Mobile Internetnutzung: Zahlen und Fakten zu Deutschland

Mehr als 5 Milliarden Handy-Anschlüsse gibt es weltweit. In Deutschland besitzen rund 90 Prozent der Menschen ein Mobiltelefon und je nach Umfrage haben 20 bis 40 Prozent der Deutschen ein Smartphone. Allein letztes Jahr wurden in Deutschland über 8 Millionen Smartphones verkauft.

Smartphones erlauben durch ihre technische Ausstattung vielfältigen Marketing-Möglichkeiten. Für Werbetreibende wird es enorm wichtig, herauszufinden, wie die Konsumenten die verschiedenen Medien (Smartphones und Tablets) nutzen, um sie im passenden Moment zu erreichen und ihre Bedürfnisse optimal zu befriedigen.

Tomorrow Focus Media befragte im Januar 2011 über 5.500 Personen zur mobilen Internetnutzung.

Hier die Ergebnisse.

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Ausstattung der mobilen Internetnutzer:

  • 90 Prozent der Befragten besitzen ein Mobiltelefon
  • 74,6 Prozent der Handys haben Internetzugang
  • 64,3 Prozent der Handys haben eine E-Mail-Funktion
  •   Was die Vertragsarten betrifft, so setzen sich Flatrates bei Heavy-Usern durch (58,5% der Befragten haben Flatrate) und Prepaid-Verträge bei Selektiv-Usern

 

 Nutzung des mobilen Internets:

  • Ein Drittel der Befragten ist schon mobil im Internet unterwegs.
  • Über 30 Prozent der Befragten planen die mobile Internetnutzung in 2011. Der mobile Internetmarkt ist also noch lange nicht gesättigt.
  • Knapp 60 Prozent der Befragten sind mindestens täglich mobil im Internet. Der Anteil der Personen, die mehrmals täglich mobil ins Internet gehen ist deutlich angestiegen (um 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 44,5 Prozent).
  • Der Großteil der mobilen Internetnutzer (80 Prozent) ist täglich bis zu einer Stunde mobil online.
  •  Das mobile Internet wird vorwiegend unterwegs genutzt. Die stärkste Nutzung findet zur Drivetime zwischen 6 und 9 Uhr und zwischen 17 und 20 Uhr statt.
  • Allerdings sinkt die Zahlungsbereitschaft für mobile Apps: 73,4 Prozent wollen dafür nichts zahlen. Nur 7 Prozent sind bereit, 2 Euro und mehr auszugeben. 13 Prozent würden für die Apps noch bis 0,79 Euro ausgeben und 6,4 Prozent sind bereit 0,79 – 1,99 Euro zu bezahlen.
  • Die Hauptmotive für die mobile Internetnutzung sind Zeitvertreib (49,3%) und Zeitersparnis (44,6%). Dabei wird das Web meist für den Versand von Emails genutzt, Nachrichten werden gelesen und Informationen nachgeschlagen.

 

Der typische mobile Internetnutzer ist:

  • eher männlich und jünger
  • hoch gebildet und berufstätig bzw. in Ausbildung
  • verdient mehr als der Durchschnitt
  • Zwei verschiedene Nutzertypen treten hervor: Heavy-User mit einer intensiven Nutzung, meist mehrmals täglich bis zu 60 Minuten in allen Lebenslagen sowie der Selektiv-Nutzer mit einer situativen Nutzung (z.B. um nach dem Weg zu fragen) bis zu 60 Minuten pro Monat.

Auch der Tabletverkauf wächst. Laut Gartner wurden 2010 weltweit 19,5 Millionen iPads und Co. verkauft,  in 2013 sollen es 154 Millionen sein.

Die Nutzung der Tablets sieht laut Tomorrow Focus folgendermaßen aus:

  • Das iPad wird sehr regelmäßig genutzt.
  • Das iPad wird vorwiegend privat zu Hause genutzt.
  • An Werktagen hat das iPhone die Nase vorn – am Wochenende ist das iPad klarer Sieger der Nutzung.
  • Das Lesen von Printmedien spielt auf dem iPad eine große Rolle. 81 Prozent lesen Tageszeitungen und Nachrichten
  • Die Zahlungsbereitschaft ist gegenüber dem Vorjahr gestiegen: Drei Viertel der iPad-Besitzer sind bereit für journalistische Inhalte auf dem iPad Geld auszugeben. 32% würden zwischen 5 und 10 Euro zahlen, 13,5% sogar mehr als 10 Euro.
  • Werbung auf dem iPad ist deutlich akzeptierter als in klassischen Medien. 67 Prozent gegen an, bei kostenlosen Inhalten eine Refinanzierung durch Werbung zu tolerieren.

 

Der typische iPad-Nutzer ist:

  • eher männlich und mittleren Alters. Knapp 90 Prozent der iPad-Besitzer sind über 30 Jahre alt.
  • sehr hoch gebildet und berufstätig
  • Entscheider und Gutverdiener

Studie: Wie nutzen Verbraucher das mobile Internet

Das Mobile-Segment gilt als Wachstumsmarkt, was Inhalte-Anbieter wie Werbetreibende betrifft. Mit der neuen Studienreihe „Mobile Effects“ liefert Tomorrow Focus nun Daten zu diesem Segment. Die Fragestellungen waren unter anderem: Wie entwickelt sich die mobile Internetnutzung hinsichtlich Nutzungsart, Nutzungsdauer und Nutzungsorten? Für welche Inhalte ist der mobile Internetnutzer bereit zu zahlen? Wie entwickelt sich der mobile Werbemarkt?

 

Die Kernergebnisse der Studie:

  • Hürden, warum das Internet noch nicht mobil genutzt wird, sind meist preislicher Natur, allerdings wird auch reklamiert, dass die Mobiltelefone noch zu unkomfortabel sind.
  • Fast die Hälfte der Personen, die das mobile Internet nutzen, sind mindestens täglich mobil im Internet.
  • Die stärkste Nutzung findet zur Drivetime zwischen 6 und 9 Uhr und zwischen 17 und 20 Uhr statt.
  • Das mobile Internet wird vor allem aus Gründen der Aktualität und Zeitvertreib/Zeitersparnis genutzt.
  • 35 Prozent der Befragten, die das mobile Internet nutzen, sind bereit für eine iPhone Applikation Geld auszugeben.
  • Die höchste Zahlungsbereitschaft für Applikationen liegt in den Segmenten Musik, Bildung, Navigation und Unterhaltung.
  • Über die Hälfte der Befragten nutzen sowohl Applikationen als auch Internetseiten über den mobilen Browser.
  • Werbung auf dem Mobiltelefon wird von den meisten Befragten als eher störend wahrgenommen. Über 70 Prozent fühlen sich davon behelligt.
  • Knapp ein Fünftel der Befragten sind offen gegenüber mobiler Werbung.
  • Über die Hälfte der Befragten ist bereit mobile Werbung zu akzeptieren, wenn eine Deaktivierung möglich ist, 36,2 Prozent würden Werbung gegen eine Reduktion der Handykosten in Kauf nehmen.

 

Für die Studie wurden im Mai 2010erstmalig 1.067 Personen im TOMORROW FOCUS Netzwerk zur mobilen Internetnutzung befragt.

Deutsche surfen wenig mobil

Die Deutschen sind keine Fans der mobilen Internetnutzung: Nur 17 Prozent benutzen ihr Handy um im Netz zu surfen. Bei den Schweizern und Österreichern sind es bereits 27 und 31 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie Mobile Web Watch 2010 von Accenture. Außerdem wird in den Alpenländern auch mehr Zeit im Netz verbracht: 51 Prozent der österreichischen und 55 Prozent der Schweizer Befragten surfen mindestens einmal täglich. In Deutschland sind es 43 Prozent.

„Das Schmiermittel des mobilen Internets sind die Apps. Vor allem im Geschäftsbereich sind sie ein großes Wachstumsfeld“, so Nikolaus Mohr, Geschäftsführer im Bereich Communications & High Tech bei Accenture. Die Studie ermittelte, dass 63 Prozent der österreichischen, 70 Prozent der Schweizer und 60 Prozent der Nutzer in Deutschland heute Apps verwenden. Tendenz steigend.

Hier einige interessante Ergebnisse der Studie im Überblick (Deutschland):

  • Fast jeder fünfte deutsche Internetnutzer surft mit seinem Mobiltelefon im Web (17%). Das entspricht etwa 7,7 Millionen Personen.
  • „Old-fashioned Handys sind out“: Die Verbreitung von Geräten mit bedienerfreundlichen Benutzeroberflächen und Navigation nimmt deutlich zu (iPhone +50%, Smartphones mit Touchscreen +44%).
  • Werbung im mobilen Internet oder in per Handy genutzten Online-Diensten wird von den Konsumenten zum Teil akzeptiert – jedoch nicht um jeden Preis. Fast die Hälfte der Verbraucher toleriert Werbung im mobilen Internet oder in per Handy genutzten Online-Diensten, allerdings nur in Verbindung mit einem erkennbaren Mehrwert für die Nutzer (z.B. reduzierte Grundgebühr, Gutscheine).
  • Die ökologische und soziale Ausrichtung der Marktakteure spielt auch im mobilen Internetmarkt eine immer bedeutendere Rolle. 48 Prozent der Befragten stufen das ökologische und soziale Engagement als wichtig bis sehr wichtig ein – der Preis spielt jedoch noch immer die wichtigste Rolle bei der Kaufentscheidung.
  • Die Akzeptanz innovativer Anwendungen für unterwegs, wie z.B. Location-based Services, nimmt in diesem Jahr eher ab. Auch die Zahlungsbereitschaftder Nutzer ist sehr eingeschränkt.