Social Media zur internen Kommunikation kaum genutzt

Deutsche Unternehmen verfolgen keine klare Social-Media-Strategie. Lediglich sechs Prozent der deutschen Unternehmen haben bisher strategische Maßnahmen erarbeitet, um Mitarbeiter den Zugang zu sozialen Netzen und Wissensplattformen zu ermöglichen. Auch in den USA sind es nur 13 Prozent der Unternehmen die eine solche Strategie bereits umgesetzt haben.

Allerdings sind, laut der Studie „Digitale Zusammenarbeit in Unternehmen“ von Avanade, die Hälfte der deutschen Firmen an der internen Nutzung von Social Media interessiert. 34 Prozent geben an, bereits an einer Umsetzung zu arbeiten. In den USA sind es 26 Prozent und im europäischen Durchschnitt sogar 36 Prozent. Allerdings schätzen 22 Prozent der deutschen IT-Entscheider und Geschäftsführer den Einsatz von Social Media für die Unternehmenskommunikation als nicht realistisch ein. 21 Prozent der Entscheider aus den USA und 15 Prozent der europäischen Befragten stimmen dem ebenfalls zu.

Dennoch können heimische Unternehmen, die jetzt eine geeignete Strategie angehen, eine Vorreiterrolle einnehmen und sich als attraktiver, fortschrittlicher Arbeitgeber positionieren. Denn die Generation Y, also die 18- bis 30-Jährigen, erwartet die gleichen Kommunikationskanäle am Arbeitsplatz vorzufinden, die sie selbst auch privat nutzt.

Unternehmen, die bereits die interne Nutzung von Social Media-Tools eingeführt haben, sehen klar deren Vorteile. 30 Prozent geben an, dass sich die Zusammenarbeit zwischen den Abteilungen verbessert hätte und Probleme schneller gelöst werden. Fast jeder Vierte sieht die Produktivität optimiert und 13 Prozent meinen sogar, die Kundenzufriedenheit habe sich dadurch ebenfalls verbessert.

Momentan dominieren noch deutlich die klassischen Kommunikationskanäle in den deutschen Unternehmen. Vor allem E-Mails (97 Prozent) und das Telefon (94 Prozent) werden mit Abstand am häufigsten genutzt. 78 Prozent setzten zum Informationsaustausch auf das Intranet und 82 Prozent auf gemeinsam genutzte Laufwerke. Wissensplattformen, wie etwa Wikis, werden hingegen kaum oder gelegentlich genutzt. Hier liegt die häufige Nutzung lediglich bei 22 Prozent.

Aus Angst vor Sicherheitslücken und Produktivitätsverlusten blockieren auch viele Unternehmen die Nutzung sozialer Netzwerke: Commerzbank, HeidelCement, VW und Porsche sind Beispiele dafür. Die Allianz hat allerdings vor kurzem Facebook und YouTube wieder entsperrt – genauso wie mehr als zwei Drittel der 30 Dax-Unternehmen.

Für die Studie wurden mittels Online-Interviews über 500 Vorstände, Manager und IT-Entscheider aus 17 Ländern zu der internen Nutzung von Social Media-Tools befragt.

0 Gedanken zu „Social Media zur internen Kommunikation kaum genutzt

  1. Vielen Dank für den spannenden Blogbeitrag. Wissen Sie von konkreten Beispielen zur Nutzung von Social Media in der internen Kommunikation? Ich fände es interessant, hier mehr zu erfahren.

    Viele Grüße aus Hamburg,
    Matthias Wagner

    • Guten Morgen Herr Wagner,

      hier einige Beispiele zur internen Kommunikation:

      Klaus Kleinfeld, Ex-Vorstandsvorsitzender der Siemens AG betrieb z.B. einen Blog im Intranet, der sich an 430.000 Mitglieder des Konzerns richtete.

      Die Investmentbank Dresdner Kleinwort Wasserstein betreibt für die interne Wissensvermittlung rund 120 interne Blogs, mit denen Analysten und Händler weltweit ihr Know-how einbringen und untereinander diskutieren.

      Für die Zusammenarbeit bei Projekten nutzen bei IBM über 500 Beteiligte in 30 Ländern ein Blogsystem, um Software-Entwicklungsprojekte voranzutreiben. Das System hat mittlerweile 8.000 registrierte Nutzer, 20.000 Einträge und ist ein großer Erfolg.

      General Motors hat beispielweise mit Fastlane einen Executive Blog geschaffen (http://fastlane.gmblogs.com/), der vom Führungskader des Unternehmens betrieben wird. Neben Produktbeschreibungen von neuen Modellen gibt es Informationen rund um den Markt. Neue technische Entwicklungen und Design-Studien werden kommentiert. Der Blog richtet sich sowohl an die externen Stakeholder sowie nach innen. Ebenso werden Podcasts zum Download bereitgestellt.

      Sehr zu empfehlen – für weitere Informationen zu dem Thema – ist das Buch „Die neuen Meinungsmacher“ von Ansgar Zerfaß.
      Wir hoffen, Ihnen etwas weitergeholfen zu haben!

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