Facebook-News: 10 Quellen um up-to-date zu bleiben

Im Oktober 2013 habe ich das erste Buch zu Facebook geschrieben (Autoren sagen eigentlich: „vorgelegt“), eine Benutzungsanleitung für Einsteiger, herausgegeben von der Stiftung Warentest. Das Buch ist recht gut angenommen worden, die Stiftung als Verlag ist natürlich ein guter Absender.

Doch die Welt bleibt nicht stehen, Facebook schon gar nicht. Ende 2015 haben wir einen Update („Facebook“) herausgebracht, der umfangreicher ausfiel, als zunächst geplant war. Es hatte sich viel zwischenzeitlich geändert.

Um die Dynamik im Blick zu behalten und die vielen Schrauben, an denen ständig gedreht wird, habe ich mir einen kleinen News-Feed zusammengestellt. Damit trage ich die allermeisten Änderungen und Aktualisierungen zusammen. Hier finde ich viele wichtige Facebook-News für die nächste Auflage. Seit dem letzten Redaktionsschluss im Oktober 2015 habe ich so schon wieder 147 solche Nachrichten gesammelt

In diesem Beitrag stelle ich die zehn wichtigsten Quellen meiner Facebook-News vor, sortiert nach Wichtigkeit – für mich. Wer also im Themenumfeld des Buches mehr wissen will, der kann meinen Quellen hier folgen und sich selbst einen aktuellen Eindruck verschaffen.

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Koppelungsverbot – Facebook nicht mehr kostenlos?

Data and MoneyEin alter Spruch sagt: Geld allein macht nicht glücklich – es gehören auch Aktien und Grundstücke dazu. Heute müsste man besser ergänzen: es gehören auch Stammdaten und persönliche Merkmale vieler Privatpersonen dazu.

Denn schon längst wird der Wert eines New Economy Unternehmens nicht mehr in den klassischen „Assets“ gemessen, Mitarbeiter, Maschinen, Grundstücke, Patente, Beteiligungen. Immer wichtiger ist der laufende Zugang zu aktuellen Personendaten geworden, je mehr desto besser. Der Grund ist einfach: diese Daten lassen sich hervorragend weiter nutzen wie auch verkaufen. Das nennt man dann ein Koppelungsgeschäft.

Kostenlose Services können durch solche Koppelungen also durchaus erfolgreich und lukrativ sein – wie das Beispiel Facebook sehr anschaulich zeigt.

In einem lesenswerten FAZ-Artikel beleuchtet Rolf Schwartmann die Bedeutung dieser neuen Währung „Daten“ und zeigt einen Weg, wie die digitale Transparenz in rechtlichen Einklang gebracht werden kann mit moderner unternehmerischer Wertschöpfung.

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Huch – Twitter Account gesperrt! Und dann?

130517 Twitter Sperre kleinEs ist wirklich passiert! Unser Twitter Account war gesperrt. Wir haben mal rumgehört, das geschieht nicht so oft. Und auch im Web findet man dazu kaum Beiträge. Also ist ein kleiner Erlebnisbericht vielleicht allgemein interessant.

Gleich vorneweg sei gesagt: der Account (@trendticker) ist wieder offen, 4 lange Tage, von Freitag bis Montag kauten wir aber auf den Nägeln.

Twitter Sperre – da drängen sich diverse Fragen auf:

  1. Woran merkt man das?
  2. Wie wirkt es sich aus?
  3. Was kann man dagegen tun?
  4. Was war überhaupt die Ursache?
  5. Kann man sich irgendwie preemptiv schützen (aka: was lernt uns das?)

Doch der Reihe nach!

1. Woran merkt man es?

Man merkt es eigentlich daran, dass man nicht mehr tweeten kann. Zwischen dem 10. und 14. Mai hatte unser Vogel Sendepause. Wollten wir Seiten twittermäßig weiter verbreiten, kam die Nachricht, dass eine Sendung aktuell nicht möglich sei, man habe den Tweet in den Entwurfsspeicher gelegt. (Wo ist der denn bei Twitter?)

