Neuer Trend: Marketing-Apps fürs Handy

FMCG-Markenartikler entdecken zunehmend die Chancen der Handy-Applikationen. Hier ein paar interessante Beispiele dafür, wie man sein Produkt mit verschiedensten Handy-Funktionen kombinieren und an den Mann bringen kann:

Bacardi bringt Cocktail-Rezepte aufs Handy. Jeden Monat kommen 10 neue Mix-Rezepturen dazu. Bar-, Hotel-, und Taxi-Finder ist ebenfalls dabei.

Haribo unterstützt „Ein Herz für Kinder“ durch seine Charity-App. Nutzer können hierbei über ihr iPhone eine Tüte Gummibären hörbar aufreißen und die Goldbären virtuell aus der Tüte in den Mund befördern. Über einen speziellen Button kann man dann 3 bis 5 Euro an die Hilfsorganisation spenden.

Nespresso bietet eine App an, mit der man über das Handy Kaffee bestellen kann. Ebenso können Kaffeemaschinen und Zubehörartikel geordert werden.

Philadelphia bietet eine Rezepte-App an. Durch Schütteln des Handys wird eine zufällige Rezeptauswahl gestartet. Einkaufslisten werden erstellt, die man dann auch an Freunde versenden kann.

Auf der Internetseite Barcoo kann der Verbraucher sein Handy zum Produktscanner umfunktionieren. Das Handy scannt einfach den Barcode eines Produkts, zeigt dann dessen Online-Preise, Testberichte und Nährwertinformationen (Lebensmittel-Ampel) an.

All diese Apps sind kostenlos und zeigen, wie man mit einer halbwegs funktionalen App dem Konsument einen Mehrwert bieten und ein Produkt einfach vermarkten kann. Dies wird garantiert ein Trend im Jahr 2010.

App fürs Auto: Ford mit „Social Bordcomputer“

Ford will Drittentwicklern ermöglichen, Anwendungen für das Bordsystem zu programmieren. Damit können Fahrer die Elektronik in ihrem Wagen upgraden, fast ebenso einfach, wie dies mit den Applikationen fürs iPhone möglich ist. Fords Bordcomputer-System Sync soll in Kürze durch ein Software Development Kit (SDK) erweitert werden, mit dem Drittentwickler eigene Apps programmieren können. Ziel ist die Kombination von Navigation und Social Media. Der Bordcomputer bietet jetzt schon Internet-Service und GPS, was die Basis für eine Vielzahl an möglichen nützlichen Apps sein wird. So könnte Sync beispielsweise das bestbewertete Café in der Nähe finden, den Lieblings-Internet-Radiosender spielen oder den neuesten Facebook Status vorlesen. Das in Zusammenarbeit mit Microsoft entwickelte System Sync findet in Amerika großen Anklang: 32% der Ford-Kunden geben es als Hauptgrund für ihren Kauf an. Im Januar 2010 stellt Ford das Entwickler Kit auf der Consumer Electronic Show in Las Vegas vor.

VW direkt beim Kunden durch iPhone App

Viele Top-Marken haben Applikationen für das iPhone. Coca-Cola und Nike sogar zwei. Damit der User sich diese auch auf sein Handy lädt und die Marke somit immer bei sich trägt, müssen die Apps entweder nützlich sein oder Entertainment bieten. VW landete einen Volltreffer mit seiner App „Real Racing GTI“. Das im Oktober 2009 veröffentlichte kostenlose Handy-Spiel wurde bisher über 2 Mio. Mal heruntergeladen. VW will damit den Start seines neuen 2010 GTI in den USA einläuten. So haben die Spieler 6 Wochen lang die Chance, 6 dieser neuen Modelle als Limited Edition zu gewinnen.

Der App-Markt boomt und kann für die Hersteller ein extrem lukrativer Markt werden: Zwei Milliarden Mal wurden iPhone Apps bisher heruntergeladen, der erwirtschaftete Umsatz wird – nur für den Monat August – auf rund 200 Mio. Dollar geschätzt. Doch eine App muss in den Top-Listen auftauchen und von den Usern positiv bewertet werden, andernfalls hat sie keine Chance.  Neben VW haben es noch andere Unternehmen geschafft und sehr erfolgreiche Apps auf den Markt gebracht: Amazon Mobile ist auf Platz 9 in der Lifestyle Liste des App Stores. User können hierbei  Fotos von Produkten machen, die sie irgendwo sehen, und Amazon versucht dann in seinem Store dieses Produkt zu finden. Pizza Huts App setzt auf Entertainment und hat bisher über 1 Mio Dollar erwirtschaftet: User schütteln z.B. das Handy um Sauce ihrer Bestellung hinzuzufügen.