Studie: Wie Kunden in Social Networks shoppen

Viele Unternehmen nutzen Social Media um ihre Markenbekanntheit zu steigern, doch die Nutzung von Facebook und Co. für den Direktvertrieb könnte sich als extrem lukrativ erweisen, denn die Bereitschaft der Kunden dafür ist größer als allgemein angenommen.

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Die Studie „2011 Social Commerce Study“ von comScore und der National Retail Federation untersuchte das Shoppingverhalten von über 1.700 US-Bürgern und kam zu folgenden Ergebnissen:

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  • 42 Prozent der Online-Konsumenten „folgen“ zeitweise einem Store in Social Media, also auf Facebook, Twitter oder dem Markenblog.
  • Im Durchschnitt folgt der Online-Shopper 6 Einzelhändlern
  • 56 Prozent der Facebook-Nutzer klickten sich aufgrund eines Facebook-Posts auf die Shopping-Website des Händlers durch
  • 67 Prozent der Twitter-Nutzer klickten sich aufgrund eines Tweets auf die Shopping-Website des Händlers durch

Die Hauptgründe für das Folgen eines Unternehmens sind:

  • Deals finden (58%)
  • Über Produktneuigkeiten informiert werden (49%)
  • Informationen zu Wettbewerben und Events erhalten (39%)

Das interessanteste Ergebnis jedoch war die hohe Bereitschaft der Shopper, die Unternehmenswebsite für einen Kauf auf Social Media Plattformen sogar komplett zu überspringen:

  • 35 Prozent gaben an, sie würden die Website des Händlers auslassen um einen Kauf direkt über Facebook zu tätigen
  • 32 Prozent gaben an, sie würden die Website des Händlers auslassen um einen Kauf direkt über Twitter zu tätigen

 

Die Beliebtheit von Smartphones verstärkt den Aufstieg von Social Commerce ebenfalls:

  • Laut Studie loggen sich 42 Prozent der Twitter-User mindestens einmal am Tag von ihrem Smartphone aus auf der Plattform ein. Bei Facebook sind es 34 Prozent der Nutzer.
  • Ebenfalls 34 Prozent der Smartphone-Besitzer sehen sich täglich auf ihrem Gerät YouTube-Videos an.
  • 47 Prozent der Konsumenten haben mit ihrem Smartphone schon einmal Produktbewertungen eingeholt während sie im Store waren. Männer (55%) häufiger als Frauen (39%)

Neben den klassischen Shopping-Funktionen der Händler-Websites, können sich gerade Group-Buying Aktionen auf den Websites oder Facebook-Präsenzen lohnen, denn die User-Awareness bei Group-Buying ist sehr hoch:

  • 82 Prozent der Online-Konsumenten kennen Group-Buying-Seiten wie Groupon, LivingSocial oder Gilt City.
  • 19 Prozent haben darüber schon einen Kauf getätigt
  • 57 Prozent der Group-Buyer haben bisher über 100 Dollar dort ausgegeben

Dass Facebook und Twitter bald alle Websites ersetzen werden, wie es manch ein Blog berichtet, ist eher unwahrscheinlich. Das Risiko, den kompletten Online-Verkauf auf einer Fremdplattform wie Facebook laufen zu lassen ist zu hoch – Facebook hat schon komplette Seiten mit tausenden Fans einfach geschlossen, oder Facebook selbst wird eines Tages geschlossen – und nicht jeder Kunde ist auf Facebook. Dennoch ist ein klarer Trend zu erkennen: Weg von der klassischen Unternehmensseite als Ausgangspunkt für alle Kunden-Aktionen im Web, hin zu einer Vielzahl von Web 2.0 Präsenzen die alle durch verschiedene Widgets, Buttons und Apps miteinander verknüpft sind.

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