Und bei Twitter direkt kam die Nachricht:

  • Ihr Account ist momentan gesperrt…
  • Das Ganze kann ein Irrtum sein. Dafür entschuldigte man sich vorsichtshalber.
  • Man solle die Twitter Rules aufmerksam lesen und sicherstellen, dass man sie einhält
  • Es gab einen Link, über den man „etwas“ an Twitter schreiben konnte. Aber da es keinen Vorwurf gab, konnte man auch schwer irgendwas entkräften.

Wir haben das ausgefüllt, es kamen 3 Eingangsbestätigungen zurück, textidentisch, nur mit unterschiedlicher Case-ID. Die halfen auch nicht weiter.

2. Wie wirkt es sich aus?

Man hat keinen Zugang zu seinem Account. Und die Following / Follower-Werte stehen beide auf 0. Aber der Account ist da, sichtbar für Dritte. Following / Follower wird da einfach gar nicht angezeigt (die 0 sieht also niemand).

Und Dritte können auch weiterhin Tweets des Accounts retweeten.

Der Account ist jetzt wieder aktiv mit der ganzen „Gemeinde“. Größeren Followerschwund konnten wir nicht feststellen.

3. Was kann man dagegen tun?

Die Ursache vermeiden. Da gehen wir beim nächsten Punkt tiefer ins Detail.

Und wenn das Kind schon im Brunnen liegt? Auf Basis Stichprobe N=1 hier eine Empfehlung, die zumindest nach knapp 4 Tagen geholfen hat:

  • Den Einwand gegen die Sperre in englisch formulieren (wer weiß, wer das liest)
  • Zusichern, dass man alle Regeln einhalten will (und bisher auch immer eingehalten hat)
  • Das Ganze abschicken von dem Mailaccount, der bei Twitter registriert ist (hatten wir zunächst nicht).
  • Und wenn man eigentlich nichts verbrochen hat: vertrauensvoll warten. Wir hatten jedenfalls an Tag 3 auf Fatalismus geschaltet.

4. Was war der Grund?

Warum unser Twitter Account gesperrt war, wissen wir nicht und wir erwarten auch nicht, es positiv zu erfahren. Die folgenden „Theorien“ haben wir später als unwahrscheinlich bis eigentlich unmöglich verworfen:

  • Unser Account wurde gehackt und jemand hat schlimme Sachen veranstaltet, die wir nicht gesehen haben.
  • Trolle und andere böse Geister haben es auf uns abgesehen und unsere Account in großem Stil „gemeldet“. Über solche Aktionen hätte man aber irgendwas gelesen.
  • Wir haben 3 Auto-Retweets am Laufen (via twitterfeed), und eine der Quellen hat Böses getan. Ist jedoch nicht erkennbar so.
  • Wir sind durch Retweeten eines Links in einen anderen „Strudel“ geraten (bei Associated Press war z.B. was im April, und wir hatten die zitiert in der Zeit).

In Hamburg würde man dazu sagen: Alles „Spökenkiekerei“!

Plausibel bis wahrscheinlich erscheint uns aber dies:

Am 8. Mai haben wir einen Bericht von gizmodo retweetet. Es ging um eine spanische Plakat-Kampagne gegen Gewalt und Missbrauch von Kindern (gut gemacht: durch eine Art Wackelbildtechnik lasen die Kinder den „unteren“ Text, Tenor: melde Dich!; die Großen den „oberen“, Tenor: melden Sie das! Fanden wir gut.)

Schon beim Schreiben dieser Zeilen ziehe ich aber die Augenbrauen hoch, denn wir wollen nicht mit WordPress erleben, was wir mit Twitter gerade hinter uns haben. Unser tweet vom 8. Mai beinhaltet nämlich sowohl das deutsche Wort für diesen Straftatbestand (beginnt mit „K“, 4 Silben) als auch als Hashtag das englische Wort (beginnt mit „c“, 3 Silben). Wir hatten sogar den Hashtag extra gesucht, um das auch zutreffend zu markieren.

