Social Media Wettbewerbe: Erfogreiche Strategien und mögliche Stolpersteine

Wie können wir unsere Kunden im Netz aktiveren und mehr Engagement fördern? Mittlerweile ist nämlich klar, dass einfach nur die Anzahl der Fans oder Follower nichts bringt, solange diese Nutzer passiv bleiben und sich nicht mit der Marke beschäftigen. So manches Unternehmen plant deshalb einen Social Media Wettbewerb oder eine Verlosung.

So einfach das mittlerweile technisch realisierbar ist, sollte man sich doch im Vorfeld ein paar Gedanken über Strategie und ungeplante Wendungen machen.

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Wichtige Fragen vorab klären:

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 Vor jedem Wettbewerb,sollte man sich zunächst  einige wichtige Fragen stellen:

  • Was sind meine Marketing-Ziele? Eine klare und realistische Einschätzung dessen, was man erreichen möchte, ist wichtig. Will man Leads generieren? Likes sammeln? Die bestehende User-base aktivieren oder ein neues Publikum erreichen?
  • Wie steht es um mein Budget? Das schöne an Social Media sind die relativ geringen Kosten der Tools. Die meisten Kosten entstehen durch den Einsatz von Personal. Man sollte in jedem Fall die eigenen Budget-Beschränkungen beachten.
  • Wo stehe ich auf der Konsumenten-Engagement-Pyramide? Je nachdem, wie aktiv die Community beim Wettbewerb werden soll (oder werden will), sollte man unterschiedliche Contests einsetzen. Erwarte ich von meinen Kunden einen großen Aufwand oder soll es schnell und einfach für die Nutzer gehen? Je nachdem steigen oder fallen die Mitmach-Barrieren.

 

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Das Consumer Engagement Model bei Wettbewerben

 

Die Basis der Pyramide bildet das traditionelle „Ausfüllen und Gewinnen“-Format. Meist reicht ein Klick (z.B. „Like“) und man ist im Teilnehmerkreis. Dieses wohlerprobte Model eignet sich sehr gut um erste Erfahrungen online zu sammeln. Egal, ob man 100 oder 100.000 Facebook-Fans besitzt – mit Verlosungen kann man schnell und einfach die Zahl der Likes auf der Seite erhöhen. So wird das Publikum vergrößert und eine breitere Fanbasis als Grundstein für zukünftige Aktionen angelegt.

Bewegt man sich in der Pyramide nach oben, verringert sich zwar die Zahl der Teilnehmer, doch das Engagement wird stärker und wertvollerer Content wird geschaffen. Man sollte sich in Erinnerung rufen, dass die Anzahl der registrierten Teilnehmer nicht das einzige Erfolgskriterium der Kampagne ist. Lässt man z.B. andere Nutzer für die Teilnehmer voten, erhält man meist 10 mal mehr Voter als Teilnehmer.

Es gibt 3 unterschiedliche Nutzergruppen, die bei Wettbewerben mitmachen. Forrester beschreibt sie, mit weiteren einander überlappenden Gruppen, in dessen Social Technographics Report: Zuschauer, Mitmacher und aktive Ersteller von Content. Alle 3 Gruppen sollte man versuchen zu involvieren.

  • Zuschauer (73% spectators): Sie sehen vielleicht einen Link, den ein Freund geteilt hat, klicken darauf und gelangen zu deiner Seite. Leider hört die Interaktion hier schon wieder auf. Für diese Gruppe muss man ein gut designtes Nutzer-Interface und klare Botschaften haben, egal ob diese Leute sich nun entscheiden doch mitzumachen oder die Seite wieder verlassen, aber mit der Marke im Gedächtnis.
  • Mitmacher (51% joiners): Sie machen gerne bei Formaten mit niedrigen Barrieren mit, wie etwa Verlosungen und können auf der Pyramide nach oben wandern mithilfe von Voting, Kommentaren und Teilen.
  • Ersteller von Content (23% creators): Sie sind das Ziel jedes Contest mit nutzergenerierten Inhalten. Der Prozentsatz an Nutzern, die Content erstellen ist zwar innerhalb der letzten Jahre signifikant gestiegen, doch man sollte es den Leuten dennoch so einfach wie möglich machen, an den Aktionen teilzunehmen.

