E-Book oder Papier, was ist beliebter?

E-BookGeht man nach dem allgemeinen Tenor, der zur Zeit in politisch korrekten Kreisen angestimmt wird, dann sind elektronische Medien für reine Textdokumente eine kaum akzeptable und wenig zukunftsfähige Mode, die nur von einigen Banausen getragen wird.

Geht man andererseits nach den Absatzzahlen der für den elektronischen Textkonsum erforderlichen Geräte, dann wächst die Anzahl dieser vermeintlichen Banausen rasant – und ein Ende des Anstiegs ist nicht in Sicht.

Was also ist richtig? Fliegen die „E-Books“ und „digital Reader“ kurz nach dem Kauf und einigen wenigen ersten Nutzungsversuchen ungeliebt in die Ecke oder ist der „allgemeine Tenor verstimmt“, schätzen vielleicht mehr Menschen, als gemeinhin geglaubt wird, die Vorzüge des digitalen Leseerlebnisses?

Eine Antwort findet man beim Institut für Demoskopie in Allensbach (IfD) in ihrem jüngsten Bericht „ACTA 2013„.

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Ich liebe Druck!

ZeitungWas auf den ersten Blick wie ein euphorischer Ausruf eines Workaholics nach 18 Stunden Arbeit klingen mag – ist in Wirklichkeit die Kurzfassung einer aktuellen Studie des IfD in Allensbach im Auftrag des VDZ (Verband deutscher Zeitschriftenverleger).

Die Deutschen ziehen Printmedien den elektronischen ganz klar vor.

Besonders überraschend:

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E-Books schieben Büchermarkt – in UK

Lt. einer Studie von Publishers Association ist der Buchmarkt in UK in 2012 um 4% auf £3,3 Mrd (~€3,9 Mrd) gewachsen.

Dieses Wachstum wurde allerdings eindeutig von den E-Book-Titeln getragen (+66%). Der Markt für Druckerzeugnisse schrumpfte um rd. 4%.UK Buchmarkt 2012

Trotzdem ist man auf der Insel nicht unglücklich in Herausgeber-Kreisen, denn das Wachstum im wichtigen Markt der elektronischen „Consumer-Books“ ist gegenüber 2011 von +366% auf +126% gesunken, hat sich also deutlich verlangsamt. Parallel hat sich der Druckmarkt nahezu behauptet.

Getragen wird das weiterhin starke Wachstum der E-Book-Titel insbesondere von Amazons kindle und vom iPad mini.

Die Branche erkennt sowohl additive Entwicklungen als auch substitutive Trends. Als große Horror-Vision hatte man die Schallplatten-Industrie vor Augen und befürchtete ähnliche Entwicklungen. Die zeichnen sich aber zur Erleichterung der Branche aktuell nicht ab.

Auf Grund der Besonderheiten des deutschen Buchmarktes sind die UK-Ergebnisse sicher nicht direkt vergleichbar. Indizien, in welche Richtung sich das Konsum (enten)-Verhalten wandelt, geben sie aber wohl doch.

Möglicherweise bleibt z.B. der Bereich der Belletristik von der umfassenden Elektrifizierung länger verschont, als etwa der des Sachbuchs. Dem gemütlichen Blättern und Schmökern haben kindle & Co ggf. noch zu wenig entgegenzusetzen.

Aber gerade im Bereich der Nachschlagewerke und semi-technischen Anleitungen im Umfeld sich schnell verändernder Informationen (IT Bereich im weitesten Sinne) sind sie schon jetzt eindeutig im Vorteil in 3 wesentlichen Dimensionen: Aktualität, Anschaulichkeit via Multimedia und Preis. Neben einer physisch gedruckten WordPress-Anleitung zum Beispiel muss schon jetzt auch das entsprechende E-Book unbedingt vorhanden sein.

Den Hinweis auf die Studie haben wir hier gefunden.

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