Was ist daraufhin vermutlich passiert? Wir sehen 2 Möglichkeiten:

  • Entweder einige superpflichtbewusste Aufpasser haben sich einen Automatismus programmiert, der bei der Verwendung bestimmter Worte den entsprechenden Beitrag „meldet“. Und Twitter hat sicher irgend einen Schwellwert, ab dem sie sagen: 200 Meldungen? den Account machen wir mal ein paar Tage dicht und prüfen das. 20, 200, 2.000, wer weiß das?
  • Oder eine amerikanische, schottische, singapurianische, deutsche Sittenpolizei hat mit Twitter einen Deal: Tweets mit einem der Worte von der schlimmen Liste, werden mal ein paar Tage auf Eis gelegt und genauer beleuchtet.

Wenn man länger drüber nachdenkt, sind beide Varianten wirklich nicht unplausibel. Man könnte fast umgekehrt fragen: wie soll eine Böse-Menschen-Überwachung denn sonst funktionieren? Am eigenen Twitter-Leib ausbaden möchte es aber wohl doch keiner.

5. Wie kann man das also (als Unschuldiger) vermeiden, wie kann man sich schützen?

Mit der größte Horror ist, alle Follower zu verlieren (haben wir nicht, aber hätte ja…). Leider gibt es bei Twitter noch nicht die Möglichkeit, ein Archiv als Download zu erhalten (Facebook hat das). Ein unbefriedigender Workaround ist, die Follower in Listen zu sortieren und sich zumindest die wirklich wichtigen irgendwie zu kopieren. Oder man kennt jemand, der sich mit der die Twitter API unterhalten kann…. Den Weg werden wir gehen.

Die Sorge, ein Anderer schreibt fahrlässig bis de facto gefährlich, und man selbst posaunt das ungeprüft, nämlich automatisch weiter rum, ist weiter im Raum. Unsere Auto-Retweets via twitterfeed werden wir nochmal sehr genau prüfen.

Und wir werden über gute Kampagnen o.ä. zu „öffentlich angespannten Themen“ nur noch mit Vorsicht berichten. Nun ist das zwar nicht unser Brot-und-Butter-Geschäft, es gibt genug andere Themen. Aber blöd ist es schon, dass bestimmte Themen nicht beim Namen genannt werden können, weil man dann ins Visier irgendeiner Rasterfahndung gerät.

Wenn diese 4-Tage-Aussetzer der Preis für ein paar automatische Sicherheits-Checks wären, und danach ist wieder alles gut (wenn alles gut ist) – das wäre vielleicht noch akzeptierbar. Aber wenn uns das nun erneut passiert, erneut de facto völlig unberechtigt, wer garantiert, dass es dann nicht 10 Tage sind – weil wir ja schon eine „kritische-Leute-Markierung“ auf irgendeiner Liste haben? Oder sogar Account ganz weg?

An solchen Stellen spürt man gut, wie schwierig das Gelände ist, das zwischen Cyberkriminalität und Datenschutz liegt. Schnelle Lösungen sind immer billig zu haben, gute aber sehr selten und meist auch so kompliziert, dass sie kaum einer versteht.

Letzter Aspekt: Das ganze Wohl und Wehe seiner Unternehmung zu 100% auf so virtuellen Diensten, wie soziale Netze es sind, zu fußen, ist riskanter, als man gemeinhin denkt. Über Nacht und ohne Vorwarnung kann alles futsch sein. Es gibt keine Ansprechpartner, keine Telefonnummer, und schon gar nichts „Einklagbares“. In manchen Staaten kann man immer noch grundlos für ein paar Tage verhaftet werden – und kommt ohne weitere Erklärungen dann plötzlich wieder frei. Ein wenig so war es hier auch.

Und ob man immer alles zurück kriegt und alles ist dann wieder, wie zuvor (so wie bei uns jetzt anscheinend) – wer weiß das schon?

