5 kreative Marketing-Kampagnen mit Facebook Places

Mit Facebook Places können User anderen mitteilen, wo sie sich gerade befinden und mit wem sie gerade zusammen sind. Zusätzlich kann man sich anzeigen lassen, welche Freunde gerade in der Nähe sind. Diesen Location Based Service können Smartphone-User seit Oktober 2010 auch in Deutschland nutzen.

Auch Unternehmen haben dank der Erweiterung Deals (vorerst nur in den USA verfügbar) das große Marketing-Potenzial von Places erkannt und erstellen Kampagnen rund um den Check-in Service. Die Vorteile:

  • Die Markenwahrnehmung wird gesteigert: Denn jedes Mal, wenn ein Facebook-User über Places an einem bestimmten Ort eincheckt (in einem Café, Restaurant, Geschäft, etc.), wird dieses Ereignis den durchschnittlichen 130 Facebook-Freunden im News-Feed mitgeteilt. Damit ist der virale Marketing-Faktor gleich integriert.
  • Neue Kunden werden angesprochen: In den Restaurants, auf der Straße, in den Geschäften oder bei Events erscheinen Deals auf dem Display der Smartphone-Besitzer. Sie werden für den Besuch mit verschiedensten Incentives belohnt.
  • Die Kundenbindung wird erhöht: Laut Facebook besuchen Nutzer das Soziale Netzwerk 28 mal pro Monat. Sie suchen dort Informationen, Gewinnspiele, Sonderangebote, Unterhaltung und Gutscheine. Mit Facebook Deals besteht die Option, loyale Kunden bzw. deren regelmäßige Check-ins zu belohnen.

So neu der Service ist, so schnell waren die Unternehmen beim Erstellen kreativer Marketing-Kampagnen rund um Facebook Places. Hier einige interessante Beispiele, in Anlehnung an Mashable.

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1. Rabatte für Check-ins

Eine simple aber effektive Methode um Places zu nutzen, ist es, Kunden bei jedem Check-in zu belohnen. Das kalifornische Premium-Shopping-Center Westfield Valley Fair wollte damit mehr Kundschaft anlocken. Jeder Kunde bekam beim Check-in einen 15 % Rabattgutschein. Der Erfolg blieb nicht aus: Es kamen mehr Kunden, und mittlerweile werden sogar 25% Rabattgutscheine via Places verteilt.

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2. Events fördern

Gerade bei besonderen Veranstaltungen lohnt sich der Einsatz von Check-ins für die Markenwerbung. Spielentwickler Electronic Arts UK entwickelte eine Places-Kampagne zu Weihnachten, genannt „Play4Xmas“. Dabei wurden sechs Events in Shopping-Zentren gepusht. Die Menschen, die zu den Events auf Places eincheckten, konnten jeden Tag bis zu 10 Videospiele gewinnen. Die Kampagne war ein großer Erfolg: Aus vielen Eventbesuchern wurden Markenbotschafter, mehrere hundert Check-ins bei jedem Event generierten über Zehntausend Impressionen bei den Facebook-Usern.

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3. Neue Orte bei einem Event festlegen

Die Sportmarke Onitsuka Tiger (Asics) sponserte das Sydney Bicycle Film Festival. Das Sportevent dauerte 4 Tage und hatte 10 unterschiedliche Veranstaltungen. Bei jeder Veranstaltung positionierte sich Onitsuka am Eingang, sodass sich die Eventbesucher auch dort registrieren und einchecken konnten – ohne den Einlass am Eingang nutzen zu müssen. Wer sich bei Onitsuka drei mal anmeldete und eine Frage zur Facebook Fanseite des Unternehmens richtig beantwortete, konnte ein Fahrrad oder eine Bike-Ausrüstung gewinnen. Schon am ersten Tag meldete sich über die Hälfte der Besucher über den Check-in von Onitsuka zum Event an.

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4. Tägliche Check-ins

Recruitment: Um neue Studenten zu finden, nutzt die University of Kentucky die Facebook-Reichweite seiner bestehenden Studenten. Dafür wurden riesige Facebook-Statuen aus Holz auf dem Campus aufgestellt, welche die Studenten dazu animieren sollen, jeden Tag bei der Universität einzuchecken. Somit tauchen diese Check-ins auch jeden Tag im News-Feed der Facebook Freunde auf. Darunter befindet sich sicherlich auch die Zielgruppe der zukünftigen Studenten.

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5. Facebook Places in einer Rangliste sammeln

Die für den britischen Tourismus zuständige Werbeagentur VisitBritain entwickelte ein interessantes Facebook Places Programm, um verschiedenste Orte und Landstriche von Großbritannien zu bewerben. Jedes Mal, wenn ein Nutzer zu einem erwähnenswerten und schönen Ort in Großbritannien kommt, soll er auf Facebook Places einchecken und eine Bewertung darüber verfassen. Dabei werden die Check-ins der Menschen gezählt und in einer Tabelle auf Facebook veröffentlicht. So entsteht ein Top 50 Ranking der beliebtesten Orte – von den Usern allein erstellt. Innerhalb von wenigen Wochen zählte die „Top 50 UK Places Seite“ mehr als 250.000 Besucher. Die Anzahl der Fans erhöhte sich um 34%.

Facebook bietet Sonderangebote bei Check-ins an

Facebook will mit Rabattmarken Geld verdienen: Der Ortungsdienst Facebook Places bekommt in den USA die Erweiterung „Facebook Deals“, in dem es zum Start Sonderangebote von H&M, Starbucks und McDonalds gibt.

Das Benefit-Programm „Deals“ verwandelt Facebook Places in einen virtuellen Marktplatz und macht den Ortungsdienst damit sehr attraktiv. Places-Nutzer können damit in Zukunft via Smartphone „Angebote ihrer Lieblingsgeschäfte in der Nähe finden – von Restaurants um die Ecke bis zu großen Einzelhandelsgeschäften“. Unternehmen können Nutzer dann künftig dank offenem API auf Angebote aufmerksam machen.

Anwender sehen in der Übersicht der in der Nähe liegenden Locations, welche Lokalitäten entsprechende Deals für sie bereithalten. Neben dem jeweiligen Ort taucht dann ein entsprechendes Icon auf. Die Profilseite des Ortes informiert über die Details des Deals. Nach dem Check-In zeigen User die Profilseite mit dem erfolgten Check-In auf ihrem Smartphone an der Kasse vor, um das jeweilige Sonderangebot in Anspruch zu nehmen.

Wenn man bedenkt, dass 200 der 550 Millionen Facebook-Mitglieder, das Netzwerk via Smartphone ansteuern, ergibt sich eine enorme potentielle Reichweite der Sonderangebote. Und sie wird wohl weiter steigen, denn allein letztes Jahr verdreifachte sich die mobile Nutzerschaft von Facebook.

Zum Start konnte das weltgrößte Social Network gleich eine Reihe von Großkonzernen für sich gewinnen – darunter etwa McDonalds, Gap, H&M und Starbucks. Gap belohnt die ersten 10.000 eincheckenden Nutzer mit einer kostenlosen Jeans, und H&M gewährt bei einem Check-in 20 Prozent Rabatt auf erworbene Waren.

Was den Datenschutz betrifft, so sehen die Unternehmen beim Check-in der User keine persönlichen Daten, sondern lediglich wie viele Nutzer eincheckten und wie viele die Deals in Anspruch nahmen.

Ob das nun das Ende der ortsbasierten Services wie Foursquare oder Gowalla iat? Auch die Rabatt-Shopping-Dienste wie Groupon oder LivingSocial geraten extrem unter Druck. Der Siegeszug von Facebook schein derzeit unaufhaltsam..

Facebook Places kommt nach Deutschland

Facebook besetzt nun auch in Deutschland das Trendsegment ortsbezogener Dienste. Ab sofort können User auch hierzulande Facebook Places nutzen und Freunden per GPS-Handy ihren Aufenthaltsort mitteilen. Perspektivisch dürfte das den Werbemarkt weiter anschieben. Denn die Informationen über den Ort ermöglichen es grundsätzlich natürlich auch, Nutzer mit ortsbezogenen Informationen, Angeboten und Werbung zu bespielen.

Das ist bei Places derzeit aber noch nicht möglich: Nur bestätigte Freunde sollen standardmäßig die Ortsangabe einsehen können. Auch muss der Nutzer in Deutschland zuvor explizit der Aktivierung von Places zustimmen. Facebook versicherte zudem, dass das soziale Netzwerk keine Bewegungsprofile der Nutzer erstelle.

Natürlich gab es schon vor Facebook Plattformen, mithilfe derer man seinen Aufenthaltsort mitteilen konnte, wie z.B. Gowalla oder Foursquare. Doch diese Netzwerke hatten bei Weitem nicht die große Mitgliederzahl, die Facebook aufweist: 9,38 Millionen volljährige Deutsche können den Dienst nun nutzen.

Dass Facebook mit dem neuen Dienst Geld verdienen will, kann man schon in der Anleitung für Werbekunden nachlesen: „Mit dem Orte-Produkt kannst du dein Unternehmen auf Facebook auf eine neue Weise bewerben und stärken. Indem du deinen potentiellen Kunden gestattest anzugeben, wenn sie dein Unternehmen besuchen, können sie ihre Freunde auf dein Unternehmen aufmerksam machen.“

Die Werbeagentur Jung von Matt/Neckar hat bereits einen Weg gefunden, Places zur Eigenwerbung einzusetzen: Noch vor dem Start, so verkündet die Agentur, hat JvM sich dank Vorgaukelung einer amerikanischen IP-Adresse um die Deutschlandsperre herumgeschlichen und Check-In-Orte in Deutschland angelegt. Als Recruiting-Aktion wurden diese bei den Mitbewerbern Neue Digitale/Razorfish (Frankfurt), Interone, Fork Unstable Media, Kolle Rebbe (alle drei Hamburg), AKQA sowie Argonauten G2 (beide Berlin) platziert. Loggt sich dort ein User ein, begrüßt ihn eine Recruiting-Meldung: „Erster! Wärt ihr auch gern? Dann checkt ein bei www.jvm-neckar.de/jobs, wir suchen neue Köpfe.“

Wir wundern uns nur darüber, dass Googles Street View hierzulande so kategorisch abgelehnt wird, Nutzer über Facebook Places jedoch sehr freigiebig ihren Aufenthaltsort mitteilen… Dies könnte jedoch an unterschiedlichen Nutzern liegen: Die Ablehner von Google Street View sind wohl nicht die Nutzer von Facebook Places.