Was die Piraten Partei mit Coca Cola zu tun hat

Seit einigen Wochen begegnet mir der Begriff „liquid“ häufiger.

  • Liquid Feedback System der Piraten Partei
  • Liquid Content, z.B. von Coca Cola

In der aktuellen brandeins ist ein Report über die Synaxon AG, die zur internen Abstimmung mit den Mitarbeitern ebenfalls das LiquidFeedback System verwenden.

Und im letzten Beitrag in diesem Blog wurde Content gefordert, der „liquid and contageous“ ist, wörtlich also flüssig und ansteckend.

Es wird Zeit zu fragen: In welchem Sinne wird hier eigentlich „liquid“ verwendet?

Bei Wikipedia erhält man die bekannten Definitionen und das Projekt „Deutscher Wortschatz“ der Uni Leipzig hilft auf den ersten Blick auch nicht weiter. Immerhin finden wir hier die Interpretation „verfügbar“.

Überraschendes Fundstück am Wegesrand: in der Phonetik sind „Liquide“ solche Konsonanten, die nicht nasal ausgesprochen werden, im Deutschen die Buchstaben „r“ und „l“ (hier nicht weiter relevant, aber gut für die 500.000€-Frage bei Wer wird Millionär?)

Bei der Suche auf englischen Seiten gibt es weitere interessante Objekte für die Botanisiertrommel, eine Werbeagentur, die einfach „liquid“ heißt, ein Musiklabel sowie eine markup-language für eCommerce Shops. Nichts davon hilfreich für unsere Frage, aber immerhin: „liquid“ ist ein beliebtes Wort mit vielen Interpretationen.

Doch was macht das Feedback System der Piraten und von Synaxon so „liquid“? Was bedeutet es, dass Content von Marken wie Coca Cola „liquid“ ist?

Nach einiger Webrecherche kristallisiert sich heraus:

Die Begriffe werden ähnlich verwandt, ganz deckungsgleich sind sie nicht. Ihnen gemeinsam ist die „Interaktion und Kommunikation in asymmetrischen Beziehungen“.

Das LF ist das interaktive Kommunikationssystem für die „Liquide Demokratie“, durch LF wird ein neuer Kommunikationskanal zwischen Abstimmenden und Repräsentanten geöffnet (für mehr Details einfach dem Link unter „LF“ folgen). Was das für eine AG bedeutet und wo man die Grenzen als Vorstandsvorsitzender ziehen muss, ist in dem brandeins-Artikel interessant zu lesen.

Um den Begriff „liquid content“, der aktuell im Social Media an Bedeutung gewinnt, besser zu verstehen, ist das Video von Coca Cola „Content 2020“ sehr anschaulich. Es macht zudem Spaß zuzuschauen. Auch hier geht es um einen neue Kommunikationsqualität, diesmal zwischen Marke einerseits und Markt und Konsumenten andererseits. Der technische „Kanal“ scheint etabliert zu sein, das Internet mit seinen (Social Media-) Portalen – und was bis 2020 an Interaktions-Möglichkeiten noch entstehen mag. Darum geht es im liquid der Marketiers nicht. Für sie ist „liquid“ eine fachliche Qualität, keine technische, „liquid“ steht auf der gleichen Stufe wie „kreativ“.

Jeff Bullas hat es in einem Beitrag sehr schön formuliert: „Das ultimative Marketing Ziel ist es, Content und “Ideen” zu erzeugen, die so ansteckend und sich ausbreitend sind, dass sie nicht kontrolliert werden können. Das ist liquid Content“.

Ich freue mich auf weiteren input von Ihnen zu diesem Thema zu erhalten. Sicher sind wir hier noch nicht am Ende der Bedeutungsklärung angekommen.

12 Erfolgsfaktoren für Twitter

Jeff Bullas  ist ein australischer Social Media Berater. Ich lese seine Beiträge gerne, sie sind klar, einfach und „handfest“, konkret. Wenig Geschwafel.

Gerade hat er einen Beitrag geschrieben mit dem Titel “ 12 Keys to Success on Twitter“.

Das ist interessant zu lesen, ich habe hier die Kernthesen (das, was ich verstanden habe) verkürzt zusammengestellt.

1. Viel hilft viel

Es ist gut viele Follower zu haben, dann wird man besser wahrgenommen, der Account sieht vertrauenswürdig aus, je mehr desto mehr. Natürlich kommt es auch auf den Content an (s.u.), aber aus Business-Sicht ist die Größe der „Gemeinde“ ebenso wichtig.

2. Baue die „Gemeinde“ aus

Deine Follower interessiert, was Du tweetest, darum folgen sie Dir. Sie versprechen sich input und Anregung von Deinen tweets. Deine Zielgruppe hat sich selbst „erfunden“, sie ist für Deine Botschaften auto-qualifiziert. Darum enttäusche die Gemeinde nicht, stelle Relevanz sicher – für diese Zielgruppe!

3. Schnelle Infos verblühen schnell

Die kurze Nachricht, die schon nächste Woche keinen mehr interessiert, ist wenig wertvoll. Interessant sind z.B. „how-to’“s, Anleitungen, Videos und generell Beiträge, die auch in einem halben Jahr noch gelesen werden. Versuche anzuleiten und zu unterrichten, nicht nur zu informieren.

4. Schaffe Ausbreitungs-Lust

Deine Tweets sollen danach verlangen, geteilt, retweetet zu werden, so gut muss der Content sein („liquid and contageous“). Das ist harte Arbeit, aber das ist der Kern. Nicht alles muss man selbst erfinden, auch gute Links bringen Dich weiter.

5. Sei multimedial

Deine Gemeinde erwartet mehr als nur Text, und mit Twitter geht das. Baue Bilder, Videos, podcasts und Diashows in Deine Tweets ein.

6. Benutze Bilder

Bilder werden immer wichtiger, Pinterest und Instagram sind jüngste Beispiele, aber auch die wachsende Bedeutung von Infografik belegt, wie wichtig Bilder sind.

7. Automatisiere Dein Gezwitscher

Jeff schreibt wirklich viel, nach eigenen Schätzungen alle 15 min ein Tweet. Das schafft er, weil er 2 Werkzeuge benutzt: Socialoomph (kostenpflichtig) und Twitterfeed.

Anm. trickr.: Über beide werden wir in Kürze berichten.

8. Verführung durch den Titel

Du hast nur wenige Sekunden, um Interesse zu wecken. Wenn die erste Zeile nicht greift, ist die Aufmerksamkeit verloren.

9. Aus allen Rohren feuern

Benutze alle relevanten Netzwerke! So erreicht man nicht nur neue Zielpersonen sondern steigert auch seine Glaubwürdigkeit. Eine Untersuchung zeigt: Wer von einer Marke nur einmal hört, hat einen Vertrauensfaktor von 4%. Werden es 3 bis 5 mal, steigt der Wert auf über 50%.

Anm. trickr: Jeff hat diese Zahlen bei Edelmann gefunden. Ich konnte die Studie nicht identifizieren, aber der Link ist trotzdem einen Klick wert.

10. Wo die Tweets zu Hause sind

Deine Follower wollen die eine Wurzel kennen und sehen, nicht nur die zahllosen Äste. Man kann (und soll) auf vielen Social Media Plattformen präsent sein, aber die fachlich-sachliche Grundlage muss transparent bleiben. Zeige Deine Homepage oder Dein Blog und mache deutlich, dass alles von da ausgeht, dass hier die Wurzel ist.

Und stelle sicher, dass Du selbst die Rechte und den Zugriff darauf hast. Das erfordert ein wenig Investment, aber ist notwendig, wenn man die Kontrolle behalten will.

11. und 12. Alles aus Leidenschaft!

Das Thema über das Du tweetest soll Dich faszinieren und fesseln, es soll Dich begeistern und Dir die Kraft geben für neue Ideen und neuen Content. Unruhe ist die erste Twitter-Pflicht!

Die chinesische Mauer wurde Stein für Stein gebaut, aber man sieht sie aus dem Weltall mit bloßem Auge. Twittern muss man Wort für Wort, aber jeden Tag, 7 Tage die Woche (So schreibt Stephen King seine Bücher). Diese Leidenschaft und innere Unruhe macht den Unterschied.

Anm. trickr: Jeff hat die letzten 2 Punkte getrennt, Leidenschaft und Unruhe, aus meiner Sicht sind sie eng bei einander. Dafür beinhaltet Punkt 10 eigentlich 2 Aspekte, den fachlichen und den organisatorisch-rechtlichen. Auf 12 Punkte ist er also so oder so gekommen.

Frage an die Leser: Dieser Beitrag hat nun gar keine Grafik o.ä., nichts Multimedia. Ich persönlich mag solche knappen Infos durchaus, und investiere lieber Zeit in interessante Links, aber wie sieht die Audience das? Sollten hier mehr Grafiken und Viodeos drin sein? Kommentare sind willkommen!