Nachbemerkung

Dieser Beitrag erschien im Mai 2013. Bis heute, Oktober 2013, sind darauf sehr viele Kommentare eingegangen mit dem Tenor: „Mein Account wurde auch gesperrt, bitte helfen Sie!“ Viele dieser Kommentare haben wir hier nicht veröffentlicht, sei es weil sie extrem wirr, kaum verständlich oder zum Teil auch aggressiv oder demagogisch waren.

Sollte Ihr Account auch gesperrt sein und Sie eine Lösung suchen: Wir sind hier nicht die richtige Adresse dafür! Wir kennen keine Entsperrungs-Werkzeuge oder -Tricks.

Unsere generellen Ratschläge für die, die auf jeden Fall eine Sperrung vermeiden wollen, sind:

  1. Bitten Sie bei Twitter in englischer Sprache formell um Aufhebung der Sperre. Versichern Sie dabei, dass die möglichen Gründe für die Sperre von Ihnen nicht beabsichtigt waren und dass Sie solche Anlässe in Zukunft vermeiden werden.
  2. Haben Sie Geduld.
  3. Vermeiden Sie in Zukunft „Problemwörter“.
  4. Vermeiden Sie aggressives Following.
  5. Vermeiden Sie Beleidigungen.
  6. Ergreifen Sie nicht Partei für eine Seite im syrischen oder türkischen Konflikt.

Zweite Nachbemerkung

Immer wieder kommen hier Anfragen an, wie man einen Einspruch bei Twitter formulieren soll. Wir wissen das nicht, aber haben trotzdem ein Musterschreiben verfasst, das aus unserer Sicht geeignet ist.

Jeder kann es wie er will verwenden, es gibt keinen Copyright-Schutz. Aber es gibt auch überhaupt keine Garantie, dass das Schreiben „funktioniert“ und irgendetwas löst oder beschleunigt. Wir würden halt so schreiben, auf deutsch wie auf englisch.

Wir wünschen allen unberechtigt gesperrten Accounts eine schnelle Entsperrung!

 

Wieviel Social Media geht am Arbeitsplatz?

Justitia mit Social Icons

Ich bin kein Jurist, darum habe ich sehr gerne eine Einladung der Societät AC-Tischendorf („ACT“) zu einem „Knowledge Breakfast“ mit dem Titel „‚Social Media am Arbeitsplatz‘ – Die Umsetzung“ angenommen.
Das Frühstück fand in der schönen Villa der Societät im Frankfurter Westend statt, alles fein. Den ca. 10 „Externen“ standen die 2 Referenten von ACT, die Fachjuristen Dr. Block und Dr. Wäßle gegenüber.
Die beiden führten durch das Handout Social Media am Arbeitsplatz, das hier mit der Genehmigung von ACT anhängt.
Es ist lesenswert für den, der dieses Thema in seinem Unternehmen regeln muss, eher also für den Chef, als für den Mitarbeiter.

Es versteht sich von selbst, dass so eine Präsentation keine Beratung durch den Fachjuristen ersetzt. Aber sie gibt wertvolle Hinweise und Tips und weist auf Problemzonen hin, die die meisten Laien wie auch mancher fachfremde Jurist vermutlich übersehen hätten.
Deutlich wurde mir bei dem Event:

  • Es sind viele verschiedene Gesetze und Verordungsrahmen zu beachten, u.a. Datenschutzrecht, Wettbewerbsrecht, Fernmelderecht, Arbeitsrecht. Die haben unterschiedliche Ziele, aber auch unterschiedliche „Reife“, Ausgewogenheit, Angemessenheit, Klarheit. Widerspruchsfrei ist die Rechtslage also nicht.
  • Das Thema ist fachlich dynamisch, Vieles ist noch unklar oder ungenügend geregelt, Kreativität und technische Entwicklung überholen rechtliche Regelungen schneller, als diese verabschiedet werden. Auf hoher See ist man sicherer.

