Studie: Die besten Uhrzeiten für Facebook-Posts und Tweets

Wie sehr die Uhrzeit und der Wochentag den Erfolg von Facebook Posts bestimmt, belegt eine Studie von Buddy Media. Das Marketing-Unternehmen untersuchte 200 Fanseiten über einen Zeitraum von 2 Wochen und kam zu dem Schluss, das viele Facebook Posts falsch getimt sind: Während der Bürozeiten sehen nur wenige Konsumenten, was auf Facebook passiert. Deshalb sollte man dann aktiv werden, wenn es die Kunden auch sind. Marken, die außerhalb der Arbeitszeiten posten, haben ein um 20% höheres Engagement.

Es gibt 3 Spitzenzeiten des Engagement auf Facebook: Früh morgens (7 Uhr), nach der Arbeit (17 Uhr) und am späten Abend (23 Uhr). Unternehmen, die zwischen diesen Zeiten ihren Content veröffentlichen, verpassen häufig die Gelegenheit, mit ihren Fans außerhalb der Arbeitszeiten zu interagieren.

Auch der Wochentag spielt eine Rolle. Donnerstag und Freitag haben 18% mehr Engagement als die restlichen Wochentage. Jetzt sollte man aber nicht den Fehler machen und alle Posts nur an diesen beiden Tagen veröffentlichen, denn je nach Branche eignen sich unterschiedliche Tage um mit den Fans in Kontakt zu treten:

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Engagement-Zeit auf Facebook nach Branchen

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Unterhaltungsbranche: Freitag, Samstag und Sonntag sind die besten Tage, da die Menschen an diesen Tagen eher ins Kino oder zu einem Konzert gehen. Trotzdem posten Marken aus diesem Bereich unter der Woche doppelt so viel Content wie an dem für sie günstigeren Wochenende. Sie sollten das Wochenende nutzen.

Medien: Die Wochenenden zeigen viel Engagement, Montage dagegen sehr wenig. Diesen Tag sollte man eher vermeiden.

Automobilindustrie: Automarken haben das höchste Engagement an Sonntagen, doch nur 8% der Posts erscheinen an diesem Tag. Die Marken sollten diesen Tag besser nutzen.

Wirtschaft und Finanzbranche: Spitzentage sind Mittwoch und Donnerstag. Doch die Unternehmen verteilen ihre Posts auf jeden Tag der Woche. Sie sollten sich eher auf Mittwoch und Donnerstag konzentrieren.

Einzelhandel: Die Shopping-Branche hat das höchste Engagement am Sonntag, doch nur 5% der Posts werden von den Unternehmen an diesem Tag veröffentlicht. Es wird der Freitag anvisiert, der jedoch eher unterdurchschnittliche Aktivität aufweist. Unternehmen im Einzelhandel sollten die Kunden an Sonntagen ansprechen.

Modebranche: Höchstes Engagement ist am Donnerstag und fällt dann zu den Wochenenden ab. Die Branche schickt den meisten Content am Dienstag auf den Weg, was jedoch der ungeeignetste Tag ist.

Schönheits- und Gesundheitspflege: Wie in der Modebranche ist der Donnerstag der aktivste Tag. Wahrscheinlich bereiten sich die Kunden auf das Wochenende vor.

Nahrungsmittel und Getränke: Zwar verteilen die Marken ihre Posts auf alle Tage der Woche, doch die höchste Aktivität ist an Dienstagen und Samstagen, niedrige Aktivitäten sind an Montagen und Donnerstagen.

Sport: Laut Studie ist der beste Tag der Sonntag, da hier die Football-Spiele stattfinden. In Deutschland könnte deshalb auch der Samstag ein guter Tag für Postings sein, da die meisten Bundesliga-Partien an diesem Tag ausgetragen werden.

Reise und Hotel: Donnerstag und Freitag zeigen das höchste Engagement, also wenn das Wochenende vor der Tür steht und die Menschen sich darauf freuen, aus dem Büro zu kommen.