 

Man sollte sein Publikum kennen, bevor der Wettbewerb startet. Weiß man nun, welche Art der Kampagne die richtige für das Unternehmen ist, muss man den Nutzern das Was, Warum und Wie der Aktion mitteilen. Worum geht es? Was habe ich als Teilnehmer von der Aktion? Wie kann ich mitmachen und gewinnen?

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Plane und bereite dich vor – auch für das Ungeplante

 

Mit Social Media Kampagnen kann man den viralen Faktor für sich nutzen. Doch zunächst gilt es, eine gewisse Grundlage an Aufmerksamkeit zu generieren und Traffic auf die Seite zu lenken. Die Einstellung: „Die Leute werden mich und meine Aktion schon von selbst finden“ hilft leider wenig.

Man sollte alle zur Verfügung stehenden Kanäle nutzen, seien es Social Media, gekaufte Medialeistungen oder Werbepartner. Versendet man regelmäßig einen E-Mail-Newsletter oder hat man eine Werbefläche am Point of Sale?

Die bestehenden Kunden werden mit größerer Wahrscheinlichkeit teilnehmen. Ernennt man sie zur Zielgruppe der Aktion, kann man deren Word-of-Mouth-Potenzial nutzen. Doch ob eine Kampagne tatsächlich ein Viral wird, ist schwer vorherzusagen. Falls doch, sollte man darauf vorbereitet sein: Kann man viele Einsendungen bearbeiten oder bei regem Dialog diesen managen?

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Mit ungeplanten Entwicklungen richtig umgehen

 

Amazon wollte kürzlich seine Aufmerksamkeit erhöhen und bot das neue Lady Gaga Album für 99 Cent an. Die Folge war ein enormer Ansturm an Kaufwilligen, der die Seite jedoch zusammenbrechen ließ und Frust bei den Nutzern auslöste.

Auch das Versandhaus Otto hatte bei einem Facebook-Model-Contest nicht damit gerechnet, dass die User einen geschminkten Mann in Frauenkleidern zum Sieger wählten. Otto tat das einzig Richtige, nahm das Ganze mit Humor und zog das Fotoshooting mit „der Brigitte“ durch, wie versprochen.

Ganz anders die Henkel-Marke Pril. Hier sollten die Kunden im Web zwei „limitierte Design-Editionen“ der Pril-Flasche entwerfen. Pril dachte sicher an etwas Schickes, Buntes oder Blumiges. Leider landete auf Platz 1 der User-Abstimmung ein Etikett mit der Aufschrift: „Schmeckt lecker nach Hähnchen“. Pril hatte sich aber ein Hintertürchen für den Fall der Fälle offen gelassen und wollte selbst aus den 10 besten Entwürfen auswählen. Das wussten auch die User und kreierten weitere abstruse Vorschläge, die sie in die Top-10 wählten. Pril ließ nicht locker, veränderte während des Wettbewerbs die Regeln und prüfte jeden Vorschlag bevor er frei gegeben wurde. Schließlich erklärte Pril es habe Fehler bei der Stimmabgabe gegeben und setzte ein „normales“ Design auf Platz 1. Die Folge: Proteste, Wut und Empörung bei der Online-Community.

Ein weiteres heikles Thema bei Wettbewerben sind die rechtlichen Beschränkungen und Regeln. Gerade bei Facebook gibt es einige Richtlinien, die zu beachten sind.

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Nutzerfreundliche Gestaltung – Eine einfache Teilnahme ist wichtig

 

Die wichtigste Regel bei Social Media Contests ist ein einfacher Teilnahmeprozess und eine schnelle Teile-es-mit-deinen-Freunden -Möglichkeit. Hier sind einige Tools und Apps von Drittanbietern, die das ermöglichen. Zu komplexe Fragen und Anforderungen an die User sollte man vermeiden. Der Contest soll Spaß machen, persönlich und ohne große Barrieren sein.

Contests geben einem die Möglichkeit viel über die Nutzer zu lernen. So kann man eine kleine Umfrage anhängen, Feedback zur Aktion auf der Pinnwand sammeln und das Gelernte bei den nächsten Aktionen einbringen.

Anmerkung: In Anlehnung an einen Artikel von Social Media Examiner.

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