Aspekte, die ich als juristischer Laie vermutlich übersehen hätte, waren u.a.:

  1. Der Arbeitgeber kann anscheinend nicht einfach von seinem Mitarbeitern eine bestimmte Art der Selbstdarstellung im Netz (z.B. in XING) verlangen.Was er darf und was nicht sollte geregelt sein.
  2. Auch wenn der Mitarbeiter in seiner Freizeit einem Kunden z.B. in einem Forum fachlichen Rat gibt (z.B. als kompetenter Dachdecker der Firma „Ruhfkings“) und eine Pfanne fällt dann dem Nachbarn auf den Kopf, kann ggf. Ruhfkings haftbar sein.
  3. Da zunehmend mobile Endgeräte Social Media fähig sind und generell mit Servern und Cloud-Daten via UMTS, WLAN &Co interagieren, sollte jedes dieser Endgeräte auf angemessene Sicherheit im IT-Verbund überprüft werden. Welche Geräte auf welche Weise von wem genutzt werden dürfen, erfordert also entsprechende interne Regelungen.
  4. Interne Regelungen zur Nutzung von Social Media (und generell von IT) sollte in separaten Dokumenten definiert und vereinbart werden. Der Arbeitsvertrag scheint hierfür eher ungeeignet zu sein.
  5. Wie IT und insbesondere Social Media im Unternehmen eingesetzt werden dürfen und müssen, sollte möglichst klar und transparent formuliert sein. Voraussetzung dafür ist, dass die Unternehmensleitung in dieser Sache selbst einen klaren Plan hat. Das sollte der Startpunkt des Handelns sein.

Wie im Bereich Marketing und Sales gilt also auch hier: Social Media ist ein Thema für die Chefetage!

Fazit: der Event war sehr informativ, die Anlage hier ist es ebenfalls.

 

Wie Fans mit Marken auf Facebook interagieren: Ein weltweiter Vergleich

Die weltweit häufigsten Gründe, warum Facebook-Nutzer keine Fans von Marken mehr sind, lauten: „Die Marke interessiert die Nutzer nicht mehr“ und „die dort verfügbaren Informationen sind nicht interessant gewesen“.

Eine neue Studie von DDB untersuchte weltweit das Fan-Verhalten auf Facebook: Was motiviert Nutzer dazu Fan zu werden, wie interagieren sie als Fan mit der Marke, und warum „entfolgen“ sie Marken wieder? Dafür wurden 6 Länder untersucht: USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Türkei und Malaysia.

Die Ergebnisse:

  • Fans in Großbritannien und Frankreich folgen weniger Marken, drücken weniger häufig den “Gefällt mir”-Button, posten seltener auf die Pinnwand der Marken oder empfehlen sie Freunden.
  • Im Vergleich zu Deutschland, der Türkei und Malaysia nehmen sie auch seltener an Spielen auf den Markenseiten, Events und Wettbewerben teil.
  •  Besonders in Frankreich fühlen sich die Nutzer von zu viel Posts bedrängt.
  •  Die höchste Begeisterung für Marken zeigen die Türkei und Malaysia. Sie klicken am häufigsten auf den „Like“-Button, leiten Informationen an Freunde weiter oder empfehlen Marken auf Facebook.
  • 73% der Konsumenten haben Datenschutzbedenken bei Facebook.

 

 

 

 

Marken-Müdigkeit verbreitet sich

„Das Engagement auf Facebook hat um 22 Prozent abgenommen“, so Michael Scissons, CEO der Social Media Software Firma Syncapse. Was aber weniger damit zu habe, dass die Unternehmen einen schlechten Job machen oder langweilige Inhalte zeigen, sondern mit einer allgemeinen „Marken-Müdigkeit“. Um ihre Fananzahl um jeden Preis zu steigern, motivierten Unternehmen die Nutzer mit kostenlosen Angeboten – was die Fans nun weiterhin erwarten.

