RSS – ein Buch mit sieben Siegeln?

RSSIch gebe es zu – RSS war für mich lange Zeit irgendwie unklar, hatte ich nicht verstanden. Aber es schien wichtig zu sein, also war Aufschlauen angesagt. Das war vor knapp 2 Wochen.

Nun bin ich seitdem zwar nicht vom Saulus zum Paulus geworden und plötzlich der RSS Guru, aber einige Dinge sind mir schon klarer.

Klar genug zum Beispiel, um sofort in diesem Blog hier den RSS Feed prominent vorzustellen: rechts, direkt unter der eMail-Abo-Option.

Denn das ist einer der Hauptvorteile von RSS: nicht der Abonnent bittet um Zusendung (Push) sondern zieht sich, was er braucht aus den Quellen, die ihm wichtig sind (Pull). Der Content-Provider (in diesem Fall unser Blog trickr) stellt nur den Feed zur Verfügung, wer damit was macht, erfährt er nicht!

Der Feed ist also ein Service, ein „info-upon-change“-Service des Content-Bereitstellers, der Sende-Seite: wenn sich was auf der Webseite ändert (neuer Beitrag) wird auch gleich ein neuer Feed erstellt, der auf die Änderung zeigt. Und der Feed-Reader des Lesers, der Empfänger-Seite, sucht z.B. täglich, ob so ein neuer Feed da ist. Wenn ja, dann holt er ihn und stellt ihn dem Empfänger vor.

Die Feed-Adresse von trickr.de ist www.trickr.de/feed, um sie (als Verantwortlicher für die Sende-Seite) zu erstellen habe ich das Programm Feedburner benutzt. Wenn Sie diese Adresse aufrufen, können Sie gleich trickr abonnieren.

Zum Lesen (Empfänger-Seite) benutze ich Mozilla Firefox und die eingebaute Funktion „Dynamische Lesezeichen“.

dynamische Lesezeichen

Es gibt aber auch andere, wie man hier sieht, von Outlook, Google, Yahoo und von vielen mehr.

Hinter dem aufgeklappten Fenster steht „Abonnieren“. Wenn das geklickt wird, dann werden die Feeds regelmäßig eingesammelt und stehen (in meinem Fall im Lesezeichen-Menü meines Browsers)  für die Lektüre oder weitere Verarbeitung zur Verfügung.

Eine Form der Verarbeitung ist: Lesen, was es Neues gibt. Hier könnte man jetzt weitermachen mit Filterfunktionen für die neuen Feeds, aber dann wird dieser Beitrag sehr lang. Vielleicht ein gutes follow-up-Thema in einigen Wochen.

Eine andere ist, diesen Content auf einer anderen Webseite wieder zu verwenden. Das nennt man „Syndication„. Wenn Ihnen also die Beiträge von trickr so gut gefallen, dass Sie sie in Ihr Blog einbetten wollen, dann geht das wunderbar mit RSS – und wir haben absolut nichts dagegen!

Sie brauchen dazu einen feedparser (oder RSS Parser), eine Software, die den puren Content (viel mehr kommt nicht mit im Feed) des Fremd-Feeds in Ihre Webseite einbettet. (Leider kennt Wikipedia feedparser weder auf Deutsch noch auf Englisch, aber eigentlich genügt die Definition hier ja auch schon.)

In diesem Responsive-Template von WordPress, dass wir für trickr benutzen, ist der Parser schon integriert in Form eines Widgets.

Und warum soll man seinen Content überhaupt via RSS anbieten? Wäre es nicht klüger, es bei der eMail-Funktion (Push) zu belassen, dann kann man schön zählen und hat die Adressen…? Nein, wäre es nicht, aus 2 Gründen:

  1. Wir leben in Pull-Zeiten, die Märkte sind Käufer-Märkte und niemand will ohne Not starke Commitments eingehen, Abhängigkeiten herstellen. RSS ist ein Beispiel für den Paradigmen-Wechsel, der mit web2.0 stattgefunden hat.
  2. Google wertschätzt Seiten mit vielen backlinks, die z.B. durch die Syndication entstehen. RSS verbessert das SE-Ranking.

Ja, aber unsere schönen Beiträge stehen dann bei anderen – ohne dass wir es überhaupt erfahren! Stimmt, aber in den Einstellungen für den eigenen Feed legt man fest, womit der Feed anfängt und womit er aufhört. Unsere enden z.B. immer „The Post <Artikel-Titel> appeared first on trickr.de“ (siehe auch den Screenshot oben). Wer also einfach 1:1 kupfert, der kupfert das mit.

Mein Fazit: RSS ist eine sinnvolle und hilfreiche Technik in Zeiten des Content Marketings. Sie erleichtert den ersten Beziehungsaufbau, weil das Commitment niedrig ist. Sie hilft, eine größere Community aufzubauen und verbessert das Google-Ranking.

Bei der Erstellung dieses Beitrags haben mir geholfen:

  • für eine erste Orientierung Wikipedia und dann
  • für etwas tiefere Einsichten dieser Artikel vom Google-Support (ein Hinweis von Kollegen) und
  • dieses eBook: RSS – das kleine orange Buch über das kleine orange Icon. Gerade für Sachthemen eignen sich eBooks aus meiner Sicht hervorragend, das hier hat keine 3 € gekostet (gedruckt über 6€). Der Autor Stephan Schmatz spricht eine einfache, klar strukturierte Sprache, eigentlich kann ich das Buch also empfehlen. Doch es gibt ein großes Aber: Seine Links funktionieren alle nicht. Vielleicht hat er die Lust am Thema verloren oder ist umgezogen, ich habe die zweite Auflage gekauft im Februar 2013 – vielleicht gibt es bald eine korrigierte 3. Auflage. Die Links wären schon wichtig, denn er verweist häufig auf lange Listen, die er pflegt. Etwas ärgerlich, wenn die dann nicht erreichbar sind.

Sollten wir solche Praxis-bezogenen hands-on-Beiträge häufiger bringen? Zu welchen Themen?

Ich freu mich auf Ihr Feedback!

0 Gedanken zu „RSS – ein Buch mit sieben Siegeln?

  1. Hallo,
    danke für den interessanten Artikel zum Thema RSS-Feed. Ich halte den Feed als festen Bestandteil eines Blogs und heisse es willkommen, wenn andere Blogs ihn anbieten. Ich selbst arbeite ebenfalls mit Feedburner zusammen und bin damit eher zufrieden.

  2. Runder Beitrag!
    Ergänzend kann ich feed.ly als Reader empfehlen. Feed.ly gibt es als Browser AddOn und mobile Applikation, was für den Gebrauch „on the go“ sehr praktisch ist.

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