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Einfluss der Post-Länge

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Auch die Länge der Posts hat Einfluss auf den Engagement-Erfolg. Grundsätzlich gilt: Fasse dich kurz und sei prägnant. Posts mit 80 Buchstaben oder weniger, also mit der Länge eines kurzen Tweet, führten zu 27 % mehr Engagement als Posts, die länger als 80 Zeichen waren. Es halten sich jedoch nur wenige Unternehmen daran: Nur 19% der untersuchten Posts waren kürzer als 80 Zeichen.

Interessanterweise ist das bei den URLs nicht der Fall: Posts mit der vollen URL-Länge erzielten ein 3-mal höheres Engagement als abgekürzte Links mit bit.ly, ow.ly oder tinyurl. Die Leser wollen wahrscheinlich wissen, wo sie der Link hinführt. Markenspezifische URL-Verkürzer, wie bddy.me für Buddy Media oder on.mash für Mashable, erfüllen beide Bedingungen: Sie sind kurz, zeigen aber an, wohin die Linkreise geht.

Wer am Ende seiner Posts eine Frage an die Fans stellt erhält 15% mehr Engagement, als wenn sich die Frage in der Mitte des Post verbirgt.

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Welche Worte sollte man bei einem Wettbewerb verwenden?

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Die perfekte Zeit für Tweets

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Zur Wissenschaft des perfekten Timings bei Twitter hat sich auch Social Media Experte Dan Zarella Gedanken gemacht. In dem Webinar „The Science of Timing“ stellte Zarella die Ergebnisse seiner zweijährigen Datensammlung vor. Seine Empfehlung: Die Menschen dann erreichen, wenn der Lärm im Netz am niedrigsten ist. Dies ist meist der Nachmittag, wenn Blogs und Newsseiten weniger aktiv veröffentlichen und natürlich am Wochenende.

Die richtige Twitter-Strategie hängt laut Dan Zarella teilweise davon ab, was man erreichen will. Wer so viele Follower wie möglich haben will, sollte häufiger twittern: Die Nutzer mit den meisten Followern senden im Durchschnitt 22 Tweets pro Tag. Will man jedoch Traffic auf die eigene Website leiten, sollte man vorsichtiger sein: Accounts, die 2 oder mehr Links pro Stunde teilen, haben eine viel niedrigere Click-Through-Rate, als Accounts, die einen Tweet pro Stunde nicht überschreiten.

Natürlich sollte man diese Schlussfolgerungen mit Vorsicht genießen, doch zumindest wird versucht, etwas harte Fakten, in die sonst oft schwammigen Social Media Strategien zu bringen. Denn viel Substanz haben typische Social Media Anweisungen wie „Liebe deine Kunden und Follower, beteilige dich an Konversationen“ nicht wirklich.

Die Retweet-Aktivität ist nachmittags am höchsten, zwischen 14 und 17 Uhr. Die Spitze der Retweet-Aktivität ist um 16 Uhr. Zarella hat dafür extra eine Anwendung entworfen: Bei TweetWhen kann jeder seinen Account auf Retweet-Uhrzeiten untersuchen.

An den Vormittagen des Wochenendes, wenn die meisten News-Seiten wenig Besucher haben, sind die Twitter ClickTroughs am höchsten. Die Kommentar-Aktivität steigt ebenfalls an: Die Nutzer haben mehr Zeit und können ihre Aufmerksamkeit ohne größere Ablenkungen auf Inhalte – diese müssen nicht einmal neu sein – lenken.

Zarella empfiehlt zusätzlich, den selben Link zwei- oder dreimal am Tag zu zwitschern. Dabei sollte man nach ein paar Stunden warten, einen leicht abgeänderten Text schreiben und sich bei den Usern, die den Link eventuell schon kennen, entschuldigen. Denn nur ein Teil der Follower sieht den Link beim erstenmal. Social Media Experte Guy Kawasaki wiederholte in einem Experiment denselben Tweet 9 Tage hintereinander und stellte fest, dass die Click-Through-Rate jedes Mal sehr hoch war.

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