Die Marken-Müdigkeit zeigt sich, wenn man die Fans danach fragt, ob sie mit der Häufigkeit zufrieden sind, mit der sie Informationen der Marken erhalten. Die meisten Nutzer sind damit zufrieden (61%), jedoch berichten mehr Fans, dass sie zu häufig Informationen erhalten (21%) als zu selten (18%). Das gilt besonders für Frankreich, Großbritannien und Deutschland. Anders in der Türkei: Hier wollen 45% der Befragten mehr Informationen.

 

 

Dies stellt die Marken vor ein Problem. Einerseits müssen sie den Fans Content bieten, andererseits schreckt zu viel Information und Präsenz die Fans ab, welche die Posts von ihrem Newsfeed verbannen.

 

Warum Nutzer keine Fans mehr sind

Weltweit haben 40 Prozent der Befragten ihr „Fan-Dasein“ bei mindestens einer Marke beendet. Je nach Land variieren die Zahlen der Marken-Entfolger. In der Türkei sind es fast zwei Drittel, in Malaysia nur ein Viertel, in Frankreich die Hälfte.

Der häufigste Grund für die Aufkündigung des Fan-Verhältnisses überrascht nicht wirklich: Die Marke ist für die Konsumenten nicht länger interessant.

 

Die Empfehlung von DDB für Marketing-Experten lautet: Unternehmen müssen die Konsumenten respektvoll behandeln. Die Konsumenten – nicht die Vermarkter –  bestimmen über die Marke. Die Marken ließen sich von den technologischen Möglichkeiten blenden und haben die Grundzüge von menschlichen Beziehungen vergessen: Regelmäßige, respektvolle und transparente Kontakte sind wichtig.

63 Prozent der Deutschen haben Datenschutzbedenken bei Facebook

Wie wichtig der vertrauensvolle Umgang mit Nutzerdaten ist, erkennt man, wenn man sich die Datenschutzbedenken der Verbraucher genauer ansieht. Denn besonders bei Facebook haben viele Nutzer Bedenken, was die Sicherheit betrifft.

Smartphone-Nutzer teilen Aufenthaltsort mit, wenn Mehrwert geboten wird. Ältere Konsumenten haben Datenschutzbedenken

53% aller mobilen Internt-Nutzer sind bereit, ihren Aufenthaltsort zu veröffentlichen, wenn sie im Gegenzug dazu einen Mehrwert erhalten. Besonders jüngere Konsumenten stehen ortsbasierten Aktionen offen gegenüber: 60% der 25 bis 34-Jährigen und 58% der unter 25-Jährigen würden ihren Aufenthaltsort via Mobiltelefon öffentlich mitteilen, wenn sie relevanten Content erhalten. Dies ergab eine Untersuchung des W-Lan Hotspot Anbieters JiWire in den USA.

Sonderangebote haben den größten Mehrwert

Was ist relevanter Content für die Nutzer? Ausverkäufe und Sonderangebote werden am häufigsten auf dem Mobiltelefon nachgefragt, wenn die Nutzer sich in der Nähe eines Stores befinden. Je näher sich ein Nutzer am Geschäft befindet, desto wichtiger werden ortsbasierte Rabattaktionen: 29% der Befragten gaben an, dass die wichtigste Information für sie Sonderangebote sind, sobald sie 1,5 km vom Store entfernt sind. Sind sie 15 km entfernt davon, sagen dies nur noch 24%.

An zweiter Stelle der mobil abgefragten und interessanten Informationen stehen Bewertungen von anderen Kunden, gefolgt von Wegbeschreibungen und Produktinformationen. Die Möglichkeit, Termine auszumachen, ist nur für 2% der Konsumenten wichtig.

