.

Hier die Ergebnisse.

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Ausstattung der mobilen Internetnutzer:

  • 90 Prozent der Befragten besitzen ein Mobiltelefon
  • 74,6 Prozent der Handys haben Internetzugang
  • 64,3 Prozent der Handys haben eine E-Mail-Funktion
  •   Was die Vertragsarten betrifft, so setzen sich Flatrates bei Heavy-Usern durch (58,5% der Befragten haben Flatrate) und Prepaid-Verträge bei Selektiv-Usern

 

 Nutzung des mobilen Internets:

  • Ein Drittel der Befragten ist schon mobil im Internet unterwegs.
  • Über 30 Prozent der Befragten planen die mobile Internetnutzung in 2011. Der mobile Internetmarkt ist also noch lange nicht gesättigt.
  • Knapp 60 Prozent der Befragten sind mindestens täglich mobil im Internet. Der Anteil der Personen, die mehrmals täglich mobil ins Internet gehen ist deutlich angestiegen (um 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 44,5 Prozent).
  • Der Großteil der mobilen Internetnutzer (80 Prozent) ist täglich bis zu einer Stunde mobil online.
  •  Das mobile Internet wird vorwiegend unterwegs genutzt. Die stärkste Nutzung findet zur Drivetime zwischen 6 und 9 Uhr und zwischen 17 und 20 Uhr statt.
  • Allerdings sinkt die Zahlungsbereitschaft für mobile Apps: 73,4 Prozent wollen dafür nichts zahlen. Nur 7 Prozent sind bereit, 2 Euro und mehr auszugeben. 13 Prozent würden für die Apps noch bis 0,79 Euro ausgeben und 6,4 Prozent sind bereit 0,79 – 1,99 Euro zu bezahlen.
  • Die Hauptmotive für die mobile Internetnutzung sind Zeitvertreib (49,3%) und Zeitersparnis (44,6%). Dabei wird das Web meist für den Versand von Emails genutzt, Nachrichten werden gelesen und Informationen nachgeschlagen.

 

Der typische mobile Internetnutzer ist:

  • eher männlich und jünger
  • hoch gebildet und berufstätig bzw. in Ausbildung
  • verdient mehr als der Durchschnitt
  • Zwei verschiedene Nutzertypen treten hervor: Heavy-User mit einer intensiven Nutzung, meist mehrmals täglich bis zu 60 Minuten in allen Lebenslagen sowie der Selektiv-Nutzer mit einer situativen Nutzung (z.B. um nach dem Weg zu fragen) bis zu 60 Minuten pro Monat.

Auch der Tabletverkauf wächst. Laut Gartner wurden 2010 weltweit 19,5 Millionen iPads und Co. verkauft,  in 2013 sollen es 154 Millionen sein.

Die Nutzung der Tablets sieht laut Tomorrow Focus folgendermaßen aus:

  • Das iPad wird sehr regelmäßig genutzt.
  • Das iPad wird vorwiegend privat zu Hause genutzt.
  • An Werktagen hat das iPhone die Nase vorn – am Wochenende ist das iPad klarer Sieger der Nutzung.
  • Das Lesen von Printmedien spielt auf dem iPad eine große Rolle. 81 Prozent lesen Tageszeitungen und Nachrichten
  • Die Zahlungsbereitschaft ist gegenüber dem Vorjahr gestiegen: Drei Viertel der iPad-Besitzer sind bereit für journalistische Inhalte auf dem iPad Geld auszugeben. 32% würden zwischen 5 und 10 Euro zahlen, 13,5% sogar mehr als 10 Euro.
  • Werbung auf dem iPad ist deutlich akzeptierter als in klassischen Medien. 67 Prozent gegen an, bei kostenlosen Inhalten eine Refinanzierung durch Werbung zu tolerieren.

 

Der typische iPad-Nutzer ist:

  • eher männlich und mittleren Alters. Knapp 90 Prozent der iPad-Besitzer sind über 30 Jahre alt.
  • sehr hoch gebildet und berufstätig
  • Entscheider und Gutverdiener

comScore Studie: Digitale Trends in Europa

Welche digitalen Trends gibt es in Europa? Welche Möglichkeiten ergeben sich für Werbetreibende? Die comScore Studie „2010 Europe Digital Year in Review” untersuchte 18 Länder in Europa und zeigt, wie der digitale Konsument aussieht, welche Länder das höchste Engagement aufweisen, welche Altersgruppen besonders aktiv sind, welche Inhalte am liebsten konsumiert werden und wie sich die neuen Kommunikations-Gewohnheiten (Netzwerken und Mobile) z.B. auf die Nutzung von Emails auswirken.

