Kleine Unternehmen profitieren am stärksten von Social Media

Nicht jedes Unternehmen verfügt über ein so großes Social Media Budget wie etwa Starbucks oder Disney. Doch das muss auch nicht sein. Denn laut dem neuesten 2011 Social Media Marketing Industry Report ziehen gerade kleine Unternehmen den größten Nutzen aus Social Media Marketing.

Über 3.300 Marketing-Verantwortliche wurden für die Studie befragt. Hier die Ergebnisse:

Social Media wird wichtiger

Innerhalb von nur 3 Jahren entwickelte sich Social Media von einer unsicheren Strategie (2009 Report) über einer permanenten Einrichtung (2010 Report) hin zu einem der wichtigsten Tools (2011 Report).

90% der Befragten gaben an, Social Media wäre wichtig für ihr Unternehmen. Am stärksten stimmten dieser Aussage Selbstständige (67%) und Besitzer kleinerer Unternehmen (66%) zu.

Die größten Vorteile

Fast alle Marketing-Verantwortliche meinen, Social Media helfe ihnen, in einem überfüllten Markt herauszustechen (88%). 72% bemerkten einen erhöhten Traffic und mehr Abonnements dank Social Media.

Kleinere Unternehmen berichten stärker als andere Gruppen von einer verbesserten Wahrnehmung (89,2%). Auch bei folgenden Bereichen sehen kleinere Unternehmen größere Vorteile als andere Gruppen:

  • Selbstständige und kleine Unternehmen berichten häufiger über neue Geschäftsbeziehungen, 59% sehen hier einen Nutzen.
  • Kleine Unternehmen finden doppelt so häufig qualified Leads als andere Gruppen (also Personen, die Interesse am Produkt oder der Dienstleistung bekunden).
  • 48% der Selbstständigen und Besitzer kleinerer Unternehmen registrierten mehr Verkäufe als direkte Folge aus ihren Social Media Anstrengungen
  • Selbstständige (59%) und Besitzer kleinerer Unternehmen (58%) verzeichneten stärker als andere Gruppen eine Reduktion ihrer Marketing-Kosten durch Social Media Nutzung.

 

Die Investition von Zeit zahlt sich aus

Zeit ist ein Schlüssel-Faktor auf dem Weg zum Erfolg. Investiere mehr Zeit und deine Ergebnisse werden besser. Die Frage ist: Wie viel Zeit muss man investieren? Hier gibt es zwei Ergebnisse:

  • Die Kraft der Beharrlichkeit: Die Unternehmen mit mehr als 3 Jahren Erfahrung in Social Media Marketing sehen bessere Ergebnisse. Zum Beispiel verzeichnen nur 25% der „Neulinge“ in Sachen Social Media ein Anbahnen neuer Geschäftsbeziehungen, im Vergleich zu 80% bei den „alten Hasen“, die mehr als 3 Jahre Erfahrung haben. Deshalb sollten Marketing-Verantwortliche nicht den Fehler machen, nach ein paar Monaten ohne große Ergebnisse, die Social Media Anstrengungen abzusetzen. Man muss sich Zeit lassen.
  • Es muss nicht ausufern: Social Media braucht nicht viel Zeit. Schon 75% der Unternehmen, die nur 6 Stunden pro Woche hier investieren, erleben mehr Traffic. Wer mehr als 6 Stunden wöchentlich investiert, generiert doppelt so viele Leads, wie Unternehmen, die sich nur 5 oder weniger Stunden Social Media widmen.

Welche Plattformen werden genutzt?

Klar, jeden Tag starten neue Portale im Netz, doch die Studie zeigt, dass fast alle Marketing-Verantwortliche auf den großen 4 Plattformen unterwegs sind: Facebook, Twitter, LikedIn und Blogs. Dieses Jahr überholte Facebook sogar Twitter in der Beliebtheit, und MySpace wird nur noch von 6% genutzt.

LinkedIn wird hauptsächlich von Selbstständigen (80%) und Besitzern kleinerer Unternehmen genutzt (78%). Die anderen Gruppen sind zu 71% dort aktiv.

Videos im Marketing stärker zu nutzen, planen 77% der befragten Unternehmen, wobei kleinere Unternehmen dies nicht ganz so sehr wollen (61%).

Outsourcing

Nur 28% aller Befragten Marketing-Verantwortlichen lagern irgendeinen Teil ihrer Social Media Marketing Anstrengungen aus. Zwar ist dieser Wert um 100% gewachsen im Vergleich zu letztem Jahr, doch viele Unternehmen sind sich nicht sicher, wie und wann sie etwas outsourcen sollen.

Meist lagern kleinere Unternehmen diese Arbeiten aus (34%), bei den Selbstständigen sind es nur 24%.

Hier sind Aufgaben, die ausgelagert werden (Prozentsatz aller Befragten):

Integration von Social Media in traditionelle Marketing Strategien

Viele Unternehmen setzen noch stark auf traditionelle Marketing-Strategien wie Suchmaschinen-Optimierung und E-Mail-Marketing (64%). Kleine Unternehmen setzten dabei mehr als andere Gruppen auf E-Mail.

Was Pressemitteilungen betrifft, so planen 80% aller Unternehmen die Anzahl ihrer Pressemitteilungen beizubehalten oder zu erhöhen. Kleine Unternehmen wollen doppelt so häufig (52%) wie große Unternehmen (24% bei 500 bis 1000 Mitarbeitern) diese Maßnahme der Öffentlichkeitsarbeit stärker als bisher einsetzen.

Die gesamte Studie gibt es hier als Download.

5 typische Facebook-Fehler von kleineren Unternehmen

Kleinere Unternehmen haben auf Facebook einen großen Vorteil: Sie können viel persönlichere Beziehungen zu ihren Kunden aufbauen als große Unternehmen. Leider wird diese Stärke oft übersehen und ein paar grundlegende Facebook-Regeln werden nicht umgesetzt. Hier, in Anlehnung an Mashable, 5 häufige Fehler von kleineren Unternehmen auf Facebook.

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1. Marketing-Botschaften senden

Der wohl gravierendste Fehler, den Unternehmen auf Facebook begehen können, ist es, seine Markenbotschaften hinaus zu posaunen ohne den Fans regelmäßig relevante und interessante Inhalte zu liefern.
Ehrlich und authentisch mit den Kunden interagieren statt simple Beschallung, lautet das Rezept. Fans wollen eine Verbindung zum Unternehmen aufbauen und sich als Teil einer Community fühlen. Permanente Eigenwerbung erreicht leider das Gegenteil. Dies mag für viele Unternehmen, die ihren Fokus auf Sales legen und sofortige Einnahmen aus Facebook sehen wollen, eine Umstellung sein, doch hier geht es um den Aufbau langfristiger Kundenbeziehungen.

2. Zu wenig Zeit investieren

Viele kleinere Unternehmen unterschätzen die Zeit, die notwendig ist um eine erfolgreiche Facebook-Strategie zu entwerfen und auch umzusetzen. Eine Fanseite zu erstellen und sie dann sich selbst überlassen, in der Hoffnung, die Fans würden schon irgendwie zum Unternehmen finden und Fan werden, ist leider zu kurz gedacht. Eine Fanseite zu erstellen ist nur der erste Schritt von vielen. Die Seite muss regelmäßige Updates erfahren und permanent gemonitort werden. Zeitnahe Antworten auf Kundenanfragen sind ein Muss.

3. Zu langweilig oder vorhersehbar

Manche Unternehmen scheinen zu vergessen, dass Facebook eine soziale Plattform ist, auf der die Nutzer lustige, interessante oder nützliche Dinge mit ihren Freunden teilen. Deshalb sollte man sich überlegen, was für die Fans wichtig ist und was sie gerne weiterleiten möchten.
Ebenfalls sollte man auf einen guten Mix von Text, Fotos, Videos und anderen Multimedia-Elementen achten. So vermeidet man es, vorhersehbar zu werden und aus dem Newsfeed verbannt zu werden.
Auch das automatische Veröffentlichen des Blog-Content oder Twitterfeed wirkt unpersönlich. Deshalb lieber mit Facebooks eigenen Tools die Beiträge veröffentlichen. Das wird auch für den Newsfeed von Facebook höher bewertet und weiter oben angezeigt als Auto-Content.

4. Kein Wissen über Facebook Tools und Funktionen

Da Facebook ein relativ neues Medium ist, haben manche Unternehmen noch Nachholbedarf was alle Funktionalitäten des Netzwerks betrifft. Aber nur so kann man ein optimales Markenerlebnis schaffen. Der Info-Tab wird selten voll genutzt und nur sehr wenige kleinere Unternehmen kreieren eine eigene Welcome-Seite.
Auch gibt es oft Probleme mit dem Profilbild. Denn die Unternehmen laden ihr Logo hoch, und das angezeigte Bild im Newsfeed ist nur ein Ausschnitt, der lediglich ein paar Buchstaben aus der Mitte des Logos zeigt. Dieses nutzlose Logo bildet dann die Marke auf Facebook.
Das Analyse-System Facebook Insights wird oft übersehen. Damit sollte man sich vertraut machen um herauszufinden, wie die Posts ankommen und den Content gegebenenfalls anpassen. Es bietet wertvolle Informationen über Nutzeraktivitäten (Views und Feedback) und Nutzer (Likes, Unlikes, Demografie usw.).

5. Die Facebook Richtlinien werden verletzt

Baut man eine Community auf einem Privatprofil auf, anstatt auf einer Unternehmensseite, ist das ein Problem. Seit ein paar Tagen kann man jedoch das Privatprofil in eine Business-Fanseite umwandeln.
Auch werden bei Gewinnspielen oft die Richtlinien verletzt. Was dabei zu beachten ist, erfahrt ihr hier.
Ebenso darf man keine Personen ohne deren Einwilligung auf Fotos markieren. Das bringt zwar deren Aufmerksamkeit, ist aber nicht zulässig und kann von den Personen gemeldet werden.
Deshalb: Zeit nehmen und die Richtlinien genau studieren.

Infografik: Wie kleinere Unternehmen Social Media nutzen

Bei Social Media geht es in erster Linie um Interaktion und Engagement mit der Commuity. Doch die Community verhält sich je nach Plattform unterschiedlich. Das sollten Unternehmen beachten. Twitter ist ein Dialog-Medium: Die Nutzer antworten eher und wollen einen Dialog mit dem Unternehmen starten, doch klicken sie nicht so häufig auf Links wie bei Facebook. Auf Facebook wollen die Nutzer Fotos und einmalige, abgeschlossene Posts und klicken eher auf Links. Facebook erzeugt somit stärker Traffic für die Website als Twitter.