 

Email eignet sich immer noch am besten für Deals

Wer seinen Kunden Sonderangebote zukommen lassen möchte, der setzt am besten auf Emails:

  • 38% der Befragten bevorzugen Deals per Email,
  • 22% wollen Sonderangebote über die Website erhalten,
  • 19% bevorzugen Deals über mobile Apps
  • Nur 2% wollen am liebsten Sonderangebote per SMS erhalten

 

Datenschutzbedenken steigen mit zunehmendem Alter

Datenschutzrechtliche Bedenken halten sicherlich die meisten Konsumenten davon ab, ihren Aufenthaltsort mitzuteilen. Eine Nielsen-Studie untersuchte den Zusammenhang zwischen Alter der Nutzer und der Angst, Verletzungen der Privatsphäre in Kauf nehmen zu müssen, wenn sie ortsbasierte Services nutzen. Konsumenten unter 35 Jahren haben weniger Bedenken als ältere Konsumenten und teilen wohl deshalb bei entsprechender Gegenleistung eher ihren Aufenthaltsort mit als ältere Menschen. 50% der zwischen 25 und 34-Jährigen geben an, sie haben Datenschutzbedenken, während Nutzer über 45 Jahren zu 61% um ihre Privatsphäre fürchten.

 

Ortsbasierte Werbeeinnahmen steigen weltweit

Trotz aller Sicherheitsbedenken steigen ortsbasierte Werbeeinnahmen weltweit. Pyramid Research schätzt, dass der Markt für ortsbasierte Werbung im Jahr 2015 auf 6,2 Milliarden Dollar steigt und damit im Vergleich zu 2010 um 35% wächst. Für Werbetreibende wird es wichtig, Sicherheitsbedenken der Konsumenten abzuschwächen und den Kunden als Gegenleistung für personenbezogene Daten klaren Mehrwert zu liefern.

Google Street View in Deutschland gestartet

Über dreieinhalb Jahre nach dem Start von Google Street View in den USA und der Expansion in weitere Länder auf allen Kontinenten steht Google Street View nun auch richtig in Deutschland zur Verfügung. Google gab den Startschuss am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Hamburg bekannt. Bereits vor rund zwei Wochen wurden Aufnahmen einiger Stadien, Oberstaufen und Sehenswürdigkeiten veröffentlicht.

Deutschland ist somit das 24. Land mit Aufnahmen in Street View. Der Großteil der Länder liegt mit 13 in Europa. Von den neun Nachbarländern Deutschlands gibt es in Belgien, Luxemburg, Österreich und Polen noch keine Aufnahmen, aber in allen Ländern wurden schon Autos gesichtet.

Der Weg für Street View in Deutschland war steinig und sehr lange. Erste Fahrten wurden im Sommer 2008 unternommen. Somit sind sehr viele Bilder schon „alt“ bevor sie überhaupt öffentlich gezeigt wurden. Überrascht sind viele Nutzer deshalb, wie wenig aktuell manche Bilder sind: So steht zum Bespiel das am 3. März 2009 eingestürzte Kölner Stadtarchiv auf den meisten Aufnahmen noch, aus einem bestimmten Blickwinkel ist es jedoch bereits eingestürzt. Google  nutzte das Jahr 2009 für weitere Aufnahmen in anderen Städten. Auch dieses Jahr waren wieder einige Autos unterwegs. Doch diese wurden größtenteils dafür eingesetzt, Lücken in Street View zu schließen und fehlerhafte Aufnahmen zu ersetzen.

Google räumte exklusiv für Deutschland einen vorherigen Widerspruch gegen die Veröffentlichung von Häusern ein. Auch nach dem Start von Street View kann man das Tool weiter nutzen, wenn man nicht in einer der 20 Städte lebt, die Google am Donnerstag online gestellt hat. Google akzeptiert aber auch weiterhin Widersprüche. Diese kann man über das Formular, welches man über den Link „Ein Problem melden“ findet, einreichen. Gleiches gilt für nicht verwischte Gesichter, unvollständig gepixelte Kennzeichen oder unzureichend gelöschte Häuserfassaden.

Beim Streitpunkt Mehrparteienhäuser wird deutlich: Google hat oft komplette Gebäude verpixelt, was wiederum Fans des Dienstes auf die Palme bringt. Sie mosern im Web über Querulanten in der Nachbarschaft und die übergestreiften „Architektur-Burkas“.

