Warum sich Kunden von Newslettern abmelden und Fanseiten nicht mehr mögen

Warum beenden Kunden ihre Beziehungen zu Marken, von denen sie Newsletter bekamen, deren Fan sie auf Facebook waren oder auf Twitter folgten? Die Gründe für das Abmelden, Nicht-mehr-mögen und Entfolgen untersuchte die Studie „The Social Break-Up“ von ExactTarget und befragte mehr als 1.500 Konsumenten.

Hier ein paar Fakten vorab:

  • 91% der Konsumenten haben sich von Opt-In Marketing E-Mails abgemeldet.
  • 77% gaben an, im Vergleich zu letztem Jahr vorsichtiger geworden zu sein, was das Übermitteln ihrer E-Mail Adresse an Firmen angeht.
  • 81% sind nicht mehr Fan eines Unternehmens auf Facebook oder haben deren Posts aus ihrem Newsfeed entfernt.
  • 71% sind vorsichtiger geworden, was das „Fan-Werden“ auf Facebook betrifft.
  • 51% denken, dass man als Fan einer Marke Marketingbotschaften vom Unternehmen erhält – 40% wollen dies nicht.
  • 41% der Konsumenten „entfolgten“ einem Unternehmen auf Twitter

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Warum sich Konsumenten von Newslettern abmelden:

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Hauptgrund für das Abmelden sind zu häufige E-Mails (54%), was dazu führt, dass der Inhalt zu langweilig wird und sich zu oft wiederholt (49%). Unternehmen sollten daher auf exzessive E-Mail-Zustellung verzichten und ihre Inhalte variieren.

 

Wie Abonnenten auf uninteressante E-Mails reagieren:

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Warum Konsumenten keine Facebook-Fans mehr sein wollen:

Auch hier ist der Hauptgrund das zu häufige Posten der Marken (44%).

 

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Wie Facebook-Fans auf uninteressante Posts reagieren:

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Warum Konsumenten Marken auf Twitter nicht mehr folgen:

Am häufigsten ist es der langweilige und sich wiederholende Inhalt der Marken-Tweets, der die Nutzer abschreckt (52%)

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Wie Marken sich verhalten sollen:

Jeder Kanal hat seine Eigenheiten, welche die Unternehmen beachten müssen.

E-Mail: Konsumenten wollen Marken, die ihnen relevante Inhalte schicken, die auf ihre speziellen Bedürfnisse zugeschnitten sind. Die Erlaubnis zur Zustellung von Newslettern soll gewürdigt werden und zu häufiges Mailen vermieden werden. Die Kunden bewerten die Mails nicht im Vergleich zu den Branchenführern, sondern vergleichen sie mit anderen Mails ihrer Inbox.

Facebook: Konsumenten wollen auf Facebook mit Marken in Kontakt treten, die sie schon kennen und denen sie vertrauen. Die Facebook Seite soll aktuell und relevant sein und die Posts nicht zu häufig erscheinen.

Twitter: Konsumenten, die auf Twitter aktiv sind, erwarten regelmäßige Tweets, die sie aber nicht überfluten. Sie erwarten sofortige Antworten, wenn sie auf Twitter Fragen stellen.

10 Gründe, warum Kunden Marken auf Facebook folgen, kann man hier nachlesen.

Facebook will E-Mail integrieren

Auf dem Weg zur Netzherrschaft: Facebook will die Kommunikation zwischen Freunden komplett übernehmen – und hat dazu einen neuartigen E-Mail-Dienst vorgestellt. Er soll Teil einer „nahtlosen Kommunikation“ via Facebook werden und bisher getrennte Kanäle wie E-Mail, Facebook-interne Nachrichten, Instant Messaging und SMS in der sogenannten „Social Inbox“ vereinen. Dort haben Freunde absolute Vorfahrt, jeder neue Absender muss erst bestätigt werden. Die gesamte Kommunikation soll archiviert werden – im Extremfall ein Leben lang. Jeder Nutzer bekommt auf Wunsch eine E-Mail-Adressse mit seinem Facebook-Namen und der Endung @facebook.com, zunächst nur in den USA, später weltweit. Damit kann er auch Nachrichten an Kontakte außerhalb von Facebook schicken oder empfangen – für Facebook-Freaks, die bisher eine Adresse bei Google, Yahoo oder Web.de benutzt haben, gibt es einen Grund weniger, ihr Netzwerk zu verlassen. Auf Möglichkeiten zum CC oder BCC wird zwar verzichtet, jedoch erlaubt das neue Nachrichtenfeature den Versand von Dateianhängen.

Angestrebt ist also eine Monopolisierung des Datenstroms, die Datenschützern eher Angst macht. Wollen wir wirklich, dass alle Konversationen, von der SMS an die Ehefrau bis zur E-Mail an den Chef, auf den Servern von Facebook gespeichert werden?

Nutzen die Mitglieder die Universal-Inbox tatsächlich, um künftig ihre Kommunikation abzuwickeln, wird Facebook immer mehr zum Internet im Internet, die Nutzungszeit von Facebook dürfte steigen, der Werbeverkauf weiter anziehen. Anders als Google will Facebook die Nachrichten seiner Mitglieder aber nicht durchsuchen, um passende Werbung anzuzeigen.

Den Frontalangriff auf den Erzrivalen Google versuchte Facebook-Gründer Mark Zuckerberg bei der Präsentation gestern Abend eher kleinzureden: Der neue Dienst sei „kein E-Mail-Killer“ und Kontrahent Googlemail „ein gutes Produkt“. Allerdings machte er deutlich, dass er durchaus erwartet, dass sich im Laufe der Zeit mehr Menschen von der klassischen E-Mail verabschieden, speziell wenn es um die Kommunikation mit Freunden geht. Zu einem späteren Zeitpunkt soll es auch möglich sein, Nachrichten bei Facebook einlaufen zu lassen, die bislang beispielsweise an Yahoo-, Gmail- oder Web.de-Adressen gingen.