Hier die Ergebnisse:

  • Die meiste Zeit im Netz verbringen die Niederländer (24 Stunden pro Monat) und die Nutzer aus Großbritannien (31,5 Stunden). Das niedrigste Engagement weisen Italien (16 Stunden) und Österreich auf (13 Stunden). Deutsche Nutzer kommen auf 23 Stunden Internetnutzung im Monat.
  • Über die Hälfte der 360 Millionen europäischen Nutzer sind älter als 35 Jahre alt. Damit ist der typische europäische Nutzer älter als der Durchschnitts-User aus Asien oder Lateinamerika.
  • Auf Facebook verbringen die Europäer mehr Zeit als auf jeder anderen Website.
  • Nutzer verbringen ihre Zeit am liebsten auf Sozialen Netzwerken (84%), mit dem Teilen von Fotos (+ 17,2% im Vergleich zum Vorjahr), Erlebnissen und Updates. Den stärksten Rückgang gab es beim Instant Messaging (-8,3%) und Auktionsseiten wie eBay (-3,6%).
  • E-Mail ist bei älteren Nutzern beliebt. Bei den über 35-jährigen gab es einen Zuwachs der verbrachten Zeit von 6 %).
  • Soziales Netzwerken ist bei der Altersgruppe 15 – 34 Jahre um 32% gestiegen.
  • Europa verzeichnete das größte Wachstum der Social Network Sites im Vergleich zu anderen Regionen. 84,4 Prozent aller europäischen Internet User sind Mitglied eines Netzwerks (+ 10,9 %). In Deutschland wurde ein Social Network Wachstum von 16,6 Prozent erreicht.
  • Frauen sind auf sozialen Netzwerken aktiver als Männer. Sie verbringen 24,3 % ihrer Online-Zeit auf den Plattormen (+ 5,6 %), wohingegen Männer 16,6 % ihrer Zeit doert verbringen (+ 3,1 %).
  • In 15 von 18 der untersuchten Länder in Europa ist Facebook das führende social Network. Nur in den Niederlanden, Polen und Russland dominieren lokale Netzwerke.
  • Facebook wuchs 2010 in Deutschland um 35,7%. Nur in Portugal erzielte es ein noch stärkeres Wachstum ( + 48%).
  • Werbung innerhalb der Sozialen Netzwerke verdoppelte sich in Deutschland. In keinem anderen europäischen Land war die Wachstumsrate höher.
  • In Deutschland wurden im Jahr 2010 etwa 71,1 Milliarden Display Ads geschaltet.
  • Die Nutzung von Coupon-Seiten stieg in Europa stark an. Etwa 9,6% der Onliner nutzen sie (11,1% in Deutschland). Beliebtester Coupon-Dienst ist Groupon.
  • Die Nutzung von Videos auf  TV Seiten stieg in Deutschland um 14 % auf 16,3 Millionen Zuschauer. Im Schnitt sahen sich die Deutschen etwa 18 Stunden im Monat Online Videos an – so viel wie kein anderes Land. Die Dauer der einzelnen angesehenen Videos stieg dabei.
  • Der Smartphone Markt wuchs in Europa um 9,5 %. Das Betriebssystem von Google (Android) verzeichnete das größte Wachstum (+951%), liegt jedoch absolut noch hinter Apple und Symbian.

Hier die Ergebnisse für Deutschland im Überblick:

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Trends für das Jahr 2011

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Fast 20 Prozent der Werbeausgaben in Europa werden mittlerweile in Online-Werbung investiert – fast doppelt so viel wie noch vor 2 Jahren, Tendenz steigend. Folgende digitale Medien-Trends sind  laut der Studie für Europa in 2011 zu erwarten:

Soziale Netzwerke: Soziale Medien wuchsen 2010 enorm und auch für 2011 wird eine ähnliche Entwicklung vorrausgesagt. Das Marketing auf diesen Plattformen wird ebenfalls weiter steigen. Trotz früherer Bedenken in Bezug auf niedrige Click-Through-Raten innerhalb der Netzwerke, wuchsen die Investitionen von Unternehmen in diesem Bereich. Werbetreibende vertrauen folglich darauf, dort ihre Zielgruppe zu erreichen. Neue Trends wie ortsbasiertes soziales Netzwerken wird ebenfalls vom Social Media Marketing aufgegriffen werden.

Werbung: Display-Werbung wuchs 2010 stark, und durch Soziale Netzwerke wurden viele Impressionen erreicht. Der Online-Werbemarkt wird sich weiterhin entwickeln mit verbesserten Targeting-Möglichkeiten und kreativen Werbeeinheiten.

Video: 2010 wurden mehr längere Videos angesehen, was für die Werbebranche neue Möglichkeiten bringt. Besonders TV-Seiten verzeichneten mehr Zuschauer, die qualitativ hochwertige und längere Inhalte sehen wollen.

Mobile: Dem mobilen Sektor wird ein besonderes Jahr vorrausgesagt. Mehr als die Hälfte aller Handy-Besitzer werden Zugang zu mobilen Medien haben, hauptsächlich durch die starke Verbreitung von Smartphones. Wichtig wird für Werbetreibende, herauszufinden, wie die Konsumenten die verschiedenen Medien (PC, Smartphone, Tablets, etc.) nutzen um jeweils unterschiedliche Bedürfnisse zu befriedigen.

Suche: Suchmarketing wird weiterhin ein wichtiger Bestandteil der Unternehmens-Strategien sein. Lokale Unternehmen werden an Beliebtheit dazugewinnen.

Infografik: Wie kleinere Unternehmen Social Media nutzen

Bei Social Media geht es in erster Linie um Interaktion und Engagement mit der Commuity. Doch die Community verhält sich je nach Plattform unterschiedlich. Das sollten Unternehmen beachten. Twitter ist ein Dialog-Medium: Die Nutzer antworten eher und wollen einen Dialog mit dem Unternehmen starten, doch klicken sie nicht so häufig auf Links wie bei Facebook. Auf Facebook wollen die Nutzer Fotos und einmalige, abgeschlossene Posts und klicken eher auf Links. Facebook erzeugt somit stärker Traffic für die Website als Twitter.

Studie: Deutschland ist das Email-Land von Europa

Wie erreiche ich als Unternehmen meine Kunden am effektivsten? Auf welchem digitalen Weg kann ich Nutzer erfolgreich kontaktieren? Ein Europäischer Ländervergleich zum digitalen Dialog mit Facebook, Twitter, Email & Co zeigt: Deutschland ist ein Email-Land. Denn im Vergleich zu anderen Ländern können hier über ein Drittel der User nur per Email oder Newsletter erreicht werden.

Wie länderspezifisch die Email- und Social Media-Aktivitäten tatsächlich sind, zeigt die Studie „Europäische Social Media und E-Mail-Monitor“ von eCircle. Die 6-Länder-Studie untersuchte Eigenheiten des digitalen Dialogs in Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien, Großbritannien und den Niederlanden. Dabei ergaben sich 5 Hauptthesen.

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1. Die Kombination aus Social Media und E-Mail funktioniert in allen betrachteten Märkten

In allen Ländern nutzen mindestens 50% der Befragten sowohl Social Networks als auch Newsletter. Die Schnittmenge zwischen E-Mail-Marketing und Social Media ist somit bereits heute signifikant. Die Kombination beider Kanäle deckt praktisch die gesamte Internet-Nutzerschaft ab.

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2. Europa ist eine „Zwei-Klassen-Gesellschaft“

Die sechs größten europäischen Online-Märkte teilen sich in zwei Gruppen: Deutschland, Frankreich und die Niederlande sind “E-Mail-Länder“, in denen über ein Drittel der User nur per E-Mail bzw. Newsletter erreichbar ist. Großbritannien, Italien und Spanien sind dagegen „Multi-Channel“-Länder in denen die gemeinsame Nutzung beider Kanäle dominiert. 

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3. Facebook ist der Platzhirsch unter den Sozialen Netzwerken – mit einer Ausnahme

Facebook ist das führende Netzwerk in fast jedem Land, mit einer Ausnahme: in den Niederlanden ist das lokale Netzwerk Hyves die Nummer 1. Die deutsche Social Media Landschaft scheint stärker fragmentiert als in anderen Ländern, da mit der VZ-Gruppe und Wer-kennt-Wen gleich 2 lokale Netzwerke die Plätze 2 und 3 im Hinblick auf die Anzahl der Nutzer belegen.

Was die Kontaktfreudigkeit innerhalb der sozialen Netzwerke betrifft, so hat Italien die Nase vorn: Italiener haben im Schnitt die meisten Freunde (87), Franzosen (53) und Deutsche (57) die wenigsten. 

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4. „Fan-Seiten“ von Unternehmen erreichen bisher nur in drei Märkten signifikante Nutzerschaften

Lediglich in Großbritannien, Italien und Spanien sind mehr als ein Viertel der Social Media Nutzer überhaupt Fan oder Follower eines Unternehmensprofils.

Deutschland ist das Land mit dem kleinsten Anteil an Fans/ Followern. Hier folgen lediglich 15 % der Nutzer Unternehmen, in Großbritannien dagegen 32%.

Die Reichweite von Unternehmenspräsenzen in Sozialen Netzwerken ist zwar noch begrenzt, bietet aber durchaus Potential, wie ein Blick nach Großbritannien zeigt.

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5. „Mobile E-Mail“ für Konsumenten kommt

In Großbritannien, Italien und Spanien rufen bereits rund ein Viertel der Nutzer E-Mails mehrmals täglich auch auf mobilen Endgeräten ab, weshalb dort eine handykompatible E-Mail Version ein “Must have” ist. In Deutschland rufen nur 16% der Nutzer ihre E-Mails mehrmals täglich mobil ab.

Das Wissen um die Vorlieben – E-Mail oder Multi-Channel – können sich, so eCircle, vor allem Werbetreibende zu Nutze machen, um ihre Kampagnen in den jeweiligen Ländern noch enger am Nutzerverhalten auszusteuern.

Die komplette Studie steht hier zum Download zur Verfügung.