Wer erst gegen Google Street View widersprochen hat und jetzt aber feststellt, dass er sein Haus doch in Street View sehen will, kommt leider zu spät. Google hat zugesichert, dass die Originaldaten ebenfalls gelöscht werden, wenn der Widerspruch 30 Tage vor der Veröffentlichung eingeht. Dies Ende der Frist für die 20 Städte war der 15. Oktober. Die Originaldaten sind also schon gelöscht bzw. ebenfalls bearbeitet worden.

Hier die Liste der 20 Städte, die nun online sind: Berlin, Bielefeld, Bochum, Bonn, Bremen, Dortmund, Dresden, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, Köln, Leipzig, Mannheim, München, Nürnberg, Stuttgart und Wuppertal.

Google will nächstes Jahr weitere Städte online bringen. Welche das sein werden, hat Google bisher nicht verraten. Aber auch hier wird es wohl keine Überraschung geben, da man wohl wieder eine Frist für die Widersprüche aus den Städten setzen und diese dann öffentlich machen muss.

Wer nun seine Adresse in Street View ansehen will, gibt diese zunächst auf Google Maps ein, klickt die Adresse an und wählt anschließend unter „mehr“ die Option Street View aus.

Nokia macht Street View Konkurrenz

Der finnische Mobiltelefon-Hersteller Nokia will, ähnlich wie Google für seinen Dienst „Street View“, in Europa und Nordamerika Straßenzüge und Häuser fotografieren. Laut einem Bericht der Wirtschaftswoche hat das Unternehmen zwei Jahre an dem Projekt gearbeitet, bei dem das Lasersystem LIDAR eingesetzt werden soll. Dadurch könne mit den Fahrzeugen, die mit hochauflösenden 360-Grad-Videokameras ausgestattet seien, auch ein 3D-Bild der Umgebung erstellt werden. Auch Googles „Street-View“-Autos sind mit Laser-Entfernungsmessern ausgerüstet. Die von Nokia geplanten Aufnahmen sollen jedoch viel detaillierter sein als die von Google verwendeten. Dies wird bei deutschen Datenschützern sicher auf vehemente Kritik stoßen.

Erste Tests in San Francisco habe Nokia abgeschlossen. „Noch vor Jahresende wollen wir mit der Erfassung in Frankreich und Großbritannien beginnen“, sagte laut dem Bericht Frank Pauli, der für Kartenmaterial zuständige Manager der Nokia-Tochter Navteq. In Deutschland tobt indessen noch die Debatte über Googles Street View. Doch sobald hier eine Lösung gefunden sei, sollen die Navteq-Autos auch in Deutschland losfahren, so Pauli.

Soziale Netzwerke: Datenschutz „mangelhaft“

Die Stiftung Warentest kommt zu einem vernichtenden Urteil, was den Datenschutz von Sozialen Netzwerken angeht. Bei acht der zehn getesteten Portale gäbe es „deutliche“ oder „erhebliche“ Mängel. „Ein Netzwerk, das Informationsaustausch und Datenschutz in Einklang bringt, existiert noch nicht“, lautet das Urteil.

Bei Jappy konnte man z.B. innerhalb von nur einer Woche den Passwortschutz umgehen – mit einer simplen selbstentwickelten Software. Besonders Facebook, LinkedIn und MySpace bekamen negative Bewertungen: Sie sind am intransparentesten, am freizügigsten im Umgang mit den Nutzerdaten und räumen den Usern die geringsten Rechte ein. Wer z.B. bei Facebook eigene Texte und Bilder einstelle, verzichte automatisch auf das geistige Eigentum an seinen Werken. Insgesamt am besten schneiden die Angebote SchülerVZ und StudiVZ ab. In den beiden Netzwerken hätten die Nutzer Einfluss, wie ihre persönlichen Informationen verwendet werden und die Portale würden die Daten kaum an andere weitergeben.

Dieser Ergebnisse sollte man sich deshalb bewusst sein, wenn man persönliche Daten ins Netz stellt. Wer also eine geniale Geschäftsidee hat, sollte diese besser nicht auf Facebook herum posaunen!

Hier eine Zusammenfassung der Ergebnisse: